Ratsinformationssystem

Vorlage - VI-Ifo-08223  

 
 
Betreff: HauptnetzRad und Wegweisung SachsenNetz Rad
Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Informationsvorlage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und Bau
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
DB OBM - Vorabstimmung
gemeinsames Gremium SBB/OR
04.06.2020 
gemeinsames Gremium SBB/OR - Videokonferenz zur Kenntnis genommen   
OR Miltitz Information zur Kenntnis
FA Umwelt, Klima und Ordnung Vorberatung
12.05.2020    FA Umwelt und Ordnung - Videokonferenz      
OR Böhlitz-Ehrenberg Information zur Kenntnis
02.07.2020 
OR Böhlitz-Ehrenberg zur Kenntnis genommen   
FA Stadtentwicklung und Bau Information zur Kenntnis
19.05.2020    FA Stadtentwicklung und Bau - Videokonferenz      
02.06.2020    FA Stadtentwicklung und Bau      
SBB West Information zur Kenntnis
FA Umwelt, Klima und Ordnung Information zur Kenntnis
26.05.2020    FA Umwelt und Ordnung - Videokonfernez      
SBB Südost Information zur Kenntnis
14.04.2020    AUSFALL - SBB Südost      
SBB Ost Information zur Kenntnis
OR Plaußig Information zur Kenntnis
26.06.2020 
OR Plaußig zur Kenntnis genommen   
SBB Mitte Information zur Kenntnis
07.05.2020 
SBB Mitte - Videokonferenz zur Kenntnis genommen   
OR Lindenthal Information zur Kenntnis
02.06.2020 
OR Lindenthal zur Kenntnis genommen   
OR Lützschena-Stahmeln Information zur Kenntnis
08.06.2020    Umlaufverfahren OR Lützschena-Stahmeln zur Kenntnis genommen     
OR Mölkau Information zur Kenntnis
OR Seehausen Information zur Kenntnis
SBB Nordost Information zur Kenntnis
12.05.2020 
SBB Nordost - Videokonferenz zur Kenntnis genommen   
SBB Alt-West Information zur Kenntnis
13.05.2020 
SBB Alt-West - Videokonferenz zur Kenntnis genommen   
SBB Süd Information zur Kenntnis
SBB Nord Information zur Kenntnis
14.05.2020 
SBB Nord - Videokonferenz zur Kenntnis genommen   
SBB Nordwest Information zur Kenntnis
04.06.2020    SBB Nordwest - AUSFALL      
OR Liebertwolkwitz Information zur Kenntnis
OR Engelsdorf Information zur Kenntnis
08.06.2020 
OR Engelsdorf ungeändert beschlossen     
OR Hartmannsdorf-Knautnaundorf Information zur Kenntnis
08.06.2020 
OR Hartmannsdorf-Knautnaundorf zur Kenntnis genommen   
SBB Südwest Information zur Kenntnis
OR Holzhausen Information zur Kenntnis
14.07.2020 
OR Holzhausen zur Kenntnis genommen   
OR Rückmarsdorf Information zur Kenntnis
09.06.2020 
OR Rückmarsdorf zur Kenntnis genommen   
OR Wiederitzsch Information zur Kenntnis
Ratsversammlung Beschlussfassung
10.06.2020 
Ratsversammlung, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig vertagt     
17.06.2020 
Ratsversammlung - Fortsetzung vom 10.06.2020, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig vertagt   
08.07.2020 
Ratsversammlung, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig geändert beschlossen   
OR Burghausen Information zur Kenntnis
30.06.2020 
OR Burghausen zur Kenntnis genommen   
FA Umwelt, Klima und Ordnung Information zur Kenntnis
07.07.2020    FA Umwelt und Ordnung      

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Abb. 1: Hauptnetz Rad Karte
Tab. 1: Zielgrößen für die Gestaltung Alltagsradverkehr
Tab. 2: Zielwerte der Regelbreiten von Radverkehrsanlagen
Abb. 2: Musterlösung Markierung von Schutzstreifen
Abb. 3: Musterlösung Markierung von Schutzstreifen
Abb. 4: Musterlösung Anlage von beidseitigen Radwegen
Abb. 5: Musterlösung Anlage eines gemeinsamen Geh- und Radweges

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Der Stadtrat nimmt die Information zum überarbeiteten und aktualisierten HauptnetzRad und zur Wegweisung SachsenNetz Rad zur Kenntnis.

