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Vorlage - VII-F-00480  

 
 
Betreff: Mikroklimatische Auswirkungen von Bauvorhaben
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Anfrage
Einreicher:Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Beratungsfolge:
Ratsversammlung mündliche Beantwortung
19.11.2019 
Ratsversammlung      

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Bauvorhaben der Nachverdichtung sind in Leipzig regelmäßig Thema in der öffentlichen Diskussion. Die klimaverträgliche Nachverdichtung im Bestand hat Priorität vor einer Außenentwicklung. Besonders bei Anwohnerinnen und Anwohnern besteht jedoch die Sorge, dass sich die mikroklimatische Situation nachteilig verändert. Durch Bauvorhaben der Nachverdichtung werden häufig kleinere Grünflächen überbaut. Dies führt zum Verlust gewachsener Grünstrukturen. Eine schlechtere Durchlüftung oder weniger Tageslicht können weitere Folgen sein.
 

Die Stadt will mit ihrer Anpassungsstrategie an den Klimawandel “Schäden und Risiken für die Bewohnerinnen und Bewohner, die Natur oder Sachgüter, wie Gebäude oder Infrastruktur, verringern” (Seite 18, Verwaltungsdrucksache “Klimawandel - Anpassungsstrategien für Leipzig”).


Ob und wie diese Punkte in einem Baugenehmigungsverfahren und/oder bei Bauberatungen berücksichtigt werden ist daher von großem Interesse.


Wir fragen den Oberbürgermeister:
 

1. Findet im Rahmen der Bearbeitung von Baugenehmigungen eine Prüfung im Hinblick auf mikroklimatische Auswirkungen statt?

2. Wenn nicht, wäre eine solche Beurteilung im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens rechtlich möglich?

3. Inwiefern werden bzw. wurden - spätestens seit der Leipziger Anpassungsstrategie an den Klimawandel - Klimaschutz- und Klimaanpassungskriterien bei städtebaulichen und hochbaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerben sowie bei städtebaulichen Gutachterverfahren aufgenommen? Welche Erfolge können festgestellt werden? Wo bedarf es zusätzlicher Anstrengungen?

4. Welche zusätzlichen Möglichkeiten gibt es, um auf eine klimagerechte Planung und Realisierung von Gebäuden hinzuwirken?

5. Weshalb verfolgt die Verwaltungsspitze bei Nachverdichtungen von Bauvorhaben auf “privaten” Grundstücken bislang nicht eine Kompensation im öffentlichen Raum in unmittelbarer Umgebung?