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Vorlage - VII-DS-00513  

 
 
Betreff: Basisdienste für Digitalisierung der Stadtverwaltung Leipzig
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:1. Dezernat Allgemeine Verwaltung
2. Dezernat Finanzen
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung Vorberatung
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Beschlussfassung
FA Allgemeine Verwaltung Information zur Kenntnis
18.02.2020    FA Allgemeine Verwaltung      
03.03.2020    FA Allgemeine Verwaltung      

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschluss des Oberbürgermeisters vom 07.01.2020:

 

  1. Die Basisdienste der Stadtverwaltung Leipzig werden bestätigt und sind verpflichtend für den jeweils definierten Einsatzbereich zu verwenden.
  2. Die Beauftragung neuer Basisdienste und die erforderliche Fortschreibung bestehender Basisdienste erfolgt durch das Steuerungsgremium „Digitalisierung und Veränderungsmanagement“. Der Oberbürgermeister wird in regelmäßigen Abständen über Änderungen der Basisdienste informiert.

 

Räumlicher Bezug:

 

keinen

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Die Vorlage definiert zum einen die Basisdienste, welche im Zuge der Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltung verpflichtend in der Stadtverwaltung Leipzig eingesetzt und zum zweiten wie die Basisdienste fortgeschrieben werden.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Finanzielle Auswirkungen

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

 

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

x

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultu

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftskultur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: effizientes Verwaltungshandeln

 

trifft nicht zu

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Der Fachkreis „Digitalisierung und Veränderungsmanagements“ (vgl. VI-DS 04814) hat eine Arbeitsgruppe „IT-Architektur“ eingesetzt, welche eine fachliche und technische Abwägung in Bezug auf die Weiterentwicklung und Standardisierung der bestehenden IT-Anwendungslandschaft vorgenommen hat. Die Vorschläge der Arbeitsgruppe wurden vom Fachkreis „Digitalisierung und Veränderungsmanagement“ am 28. Oktober 2019 empfohlen und durch das Steuerungsgremium „Digitalisierung und Veränderungsmanagement“ am 13. November 2019 bestätigt. Die Ergebnisse sind dieser gemeinsam vom Dezernat Allgemeinen Verwaltung und Dezernat Finanzen getragenen Vorlage zusammengefasst.


I.  Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Nicht erforderlich.

 

II.  Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Nicht erforderlich.

 

III.  Strategische Ziele

 

Die Modernisierung der Verwaltung ist nach wie vor eine der zentralen Herausforderungen. Die Konzept „Moderne Verwaltung“ bildet als integrativer Bestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts als Gesamtstrategie der Stadt Leipzig die Grundlage für eine effiziente Verwaltung (vgl. VI-DS-05136-DS-01). Mit der Vorlage Digitalisierung der Verwaltung (vgl. VI-DS 04814) wurde eine erste IT-Zielarchitektur der Stadtverwaltung Leipzig beschrieben. Die Etablierung standardisierte Basisdienste bildet eine wesentliche Grundlage für die Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung und somit auch für die im Arbeitsprogramm 2023 festgeschriebenen Maßnahmen.

 

Der effiziente und koordinierte Auf- und Ausbau der IT-Anwendungslandschaft ermöglicht den wirtschaftlichen IT-Einsatz und somit die notwendige Unterstützung der Fachämter bei der Umsetzung ihrer Aufgaben und Ziele.

 

IV. Sachverhalt

 

1.      Anlass

 

Die IT-Anwendungslandschaft in der Stadtverwaltung Leipzig unterliegt aufgrund der wachsenden Anforderungen durch die Fachämter, gesetzlichen Änderungen und technologischen Weiterentwicklungen einer stetigen Erneuerung. Aktuell gibt es in der Stadtverwaltung eine komplexe IT-Anwendungslandschaft (mit ca. 400 dezentralen Fachverfahren und ca. 15 zentralen übergreifende Fachverfahren / Basisdiensten). Diese Anwendungen haben jedoch teilweise ähnliche „Fähigkeiten“ und erfordern eine Standardisierung für die Stadtverwaltung. Die IT-Landschaft der Stadtverwaltung wird wesentlich die (A) Strategie, (B) Geschäftsarchitektur (Prozesse), (C) Anwendungsarchitektur, (D) Informations- und Datenarchitektur, (E) Technologiearchitektur beeinflusst (Abbildung 1).