 

 

Räumlicher Bezug:

Stadtgebiet Leipzig

 

Zusammenfassung:

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   X Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

Das Hauptnetz Rad enthält die nach den Richtlinien für integrierte Netzgestaltung (RIN 2008) ermittelten Netzabschnitte des Alltagsradverkehrs in der Stadt Leipzig. Es ist die Basis der strategischen Radverkehrsentwicklung und notwendiges Planungsinstrument für die Erreichung der Zielstellungen zur Entwicklung des Radverkehrs. Es ist Grundlage für die Beantragung von Fördermitten zum Bau von Radverkehrsanlagen und für die Bereitstellung eines ganzjährig zu befahrenden Radnetzes.

In der als Anlage vorgelegten Form des Hauptnetz Rad wird die bisherige Anlage 2 des Radverkehrsentwicklungsplans (RVEP) 2010-2020 ersetzt und damit dessen Beschlusspunkt B6 erfüllt. 

 

Mit der „Radverkehrskonzeption Sachsen 2014“ hat sich der Freistaat Sachsen das Ziel gesetzt, das SachsenNetz Rad (SNR) als Premiumnetz sukzessive mit einer einheitlichen, vollständigen Wegweisung auszustatten. Im Rahmen der Anfang 2019 erfolgten Erstausstattung des Wegweisungssystems konnte dieses Ziel in der Stadt Leipzig durch den Freistaat Sachsen realisiert und finanziell gesichert werden.

Mit der vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr finanzierten und errichteten Radwegweisung „SachsenNetz Rad“, die durch die Stadt Leipzig übernommen wurde, wurde die erste Priorität und Teile der zweiten Priorität im Beschlusspunkt 8 des Radverkehrsentwicklungsplans 2010-2020 umgesetzt.

 

 


 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 – Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

X Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftskultur

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schul­angebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sport­landschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und excellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

 

trifft nicht zu

 

 

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I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Entfällt

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Entfällt

 

III.  Strategische Ziele

 

Das HauptnetzRad ist ein wesentlicher Baustein einer zielgerichteten Radverkehrsplanung, die einer nachhaltigen Mobilität im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie in hohem Maße förderlich ist. Nur mit der Bereitstellung eines HauptnetzRad ist der effiziente Einsatz von finanziellen Mitteln zur Förderung des Radverkehrs in Leipzig möglich.

Die aufgeführten Musterlösungen für den Bau von Radverkehrsanlagen geben einen Rahmen für eine einheitliche Ausführung von Radverkehrsanlagen im Stadtgebiet von Leipzig vor, von der in begründeten Einzelfällen abgewichen werden kann.

 

IV. Sachverhalt

1. Anlass

 

Im Radverkehrsentwicklungsplan (RVEP) 2010-2020 ist folgender Beschlusspunkt (B6) mit Bezug auf die bundesweit gültigen Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) gefasst worden:

 

„[…] Die in der Vorlage genannten zentralen Orte (C-Zentren) zur Netzgenerierung (IR III) werden bis Ende 2013 derart ergänzt, dass jedem Stadt- bzw. Ortsteil solch ein repräsentativer Punkt zugewiesen wird. Diese radverkehrsrelevanten Verknüpfungspunkte können z. B. die alten Ortskerne oder die D-Zentren gemäß STEP Zentren sein. Das so entstehende Hauptradnetz (ERA IR III) ist mit der AG Rad zu beraten und dem FA Stadtentwicklung und Bau vorzulegen.

Bis Ende II. Quartal 2015 entwickelt die Verwaltung unter Einbeziehung der AG Rad ein detailliertes Hauptradnetz (ERA IR IV) und legt es zur Diskussion und Beschlussfassung den Ortschaftsräten, Stadtbezirksbeiräten und dem Stadtrat vor. Gegenstand dieser Planung sind die Radverkehrsstrecken innerhalb der Stadt- und Ortsteile zur Verknüpfung von Wohngebieten mit wichtigen Bildungs-, Arbeits- und Einkaufsstätten sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen.“

 

Der Stadtrat hat mit dem RVEP 2010-2020 beschlossen, dass das Netz der IR III im Jahr 2013 präzisiert und verdichtet wird. Das HauptnetzRad wurde mit den Untersuchungen zu Potenzialen von Radschnellwegen aus dem Jahr 2018 abgestimmt.

