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Vorlage - VII-Ifo-00600  

 
 
Betreff: Bericht zur Entwicklung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) 2018
Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Informationsvorlage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und Bau
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Information zur Kenntnis
DB OBM - Vorabstimmung
FA Stadtentwicklung und Bau Information zur Kenntnis
11.02.2020    FA Stadtentwicklung und Bau      
25.02.2020    FA Stadtentwicklung und Bau      
Verwaltungsausschuss Information zur Kenntnis
12.02.2020 
Verwaltungsausschuss zur Kenntnis genommen     

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Der Bericht zur Entwicklung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) im Jahr 2018 wird zur Kenntnis genommen.

 

Räumlicher Bezug:

 

Der Bericht umfasst in erster Linie Aussagen zum Gebiet der Stadt Leipzig, aber auch zum kompletten Verbundgebiet.

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Gemäß Beschluss-Nr. RBIII-311/00 ist jährlich über die Arbeit des MDV zu den für die Stadt Leipzig interessanten Aufgabenschwerpunkten zu berichten. Nachfolgend wird über die Arbeit im Geschäftsjahr 2018 informiert.

 


 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

x

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

x

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

x

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultu

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftskultur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Es liegt keine Eilbedürftigkeit vor.

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Die Vorlage ist öffentlich.

 

III.  Strategische Ziele

 

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) koordiniert im Auftrag der Städte Halle und Leipzig sowie der angrenzenden Landkreise und der dort verkehrenden Verkehrsunternehmen das Nahverkehrsangebot in Mitteldeutschland. Durch die Zusammenarbeit aller Verbundpartner sorgt der MDV für einen attraktiven, vernetzten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und stößt mit Blick auf die Zukunft Entwicklungsprozesse für die Verbesserung der Nahverkehrsleistungen in Mitteldeutschland an.

 

IV. Sachverhalt

 

1. Anlass

 

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) erstreckt sich über die drei Ländergrenzen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und umfasst ein Gebiet von fünf Landkreisen und den zwei kreisfreien Städten Leipzig und Halle. Mit einem Anteil von 51 % halten die zehn Aufgabenträger die Mehrheit der Gesellschafteranteile. Die verbleibenden 49 % werden von den im Verbundraum tätigen 13 Verkehrsunternehmen des straßen- und schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) bzw. deren Zusammenschlüssen gehalten. Die Stadt Leipzig ist mit einem Anteil von knapp 16 % Gesellschafter des MDV.

 

Nachfolgend wird gemäß Beschluss-Nr. RBIII-311/00 über die Arbeit des MDV im Geschäftsjahr 2018 zu den für die Stadt Leipzig interessanten Aufgabenschwerpunkten berichtet.

 

2. Ausführliche Darstellung der Information

 

Bericht zur Entwicklung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) 2018

 

  1. Einnahmeentwicklung der Verkehrsunternehmen im MDV

 

Auch 2018 hielt die positive Entwicklung der Fahrgastzahlen und Fahrgeldeinnahmen an. Dies betraf die beiden kreisfreien Städte, aber auch die Landkreise im MDV. Insgesamt lagen die Verbundeinnahmen 2018 mit EUR 9,1 Mio. (rd. 4,0 %) über dem Vorjahr. 50 % davon resultieren aus dem Segment Zeitkarten Jedermann mit einem Plus von EUR 4,5 Mio. Auch die Verkäufe im Bartarif haben sich mit einem Zuwachs von EUR 2,1 Mio. wieder deutlich stabilisiert.

 

  1. MDV-Strategie 2025 - Arbeitspakete

 

Im Rahmen der Umsetzung des 2012 begonnenen Strategieprozesses zum Thema „Die Zukunft der Mobilität in Mitteldeutschland 2025“ wurde auch im Jahr 2018 u. a. in folgenden drei Themenbereichen weitergearbeitet:

 

1. Tarif und Technik

2. Verkehrsplanung

3. Verbundweites Marketing

 

2.1 tarifliche und technische Schwerpunkte

 

Trotz der insgesamt positiven Fahrgast- und Einnahmeentwicklung musste auch im Jahr 2018 der Verbundtarif aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Verkehrsunternehmen zusätzlich preislich fortgeschrieben werden.

