Ratsinformationssystem

Vorlage - VII-EF-00626-AW-01  

 
 
Betreff: Befahrbarkeit südliche Gießerstraße
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VII-EF-00626
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sehr geehrter Herr Nedwal,

 

vielen Dank für die Fragen zum Planungsansatz der südlichen Gießerstraße. Sie haben sich ausführlich und nachvollziehbar mit derzeitigen verkehrlichen Problemen und möglichen Änderungen befasst. Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

 

 

  1. Wurde im Rahmen der Sanierung der Gießerstraße zwischen Antonien- und Rolf-Axen-Straße für diesen Abschnitt ein einseitiges Parkverbot geprüft, damit der Verkehrsfluss in beide Richtungen gewährleistet werden kann? Was war das Ergebnis dieser Prüfung?

 

Das Verkehrs- und Tiefbauamt hat sich im Rahmen der Planung intensiv mit den verkehrsorganisatorischen Gegebenheiten des Umfeldes und der weiteren Bevölke­rungsentwicklung beschäftigt. Die Gießerstraße hat eine Verbindungs­funktion zwischen Plagwitz und Kleinzschocher und gleichzeitig ist hier auch die unmittelbare Erschließung und die Aufenthaltsfunktion von Bedeutung.

 

Die Leipziger Straßenräume sind historisch gewachsen und weisen oft einen Querschnitt auf der es nicht zulässt, für alle Verkehrsarten eigene Flächen zur Verfügung zu stellen. Um allen Anforderungen wie Aufenthalt, Parken, Fuß-, Rad- und Kraftfahr­zeug­verkehr ausreichend gerecht zu werden, muss bei einer Gesamtbreite zwischen den Gebäudekanten von nur ca. 12 m eine umfassende Abwägung erfolgen.

 

Unter dem Planungsansatz einer Straßenraumaufwertung mit Aufenthaltsfunktion durch Baumpflanzungen, kombiniert mit einem Längsparkstreifen von 2,00 m, verbleiben bei einer Fahrbahn­breite von 6,00 m für die Gehwege lediglich noch ca. 2,00 m. Eine Fahr­bahn­breite von 6,00 m stellt somit das Maximum dar. Wird nun gegenüber dem Längsparkstreifen auf der Fahrbahn geparkt, verbleiben 4,00 m für das sichere Begegnen von Radfahrern und Pkw. Diese durch das Parken auf der Fahrbahn bedingte Verringerung der Breite für den fließenden Verkehr ist grundsätzlich nicht zu beanstanden.

 

Aufgrund der anliegenden Wohnbebauung gibt es in der Gießerstraße auch ein Parkbedürfnis. Das Parken zu Gunsten einer zügigen ungehinderten Durchfahrt zu unterbinden, ist nicht verhältnismäßig und deshalb rechtlich nicht zulässig.

 

Mehrere Grundstückszu- und -ausfahrten sowie die Einmündungen Wigandstraße, Hirzelstraße und Creuzigerstraße bieten genügend Ausweichstellen. Mit der nötigen Vorsicht und Rücksicht ist somit der Begegnungsfall trotz der Einschränkungen möglich. Zur Vermeidung von Konflikten kann im Einzelfall der Verzicht auf den eigenen Vorrang nötig sein. Dieses Verhalten entspricht § 6 der Straßenverkehrs-Ordnung. Die nötige Übersicht zur Einschätzung der Situation ist aufgrund des nahezu geradlinigen Straßenverlaufes vorhanden.

 

Es liegt keine erhöhte Unfalllage vor, die Situation wird von den Verkehrsteilnehmern demnach gut eingeschätzt und beherrscht. Diese Situation unterscheidet sich auch nicht von der anderer Hauptnetzstraßen in Leipzig, wo sich aufgrund der geringen Platzverhältnisse der Verkehr nur eingeschränkt begegnen kann.
 

In Anbetracht dessen, dass es in der Gießerstraße keine zwingenden Umstände gibt, die Verkehrsteilnehmer daran hindern, eigenverantwortlich zu handeln, und unter Berücksichtigung des hohen Parkdrucks, wird auf ein Parkverbot verzichtet.

 

Der Abschnitt der Gießerstraße ist außerdem ein empfohlener Schulweg, somit ist das verminderte Geschwindigkeitsniveau durch den ruhenden Verkehr und die entstehenden beengten Fahrbahnverhältnisse durchaus auch gewollt.

 

 

  1. Gab oder gibt es Überlegungen diesen Abschnitt der Gießerstraße zur Einbahnstraße zu machen (ggf. mit Baumann- und Klingenstraße)?

 

Die Gießerstraße abschnittsweise als Einbahnstraße zu führen, wurden im Rahmen der Vorplanung mit folgendem Ergebnis geprüft.

 

Eine Einbahnstraßenregelung würde im konkreten Fall zwangsläufig zu einer Verkehrsverlagerung führen, die sich auch auf die angrenzenden Wohngebiete auswirken würde. Allgemein führen Einbahnstraßen zudem zu Umwegen für die Anlieger. Besonders auffällig ist, dass es in Einbahnstraßen zu erhöhten Geschwindigkeiten kommt, weil der Gegenverkehr fehlt und geringere Konflikte erwartet werden. Ein höheres Gefährdungspotential wäre die Folge. Aus diesen Gründen wurde keine Einbahnstraßenlösung für die Gießerstraße eingerichtet.
 

 

  1. Wie plant die Stadtverwaltung die erhöhten Anforderungen an die südliche Gießerstraße zu gewährleisten (Anwohner-, sowie Hol- und Bringeverkehr durch den Schulneubau an der Rolf-Axen-Straße, Routenführung bei Sanierung der Dieskau-/Zschochersche Straße südlich des Adlers)?

 

Die Gießerstraße ist Bestandteil des Straßenhauptnetzes. Sie verbindet die Stadtteile Kleinzschocher und Plagwitz. Außerdem steht die Verkehrsrichtung Nord nur über die Gießerstraße zur Verfügung und kann nicht über die Dieskaustraße geführt werden, da das Linksabbiegen am Knoten Adler aus Kapazitätsgründen nicht möglich ist. Aufgrund der verkehrsorganisatorischen Gegebenheiten im Umfeld und dem weiteren Einwohnerwachstum der Stadt Leipzig, besonders in den Stadteilen Kleinzschocher und Plagwitz, wird die Beibehaltung der Gießerstraße als Hauptnetz­straße für notwendig gehalten.

 

Ist die Gießerstraße als Umleitungsstrecke für Baumaßnahmen auf der Antonien- oder Dieskaustraße erforderlich, wird ein durchgängiges Halte- und Parkverbot geprüft. Für den erforderlichen der Begegnungsverkehr Lkw/Lkw steht dann eine Fahrbahnbreite von 6,00 m zur Verfügung.  

Stammbaum:
VII-EF-00626   Befahrbarkeit südliche Gießerstraße   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Einwohneranfrage
VII-EF-00626-AW-01   Befahrbarkeit südliche Gießerstraße   66 Verkehrs- und Tiefbauamt   schriftliche Antwort zur Anfrage