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Vorlage - VII-DS-00578  

 
 
Betreff: Einrichtung eines Innovationszentrums für das Smart Infrastructure Hub Leipzig in der Halle 7 der Leipziger Baumwollspinnerei - Planungs-, Bau- und Finanzierungsbeschluss
Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Wirtschaft, Arbeit und Digitales
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
DB OBM - Vorabstimmung
FA Wirtschaft, Arbeit und Digitales Vorberatung
07.04.2020    FA Wirtschaft, Arbeit und Digitales - Telefonkonferenz      
Ratsversammlung Beschlussfassung
29.04.2020    Ratsversammlung      
FA Finanzen Vorberatung
06.04.2020    FA Finanzen Telefonkonferenz/Videokonferenz      
SBB Alt-West

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Anlage 1_VII-DS-00578_Tabelle A1
Anlage 2_VII-DS-00578_Tabelle A2

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Beschlussvorschlag:

 

1. Mit Beschluss dieser Vorlage wird der Beschluss VI-HP-07338 Gründerzentrum (A 0013/ 19/20) der Ratsversammlung vom 30.01.2019 entsprechend den Ausführungen im Begründungstext geändert.

 Die Beschlusspunkte 2 bis 4 dieser Vorlage werden unter dem Vorbehalt getroffen das die Ratsversammlung auch die Vorlage VI-DS-06352-DS-04 beschließt.

 

2.  Der Ausbau der Teilfläche 2 der Halle 7 in der Leipziger Baumwollspinnerei als Digital Hub – Innovationszentrum („Innovationszentrum“) wird realisiert (Baubeschluss gemäß Hauptsatzung der Stadt Leipzig, § 8 (3) Nr. 18 in der zur Zeit gültigen Fassung.

Die Gesamtkosten betragen 4,5 Mio. €. Die Finanzierung erfolgt aus dem PSP-Element „Technologie- und Gründerzentrum“ (7.0002029.700). Die Auszahlungen sind wie folgt zu planen:

 

2021: 2.500.000  

2022: 2.000.000 .

 

3. Die Erträge und Aufwendungen im Ergebnishaushalt für die Jahre 2021 bis 2034 werden innerhalb des Budgets des Amtes für Wirtschaftsförderung (PSP-Element 1.100.57.1.0.01.11) veranschlagt und der Mittelbedarf durch das Amt bei den Haushaltsplanungen angemeldet (siehe Anlage 2).

 

 2021 - 2034: 2.500.000 € (Saldo aus Aufwendungen und Erträgen, Mittelbedarf)

 

Die Deckung in Höhe von 2,5 Mio. € erfolgt aus den nicht verausgabten Mitteln im PSP-Element „Technologie- und Gründerzentrum“ (7.0002029.700). Zur Sicherstellung erfolgt in 2020 eine Sperre des Ansatzes in gleicher Höhe.

 

4.  Die Ratsversammlung beauftragt den Oberbürgermeister, die Flächen an Nutzer zu vermieten, die zu den Zielen des Innovationszentrums beitragen. Ankermieter und deren Nutzer werden auf der Grundlage der Fachförderrichtlinie Wirtschaft entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit und ihres Beitrages zur Zielerfüllung unter Beachtung beihilferechtlicher Vorgaben gefördert.

 

 

Räumlicher Bezug:

 

Leipziger Westen, Baumwollspinnerei, Spinnereistraße

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Mit dem Innovationszentrum als Teil des Smart Infrastructure Hubs entsteht eine Begegnungsstätte, an dem sich Gründer, Forschung und Wissenschaft und etablierte Unternehmen zusammen­finden. Sie sollen in der Halle 7 der Baumwollspinnerei miteinander neue Technologien und Geschäftsmodelle entwickeln, vorrangig in den Themenwelten Smart City, Energie und E-Health. Das Amt für Wirtschaftsförderung erwartet hieraus einen Impuls für Wirtschaft und Wissenschaft am Standort Leipzig.

 

Die Vorlage beschreibt die Umsetzung des Haushaltsbeschluss VI-HP-07338 Gründerzentrum (A 0013/ 19/20), insbesondere den nutzerspezifischen Innenausbau der Halle 7, die laufenden Kosten (Miete, Instandhaltung, etc.). Damit kommt den Nutzern des Zentrums bis 2034 insgesamt eine Förderung von 7 Mio. € zugute. Dies entspricht dem vom Stadtrat bereitgestellten Finanzvolumen.


Finanzielle Auswirkungen

 

nein

x

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

x

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

2021

2034

3.771.264

1.100.57.1.0.01.11

 

Aufwendungen

2021

2034

6.228.728

1.100.57.1.0.01.11

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

2021

2022

 

2.500.000

2.000.000

7.0002029.700

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

x

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

x

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

x

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 

 


 

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Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftskultur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele:  

 

trifft nicht zu

 

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Inhalt

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

III.  Strategische Ziele

IV. Sachverhalt

1. Anlass

2. Beschreibung der Maßnahme

2.1 Digital Hub Initiative

2.2 Smart Infrastructure Hub Leipzig

2.3  Innovationszentrum

2.3.1 Bedarf / Nachfrage

2.3.2 Standort

2.3.3 Ziele des Innovationszentrums

2.3.4  Ankermieter

2.3.5 Betreibermodell

3. Realisierungs- / Zeithorizont

4. Finanzielle Auswirkungen

4.1  Aufwendungen/Investitionen

4.2  Einnahmen

4.3 Ergebnis

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

6. Bürgerbeteiligung

7. Besonderheiten

8. Folgen bei Nichtbeschluss

Anlage:


Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Die Errichtung eines Innovationszentrums wirft keine Zielkonflikte auf.