 

Parallel dazu wurde eine Diskussion über die mittelfristige Tarifstrategie mit den Partnern im MDV begonnen. Diese hat zum Ziel, nicht nur Tariffortschreibung, sondern auch die Prüfung struktureller Veränderungen einschließlich Preissenkungen zu betrachten. Die derzeitigen Handlungsfelder der Verbundgesellschaft in der Tarifdiskussion sind:

 

a)      Kurz- bzw. mittelfristige Weiterentwicklung des bestehenden Tarifmodells

b)      Mittel- bzw. langfristige Vertriebs- und Tarifstrategie (Stichwort Digitalisierung)

c)      Politisch gewünschte, geförderte und finanzierte Preis- und Produktgestaltung

 

Der Diskussionsprozess wird im Jahr 2019 fortgesetzt.

 

 

Weitere Schwerpunktthemen waren:

 

  • Aufbauend auf der durch eine Marktforschung dokumentierten hohen Zufriedenheit mit dem ABO-Sortiment wurden in den beiden Städten Leipzig und Halle die ABO light-Produkte weiter differenziert und flexibilisiert mit dem Ziel, auch besonders preissensible Vielfahrer dauerhaft an den ÖPNV zu binden.
  • Im Zusammenhang mit der Entwicklung der Nahverkehrsstrategie des Freistaats Sachsen wurde im Jahr 2018 intensiv in Zusammenarbeit mit den anderen Verkehrsverbünden an den Themen verbundübergreifender Übergangstarif und Tarifangebote für junge Leute gearbeitet.
  • Ein Fokus bildete dabei die Vorbereitung des Übergangstarifs Riesa – Oschatz, mit dem Fahrgäste zwischen den Tarifzonen 41 (VVO) und 127 (MDV) den SPNV und in den Tarifzonen die lokalen Busangebote mit einem Fahrausweis nutzen können.
  • Für die Einführung eines Bildungstickets entsprechend der Erwartungen des SMWA wurden gemeinsam mit den anderen Verkehrsverbünden und den MDV-Gesellschaftern verschieden Modelle entworfen, analysiert und bewertet. Herauskristallisiert hat sich dabei ein differenzierter Ansatz für Schüler und Auszubildende, da einerseits die Mobilitätsanforderungen, andererseits auch die Voraussetzungen unterschiedliche sind.
  • Die Gesellschafter der MDV GmbH haben am 01.02.2018 die Umsetzung einer vorerst auf den SPNV beschränkten Verbunderweiterung im Raum Sachsen-Anhalt (Stadt Dessau-Roßlau, Landkreise Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg) zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 beschlossen.
  • In diesem Zusammenhang wird ein System zum automatischen Erstellen der Tarifmatrix eingeführt. Damit soll das bisherige aufwendige Bearbeiten der Tarifdaten durch die Sachbearbeiter der Verkehrsunternehmen deutlich reduziert und die Aussagefähigkeit der Weg-Texte an den Fahrschein-Automaten für den Fahrgast spürbar verbessert werden.
  • Die Erweiterung des zentralen eTicketing-System im MDV (MDV-Berechtigungssystem „BerSy“) um zukünftig nach der neuesten Version (1.5) des deutschlandweit gültigen Standards der VDV-Kernapplikation (VDV-KA) arbeiten zu können, wurde Anfang 2018 abgeschlossen. Damit wurden die Voraussetzungen für eine optimierte Anbindung der neuen stationären Automaten der LVB an das MDV-Berechtigungssystem gelegt, so dass ab 2018 auch dort eTicketing-Funktionalitäten wie das Lesen, Schreiben und Ändern von Chipkaten nach der neuesten VDV-KA-Version mit optimierten Prozessen umgesetzt werden können.