 

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

 

Das mit dem RVEP 2010-2020 als Anlage 2 beschlossene HauptnetzRad mit Stand vom 21.03.2011 enthält die nach den Richtlinien für integrierte Netzgestaltung (RIN) ermittelten Verkehrswege des zielorientierten Alltagsradverkehrs (IR II als innergemeindliche Radschnellverbindung und IR III als innergemeindliche Hauptradverbindung) mit einer Gesamtlänge von ca. 324 km.

 

Grundlage für die Ermittlung der Verkehrswege des Radverkehrs waren die Ausweisung der Zentren des SEKo (A-C-Zentren) und der Regionalplan Westsachsen (Mittel- und Grundzentren). Zudem wurden weitere Ziele des Alltagsradverkehrs eingeordnet (z. B. Flughafen Leipzig/Halle, Neue Messe)

 

Auf eine Ausweisung und Darstellung der innergemeindlichen Radverkehrsverbindungen der Stufe IR IV (innergemeindliche Radverkehrsverbindungen) wurde 2012 verzichtet. Dies sollte bis 2015 ebenfalls nachgeholt werden, da lt. Festsetzung 4.1.3 des RVEP 2010-2020 auch für die Kategorie IR IV Qualitätsmerkmale nach ERA herangezogen werden sollen.

 

Die Vorlage greift den Beschluss des Stadtrates auf und legt hiermit das überarbeitete und damit präzisierte und verdichtete HauptnetzRad vor (Abb. 1 in der Anlage).

 

Im Zuge einer Potenzialanalyse von 2018 für Radschnellverbindungen im Freistaat Sachsen wurden im Leipziger Raum fünf Korridore identifiziert, die nachrichtlich in die Abb. 1 übernommen wurden.

 

 

 

 

Netzplanung

 

Das HauptnetzRad umfasst nun im Stadtgebiet Verkehrswege mit einer Länge von 84 km der Kategorie IR II und 315 km der Kategorie IR III (zusammen 399 km). Die innergemeindlichen Radverkehrsverbindungen der Kategorie IR IV umfassen 485 km.

 

Das HauptnetzRad umfasst die ermittelten Netzabschnitte nach den Vorgaben der Richtlinie zur Netzgestaltung (RIN 2008). Die Netzabschnitte im HauptnetzRad ergeben sich aus den Ansprüchen an die Verbindungs- und Erschließungsfunktion.

 

Die nach RIN 2008 mögliche Unterscheidung nach außerstädtischen und innerstädtischen Radverbindungen (AR außerhalb von Bebauung und IR innerhalb von Bebauung) wurde aus Gründen der Komplexitätsreduktion nicht vorgenommen. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Ausbaustandards werden im Einzelfall berücksichtigt.

 

In einem qualifizierten Radverkehrsnetz, wie es das HauptnetzRad darstellt, sind nach der Richtlinie zur Netzgestaltung (RIN 2008) folgende Grundqualitäten anzustreben:

 

- 90 % der Einwohner wohnen maximal 200 m von einer Hauptradverbindung (IR II und IR III) entfernt

- geringe Umwege (Umwegefaktor max. 1,2 gegenüber der kürzestmöglichen Verbindung, max. 1,1 gegenüber parallelen Hauptverkehrsstraßen und keine zusätzlichen Steigungen)

- Winterdienst auf IR II- und IR III-Verbindungen.

- soziale Sicherheit durch Übersichtlichkeit und Einsehbarkeit durch Beleuchtung bzw. Angebot von Alternativverbindungen zu Nachtzeiten.

 

Die Zuordnung der Netzabschnitte zu unterschiedlichen Netzkategorien bildet die Grundlage für die Ermittlung der jeweils geeigneten Radverkehrsführungsform unter dem Gesichtspunkt der funktionsgerechten Gestaltung.

 

Die jeweilige Führungsform des Radverkehrs und deren genaue Lage im (Straßen-)raum sind mit der Ausweisung als Netzabschnitt aber noch nicht konkret vorgegeben. Allerdings bedingen die Zuweisungen der Netzabschnitte zu den Kategorien IR II bis IV bestimmte Parameter, die bei der Wahl der Führungsform des Radverkehrs in hohem Maße zu berücksichtigen sind. 

 

Ausbauziele

 

Für die im Hauptnetz Rad ausgewiesenen Netzabschnitte sind daher je nach zugewiesener Kategorie bestimmte Ausbauziele mit entsprechenden Qualitätsmerkmalen der jeweiligen Führungsform des Radverkehrs vorzusehen. Die Erreichung der Qualitätsmerkmale dient in erster Linie der Erhöhung der Sicherheit des Radverkehrs.