 

Abbildung 1: IT-Landschaft der Stadtverwaltung

 

Geschäftsarchitektur (Geschäftsprozesse)

 

Innerhalb der Geschäftsarchitektur werden die Prozesse und Abläufe betrachtet. Auf diese wird in dieser Vorlage nicht eingegangen, da in der Stadtverwaltung Leipzig die Prozesse federführend durch das Hauptamt oder durch die Fachämter selbst im BPNM 2.0 Standard erhoben werden (vgl. Vorlage - VI-DS-05085). Beispiel: Geburtsurkunde ausstellen, Wohngeld ausreichen

Anwendungsarchitektur

 

Die Anwendungsarchitektur bildet einen wichtigen Schwerpunkt in der IT-Architektur, da die Fachanwendungen eine zentrale Rolle bei der effektiven Unterstützung der Fachprozesse spielen. Dabei stehen insbesondere die Funktionalitäten der Fachanwendungen, deren Standardisierung und die Schnittstellen zwischen den Anwendungen im Vordergrund. Aufgrund der technologischen Weiterentwicklung, der Digitalisierung und stetig wachsenden fachlichen Anforderungen an die Anwendungen unterliegt die IT-Anwendungslandschaft deutlich kürzeren Veränderungsintervallen als beispielsweise die IT-Infrastruktur. Demzufolge erfordert dieser Bereich der IT-Architektur eine höhere Aufmerksamkeit und somit Steuerungstiefe.

Informations- und Datenarchitektur

 

In der Informations- und Datenarchitektur stehen die Daten und deren Beziehung zu den Geschäftsprozessen im Fokus der Betrachtung. Die Informations- und Datenarchitektur und die IT-Anwendungsarchitektur sind notwendige Bausteine für die Optimierung der Geschäftsprozesse und somit der künftigen Planung der IT-Architektur.

 

Technologiearchitektur

 

Die Technologiearchitektur beinhaltet im Wesentlichen die Bausteine, die für den Betrieb der IT-Anwendungslandschaft notwendig sind. In dieser Vorlage wird nicht näher auf die Infrastrukturkomponenten eingegangen, da diese hauptsächlich durch den IT-Dienstleister Lecos GmbH geplant und betrieben werden. Die konkreten Regelungen sind im Betriebsleistungsvertrag (BLV) mit der Lecos GmbH verankert (Vorlage - VI-DS-06871). Die komplette Technologiearchitektur ist durch die Lecos dokumentiert und wird regelmäßig an die Anforderungen der Stadtverwaltung angepasst.

 

Im Fokus der Basisdienste liegt die IT-Anwendungsarchitektur der Stadtverwaltung. Eine genauere Festlegung der Informations- und Datenarchitektur ist für 2021 in Planung.

 

2.      Beschreibung der Maßnahme

 

2.1.  Ziele

 

Mit der Etablierung verbindlicher Basisdienste sollen folgende Ziele erreicht werden:

(1)   Es erfolgt eine strategische Planung der IT-Anwendungsarchitektur, die an den Anforderungen der zentralen Geschäftsprozesse der Stadt Leipzig ausgerichtet ist.

(2)   IT-Anwendungen werden optimal genutzt, Mehrfachinvestitionen werden vermieden.

(3)   Erforderliches Know-How innerhalb der Stadtverwaltung (Anforderungsmanagement) und bei IT-Dienstleistern (Betrieb und Pflege) wird gebündelt.

(4)   Durch die langfristige Planung der IT-Anwendungslandschaft wird der zuverlässige IT-Betrieb und die IT-Sicherheit gewährleistet.

 

2.2.  Festlegung der Basisdienste

 

Für die Abgrenzung der Basisdienste zu weiteren IT-Anwendungen in der Stadtverwaltung Leipzig wurden folgende Eigenschaften / Kriterien festgelegt:

 

(1)   er wird von mehreren Ämtern / Referaten organisationsübergreifend genutzt

(2)   er kann Bestandteil der Basiskomponenten des Freistaates Sachsen sein

(3)   er bildet die Voraussetzung für die Digitalisierung von Prozessen

(4)   er unterliegt einer zentralen dauerhaften Steuerung

Auf Grundlage dieser Kriterien wurde die nachstehenden Basisdienste festgelegt.

 

In der Spalte „Einsatzbereich“ ist der Nutzungsbereich / Anwendungsfall den der jeweilige Basisdienst umfasst dokumentiert. Die Spalte Status unterteilt sich in laufende und geplante Basisdienste.

Die ausführliche Übersicht der Basisdienste ist als Anlage beigefügt.

 

Name des Basisdienstes

Beschreibung des Anwendungsbereiches

Einsatzbereich

Status

Elektronische Bezahl-
komponente

Ermöglicht die sichere Abwicklung von elektronischen Zahlungsverfahren verschiedener Art über das Internet.