  • Im Jahr 2019 wird eine zweite Stufe der Erweiterung des MDV-BerSy für die VDV-KA Umsetzungsstufe 2b umgesetzt, so dass dann auch unbares Bezahlen mit VDV-KA-Bezahlungsmitteln möglich sein wird. Als erstes Verkehrsunternehmen wird die LVB diese Funktionen für Ihre Kunden anbieten.
  • Das handybasierte Auskunfts- und Ticketingsystems easy.GO hat sich zu einem stabilen Fahrplan- und Tarifauskunfts- sowie Ticketingdienst für die Kunden im Mitteldeutschen Verkehrsverbund entwickelt. 2018 ist die Nutzung wiederum angestiegen. Anfragen zu Verbindungen und Abfahrtzeiten stiegen von 40 Mio. in 2017 auf 54,5 Mio. in 2018 und damit um 36 %. Mit ca. 1 Mio. Ticketkäufen wurden nahezu 3 Mio. Euro Umsatz erzielt; ein Anstieg von rd. 25 % zum Vorjahr.
  • Im Jahr 2018 wurde beschlossen, die App easy.GO mit folgenden Schwerpunkten weiterzuentwickeln : zusätzliche Bezahlverfahren, Buchung von Rufbusfahrten und Verbundüberschreitende Auskunft und verbundüberschreitende Verkäufe inklusive Reiseketten im Bereich Sachsen bzw. später Mitteldeutschland.
  • Die Datendrehscheibe für den verkehrsunternehmensübergreifenden Datenaustausch wurde um zusätzliche Funktionen für die Fahrgastinformation erweitert. Gleichzeitig wurde das Thema Anschlusssicherung vorangetrieben, indem neue Anschlusssicherungspunkte der LVB, Regionalbus Leipzig und der nordsächsischen Verkehrsunternehmen implementiert wurden.
  • Das Thema Open Data wurde im Jahr 2018 weiter vorangetrieben. Die Verbundgesellschafter beschlossen, dass die Fahrplandaten (Sollfahrpläne) unter eine freie Lizenz gestellt werden (CC-BY 4.0). Darüber hinaus wurde eine Downloadmöglichkeit eingerichtet, über die der wöchentlich aktualisierte Fahrplandatensatz Dritten zur Verfügung gestellt wird.
  • Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung Verkehrsmanagement (KOV-VM) wurden in Abstimmung mit den städtischen Partnern die Themen umweltsensitive Verkehrssteuerung und Maßnahmen zur Reduzierung der negativen Umwelteinflüsse des MIV im Rahmen der Green-City Masterpläne der Städte Leipzig und Halle und Möglichkeiten der Erfassung kleinräumiger Umweltbelastungen sowie die Nutzung der Daten für die Optimierung des MIV-Verkehrs aufgezeigt.
  • Der MDV beteiligte sich an mehreren Projekten, die die verbundübergreifende und intermodale Mobilität vereinfachen sollen. Dabei soll nicht nur die übergreifende Reiseauskunft, sondern auch ein übergreifendes Ticketing ermöglicht werden. Die Arbeiten im Projekt Mobilitätshub wurden abgeschlossen. Die Abstimmungen zum verbundübergreifenden Ticketing werden parallel im Rahmen des Vorhabens Mitteldeutschland mobil geführt.
  • Im Zusammenhang mit Mobilitätslösungen in ländlichen Regionen als Ergänzung zum regionalen ÖPNV beschäftigt sich die Verbundgesellschaft mit der Schaffung von technischen Voraussetzungen für die Disposition, Buchung und Bezahlung von vollflexiblen Bedienformen.
  • Die Daten der Automatischen Fahrgastzählsysteme bilden eine wesentliche Säule der Einnahmeaufteilung. Da sowohl im Hardware- als auch im Softwarebereich eine Fortschreibung der Fahrgastzähltechnik erforderlich ist, hat die Verbundgesellschaft im Jahr 2018 eine Ausschreibung für die 1. Stufe der Softwareneubeschaffung vorbereitet und durchgeführt. Im Anschluss wurde mit der Einführung der Software bei den regionalen Busunternehmen begonnen.