 

Die anzustrebenden Ausbauziele für Radverkehrsanlagen der Kategorien IR II, IR III und IR IV richten sich nach den RIN 2008, den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) und den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen 2006 (RASt 06).

 

Im Einzelnen sind für die Radverkehrswege der jeweiligen Netzkategorien unterschiedliche Zielgrößen für die Gestaltung und Ausstattung nach den RIN 2008 zu erfüllen (Tab. 1 im Anhang).

 

Hinsichtlich Verkehrssicherheit sind dabei für alle Kategorien folgende Entwurfsanforderungen zu berücksichtigen:

 

- Wahl von Führungsformen mit nur geringem Unfallrisiko, hoher Akzeptanz und guter Begreifbarkeit

- Gewährleistung guter Sichtverhältnisse (Sichtfelder der Verkehrsteilnehmer)

- bauliche Ausführung mit geringem Sturz- und Gefährdungsrisiko (ausreichende Griffigkeit der Oberfläche, Vermeidung von Rillen und Kanten, Absturzsicherung

- Gewährleistung eines qualitativ guten Erhaltungs- und Betriebszustandes

- Vermeidung von Situationen, in denen sich die Nutzer gefährdet oder überfordert fühlen

- Wahl von Führungsformen mit geringer Abhängigkeit vom Verhalten anderer.

 

Hinsichtlich Qualität des Verkehrsablaufs im Radverkehr sind für alle Kategorien folgende Entwurfsanforderungen vorzusehen:

 

- Berücksichtigung von unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Rad fahrenden

- Minimierung des Kraftaufwandes durch Oberflächen mit geringem Rollwiderstand sowie Minimierung von Umwegen, vermeidbarer Steigungen und unnötiger Halte

- Minimierung von Zeitverlusten durch optimierte Gestaltung von Knotenpunkten und Querungen, optimierte Signalisierung und Gewährleistung aller Fahrbeziehungen an den Knotenpunkten.

 

Die Abwicklung des Radverkehrs erfolgt über verschiedene Führungsformen.

Im Einzelnen können dabei unterschieden werden:

 

- Mischverkehr mit Kfz auf der Fahrbahn

- Schutzstreifen als Teil der Fahrbahn (Musterlösung in Abb. 2 im Anhang)

- Fahrradstraße (mit oder ohne Kfz-Zulassung)

- Radfahrstreifen (benutzungspflichtig) (Musterlösung in Abb. 3 im Anhang)

- Radweg (benutzungspflichtig und nicht benutzungspflichtig) (Musterlösung in Abb. 4 im Anhang)

- Gemeinsamer Geh- und Radweg (benutzungspflichtig) (Musterlösung in Abb. 5 im Anhang)

- Gehweg/Radfahrer frei (Schrittgeschwindigkeit).

 

Die Entscheidung, ob eine Radverkehrsanlage notwendig ist, und die bei positiver Bewertung daran anschließende Auswahl einer geeigneten Führungsform für den Radverkehr im Bereich einer öffentlich gewidmeten Straße wird lt. ERA 2010 durch die Stärke (Kfz in der Spitzenstunde) und die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Kfz-Verkehrs bestimmt. Dazu werden Belastungsbereiche gebildet. Zusätzlich haben Schwerverkehrsanteil (Lkw) sowie Fahrbahnbreite und Steigung/Gefälle eine Bedeutung, um die geeignete Führungsform festzulegen.

 

Wegen der Differenziertheit der Parameter ist in der Regel eine einzelfallbezogene Prüfung jedes Netzabschnitts notwendig, um eine geeignete Führungsform für den Radverkehr zu bestimmen.

 

Für den Fall, dass eine Radverkehrsanlage in Betracht kommt, ist auch deren Breite zu bestimmen. Maßgeblichen Einfluss auf die Breite der Radverkehrsanlage haben die aktuellen und zu erwartenden Belegungszahlen der Netzabschnitte durch den Radverkehr. Bei gemischten Führungsformen mit dem Fußverkehr ist zudem die Zahl der Fußgänger zu berücksichtigen.

 

Bei der Festlegung der Breiten von Radverkehrsanlagen sind die Regelmaße der ERA 2010 maßgeblich. Dabei sind über die Regelmaße hinausgehende Breiten vor allem bei höheren Stärken des Radverkehrs und bei der Einrichtung von Radschnellverbindungen (IR II) notwendig.