Elektronisches Bezahlen über das Internet

in Betrieb

Elektronische Vorgangs-
bearbeitung (EVA)

Ermöglicht den orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf Akten in elektronischer Form. Aktenrelevante Informationen und Dokumente werden vollständig im DMS abgelegt. Ermöglicht, dass die Masse der papierbasierten Posteingänge an einer Stelle gescannt wird.

Elektronische Aktenführung und Ablage von Dokumenten aus Fachverfahren (DMS)

in Betrieb

Geodaten-
plattform
(GDI-L)

Mitarbeiter, Bürger, Unternehmen sowie andere Behörden erhalten rechtebasiert Zugang zum Datenbestand der Geodatenplattform zur weiteren Verwendung/ Analyse in Aufgabeprozessen und als Entscheidungsgrundlagen.

Führung und Bereitstellung der zentralen raumbezogenen (Geo)daten

in Betrieb

Geschäfts-
ressourcen-
planungs-
system (ERP)

Die Ressourcenplanung der Stadtverwaltung, die zur Steuerung der Finanzprozesse eingesetzt wird.

Führung und Bereitstellung von kaufmännischen und Geschäftspartner-Daten in den Bereichen Inventur, Beschaffung, Haushalt, Bewirtschaftung

in Betrieb

Internet-Redaktions-
system (CMS)

Neben der Veröffentlichung von Informationen zum Stadt- und Verwaltungsgeschehen, können in diesem System digitale Dienste entwickelt und betrieben werden und für Bürger, Organisationen und Unternehmen zur Verfügung gestellt werden.

Veröffentlichung auf leipzig.de

in Betrieb

Liegenschaft-/Gebäude-/Anlagen-
management-
system (CAFM)

In dem zentralen CAFM-System werden alle Gebäude der Stadt Leipzig (Eigentumsobjekte sowie angemietete Objekte) und deren zugeordnete technische/ bautechnische Anlagen/ Außenanlagen in einem IT-System geführt und den entsprechenden Liegenschaften zugeordnet. Die Stammdaten und beweglichen/fortlaufenden Daten werden über Schnittstellen mit weiteren IT-Systemen (z. B. AutoCAD, LeipziGIS, SAP, IVP) geteilt.
Das System unterstützt die zentralen Geschäftsprozesse des Gebäude- und Liegenschaftsmanagements.

Führen und Bereitstellen der zentralen Datenbasis für kommunale Immobilien und Liegenschaften

in Betrieb

Open Data Plattform

Bereitstellung von Verfahrensdaten aus der Verwaltung für Bürger, Unternehmen und anderen Behörden.

Veröffentlichung von offen zugänglichen maschinenlesbaren Daten

in Betrieb

Serviceportal

Ermöglicht die Verwaltung von Identitäten der Kunden (Bürger und Unternehmen) mit der Möglichkeit, sich in verschiedenen Sicherheitsstufen zu authentifizieren (Benutzername/Kennwort, nPA). Verfahrensrelevante Daten und Dokumente können hinterlegt und auf Wunsch der Kunden den jeweiligen Fachämtern verfügbar gemacht werden. Die Bereitstellung der Ergebnisse von Verwaltungsakten für den Kunden erfolgt ebenfalls über diese Komponente. Zudem werden die Anträge für Leistungen der Stadtverwaltung über diesen Basisdienst gestellt.

Beantragung von Leistungen der Stadtverwaltung über das Internet

in Betrieb

eArchiv

Das Archivsystem ermöglicht die langzeitliche Speicherung von elektronischen Akten über die gesetzliche Aufbewahrungspflicht hinaus.

-

in Planung

Beteiligungs-portal

System über welches unterschiedliche Formate von Beteiligungsverfahren durchgeführt werden können. Beteiligungsverfahren bezeichnen dabei die Spanne von freien Diskussionsangeboten / Dialogverfahren zu gesellschaftspolitisch relevanten Fragestellungen bis hin zu formellen Stellungnahmen zu aktuellen Entwürfen von Gesetzen, Verordnungen, Planungsvorhaben, Satzungen und sonstigen Regelungen.

formale Verfahren der Bürgerbeteiligung

In Planung

Formular Management

Ermöglicht die Erstellung, Verwaltung und Bereitstellung von Formularen im PDF- und HTML-Format.

-

in Planung

Identitäts-
management

Das Identitätsmanagement dient der eindeutigen Identifizierung und Rollen-/Rechtezuweisung der Mitarbeiter der Stadtverwaltung Leipzig.

