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Vorlage - VI-HP-07440-VSP-02  

 
 
Betreff: Stärkung der kulturellen Bildung in Leipzig (A 0132/ 20-01-NF1)
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Verwaltungsstandpunkt
Einreicher:Dezernat KulturBezüglich:
VI-HP-07440
Beratungsfolge:
FA Kultur Vorberatung
25.10.2019    FA Kultur      
Ratsversammlung Beschlussfassung
30.10.2019 
Ratsversammlung vertagt     
07.11.2019 
Fortsetzung der Ratsversammlung vom 30.10.2019 ungeändert beschlossen     

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Rechtliche Konsequenzen

Der gemäß Ursprungsantrag gefasste Beschluss wäre

Rechtswidrig und/oder

Nachteilig für die Stadt Leipzig.

 

 

Zustimmung

Ablehnung

Zustimmung mit Ergänzung

Sachverhalt bereits berücksichtigt

Alternativvorschlag

Sachstandsbericht

 

 

Beschlussvorschlag:

 

1. Das Projekt „Kultur Kollaborateure! Nachhaltiges Netzwerk Kultur, Schule und KiTa“ wird verstetigt und qualitativ weiterentwickelt.

 

2. Mit dem Doppelhaushalt 2021/2022 wird ein Mehrbedarf in Höhe von 40.000 Euro für das PSP-Element 1.100.28.1.0.01.01.06 (Ergebnishaushalt Kulturamt) angemeldet. Außerdem wird eine Förderung beim Freistaat Sachsen über die Förderrichtlinie Musikschulen/Kulturelle Bildung beantragt.


 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges: Ins Verfahren verwiesener Haushaltsantrag vom 23.11.2018 der Fraktion DIE LINKE im Rahmen der Aufstellung des Doppelhaushaltes 2019/2020 der Stadt Leipzig

 

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hat 2019 an das Kulturamt Mittel für das Projekt „Kultur Kollaborateure! Nachhaltiges Netzwerk Kultur, Schule und KiTa“ ausgereicht. Das Projekt läuft derzeit in einer Pilotphase beim Kulturamt und soll verstetigt werden. Es ermöglicht nachhaltige und qualitativ hochwertige Kooperationen von Schulen, Kindergärten und Horten mit Kulturpartnern. In dem Programm arbeiten das Kulturamt und das Amt für Jugend, Familie und Bildung inhaltlich eng zusammen. Die Auswahl der Kooperationen für das Programm erfolgt nach fachlichen Kriterien durch eine Jury mit Vertretungen aus beiden Ämtern, einer Vertretung aus dem Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) und Expert/-innen aus dem Fachgebiet. Ab dem Doppelhaushalt 2021/2022 sollen zur Fortführung des Projektes Mittel in Höhe von 40.000 Euro beim Kulturamt eingestellt werden. Zusätzlich wird durch das Kulturamt eine Förderung durch den Freistaat Sachsen beantragt. Dem Anliegen des Haushaltsantrages A 0132/ 20-01-NF1 wird damit im Beschlusspunkt 1, der vorsieht kulturelle Bildung durch Kooperationsprojekte zwischen Kultur- und Bildungseinrichtungen zu stärken, entsprochen.

 

 

 

 

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Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schul­angebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sport­landschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und excellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

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I. Eilbedürftigkeitsbegründung   entfällt

II. Begründung Nichtöffentlichkeit   entfällt

III. Strategische Ziele

 

Die Verstetigung und inhaltliche Weiterentwicklung des Projektes „Kultur Kollaborateure!“ trägt maßgeblich zur Zielerreichung der INSEK Ziele 1 (Leipzig setzt auf Lebensqualität) und 4 (Leipzig schafft soziale Stabilität) bei.

 

Zudem steht das Vorhaben in Bezug zur räumlichen Handlungsstrategie des INSEK, da die fachübergreifenden Schwerpunktgebiete im Projekt besonders berücksichtigt werden.

 

IV. Sachverhalt

1. Begründung

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hat 2019 auf Grundlage der Fachförderrichtlinie Musikschulen/Kulturelle Bildung an das Kulturamt Mittel für das Projekt „Kultur Kollaborateure! Nachhaltiges Netzwerk Kultur, Schule und KiTa“ ausgereicht. Mit dem Projekt werden Vorhaben der kulturellen Bildung in Kindergärten, Horten oder Schulen realisiert, die über die Fachförderrichtlinie Kultur der Stadt Leipzig nicht förderfähig sind. Derzeit läuft das Projekt in einer Pilotphase beim Kulturamt und soll verstetigt werden.

