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Vorlage - VII-F-00248-AW-01  

 
 
Betreff: Ehemalige Konsumverkaufseinrichtung Jupiterstraße
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VII-F-00248
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2
  1. Wer ist der derzeitige Eigentümer der ehemaligen Konsumverkaufseinrichtung in der Jupiterstraße?

Eigentümer des Flurstücks ist die Konsumgenossenschaft Leipzig eG.

 

  1. Welche Übertragungsabsichten an andere Eigentümer und/oder an die Stadt sind der Stadtverwaltung bekannt?

Entsprechend mündlicher Aussagen betreibt das Unternehmen auch nach der 2017 erfolgten Schließung der Verkaufseinrichtung die Immobile in Eigennutzung (Lager). Der Stadt Leipzig sind keine Verkaufsabsichten bekannt.

 

  1. Welche städtebauliche Entwicklung plant die Stadtverwaltung am Standort und im Umfeld der Jupiterstraße?

Mit Blick auf die relevanten statistischen Parameter ist zu konstatieren, dass das Zentrum an der Jupiterstraße in den vergangenen Jahren eine nicht gewünschte Entwicklung genommen hat und gegenwärtig einen unübersehbaren Sanierungsstau und diverse Leerstände aufweist. Im Zusammenhang mit der Standortaufgabe des Konsum Marktes an der Jupiterstraße hat sich zudem die Angebotssituation für die Anwohner weiter verschlechtert.

 

Die konzeptionelle Entwicklungsstrategie, welche die Richtschnur des verwaltungsseitigen Handelns abbildet, ist im 2018 durch den Stadtrat beschlossenen Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept Leipzig Grünau 2030 hinterlegt. Besagtes Konzept definiert spezifische Handlungsfelder für die einzelnen Ortsteile und leitet daraus Maßnahmen ab. Im Hinblick auf die konkrete Situation im Zentrum Jupiterstraße ist in diesem Zusammenhang insbesondere das BIWAQ-Projekt hervorzuheben, welches die oben skizzierte Problemlage mit aufgreift und aktuell erste Ansätze entwickelt, um ihr zu begegnen.

 

Ziel des aus Mitteln des ESF-Bundesprogramms geförderten BIWAQ-Projektes ist es zum einen, Unterstützungsangebote für ansässige kleine Unternehmen und arbeitsuchende Stadtteilbewohner/-innen zu unterbreiten und zum anderen, die strukturell geschwächten Quartierszentren im Soziale-Stadt-Gebiet Grünau zu profilieren. Dafür wurde durch das Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung Anfang des Jahres eine Beauftragung zur Erarbeitung einer Standortkonzeption ausgeschrieben. Als erster Arbeitsschritt wurden die ansässigen Unternehmen wie auch Eigentümer aus dem Zentrum Jupiterstraße einbezogen, um ihre Bedarfe und Ziele zu eruieren. Weiterhin werden mittelfristig zwei Standortworkshops durchgeführt, in denen gemeinsam mit Nutzern und Eigentümern Ideen zu Perspektiven für das Zentrum ausgetauscht, diskutiert und weiterentwickelt werden sollen. Ferner soll die Entwicklung des Zentrums Jupiterstraße auch in einem ämterübergreifenden Gremium verwaltungsintern diskutiert werden.

 

Im Umfeld des Zentrums sind umfangreiche Maßnahmen zur Aufwertung der Bildungsinfrastruktur geplant. So sind mit dem im Arbeitsprogramm der Stadt Leipzig verankerten Ausbau des Schulstandortes um das Max-Klinger-Gymnasium zum Campus Grünau die bislang größten Einzelinvestitionen der Stadt Leipzig in die Schul-Infrastruktur verbunden. Insbesondere durch die Öffnung der Schulen zum Stadtteil (z.B. für öffentliche Beratungsangebote, kulturelle Angebote oder für sportliche Aktivitäten) werden positive Wechselwirkungen zum Zentrum Jupiterstraße erwartet. Auch der mittel- bis langfristig geplante Neubau einer 3-4 zügigen Grundschule an der Uranusstraße / Kometenweg wird aufgrund der räumlichen Nähe zum Zentrum perspektivisch maßgeblich zur Belebung des selbigen beitragen.

 

  1. Welche Möglichkeiten sieht die Stadtverwaltung, an diesem Standort eine Nahversorgung für die Anwohnerinnen und Anwohner zu sichern?

Auf die konkrete Investitionsentscheidung von Lebensmittelketten hat die Stadt Leipzig keinen direkten Einfluss. Die Stadt schafft durch den „Stadtentwicklungsplan Zentren“ aber Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von Vorhaben im Handelsbereich und beeinflusst somit indirekt deren Standortwahl.

 

In der aktuellen Fassung des STEP Zentren von 2016 wurde der Standort Jupiterstraße erneut als D-Zentrum ausgewiesen und ist somit Vorrangstandort für Neubauten und Erweiterungen von Handelsbetrieben. Dies sichert Unternehmen einen größeren Gestaltungsspielraum als an anderen Standorten im Stadtgebiet zu. Gleichzeitig schafft es Investitionssicherheit und erhöht somit die Chancen für weitere Investitionen in den Gebäudebestand durch die privaten Eigentümer – beispielsweise am Jupiter-Zentrum. Derzeit wird die Nahversorgung durch einen Discountmarkt im Zentrum sowie durch drei weitere Lebensmittelmärkte (zwei Discounter, ein Verbrauchermarkt) in den Randbereichen des WK 7 gewährleistet.

 

Bereits heute weist die Stadtverwaltung Handelsunternehmen bei laufenden Abstimmungsgesprächen regelmäßig auf den Standort Jupiterstraße hin und wird dies auch weiterhin tun. Auch mit der Firma Konsum ist die Stadtverwaltung Leipzig diesbezüglich in laufenden Gesprächen. Handelsunternehmen wie Konsum prüfen generell in regelmäßigen Abständen die eigenen leerstehenden Bestandsstandorte hinsichtlich einer Reaktivierungsmöglichkeit. Grundvoraussetzung ist hierfür jedoch eine signifikante Verbesserung der Standortrahmenbedingungen im Hinblick auf die (aktivierbare) Mantelbevölkerung und die einzelhandelsrelevante Kaufkraft.

 

 

Stammbaum:
VII-F-00248   Ehemalige Konsumverkaufseinrichtung Jupiterstraße   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Anfrage
VII-F-00248-AW-01   Ehemalige Konsumverkaufseinrichtung Jupiterstraße   61 Stadtplanungsamt   schriftliche Antwort zur Anfrage