 

Bei der Auswahl des Standortes / der Immobilie galt es abzuwägen: Die Nutzung der Halle 7 empfiehlt sich vor allem aus zwei Gründen: die Nähe zur vorhandenen Gründerlandschaft im SpinLab und der – aus anderen Gründen - bereits von der Stadt abgeschlossene Mietvertrag betreffend die Halle 7. Hier bot sich die Chance, Leerstand zu vermeiden und die angemietete Immobilie einer Nutzung zuzuführen, die sowohl im Interesse von Vermieter als auch gesamten Stadtverwaltung als Mieterin stand. Alternative Standortüberlegungen wurden vor diesem Hintergrund nicht prioritär betrieben.

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Entfällt.

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Entfällt.

 

III.  Strategische Ziele

 

Mit der Einrichtung eines Innovationszentrums in freien, von der Stadt bereits angemieteten Flächen in der Halle 7 werden die oben genannten gesamtstädtische Ziele verfolgt:

 

  • Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte
  • Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft
  • Positive Rahmenbedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze
  • Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur
  • Lebenslanges Lernen
  • Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung
  • Steigerung der Attraktivität der Baumwollspinnerei als Tagungs- und Tourismusstandort
  • Nutzung von Opportunitäten aus dem bestehenden Nutzungsüberlassungsvertrag mit dem Vermieter Leipziger Bauwollspinnerei Verwaltungsgesellschaft mbH
    (BS-VGmbH).

 

Das Smart Infrastructure Hub sieht vor, mit dem Innovationszentrum eine Begegnungsstätte zu schaffen, an dem sich Gründer, Forschung und Wissenschaft und etablierte Unternehmen zusammenfinden. Dabei sollen neue Technologien und Geschäftsfelder in den Themen Smart City, Energie und E-Health für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Leipzig entwickelt werden.

 

Durch die Sanierung und den Umbau der Halle 7 wird das Stadtviertel und die Baumwollspinnerei belebt. Der Standort wird besser vermarktet, da die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure an einem Ort sichtbar gemacht wird und auch dadurch die Förderfähigkeit auch aus Landes- und Bundessicht erhöht wird.

 

IV. Sachverhalt

 

1. Anlass

 

Mit dem Haushaltsbeschluss VI-HP-07338 Gründerzentrum (A 0013/ 19/20) im Januar 2019 wurde der Oberbürgermeister beauftragt,


„für den Haushaltsplan 2019/2020 eine Finanzierungsmöglichkeit zum Aufbau eines Gründerzentrums für digitale Geschäftsideen in der Halle 7 der Baumwollspinnerei zu schaffen:

 

  1. In einem Pilotprojekt der LGH, die bisher lediglich Gewerbehöfe an etablierte Unternehmen vermietet, soll das dringend benötigte Gründerzentrum in Halle 7 der Baumwollspinnerei entstehen.
  2. Zur Schaffung des Gründerzentrums in Halle 7 ist ein Investitionskostenzuschuss in Höhe von 7.000.000 , ggf. auch Teile davon mit weiteren Finanzierungsmöglichkeiten, zu planen.
  3. Die Mittelbereitstellung für die LGH erfolgt im Jahr 2019 mit max. 2.000.000 und im Jahr 2020 mit max. 5.000.000 .“

 

Mit der Vorlage VI-DS-06352-DS-04 entscheidet der Stadtrat über die Vertragsänderung zwischen Stadt Leipzig und Baumwollspinnerei Verwaltungsgesellschaft mbH. Erteilt der Stadtrat dazu seine Zustimmung, regelt er mit dieser Vorlage die weitere Umsetzung des o. g. Haushaltsbeschlusses zur Einrichtung des Innovationszentrums.

 

Das Gebäude gliedert sich wie folgt. Gegenstand dieser Vorlage ist Umbau, Betreibermodell und Finanzierung der Teilfläche 2 (Digital Hub).

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

2.1 Digital Hub Initiative

 

Im Juni 2017 hat sich Leipzig, zusammen mit Dresden, für die Digital Hub-Initiative des Bundes (BMWi) beworben und den Zuschlag erhalten.

 

Im Rahmen dieser Bundesinitiative werden 12 Standorte in Deutschland hervorgehoben, welche ein funktionierendes Ökosystem für Beispiele der Digitalisierung mit starkem gesellschaftlichem Interesse vorweisen. Diese Standorte werden vom BMWi unter der Marke „Digital Hub“ gesondert international vermarktet.

Bildergebnis für digital hub bmwi


Abbildung 1: Die 12 Digital Hubs des BMWi

Bildergebnis für digital hub bmwi

 

2.2 Smart Infrastructure Hub Leipzig

 

Leipzig hat sich mit dem TitelSmart Infrastructure Hub Leipzig beworben und will folgende Themen bearbeiten:

 

-          Energie,

-          Smart City und

-          E-Health.

 

Ziel dieses Hubs ist es, den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen der Digitalisierung sowie deren Herausforderungen zu begegnen. Dabei gilt es, auch die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und den Wirtschaftsstandort Leipzig zukunftsfähig aufzustellen.