 

Im HauptnetzRad sind bei der Neuanlage von Radverkehrsanlagen für die jeweiligen Netzkategorien grundsätzlich die Breiten aus Tab. 2 vorzusehen. Bei bereits bestehenden Radverkehrsanlagen sind im Rahmen von Umbau- und Sanierungsmaßnahmen die jeweiligen Breiten anzustreben. Geringere Breiten sind mit den Belangen anderer Verkehrsträger mit dem Anspruch, dass die Flüssigkeit des Verkehrs zu erhalten ist, abzuwägen. Dabei geht die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer der Flüssigkeit des Verkehrs vor. Die Breiten von zusätzlich notwendigen Sicherheitstrennstreifen sind einzuhalten.

 

Die Oberfläche von Radverkehrsanlagen aller Netzkategorien im HauptnetzRad ist standardmäßig in Asphaltbauweise auszuführen. Eine Abweichung von diesem Standard bedarf einer ausführlichen Begründung.

 

Nicht-straßenbegleitende Radverkehrsanlagen

 

Die Grünflächen und Parkanlagen im Stadtgebiet weisen eine Vielzahl von Wegeverbindungen auf, die für den Radverkehr grundsätzlich nutzbar sind. Diese sind gegenüber straßenbegleitenden Radverkehrsanlagen oft wichtige stadteilverbindende und Umweg arme Radverkehrsverbindungen. Daher werden im HauptnetzRad auch Radverkehrsverbindungen der Stufe IR II bis IV in den städtischen Wald- und Grünflächen ausgewiesen. Zur Vermeidung einer übermäßigen Zerschneidung von Lebensräumen geschützter Arten, zur Herbeiführung weiterer Entlastungswirkungen in den übrigen Gebieten und Verringerung von Konflikten zwischen verschiedenen Nutzeransprüchen kann der Radverkehr insbesondere durch eine gute Oberflächenqualität auf diesen qualifizierten Radverkehrsverbindungen gebündelt werden. Die Umsetzung von Ausbauzielen soll unter Berücksichtigung der „Qualitätsstandards im SachsenNetz Rad“ (gemeinsamer Erlass des Sächsischen Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit (SMWA) und Sächsischem Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) vom 11.03.2005) sowie den Gemeinsamen Grundsätzen des SMWA und des SMUL zur Führung von Radrouten im Wald vom 26.09.2019 erfolgen, welche auch Lösungsvorschläge zur Umsetzung von Radrouten in ökologisch sensiblen Gebieten beinhalten. Die Radwegbreiten sind auf das erforderliche Maß zu beschränken (Breite gemäß ERA 2,50 m bis 4,50 m je nach Verkehrsbelegung). Die Deckschicht von nicht-straßenbegleitendenden Radwegen, die durch naturschutzrechtlich besonders ausgewiesene Gebiete führen, ist im Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde festzulegen.

 

SachsenNetz Rad

 

Mit dem Radverkehrsentwicklungsplan Leipzig 2010 - 2020 (RVEP) beschloss der Stadtrat eine Umsetzung der städtischen Radverkehrswegweisung (Beschlusspunkt 8 bzw. Festsetzung 5.3.1). Erste Priorität bei der Umsetzung der Radverkehrswegweisung haben hier Strecken des SachsenNetz Rad und der Verbindungsfunktionsstufe II nach den Richtlinien für integrierte Netzgestaltung (RIN 2008 der Forschungsgemeinschaft für Straßen- und Verkehrswesen). Das Wegweisungssystem soll laut Festsetzung 5.3.3 im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten in der vorgesehenen Form realisiert werden. Die Mittel sind in Abhängigkeit der jeweiligen Haushaltsmöglichkeiten einzustellen.

Mit der „Radverkehrskonzeption Sachsen 2014“ hatte sich der Freistaat Sachsen das Ziel gesetzt, das SachsenNetz Rad (SNR) als Premiumnetz sukzessive mit einer einheitlichen, vollständigen Wegweisung auszustatten.

 

Dazu wurde für die Landkreise Leipzig und Nordsachsen sowie die kreisfreie Stadt Leipzig ein Wegweisungskonzept erarbeitet. Im Rahmen der im Staatshaushalt zur Erstausstattung des SNR zur Verfügung gestellten Mittel wird die Finanzierung und Umsetzung des benannten Wegweisungskonzeptes durch den Freistaat Sachsen übernommen. Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen dem Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig wurde vereinbart, dass die Erstausstattung und die dazugehörige Lieferung und Montage durch den Freistaat erfolgt. Nach einer mängelfreien Abnahme geht die Wegweisung in das Eigentum der Stadt über. Die Erhaltungslast der Wegweisung sowie die Verkehrssicherungspflicht obliegen ab der Übernahme der Stadt Leipzig.