 

2.2 verkehrsplanerischen Schwerpunkte

 

  • Im von der EU geförderten Projekt „LowCarb – Clever unterwegs im Nordraum Leipzig“ haben sich die Projektpartner LVB, Stadt Leipzig und MDV das Ziel gesetzt, für die weiterhin stark boomenden Gewerbestandorte im Norden von Leipzig u.a. einen Masterplan Verkehr zu erstellen, der eine Steuerung des erhöhten Mobilitätsbedarfes in diesem Gebiet zu Gunsten des ÖPNV vorsieht. Das Projekt hat eine Laufzeit bis ins 2. Quartal 2020.
  • Für das Projekt „Landkreis Leipzig in Fahrt“ wurden nach der Umsetzung des Regionalverkehrs in 2017 die Weichen für die Umsetzung der geplanten Stadtverkehre in Grimma, Bad Lausick und Brandis gestellt. Der neue Stadtverkehr Grimma wird im April 2019 mit zwei Linien starten, die erstmals ganztägigen, vertakteten Wochenendverkehr aufweisen, außerdem werden neue Gebiete innerhalb der Kernstadt von Grimma mit neuen Haltestellen erschlossen. Für Bad Lausick ist eine Umsetzung ebenfalls mit zwei Linien im 30min-Takt und einer Erhöhung der Anzahl der Haltestellen ab Dezember 2019 vorgesehen. Für Brandis wird mit der ebenfalls für Dezember 2019 vorgesehenen Erschließung des Gewerbegebietes Beucha die Stadterschließung fertiggestellt. Im Jahr 2019 werden die Planungen für einen mit digitalen, flexiblen Bedienformen betriebenen Stadtverkehr in Colditz vorangetrieben. Eine Umsetzung ist für 2020 vorgesehen
  • Die Planungen im Südraum von Leipzig wurden in 2018 abgeschlossen, so dass ab August 2019 zusätzlich zu den bereits erfolgreich umgesetzten touristischen Linien 101, 105 und 106 die Linien des Alltagsverkehrs in neuer vertakteter Qualität durch die Verkehrsunternehmen Regionalbus Leipzig und THÜSAC umgesetzt werden. Die Vermarktung wird federführend durch den MDV in enger Abstimmung mit dem Landkreis Leipzig und den beiden Verkehrsunternehmen durchgeführt.
  • Das Projekt „Clever unterwegs im Burgenlandkreis“ wird unter Federführung des Burgenlandkreises umgesetzt. Der ursprüngliche Umsetzungszeitpunkt verschiebt sich um ein Jahr auf den August 2020. Daher ist die für 2018 avisierte begleitende Kommunikation und Marketing des Vorhabens gegenüber politischen Meinungsbildern, Schulen, Öffentlichkeit, Presse, Fahrpersonalen und Fahrgästen in das aktuelle Jahr 2019/2020 verschoben worden.
  • Auf Grundlage der Kooperationsvereinbarung mit den ÖPNV-Aufgabenträgern zur gemeinsamen Bearbeitung der jeweiligen Nahverkehrspläne wurde in 2018 der Nahverkehrsplan für den Burgenlandkreis fertig gestellt und vom dortigen Kreistag beschlossen. Der Nahverkehrsplan für Nordsachsen soll nach Verzögerungen in 2019 fertiggestellt werden. Die Bearbeitung für den Landkreis Leipzig wurde im Dezember 2018 begonnen. Ab Mai 2019 wird die Bearbeitung im Landkreis Altenburger Land starten und im Jahr 2020 abschließend fertiggestellt.
  • Im durch den Freistaat Thüringen geförderten Projekt „Schmölln macht mobil“ wurden in 2018 der Stadtverkehr Schmölln mit zwei neu konzipierten Linien in Betrieb genommen. Hierbei wurden neue Gebiete der Stadt mit neuem Linienlauf und zusätzlichen Haltestellen versehen. Erstmals verfügt der Stadtverkehr über ein Wochenendangebot. Seit August 2017 wird das Projekt durch Kommunikation und Marketing gegenüber politischen Meinungsbildern, Schulen, Öffentlichkeit, Presse, Fahrpersonalen und Fahrgästen begleitet. In 2018 und 2019 wurden und werden die Planungen für das Regionalverkehrskonzept durchgeführt, das als neues Angebot aus vertakteten Hauptlinien, mehr Haltestellen und flexiblen Bedienformen im Februar 2020 seinen Betrieb aufnehmen soll. Ein Kreistagsbeschluss ist für Oktober 2019 vorgesehen. Der Freistaat Thüringen fördert das Vorhaben im Personal- und Marketingbereich.