 

Das Grundgerüst des „Smart Infrastructure Hub Leipzig“ besteht aus vier Bausteinen:

 

1)        SpinLab - The HHL Accelerator: Das SpinLab richtet sich an den Themen des Hubs aus und forciert die Gewinnung von strategischen Partnern aus der Leipziger Wirtschaft. Partner sind beispielsweise die VNG AG, die Leipziger Gruppe und die AOK Plus. Auch der Freistaat unterstützt das Hub-Management finanziell.

 

2)        Hochschulübergreifendes Kompetenzzentrum: Die Digital Hub Initiative will Kompetenzen bündeln. Leipzig bietet eine Reihe von Kompetenzen zur Erforschung intelligenter und nachhaltiger Infrastrukturen. Allerdings sind sie über viele Forschungseinrichtungen und Professuren verteilt. Ein hochschulübergreifendes Kompetenzzentrum unter Federführung der Universität Leipzig soll die Zusammenarbeit stärken. Der Freistaat Sachsen fördert erste gemeinsame Forschungsprojekte, nämlich: „Smart Utilities and Sustainable Infrastructure Change“ (SUSIC), RCI Connect und „Smart regional developement Infrastructure“ (SARDINE).


3)        Venture-Capital-Fonds: Der Fonds Smart Infrastructure Ventures deckt künftig den Bedarf von Gründern nach Risikokapital und schließt dadurch Lücken in den bestehenden Finanzierungsinstrumenten (bspw. die zwingende Ko-Investment Regelung im Technologie Gründerfonds Sachsen). Die Kapitalverwaltungs-gesellschaft wurde gegründet und bei der BaFin registriert. Von regionalen und überregionalen Investoren wurden 10 Mio. € eingeworben. Auch die SAB hat sich mit 25 % beteiligt.

 

4)      Innovationszentrum: Als viertes und auch räumlich greifbares Element des Hub soll eine Begegnungsstätte eingerichtet werden, um alle genannten und weitere Akteure in einem Schmelztiegel zusammen zu bringen.

 

Durch den Ausbau und die Bündelung vorhandener Ressourcen im Hub werden:

 

  • mehr Ausgründungen aus wissenschaftlichen Einrichtungen initiiert,
  • die Infrastruktur für Gründer verbessert,
  • etablierte Unternehmen (vor allem KMU) mit Forschern besser vernetzt und somit Innovationen in die Unternehmen hineingetragen (Transfer),
  • Spitzenforschung gestärkt, Know-How gebündelt,
  • Nationale und internationale Gründer/Start-Ups sollen angesiedelt und zum Wachsen angeregt werden, mit dem Ziel hochqualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und damit auch eine breitere Beschäftigungswirkung zu erzielen.

 

Tabelle 1: Akteure und ihre Vorteile im Smart Infrastructure Hub Leipzig

 

Akteur

Vorteile

Stadt Leipzig

  • Ansiedlung von Unternehmen
  • Schaffung von hochqualifizierten Arbeitsplätzen
  • Positionierung Leipzigs als Technologiestandort bei Land & Bund
  • Ausbau des städtischen Images als kreative und dynamische „Gründer-Hauptstadt“ Mitteldeutschlands
  • Bevölkerungswachstum nachhaltig gestalten
  • Förderung von Pilotprojekten zu smarter Infrastruktur

Leipziger Unternehmen

  • Vernetzung zur Forschung stärken
  • Innovationen entwickeln, testen und implementieren: z. B. in Startups
  • Schnelle Pilotierung mit kurzen Abstimmungszyklen
  • neue Kooperationsmodelle
  • Finanzielle Beteiligungen an dynamischen und schnell wachsenden Startups
  • Inkorporation der dynamischen und agilen Startup-Mentalität in eigene Unternehmenskultur
  • Etablierte Geschäftsmodelle erneuern oder in Frage stellen

Gründer / Startup Szene

  • Networking / Lernen innerhalb der Startup Szene und in Forschung & Wirtschaft
  • Zugang zu Finanzierung und gut ausgebildeten Fachkräften
  • Zugang zu strategischen Partnern und ersten Kunden für MVP (minimal viable products)
  • Unternehmensgründung als attraktive Arbeits-Option vermarkten
  • Inspirierendes Umfeld mit guten Standortbedingungen anbieten

Wissenschaft und Forschung

  • Brücke schlagen zwischen Forschung und neuen Geschäftsmodellen
  • Universitäre Ausgründungen aus Forschung anregen
  • Transfer zwischen Hochschulen und außeruniversitärer Forschung sowie Wirtschaft stärken
  • Stärkung & Ausbau des Forschungsstandortes Leipzig
  • Gewinnung neuer Studenten sowie internationaler Fachkräfte

Investoren

  • Beteiligung an und Finanzierung von Startups
  • Investition in neue Technologien
  • Diversifizierung des Portfolios mit Startups neben etablierten Unternehmen
  • Risikostreuung

 

2.3  Innovationszentrum

 

2.3.1 Bedarf / Nachfrage

 

Leipzig verfügt über eine lebendige und stetig wachsende Gründerszene. Beispielhaft zu nennen sind Co-Working-Spaces, wie die BioCity Leipzig für das Life Sciences Cluster, das BIC für gewerbliche clusterunabhängige Unternehmen und das Basislager, Acceleratoren, wie SpinLab und das Social Impact Lab oder Förderinstitutionen wie das ugb.

