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Vorlage - VII-EF-00370-AW-01  

 
 
Betreff: Revolution Train
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und SchuleBezüglich:
VII-EF-00370
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Antwort:

 

Der Einsatz des Drogenpräventionsprojekts Revolution Train wurde 2018 durch die Stadtverwaltung geprüft und nicht befürwortet. Dieses Konzept beruht im Wesentlichen auf Abschreckung, ein Ansatz, der seit den 90er Jahren aus fachlicher Sicht als überholt gilt und nicht den Qualitätsanforderungen der Suchtprävention der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen entspricht. Zeitgemäße Ansätze der Suchtprävention wie z.B. Stärkung der Persönlichkeit, Kompetenztraining, Ressourcenaktivierung, Schadensminimierung, Förderung der Risikokompetenz, Unterbreiten von Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten werden vernachlässigt.

 

Der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen e.V., die Präventionszentrum der Suchthilfe in Thüringen gGmbH und die Thüringer Fachstelle Suchtprävention des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe e.V. haben das Projekt in einer gemeinsamen Einschätzung im Oktober 2017 als unzureichend bewertet. Auch die Fachstelle für Suchtprävention der Diakonie Stadtmission Chemnitz hat sich kritisch gegenüber dem Projekt geäußert. In Dresden und Chemnitz wurde der Einsatz des Zuges aus den benannten Gründen abgelehnt. Der Drogenbeirat der Stadt Leipzig hat einen diesbezüglichen Antrag am 17. Januar 2018 intensiv diskutiert und mehrheitlich abgelehnt.

 

Die Stadt Leipzig fördert verschiedene Suchtpräventionsprojekte, die Jugendliche an Schulen und in Jugendeinrichtungen langfristig begleiten. Diese Projekte werden kontinuierlich weiterentwickelt. Unabhängig von kommunalen Projekten kooperiert die Stadt Leipzig mit bundesweiten Angeboten und führt in diesem Rahmen z. B. regelmäßig die Jugendfilmtage durch.

 

Im November 2019 kommt ein neues mobiles Suchtpräventionsprojekt des Freistaates Sachsen hinzu. Geplant ist eine interaktive Ausstellung unter dem Namen „Glück sucht dich“ in einem Doppeldeckerbus. Die Besucherinnen und Besucher werden eingeladen, sich mit ihren Sichtweisen auf Glück, Identität, Rauschmittel und Konsumrisiken auseinanderzusetzen. Hauptzielgruppe des Angebotes sind vor allem Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 18 Jahren im schulischen und außerschulischen Kontext.

 

Parallel zum regionalen Einsatz dieses Busses werden Fortbildungs- und Beratungsveranstaltungen für pädagogische Fachkräfte sowie regionale Fachkräfte der Suchtprävention angeboten. Zudem werden bereits bestehende lokale Aktivitäten eingebunden. Begleitet wird das neue Angebot durch einen Fachbeirat, in dem auch die Stadt Leipzig vertreten ist.

 

Der Bus wird in den Landkreisen und kreisfreien Städten des Freistaates auf Tour sein. Die Stadt Leipzig hat sich bereits für eine Standzeit im kommenden Jahr angemeldet.

 

Stammbaum:
VII-EF-00370   Revolution Train   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Einwohneranfrage
VII-EF-00370-AW-01   Revolution Train   53 Gesundheitsamt   schriftliche Antwort zur Anfrage