 

Durch die „Radverkehrskonzeption Sachsen 2014“ konnte somit die Erstausstattung des Wegweisungssystems für das SachsenNetz Rad in der Stadt Leipzig realisiert und finanziell gesichert werden.

 

Im Zusammenhang mit der Erstausschilderung erfolgte im Zuge einer Teilfortschreibung die Optimierung von 16 Routenabschnitten des SachsenNetz Rad. 

 

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Das HauptnetzRad entfaltet keinen direkten Realisierungshorizont von Maßnahmen. Die Maßnahmen werden im Radverkehrsentwicklungsplan konkretisiert und im Mittelfristigen Straßen- und Brückenbauprogramm eingeordnet.

 

Die Wegweisung im SachsenNetz Rad ist bereits erfolgt.

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Das HauptnetzRad bildet die Grundlage für die Begründung zur Förderfähigkeit von Baumaßnahmen der Radverkehrsinfrastruktur.

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Entfällt

 

6. Bürgerbeteiligung

 

X bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

Bei der Erstellung des Ausgangsnetzes zum HauptnetzRad hat es im Zusammenhang mit der Diskussion zum Radverkehrsentwicklungsplan 2010-2020 (RVEP) eine intensive Bürgerbeteiligung gegeben. Die Fortsetzung und Ergänzung des HauptnetzRad erfolgte mit intensiver Beteiligung durch die AG Verkehr des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club Leipzig e.V. und in der AG Rad.

 

7. Besonderheiten

 

Das HauptnetzRad ist die Grundlage für die Fortschreibung des Radverkehrsentwicklungsplans 2010-2020 für den Zeitraum 2021 – 2030. In Verbindung mit der geplanten Beschlussfassung des neuen Radverkehrsentwicklungsplans in 2022 wird eine erneute intensive Bürgerbeteiligung einhergehen, bei der es dann auch zu Anpassungen oder Ergänzungen des HauptnetzRad kommen kann.

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Nicht zutreffend

 

Anlagen:

Abb. 1: HauptnetzRad der Stadt Leipzig (2020) Karte – (digital)

Tab. 1: Zielgrößen für die Gestaltung und Ausstattung von Verkehrswegen für den zielorientierten Alltagsradverkehr

Tab. 2: Zielwerte der Regelbreiten von Radverkehrsanlagen im HauptnetzRad in Abhängigkeit von der Netzkategorie

Abb. 2: Musterlösung: Markierung von Schutzstreifen

Abb. 3: Musterlösung: Markierung von Radfahrstreifen

Abb. 4: Musterlösung: Anlage von beidseitigen Radwegen

Abb. 5: Musterlösung: Anlage eines gemeinsamem Geh- und Radwegs

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Abb. 1: Hauptnetz Rad Karte (7596 KB)    
Anlage 2 2 Tab. 1: Zielgrößen für die Gestaltung Alltagsradverkehr (17 KB)    
Anlage 3 3 Tab. 2: Zielwerte der Regelbreiten von Radverkehrsanlagen (25 KB)    
Anlage 4 4 Abb. 2: Musterlösung Markierung von Schutzstreifen (162 KB)    
Anlage 5 5 Abb. 3: Musterlösung Markierung von Schutzstreifen (172 KB)    
Anlage 6 6 Abb. 4: Musterlösung Anlage von beidseitigen Radwegen (234 KB)    
Anlage 7 7 Abb. 5: Musterlösung Anlage eines gemeinsamen Geh- und Radweges (107 KB)    
Stammbaum:
VI-Ifo-08223   HauptnetzRad und Wegweisung SachsenNetz Rad   66 Verkehrs- und Tiefbauamt   Informationsvorlage
VI-Ifo-08223-ÄA-01   HauptnetzRad und Wegweisung SachsenNetz Rad   Geschäftsstelle der SPD-Fraktion   Änderungsantrag
VI-Ifo-08223-ÄA-01-NF-01   HauptnetzRad und Wegweisung SachsenNetz Rad   Geschäftsstelle der SPD-Fraktion   Neufassung