 

Da Produktlebenszyklen und Innovationszyklen immer kürzer werden, ist für den Erfolg etablierter Unternehmen auch ein vitales Startup-System zwingend. Startups dienen etablierten Unternehmen als Ideengeber, Wettbewerber, Herausforderer und Investitionschancen. Gründung heißt Erneuerung, Verbesserung des Alten. Aber man sieht auch, dass eine gute Idee nicht zwingend zum Erfolg führt. Innovationen, also die wettbewerbliche Umsetzung von Ideen, benötigen gute Rahmenbedingen: wie Mentoren, Teams, Unterstützern, Netzwerke, Kapital. Gründer können und sollen aus Fehlern der Alten lernen. Die Zusammenführung der verschiedenen Akteure in einem Innovationszentrum erhöht zum einen die Wahrscheinlichkeit und zum anderen die Überlebenschancen von Ideen auf ihrem Weg zu Innovationen und Marktdurchdringung.

 

Die LGH Leipziger Gewerbehof GmbH & Co. KG betreibt in Leipzig aktuell zwölf Objekte an infrastrukturell vorteilhaft erschlossenen Standorten im gesamten Leipziger Stadtgebiet. Das Angebot mit einer Gesamtfläche von über 130.000 Quadratmetern ist auf differenzierte Anforderungen von KMU zugeschnitten und umfasst Gewerbe-, Produktions-, Labor-, Medien- und Serviceflächen mit zugeordneten Büro- und Sozialflächen.

 

Festzustellen ist, dass diese bestehenden Technologie- und Gründerzentren sehr gut genutzt werden und ausgelastet sind. Neue Flächenangebote werden nachgefragt, vor allem, wenn sie mit einem innovativen Betreibermodell gepaart sind.

 

2.3.2 Standort

 

Im Rahmen einer Standortanalyse wurde der Leipziger Westen als favorisiert. Dieser Ortsteil eignet für die Etablierung eines solchen Zentrums in besonderer Weise:

 

  • Der Leipziger Westen bietet in unmittelbarer Nähe etablierte Industrieunternehmen, die mit den Gründern und Unternehmen im Zentrum kooperieren können.
  • Der Leipziger Westen hat in unmittelbarer Nähe bestehende Entwicklungsflächen für Ansiedlungen und Unternehmen, die aus dem Zentrum herauswachsen. Es herrscht ein moderates Mietpreisniveau für Gewerbeflächen.
  • Die Nähe zu einer lebendigen Kreativszene Startup-Szene (Spreadshirt, Taschenkaufhaus, Rapidobject und weitere) ist gegeben.
  • Gemeinsam mit der Baumwollspinnerei, BIC / ugb und dem Social Impact Lab wird das Profil des Leipziger Westens als Gründer-Stadtteil weiter gefestigt.
  • Plagwitz ist ein lebendiges lebenswertes Viertel mit Arbeitsplätzen, bezahlbaren Wohnraum, Restaurants und Kultureinrichtungen, aber auch mit individuellen Einzelhandel, Grünflächen, Schulen und Kitas. Das Mietpreisniveau für Wohnungen ist moderat.
  • Für das Gebiet sind gute ÖPNV-Verbindungen vorhanden.

 

Damit nutzt das Innovationszentrum die Halle 7 der Baumwollspinnerei nicht nur freie, angemietete Flächen (ehemals als Naturkundemuseum geplant), sondern der Standort erweist sich auch sonst für ein Innovationszentrum als geeignet. Synergien ergeben sich zudem zu den bereits in Halle 7 verorteten Institutionen, da die Flächen des Lofft Theaters auch besonders für größere öffentliche Events geeignet sind.

 

2.3.3 Ziele des Innovationszentrums

 

Das neue Innovationszentrum soll für die Zukunfts- und Themenfelder des Smart Infrastructure Hubs Kompetenzen bündeln und bestehende Angebote sinnvoll ergänzen. Es soll überregionalen und internationalen Gründerteams die Möglichkeit bieten, ihre Unternehmensideen in der Stadt umzusetzen.

 

Neben Räumlichkeiten werden Möglichkeiten der Qualifizierung, wie beispielsweise über Seminare und Coachings, angeboten. Darüber hinaus soll der aktive Austausch zwischen bestehenden etablierten Unternehmen und Wissenschaft und Gründern ermöglicht werden, um Ideen gemeinsam zu forcieren, die allein nicht oder nur langfristig umsetzbar wären.

 

Die Grundlage für ein erfolgreiches Innovationssystem bilden das Zusammenwirken von Unternehmen, exzellenter Forschung und unterstützender Politik und Verwaltung.

 

Die wesentlichen Funktionen des Innovationszentrums sind:

 

-          Ideen generieren und auf wirtschaftliche Verwertbarkeit testen

-          Gründung vereinfachen

-          Gründern das Wachstum am Standort ermöglichen

-          Innovationen in etablierten Unternehmen anregen

-          Innovationen regional finanzieren

 

alles mit dem Ziel, Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Steuerkraft in Leipzig zu stärken.

