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Vorlage - VII-F-00407-AW-01  

 
 
Betreff: Stationäre Unterbringung von Kindern und Jugendlichen im Bereich der Hilfen zur Erziehung außerhalb Leipzigs
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und SchuleBezüglich:
VII-F-00407
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

  1. Wie viele Kinder und Jugendliche wurden 2018 und im 1. Halbjahr 2019 in Notsituationen außerhalb Leipzigs untergebracht?

 

2018 wurden 43 Kinder durch den Leipziger ASD in Verbindung mit einer Inobhutnahme außerhalb von Leipzig untergebracht, da im Kinder- und Jugendnotdienst Leipzig keine Aufnahmekapazität bestand. 2019 betraf dies bis einschließlich September 59 Kinder.

 

2. In welchen Städte außerhalb Leipzigs wurden Kinder und Jugendliche untergebracht?

 

Die Unterbringungen erfolgten in Tanndorf, Eilenburg, Naumburg, Bernburg, Lossatal, Borna, Leisnig, Chemnitz, Dessau-Roßlau sowie in Kitzscher.

 

  1. Wie ist die Beförderung der Kinder unter sicherheitstechnischen, arbeitsschutzrechtlichen und gefährdungsvermeidenden Gesichtspunkten geregelt?

 

Zunächst wird der Fuhrpark der Stadt Leipzig für die Beförderung angefragt. Dieser steht jedoch häufig nicht kurzfristig bzw. nicht zu allen Zeiten zur Verfügung. Dann erfolgt die Beförderung mit dem Dienst-PKW des ASD oder einem dienstlich anerkannten PKW der Sozialarbeiter des ASD. Dazu wird jeweils eine Dienstreise genehmigt.
 

  1. Steht eine finanzielle (erforderliche Versorgung der Kinder und Jugendlichen während der Fahrt), personelle (ausgeruhtes Betreuungspersonal für die Betreuung während der Fahrt, Bereitstellung eines Fahrdienstes) und sicherheitsgerechte Ausstattung (z. B. Kindersitze) zur Beförderung von Kindern und Jugendlichen über eine längere Strecke zur Verfügung? Wenn nein, wie kann das zukünftig realisiert werden?

 

Die durch die Sozialarbeiter für die Versorgung während der Fahrt verauslagten Kosten sind erstattungsfähig. Um zu jeder Zeit die Verkehrstüchtigkeit des Fahrers zu gewährleisten, erfolgt eine Beförderung bei Bedarf durch Sozialarbeiter, die an der Inobhutnahme nicht beteiligt waren. Erfolgt die Beförderung durch Mitarbeiter des ASD, wird die Fahrt durch einen zweiten Sozialarbeiter begleitet, der als Betreuungsperson zur Verfügung steht.

Bei Bedarf unterstützen sich die Sozialarbeiter/-innen und wechseln sich ab. Durch organisatorische Maßnahmen wie die Ausschöpfung des Gleitzeitrahmens werden soweit möglich lange Dienstzeiten vermieden. Da der ASD jedoch den Auftrag des Kinderschutzes auch als Krisendienst erfüllt, ist eine Überschreitung der Regelarbeitszeit nicht in jedem Einzelfall auszuschließen. Kindersitze für Kinder aller Altersgruppen, auch für Neugeborene, stehen in jedem Sozialbezirk für die Beförderung zur Verfügung.

 

  1. Wie kann die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen außerhalb Leipzigs zukünftig stark reduziert werden? Welche Maßnahmen sind geplant?

 

Um die Verweildauer der Kinder- und Jugendlichen im Rahmen der Inobhutnahme zu verringern, ist es notwendig, dass ausreichend bedarfsgerechte Kapazitäten in Hilfen zur Erziehung in Leipzig vorhanden sind. Neben der Angebotsentwicklung von ambulanten, teilstationären und stationären Hilfen wird der Aufbau von Plätzen im Pflegefamilien § 33 SGB VIII und Bereitschaftspflegefamilien vorangetrieben.

Stammbaum:
VII-F-00407   Stationäre Unterbringung von Kindern und Jugendlichen im Bereich der Hilfen zur Erziehung außerhalb Leipzigs   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Anfrage
VII-F-00407-AW-01   Stationäre Unterbringung von Kindern und Jugendlichen im Bereich der Hilfen zur Erziehung außerhalb Leipzigs   51 Amt für Jugend, Familie und Bildung   schriftliche Antwort zur Anfrage