 

Kulturprojekte in formalen Bildungseinrichtungen sind wichtig, da sie einen teilhabegerechten Zugang zu kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche ungeachtet ihres Elternhauses schaffen. Studien zeigen, dass nur über den Weg der formalen Bildungseinrichtungen auch sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche gut erreicht werden. Dafür braucht es stabile Kooperationen zwischen Kultur- und Bildungspartnern.

 

Das Projekt „Kultur Kollaborateure!“ ermöglicht in der gegenwärtigen Pilotphase zwölf Leipziger Bildungseinrichtungen mit einem Kulturpartner ihrer Wahl zusammen zu arbeiten und eigene künstlerische Vorhaben umzusetzen. Begleitet wird das Projekt vom Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) sowie dem Amt für Jugend, Familie und Bildung. Die Projektverantwortung und Steuerung liegt beim Kulturamt, Abteilung Kulturförderung.

 

Das Projekt ist 2019 sehr gut angelaufen. Die Partner der Bildungseinrichtungen berichten von gut angeleiteten Prozessen und Kindern, die ihre kreativen und sozialen Kompetenzen in den Projekten schärfen und Spaß an der Umsetzung der künstlerischen Vorhaben haben. Auch schätzen die Kultur- und Bildungspartner die guten Rahmenbedingungen und die enge Anbindung an die kommunalen Fachämter Kulturamt, Amt für Jugend, Familie und Bildung sowie LaSuB innerhalb des Programms.

 

Kulturamt, Amt für Jugend, Familie und Bildung und das Landesamt für Schule und Bildung arbeiten im Programm „Kultur Kollaborateure“ eng zusammen. Dies betrifft sowohl die inhaltliche Ausrichtung und kontinuierliche Weiterentwicklung des Programms, die Erarbeitung der Ausschreibung und der Auswahlkriterien für die Programmteilnahme, als auch die Vorbereitung und Durchführung der Netzwerktreffen.

 

In der Pilotphase 2019 wurden bereits fachliche Kriterien für die Auswahl der Projektbeteiligten abgestimmt und sollen künftig bedarfsweise weiterentwickelt werden:

 

Inhaltliche Kriterien

-                      Es handelt sich um einen qualifizierten Kulturpartner

-                      Das Projektkonzept wirkt schlüssig und die Motivation beider Partner wird deutlich

-                      Das Vorhaben setzt an der Lebenswelt von Kindern & Jugendlichen an

-                      Das Vorhaben lässt einen prozess- bzw. beteiligungsorientierten Ansatz erkennen

-                      Das Vorhaben ist diskriminierungskritisch, integrativ, inklusiv oder interkulturell ausgerichtet bzw. erreicht insbesondere benachteiligte Kinder

-                      Das Vorhaben ist sinnvoll im Sozialraum verortet / vernetzt

-                      Das Projekt bzw. seine Beteiligten sind geeignet, wertvolle Erfahrungen oder Perspektiven in die Netzwerktreffen einzubringen

-                      Es handelt sich um ein besonders innovatives, nachhaltiges oder bedeutsames Vorhaben

 

 

Strukturelle Kriterien

-                      Neue Kooperationsbestrebungen werden besonders berücksichtigt

-                      Schwerpunkträume der Stadtentwicklung gemäß INSEK werden besonders berücksichtigt

-                      Einbeziehung von unterschiedlichen Schultypen

-                      Einbeziehung von Projekten aus unterschiedlichen Kunstsparten

-                      Einbeziehung von Projekten aus unterschiedlichen Stadträumen

 

Sonstige Kriterien

-                      Pro Träger / Einrichtung / Schule / KiTa nur ein Projekt

-                      freie Träger sind städtischen und bereits institutionell geförderten Trägern im Gesamtmix vorzuziehen

Die Auswahl der Programmbeteiligten erfolgt auf Basis der oben genannten Kriterien durch eine Fachjury, in der Vertretungen aus den Ämtern (Kulturamt, AfJFB, LaSuB) und Expert/-innen aus dem Fachgebiet Kulturelle Bildung vertreten sind.

 

Bereits in der Pilotphase konnten über das Projekt gezielt Bildungseinrichtungen erreicht werden, in denen es Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf gibt. Von den zwölf Vorhaben finden drei in Oberschulen, eines in einer Förderschule und drei in integrativen Kindergärten statt. Darüber hinaus befinden sich etwa 50 % der beteiligten Bildungseinrichtungen in Schwerpunkträumen der Stadtentwicklung nach INSEK 2030.