 

2.3.4  Ankermieter

 

Die Stadt wird die Flächen an wenige Ankermieter vermieten, die zum Teil ihrerseits wiedrum an ihre Kunden Nutzungsrechte weitergeben. Die Mieterstruktur der Halle 7 spiegelt die Aufgaben des Zentrums wider:

 

Abbildung 2: Die Mieterstruktur im Innovationszentrum

 


1. Die SpinLab Accelerator GmbH hat ihre Absicht bekundet, in das Innovationszentrum ihr Accelerator-Programm und ihren Co-Working-Space zu verlagern. Das SpinLab wurde 2014 gegründet und verzeichnet seitdem wachsende Bewerberzahlen. Nicht nur Leipziger Gründer sondern auch solche von außerhalb gehen ihren Weg in Leipzig weiter. Zweimal im Jahr bewerben sich über 250 Gründerteams für das 6-monatige Accelerator-Programm. Nur 8 - 10 können aufgenommen werden. Viele der Startups verbleiben nach dem Accelerator-Programm im Co-Working-Space, um weiter vom Umfeld profitieren zu können. Das SpinLab hat bisher über 60 Startups unterstützt, die mehr als 350 Arbeitsplätze in Leipzig geschaffen haben. 55 Mio. € externe Finanzierung konnte diese Gründer einwerben. Halle 7 bietet diesen Gründerteams zusätzliche Flächen, um in Leipzig wachsen zu können. SpinLab schließt mit seinen Gründern eigene (Unter-) Nutzungsverträge.

 

2. Die HHL beabsichtigt, im Innovationszentrum ihr DIGITAL SPACE Konzept umzusetzen:

-          Teamfindungs-Veranstaltungen, um kaufmännisch und technisch qualifizierte Studenten und andere Gründungsinteressierte zusammen zu bringen

-          Großraumbüro (Co-Working-Space), um digitale Geschäftsideen in der (Vor)gründungsphase (pre-seed) in interdisziplinären Teams erstmals neu zu entwickeln, zu coachen und schnell deren Marktfähigkeit zu testen (Inkubator)

-          Digitalisierung von Geschäftsmodellen regionaler Mittelstand

-          Unterstützung von KMU in kaufmännischen Fragen, wie der Unternehmensnachfolge

-          Professuren mit Ausrichtung auf Innovation, Technologietransfer und Unternehmertum bilden vor Ort die akademische Basis für den gezielten Transfer

-          Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmer in den Bereichen Unternehmertum, Innovations-/Technologietransfer, Adaption des Geschäftsmodells und Entwicklung neuartiger (digitaler) Produkte im Rahmen der digitalen Transformation

-          Veranstaltungen (große Events wie „Erfolgreich Digital!?“, Seminare, Schnupperkurse) zum Thema Digitalisierung für den regionalen Mittelstand, insbesondere dessen Mitarbeiter, und auch darüber hinaus.

 

Für dieses Konzept hat die HHL im Dezember 2019 die EXIST V Förderzusage des BMWI erhalten, primär für Personalkosten.

 

3. Die S-Beteiligungenein Unternehmen der Sparkasse Leipzig, das Mittelstand und Gründern Wachstumskapital bereitstellt, beabsichtigt den Unternehmenssitz in die Halle 7 zu verlagern. Das erfahrene Team unterstützt Gründer und Mittelständler bei der Erarbeitung der wirtschaftlichen Machbarkeit ihrer Geschäfts- / Innovationsideen. Insofern ergänzen die Angebote der S-Beteiligungen das zu schaffende Ökosystem des Gründerzentrums in besonderer Weise.

 

4. Erfolgreiche Innovationssysteme bestehen aus marktorientierten Unternehmen, exzellenter Forschung sowie unterstützender Politik und Verwaltung, welche Rahmenbedingungen schafft. Daher sind die Nachwuchsforschergruppen im Rahmen des hochschulübergreifenden Forschungszentrums (RCI – Research Centre for sustainable and smart Infrastructure) eine weitere wichtige Mietergruppe. Diese Nachwuchsforschergruppen an die Gründer und Bestandsunternehmen heranzuführen und so den Transfer wissenschaftlicher Forschung in anwendbares Wissen zu erleichtern, bietet sich als greifbare Gelegenheit in einem solchen Innovationszentrum.

 

5. Auch die Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig sollte im Zentrum verankert sein, da sie die Realisierung des Zentrums über Mietverträge, Zuwendungen und andere Kooperationsformen steuert. Der bereits bestehende Kontakt mit Gründern, Bestandsunternehmen, SpinLab und Forschung kann durch persönliche Anwesenheit der Verwaltung helfen, Herausforderungen zu erkennen und Lösungen mitzugestalten. Die konkrete Ausgestaltung wird anhand des Bedarfs entschieden.

 

SpinLab, S-Beteiligungen und HHL haben bereits Absichtserklärungen (LOI) abgegeben, dass sie Flächen im Innovationszentrum anmieten werden.

 

2.3.5 Betreibermodell

 

Ein Gebäude allein genügt nicht. Kooperation ist und bleibt eine permanente Aufgabe. Mieter (Gründer, etablierte Wirtschaft und Wissenschaft) müssen für das Zentrum gewonnen und ständig vernetzt werden. Diese Betreiberrolle muss zugewiesen und verantwortlich, aktiv ausgefüllt werden.