  • Im Dezember 2018 feierte die Marke „PlusBus“ ihr fünfjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat der MDV eine eigene Produktwebseite online erstellt: www.plusbus-deutschland.de. Deutschlandweit nutzen bereits über 60 ÖPNV-Linien die von der NASA GmbH und dem MDV lizensierte Marke.
  • Der MDV unterstützt die Verbundpartner bei der Erfassung von Daten zur Barrierefreiheit. Mit der Erarbeitung des DELFI-Handbuches für Barrierefreiheit im ÖPNV (DELFI e.V.) wurden deutschlandweite Standards für die Datenerhebung festgelegt, die auch im MDV angewendet werden sollen. Durch die Bereitstellung einer Softwarelösung für die Erfassung von Haltestellendaten sowie Datenspezifikation schuf der MDV eine Grundlage für die Erfassung der Daten im Verbund. Des Weiteren wurden bereits in den Fahrplandaten gelieferte Fahrzeuginformationen (geplanter Einsatz eines Niederflurfahrzeugs) in Leipzig, Halle und SPNV-Netz in der Auskunft freigeschaltet.
  • Im Jahr 2019 beginnt die Aufnahme der im „Leitfaden für die Barrierefreiheit im MDV“ und DELFI-Handbuch Barrierefreiheit enthaltenen Anforderungen zur Ausstattung von Haltestellen in den Landkreisen Saalekreis und Burgenlandkreis. Im Landkreis Altenburg im Vorfeld durchgeführte Erhebungen sollen mit integriert werden. Diese Daten sollen sowohl für die Beauskunftung barrierefreier Reiseketten als auch für Informationen auf der Webseite verwendet werden.
  • Aus der ÖPNV-Strategiekommission im Freistaat Sachsen wurden neben verschieden Tarif- und Vertriebsmaßnahmen auch ein sachsenweites Netz aus Plus- und TaktBussen entwickelt, dass zusammen mit dem SPNV ein engmaschiges Netz an hochwertigen ÖPNV-Angeboten darstellt.
  • Der Freistaat Sachsen beabsichtigt den Betrieb von über 100 Plus- bzw. TaktBus-Linien in ganz Sachsen finanziell zu fördern. Eine Umsetzung ist dabei für die Jahre 2019 und 2020 vorgesehen. Im sächsischen MDV-Gebiet bedeutet dies, dass 30 Linien bei Erreichung der Qualitätskriterien die Förderung erhalten. Für die bestehenden Plus- und Taktbuslinien ist ebenfalls eine Förderung vorgesehen. Die Förderung von Stadtverkehrssystemen in Klein- und Mittelstädten ist dagegen nicht in die Förderung aufgenommen worden.
  • Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung mit dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) wurden 2018 u.a. die folgenden Themen bearbeitet:
    • „Tag der Sachsen Torgau“ – Unterstützung der Planung des Verkehrsangebotes
    • App-basierte flexible Bedienformen – Begleitung der Voruntersuchung und Einführung bei Geißler und Regionalbus Leipzig
    • Fahrkartenautomatentest – Funktionen und Fehlerfindung
  • Für 2019 stehen u.a. folgende Themen an:
    • Betrachtung Bahn-/Busverknüpfung an den Stationen Markkleeberg-Gaschwitz, Neukieritzsch und Regis-Breitingen
    • Untersuchungen zur Anschlusssicherung SPNV/PlusBus