-

in Planung

Intranet-
plattform

Ein Intranet ist eine Softwareplattform, die den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit in der Stadtverwaltung unterstützen soll.

-

in Planung

Urbane Datenplattform

Mitarbeiter, L-Gruppe, Bürger, Unternehmen sowie andere Behörden erhalten rechtebasiert Zugang zum Datenbestand der (Geo)datenplattform zur weiteren Verwendung/ Analyse in Aufgabeprozessen und als Entscheidungsgrundlagen; Anbindung von Echtzeit- und Sensordaten. Die Koordination erfolgt über RDS.

-

in Planung

Onlintermin-
verwaltung

Zentrales System zur Vereinbarung von Terminen mit der Stadtverwaltung.

-

in Über-arbeitung

Personal-
planungs- und Bewirtschaft-
ungssystem

Ist eine integrierte Lösung für Entgeltabrechnung, Personalmanagement und Zeitmanagement inklusive webbasiertem Mitarbeiter- und Führungskräfteportal.

-

in Über-arbeitung

Ratsinformat-
ionssystem

Das elektronische Ratsinformationssystem ist ein Informations- und Dokumentenmanagementsystem, das alle Vorlagen der Verwaltung und Unterlagen der Ratsversammlung und ihrer Gremien beinhaltet.

-

in Über-arbeitung

 

2.3.  Wirkungsweise der einzelnen Basisdienste

 

Für die Veranschaulichung der Wirkungsweise der einzelnen Basisdienste wird in der folgenden Darstellung (siehe Abbildung 2) die mögliche Unterstützung eines Fachprozesses durch einen oder mehrere Basisdienste veranschaulicht:

 

Abbildung 2 Wirkungsweise der einzelnen Basisdienste

 

Anhand der Abbildung wird deutlich, dass eine ganzheitliche Unterstützung eines Fachprozesses durch einen oder mehrere Basisdienste erfolgen kann. Dies kann im Zusammenspiel mit einer IT-Fachanwendung eines Amtes / Referates als auch ohne eigene IT-Fachanwendung realisiert werden. Die kontinuierliche Weiterentwicklung eines Basisdienstes erfordert die Etablierung entsprechender Stellen in den verantwortlichen Fachämtern. Diese sind aktuell vom Umfang und von der Zielsetzung unterschiedlich ausgeprägt. Eine entsprechende Empfehlung zur Sicherung eines einheitlichen Mindeststandards für die kontinuierliche Weiterentwicklung ist noch zu erarbeiten.

 

Als Beispiel für die Komplexität der Schnittstellen und Abhängigkeiten zwischen den Basisdiensten ist nachfolgend die Prozessunterstützung bei einem fiktiven Antragsprozess erläutert.

 

(1)   Bürger meldet sich im Basisdienst Serviceportal (Bürgerkonto) an.

(2)   Er füllt das Formular mit dem Basisdienst Formular Management aus.

(3)   Die Bezahlung erfolgt per Vorkasse über die Elektronische Bezahlfunktion.

(4)   Die Daten (Formularinhalte & Bezahldaten) werden vom Basisdienst Serviceportal in das IT-Fachverfahren des Amtes/Referates übergeben.

(5)   Die Bearbeitung des Vorgangs erfolgt innerhalb der IT-Fachanwendung des Amtes/Referates. Hierbei wird eine elektronische Akte angelegt, die im Basisdienst Elektronische Vorgangsbearbeitung (EVA) abgelegt ist und per Schnittstelle mit der IT-Fachanwendung verbunden ist.

(6)   Sobald der Antrag bearbeitet wurde überträgt die IT-Fachanwendung die elektronischen Bezahldaten an den Basisdienst Geschäftsressourcenplanungssystem (ERP). Hierfür wird eine elektronische Schnittstelle vom IT-Fachverfahren zum Geschäftsressourcenplanungssystem (ERP) benötigt. Sollte diese nicht vorhanden sein müssen zuerst die Kassenprozesse des Fachamtes umgestellt werden. Andernfalls ist keine elektronische Bezahlung per Vorkasse durch den Bürger (vgl. Punkt 3) möglich.

(7)   Parallel dazu wird der Bescheid durch die IT-Fachanwendung in der Elektronischen Vorgangsbearbeitung (EVA) abgelegt und in das Serviceportal exportiert, damit der Bürger diesen entsprechend abrufen kann.

 

Leitplanken sollen als Hilfestellung für Projekte bzw. IT-Vorhaben einzelner Ämter / Referate dienen und den Weg hin zur Ziel-IT-Architektur ebnen (siehe Abbildung 3). Zudem soll die komplexe IT-Anwendungslandschaft besser gesteuert werden.