 

Folgende Verwaltungsaufgaben müssen im laufenden Betrieb organisiert werden:

 

  • Empfang: Begrüßung von Gästen und Einweisung bzw. Information an Gastgeber; Aushändigung von Gästezugangskarten
  • Postservice: Annahme von Post- und Paketlieferungen; Koordination mit Nutzern
  • Onboarding: Begrüßung von neuen Büronutzern (z. B. neue Firmen oder neue Mitarbeiter in Firmen) und Einweisung zur technischen Infrastruktur, Nutzungsmöglichkeiten von Gemeinflächen, Sicherheit, Zugangsberechtigungen (inkl. Übergabe Mitgliedskarten)
  • Verträge: Aufsetzen und Überarbeiten von Nutzungsverträgen mit neuen Nutzern (Firmen); Vertragsmanagement
  • Abrechnung: Rechnungsstellung an Nutzer und Forderungsmanagement; Management von Deminimis-Erklärungen
  • Raummanagement: Buchungssystem und Reservierung für gemeinsam genutzte Meeting-Räume
  • Schadensmanagement: Aufnahme von Schäden an baulicher Infrastruktur und Möbeln; Initiierung von Reparaturmaßnahmen
  • Lagerflächen: Einrichtung, Betrieb und Abrechnung von Lagerflächen
  • Reinigung: Reinigung der Gemeinschaftsflächen; Organisation Küchendienste
  • Infrastruktur: Bereitstellung von Kaffeemaschinen und Kaffee; Management ggf. verfügbarer Parkplätze; Management von Schließfächern; Beschaffung und Wiederauffüllung von Verbrauchsartikel (WCs)

 

Dazu kommen die Aufgaben des Community-Managements:

 

  • Kommunikationsplattform: Bereitstellung einer digitalen Kommunikationsplattform für alle Nutzer als zentrale Plattform für Informationen, Kontaktanbahnung und Networking
  • Aktive Vernetzung: aktives Vernetzen der Nutzer nach Expertise, professionellen und privaten Interessen, z. B. durch Gründerfrühstücke, Kickerturniere, WM-Tippspiel etc.
  • Workshops: Angebot von ca. 40 offenen Workshops pro Jahr für alle Nutzer zu Gründungs- und Innovationsthemen
  • Externe Veranstaltungen & Raumbereitstellung: aktive Akquise von externen Veranstaltungen wie Meetups, Clustertreffen etc.
  • Digitales Know-How: Bereitstellung von internen Wiki-Artikeln und Lernvideos für Gründer und Gründungsinteressierte über eine zentrale Kommunikations-plattform
  • Communityparty: Organisation einer großen Community Party 2x pro Jahr
  • Führungen: Führung für externe Gäste (Unternehmen, Delegationen)
  • Mobilität: Integration von Mobilitätslösungen, z. B. Shared-Mobility (Auto, Fahrrad) oder/und ÖPNV

 

SpinLab und HHL schlagen ein Konzept vor, welches auf der Erfahrung und Tätigkeit des Spinlab aufbaut und den Innovationsraum aus Stein und Beton zu innovativem Leben erweckt und ständig Impulse setzt, Plattformen zum Austausch setzt und den Lebensweg einer Idee über die verschiedenen Institutionen ebnet, vom Flipchart bis zur Bankenfinanzierung:

 

  1. Eine Studie[1] belegt: Viele sächsische Unternehmen befinden sich erst in Phase I der Digitalisierung (stationäre IT-Infrastruktur) und benötigen Angebote von Experten, die sie unterstützen (Einführung digitaler Produkte, Vernetzung).


Mittelstand / Bestandsunternehmen denken ihre tradierten Geschäftsmodelle im DIGITAL SPACE der HHL digital weiter oder lassen sich von ansässigen Start-ups inspirieren. Strukturierte Programme helfen, Bestandsunternehmen digitalen Transformation zu begleiten.

Notwendige Digital-Investitionen können mit S-Beteiligungen effizient finanziert werden.

 

  1. Geburtsstation (Inkubator) für Gründerideen: Wo beginnt eine digitale Geschäftsidee? Wie kann ein Student oder Doktorand seine Ideen vom Labor ins Geschäftsleben übertragen?

    Dies ist die Aufgabe des Inkubators des DIGITAL SPACE. Hier erarbeiten Gründer mit Technologiepartnern und kaufmännischer Expertise der HHL ein minimal tragfähiges Produkt (MVP) und testen es auf Marktfähigkeit.

 

Verspricht die Idee Erfolg, kann die eigentliche Gründung folgen. Die jungen Unternehmen können dann im Wachstum beschleunigt werden: im Accelerator-Programm des SpinLab.

 

Die Venture Capital-Finanzierer (u. a. Smart Infrastructure Ventures, TGFS) vor Ort, können eine Geschäftsidee finanzieren, und früh mit Rat und Tat aus Finanzierungssicht zur Seite stehen.

 

Dieses integrierte Ökosystem schließt Lücken in den Gründerzentren in Leipzig: Von der Inkubation der Idee (bisher nicht vorhanden), über die Finanzierung (bisher nicht vor Ort) bis zur Acceleration (Spinlab).

 

  1. Im Rahmen der Vorbereitung hat die HHL neun führende europäische Inkubatoren/Acceleratoren besucht, um erfolgreiche Raumkonzepte kennenzulernen. Auf dieser Basis entsteht das offene Raumkonzept im gesamten Gebäude. Im ersten Obergeschoss wird ein zentraler „Marktplatz“ eingerichtet, der sowohl Küche als auch Veranstaltungsfläche und flexibler Arbeitsplatz sein kann. Diesen Marktplatz können und müssen (individuelle Kaffeemaschinen sind verboten!) alle Mieter nutzen.

Daneben sollen und können auch andere gemeinsame Einrichtungen, wie die Seminar- und Besprechungsräume von allen Akteuren genutzt werden können. All diese Flächen werden unter dem Begriff Community-Flächen zusammengefasst. Diese Flächen können und sollen daher nicht individuell vermietet werden.