 

2.3 Schwerpunkte des verbundweiten Marketings

 

Gefördert über die Fachkräfterichtlinie des Freistaates Sachsen wird seit 2017 für den Landkreis Leipzig das betriebliche Mobilitätsmanagementprojekt „Betriebe in Fahrt“ durchgeführt. Die erste Phase des Projektes endete im Februar 2019. Für eine Weiterführung des Projektes im Landkreis Leipzig und eine Neuimplementierung des Projektes im Landkreis Nordsachsen wurden Förderanträge für den Zeitraum bis Februar 2021 gestellt. Während in Nordsachsen zunächst der Netzwerkaufbau, Strukturanalysen und Verbreitung des Themas „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ in 2019 im Vordergrund stehen, werden ab 2020 ähnlich wie im Landkreis Leipzig die Beratung von Gewerbestandorten in den Mittelpunkt rücken.

 

2018 wurde das finale Konzept zur verbundweiten Marktbearbeitung mit allen Geschäftsführern abgestimmt. Damit sollen mehr potentielle Fahrgäste auf das gemeinsame Gesamtprodukt „Nahverkehrssystem in Mitteldeutschland“ aufmerksam gemacht und über gezielte Maßnahmen (Dialogmarketing) als Neukunden gewonnen werden.

 

Die Vermarktung aller neuen Buskonzepte in den Landkreisen wird federführend durch den MDV in enger Abstimmung mit dem Beteiligten durchgeführt.

 

Die weiteren Schwerpunkte im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation lagen auf folgenden Handlungsfeldern:

 

  • verbundweite Mobilitätsberatung am MDV-Infomobil sowie am MDV-Infotelefon zu Verbindungen, Tarifen und neuen Verkehrsangeboten (z.B. Muldental in Fahrt)
  • Tarifwechsel 01.08.2018 (Herausgabe der Tarifpublikationen, Pressearbeit, Beratung)
  • Fahrplanwechsel im August und Dezember (Herausgabe von Fahrplanbüchern bzw. Ergänzungsheften, Pressemeldungen),
  • Umsetzung des neuen Verkehrserziehungsangebotes „Busschule“,
  • Schulungen der Verbundunternehmen sowie
  • Pressearbeit zu strategischen Themen des MDV.

 

  1. Realisierung des Wirtschaftsplans 2018

 

Der Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2018 wurde auf der Gesellschafterversammlung am 07.12.2017 beschlossen. Entsprechend dem Wirtschaftsplan schließt der MDV das Geschäftsjahr 2018 mit einem ausgeglichenen Ergebnis ab. Der durch die Gesellschafter entsprechend § 5 Abs. 2 des Gesellschaftsvertrages in 2018 zu zahlende Zuschuss von TEUR 2.534 entsprach der mittelfristigen Planung des Vorjahres und enthielt eine Anhebung um 2,5 %. Mit dem Wirtschaftsplan 2018 und dem Beschluss zum Jahresabschluss 2017 wurden zusätzlich nicht verbrauchte Zuschüsse in Höhe von TEUR 379 auf Folgejahre zweckgebunden übertragen.

 

Die Bilanzsumme von TEUR 2.416 ist gegenüber dem Vorjahr (TEUR 2.024) um 19 % gestiegen. Dies begründet sich wesentlich aus dem Anstieg der Guthaben bei Kreditinstituten um TEUR 409 auf der Aktivseite, die aus noch nicht verbrauchten Fördermitteln und Mitteln des projektbezogenen Erfolgsanteils resultieren. Dies schlägt sich der Passivseite in einer Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und der sonstigen Verbindlichkeiten nieder.

 

Die Finanzierung der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2018 gesichert.