Abbildung 3 Leitplanken

 

Ein Beispiel für eine „Leitplanke“ ist der Basisdienst Elektronische Vorgangsbearbeitung (EVA). Dieser Basisdienst stellt die Grundlage für die Digitalisierung der Allgemeinen Schriftgutverwaltung dar und wird zentral bereitgestellt und finanziert. Die Ämter / Referate definieren ihre fachlichen Anforderungen (bspw. Aktenplan) an die elektronische Akte und müssen keine eigene IT-Beschaffung einer neuen Software durchführen. Zudem wird die Komplexität der IT-Anwendungslandschaft sukzessive verringert, indem nicht jedes Amt/Referat eine eigene IT-Anwendung mit der gleichen/ähnlichen Funktionalität beschaffen muss.

 

Das trifft auch auf das Serviceportal (Amt 24) zu, da dieser Basisdienst sämtliche städtische Antragsprozesse abbilden wird. Aufgrund des Onlinezugangsgesetzes müssen 575 OZG-Leistungen bis Ende 2022 umgesetzt werden. Diese Leistungen werden gebündelt mit dem Basisdienst Serviceportal umgesetzt und zentral unterstützt/finanziert. Der Fokus des Fachamtes soll dabei in der effektiven Prozessunterstützung und nicht in der Beschaffung von Hard- und Software liegen.

 

2.4.  Etablierung eines IT-Architekturboards

 

Für die Konzeption neuer Basisdienste, die Fortschreibung bestehender Basisdienste und die Bewertung der Einsatzmöglichkeiten im Rahmen von Digitalisierungsvorhaben bedient sich das „Steuerungsgremium Digitalisierung und Veränderungsmanagement“ eines IT-Architekturboards unter Federführung des Dezernates Allgemeine Verwaltung. Dieses Board wird ab dem 1. Januar 2020 unter dem Vorsitz des Bürgermeisters für Allgemeine Verwaltung mit Vertreter/-innen aus der IT-Koordination, der GDI- Koordination, dem Referat SAP, der Lecos, Referat Digitale Stadt und der Projektleitung CAFM, welche gleichzeitig Mitglied des Fachkreises, sowie einen Vertreter des Geschäftsbereichs I eingerichtet.

 

Zu den Aufgaben des IT-Architekturboards gehören:

(1)   Die Vorbereitung von Architekturentscheidungen durch Beratung der Fachbereiche und Erarbeitung von Stellungnahmen zum Einsatz von IT-Anwendungen

  1. bei Beschaffungen mit Bezug zu IT-Anwendungen
  2. bei Projektanträgen mit Bezug zu IT-Anwendungen und
  3. Vorlagen mit Bezug zu IT-Anwendungen.

(2)   Die Dokumentation und Fortschreibung der gesamtstädtischen IT-Anwendungsarchitektur (Beginnend mit den Piloten in 2019 Einkaufshandbuch im Geschäftsressourcenplanungssystem (ERP), Ordnungsamt Ablösung der IT-Fachanwendungen MESO und Saar/OWI) beginnend ab 2020

(3)   Die Dokumentation und Fortschreibung der gesamtstädtischen IT-Informations- und Datenarchitektur beginnend ab 2021.

(4)   Die Definition von Grundsatzentscheidungen i. S. von „Leitplanken“ für die Einführung von IT–Verfahren und deren Überwachung.

 

3.      Realisierungs- / Zeithorizont

 

Die bereits in Betrieb befindlichen Basisdienste der Stadtverwaltung Leipzig sind ab dem 1. Januar 2020 verpflichtend zur Nutzung vorgeschrieben. Für in Planung befindliche Basisdienste ist eine Nutzung mit Inbetriebnahme verpflichtend.

 

4.      Finanzielle Auswirkungen

 

Die Basisdienste sind in den jeweiligen Budgets der verantwortlichen Ämter geplant.

5.      Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Keine Auswirkungen auf den Stellenplan.

 

6.      Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

7.      Besonderheiten

 

Keine Besonderheiten.

 

8.      Folgen bei Nichtbeschluss

 

Bei Nichtbeschluss ist die Standardisierung der IT-Anwendungslandschaft nicht möglich. Die Abstimmungsprozesse zu Einführungen von IT-Verfahren würden sich deutlich verzögern und die Erreichung der Ziele der Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltung könnten nicht fristgerecht und im bestehenden Kostenrahmen erfüllt werden.

 

Anlage:

Basisdienste der Stadtverwaltung Leipzig Stand Januar 2020 (nÖ)