Abbildung 3: Das integrierte Innovationskonzept

 

 

Über die Betreiberrolle ist im Zusammenhang mit dem Abschluss von Mietverträgen und Erteilung von Zuwendungsbescheiden zu entscheiden. SpinLab und HHL haben Interesse bekundet.

 

Zusammenfassend können die Akteure im Ökosystem des Innovationszentrums mittelständische Betriebe für den digitalen Wandel und Wettbewerb besser aufstellen, die Anzahl von Gründungsideen erhöhen und deren Erfolgswahrscheinlichkeit verbessern. Vor dem Hintergrund der interdisziplinären Zusammenarbeit sowie dem gelebten Austausch mit der Wirtschaft, kann das neue Gründerzentrum die internationale Wahrnehmung von Leipzig als Standort für Wirtschaft und attraktiven Tagungsstandort weiter stärken. Die anzusiedelnden Akteure zeigten durch ihre Gründungs- & Transferaktivität bereits in der Vergangenheit ihren positiven Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung.

 

Da zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein derartiges Innovationszentrum in Leipzig nicht vorhanden ist, wanderten in der Vergangenheit Startups, die mittlerweile zu Großunternehmen wuchsen, mit ihrer in Leipzig entworfenen Gründungsidee ab und schufen andernorts zahlreiche Arbeitsplätze (bspw. Kale&Me, Trivago). Deshalb zielt das Ökosystem in Halle 7 darauf ab, Unternehmen weitere Anreize zu geben, in Leipzig sich anzusiedeln, zu wachsen und Arbeitsplätze zu schaffen.

 

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Die Ausführung des Rohbaus erfolgt durch die BS-V GmbH und ist gemäß Vorlage VI-DS-06352-DS-04 bis September 2021 geplant. Danach erfolgt der weitere Innenausbau durch einen Projektsteuerer im Auftrag des Amtes für Wirtschaftsförderung.

 

Die Vorlage ist zum einen der Grundsatzbeschluss, dass die Stadt ein Innovationszentrum in Halle 7, mit vorgestelltem Inhalt und Betreiberkonzept, umsetzen will. Zum anderen ist sie auch der Baubeschluss. Die vorgelegte Kostenschätzung resultiert aus den Erfahrungen der LGH. Höhere Investitionskosten sollen durch die Stadt nicht getätigt werden.

 

Das Erfordernis jetzt neben dem Planungsbeschluss auch den Baubeschluss zu fassen, ergibt sich aus dem engen Zeitplan und der schlechter werdenden Verfügbarkeit von Baufirmen. Je eher eine Baufirma beauftragt werden kann, umso geringer ist die Gefahr, dass die Kommune Mieten an den Eigentümer zahlt, ohne selbst Mieteinahmen zu generieren, da der Innenausbau noch läuft. Die Verwaltung möchte auch gern Wege prüfen, wie ein Innenausbau parallel zu den Ausbauarbeiten des Eigentümers durchgeführt werden können.

 

Die Übergabe an die Mieter ist für Q2 2022 geplant. Um Zeit zu gewinnen, wird geprüft, ob fertige Teilabschnitte bereits vorher vermietet werden können. Die Mietverträge laufen bis 2034. Gemäß Ratsvorlage VI-DS-06352-DS-04 besteht gegenüber der BS-VGmbH die Option der Verlängerung um weitere 15 Jahre.

 

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

4.1  Aufwendungen/Investitionen

 

Gemäß Vorlage VI-DS-06352-DS-04 baut die BS-VGmbH die Teilfläche 2 der Halle 7 vom Kellergeschoss bis ins zweite Obergeschoss weiter aus, um diese Flächen in einen Zustand als veredelten Rohbau zu versetzen.

 

Ab Übergabe der Flächen, geplant Oktober 2021, fallen für Teilfläche 2 (5.997 qm) im Innovationszentrum folgende laufende Mietkosten an die Vermieterin BS-VGmbH an, bis 2034 insgesamt 4,8 Mio. €:

 

 

2021 (10-12)

2022 bis 2031

2032 bis 2034

Phase

Bau BS-VGmbH /Stadt

Nutzung

Nutzung

Miete pro Jahr

113.000 €

343.500 €

415.500 €

 

Nach Ablauf der Erstmietzeit von 15 Jahren hat die Stadt die Option, die Anmietung um weitere 15 Jahre zu verlängern, dann allerdings zu erhöhtem Mietentgelt von 539.500 € bis 756.000 € pro Jahr. Im Einzelnen wird hier auf die Vorlage VI-DS-06352-DS-04 verwiesen.

 

Um vermietbare Flächen zu schaffen, muss die Stadt in den veredelten Rohbau weiter investieren (nutzerspezifischer Innenausbau) ca. 4,5 Mio. € (brutto):

 

-          Bodenbeläge,

-          Elektroinstallationen,

-          Innenwände und

-          Heizungs- und Lüftungsanlagen.

 

In der Anlage 1 ist eine Kostenschätzung beigefügt.

 

Die laufenden Instandhaltungskosten werden mit 6 €/qm und Jahr kalkuliert (Steigerung von 5 % p. a. ab 2023). Bis 2034 wird somit ein Aufwand von insgesamt 650 T€ für Instandhaltung angenommen.