 

Die hohe Anzahl der auf die Ausschreibung eingereichten Bewerbungen zeugt zugleich von dem großen Bedarf nach einem Projekt dieser Art in Leipzigs Bildungseinrichtungen. So gingen trotz kurzer Ausschreibungsfrist in diesem Jahr über 40 Bewerbungen ein.

 

Im Gegensatz zu Ganztagsangeboten (GTA) in Schulen können über das Projekt auch Kindergärten erreicht werden. Zudem ermöglicht das Projekt eine Qualitätssicherung und -Qualitätsentwicklung, wie sie im Rahmen von Ganztagsangeboten nicht steuerbar ist. Diese Qualität wird durch eine kriteriengeleitete Auswahl von geeigneten Konzepten und Kulturpartnern, die Einbindung der Partnerschaften in ein Netzwerk mit Netzwerkveranstaltungen und die gezielte Beratung durch eine externe Prozessmoderation im Rahmen des Projekts gewährleistet.

 

Mit einer Verstetigung und inhaltlichen Weiterentwicklung des Projekts „Kultur Kollaborateure!“ über die Pilotphase 2019/2020 hinaus, kann diese wichtige, vom Elternhaus unabhängige Arbeit im Bereich Kulturelle Bildung fortgeführt werden, für die es in vergleichbaren Städten bereits ähnliche Projekte (z. B. KuBiK in Dresden) gibt.

 

Das Projekt erfüllt wesentliche Ziele, die sich aus dem Entwicklungskonzept Kulturelle Bildung ergeben und trägt zum maßgeblich zur Zielerreichung der INSEK Ziele 1 und 4 bei (Vgl. Entwicklungskonzept Kulturelle Bildung 2016-2020, Kapitel 3.4 sowie INSEK 2030). Es bietet Kindern und Jugendlichen der Stadt Leipzig einen teilhabegerechten Zugang zu kultureller Bildung und fördert ein stabiles soziales Miteinander.

 

Über die Förderrichtlinie Musikschulen/Kulturelle Bildung des Freistaates Sachsen können zudem zusätzliche Landesmittel in bis zu dreifacher Höhe akquiriert und entsprechend viele Einzelprojekte umgesetzt werden. Außerdem können über die Richtlinie Personalkosten beantragt werden. In 2019 wurden diese zur Aufstockung der Sachbearbeiter-Stelle für Kulturelle Bildung im Kulturamt eingesetzt.

 

Gegenüber dem zu Grunde liegenden Haushaltsantrag, der im Beschlusspunkt 3 die Entwicklung einer neuen Fachförderrichtlinie zur Bearbeitung des Themas mit ausschließlich eigenen, städtischen Mitteln vorsah, können bei einer Verstetigung des Projekts „Kultur Kollaborateure!“ zusätzliche Fördermittel über die FRL Musikschulen/Kulturelle Bildung des Freistaates Sachsen beantragt und eingesetzt werden. Zudem können die Praxiserfahrungen aus der Pilotphase nachhaltig genutzt und verstetigt werden.

Folgen bei Ablehnung

 

Im Falle einer Ablehnung kann das Pilotprojekt nicht weitergeführt werden und Projekte der Kulturellen Bildung in Schulen, Kindergärten und Horten können nicht zielgerichtet befördert werden. Das Entwicklungskonzept Kulturelle Bildung (Vorlage VI-DS-02840, Ratsversammlung 21.09.2016) kann im Punkt „Kooperationsbeziehungen zwischen formalen und non-formalen Bildungsinstitutionen stärken“ nicht weiter umgesetzt werden. Die im Pilotprojekt gesammelten Erfahrungen gehen verloren.

 

2. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Umsetzung mit Doppelhaushalt 2021/2022

Stammbaum:
VI-HP-07440   Stärkung der kulturellen Bildung in Leipzig (A 0132/ 20-01-NF1)   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Änderung zum HH-Planentwurf
VI-HP-07440-VSP-01   Stärkung der kulturellen Bildung in Leipzig (A 0132/ 20-01-NF1)   41 Kulturamt   Verwaltungsstandpunkt
VI-HP-07440-VSP-02   Stärkung der kulturellen Bildung in Leipzig (A 0132/ 20-01-NF1)   41 Kulturamt   Verwaltungsstandpunkt