 

Für die Möblierung und sonstige Ausstattung der Community-Flächen (z. B. Technik) werden 800 T€ kalkuliert.

 

Die Gesamtausgaben Gebäude für die Stadt bis zum Jahr 2034 belaufen sich demnach auf 10,7 Mio. €. Nähme man eine pauschale Abschreibung der Investitionen in dieser Zeit vor, ergäbe sich für 5.997 qm Mietfläche ein kostendeckender Mietzins von 11,70 €/qm.

 

Position

Invest-HH

Ergebnis-HH

Auszahlung

Miete bis 2034

 

4,8 Mio. €

 

Instandhaltung

 

0,6 Mio. €

 

Investition in nutzerspez. Innenausbau

4,5 Mio.

 

 

Möblierung Community-Flächen

 

0,8 Mio. €

 

Gesamt

4,5 Mio. €

6,2 Mio. €

10,7 Mio. €

 

Um das Ziel des Stadtrates für das Innovationszentrum zu erreichen, kann und soll dieser diese Gesamtauszahlungen nicht vollständig über Mieteinnahmen refinanziert werden. Allerdings muss die Differenz zwischen Marktmiete und gezahlter Miete beihilfekonform förderfähigen Mietern / Endnutzern über Zuwendungsbescheide gutgeschrieben werden. Förderfähig sind Mieter (z. B. SpinLab) / Endnutzer (z. B. Gründer) nach ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und ihrem Beitrag zu den Zielen des Innovationszentrums auf der Grundlage der Fachförderrichtlinie Wirtschaft und unter Beachtung sonstiger beihilferechtlicher Vorgaben.

 

4.2  Einnahmen

 

Bis zum Jahr 2034 erwartet die Stadt 3,7 Mio. € Mieteinnahmen, im Wesentlichen von den geplanten Ankermietern (siehe oben Ziff. 2.3.4).

 

Folgende Annahmen liegen der Kalkulation zugrunde:

 

-          Der Ablauf der Untermietverträge orientiert sich am Hauptmietvertrag zwischen der Stadt Leipzig und dem Eigentümer der Liegenschaft; sie beginnen jedoch frühestens mit der Fertigstellung des Endausbaus.

-          Die Vermietung unterliegt einer Hochlaufphase bis zur Vollvermietung von angenommen 2022 (70 % Vermietungsquote) bis 2027 (Vollvermietung).

-          Die Mieten sind brutto kalkuliert. Nebenkosten werden durch die Mieter getragen.

 

4.3 Ergebnis

 

Entgegen des Haushaltbeschluss VI-HP-07338 Gründerzentrum (A 0013/ 19/20) erweist sich aus beihilferechtlichen Überlegungen eine Ausstattung der LGH nicht als verfahrenseffizient. Taugliche Fördermittelnehmer sind allein HHL, SpinLab und vor allem dessen Nutzer (Gründer).

 

Der Beschluss VI-HP-07338 Gründerzentrum muss damit geändert werden und dem Amt für Wirtschaftsförderung ein Teil der Mittel weiter im Investitionshaushalt (4,5 Mio. €) und ein Teil abweichend im Ergebnishaushalt (2,5 Mio. €) zur Verfügung gestellt werden. Diese Mittel sind gemäß Anlage 2 auf die Haushaltsjahre 2021 ff zu verteilen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Position

Invest-HH

Ergebnis-HH

Finanzierungsbedarf

Aufwendungen

 

6,2 Mio. €

 

Erträge

 

3,7 Mio. €

 

Investitionen

4,5 Mio. €

 

 

 

 

 

 

Gesamt

4,5 Mio. €

2,5 Mio. €

7 Mio. €

 

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Keine.

 

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant     nicht nötig

 

 

7. Besonderheiten

 

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Leipzig wächst – in den letzten Jahren deutschlandweit mit der höchsten Dynamik. Verschiedene Entwicklungsszenarien sind möglich. 60.000 neue Arbeitsplätze können notwendig sein. Dabei entspricht es dem erklärten Ziel der Stadt Leipzig, vorwiegend hochwertige, attraktiv entlohnte Arbeitsplätze zu schaffen. Dies kann in der – tendenziell exportorientierten - Hochtechnologie gelingen, insbesondere dann, wenn wir den Leipziger Mittelstand technologisch voranbringen.

 

Das Konzept für den „Smart Infrastructure Hub Leipzig“ und das Innovationszentrum im Speziellen, bilden einen Baustein für die Entwicklung Leipzigs zu einem Hochtechnologiestandort. Wie bereits in der Begründung zu den Zielen ausgeführt, würde bei Ablehnung des Projektes ein wesentlicher Teil des Hubs entfallen und die Zielerreichung erheblich erschwert.

 

 

Anlage:

Anlage 1 – Tabelle A1: Kostenschätzung Endausbau Halle 7 der Baumwollspinnerei durch die Stadt Leipzig

Anlage 2 – Tabelle A2: Finanzierungsbedarf des Innovationszentrum Halle 7 im InvestHH und ErgebnisHH der Wirtschaftsförderung, 2021 bis 2034, in €

 

 

 

 


[1] Hendrik Büttner, Dr. Dominik Kanbach, Prof. Dr. Alexander Lahmann, Maximilian Schreiter, Maurice Steinhoff (2019): Digitalisierung im sächsischen Mittelstand – Status Quo, Bedarfe und Ableitungen

Vorläufige Studienergebnisse – Stand: 09.09.2019, Leipzig.