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Vorlage - VI-DS-06070-NF-01-ÄA-03  

 
 
Betreff: Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig - Fortschreibung 2019
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Änderungsantrag
Einreicher:Fraktion DIE LINKEBezüglich:
VI-DS-06070-NF-01
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Beschlussfassung
26.06.2019 
Ratsversammlung vertagt     
27.06.2019 
Ratsversammlung (Fortsetzung vom 26.06.2019) abgelehnt     

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

Eine Erweiterung der Gerda-Taro-Schule erfolgt nicht.

 

Begründung:

 

Die Gerda-Taro-Schule soll langfristig zu einem 6-zügigen Gymnasium ausgebaut werden, d. h. etwa 1.300 Schülerinnen und Schüler lernen an diesem Standort. Dennoch sehen wir (die Eltern und auch unsere Fraktion) die geplante 6-Zügigkeit äußerst kritisch und haben den Eindruck, dass die Planung nicht den Interessen von Lernenden und Lehrenden gerecht wird. Darüber hinaus ist die konkret geplante Erweiterung der Gerda-Taro-Schule aus unserer Sicht auch mangelhaft. Sie lässt erhebliche und wichtige Faktoren außer Acht. Warum?

 

  1. Die Schule wird bei voller Belegung nach der derzeitigen Planung ca. 1.300 Schülerinnen und Schüler haben. Etwa 100 bis 130 Lehrerinnen und Lehrer werden das Kollegium bilden. Das ist für eine Schule extrem groß. Sowohl für Schüler als auch für Lehrer bedeutet dies die Entstehung eines anonymen Lernraumes, ein Schulgemeinschaftsgefühl kann hier kaum entstehen. Die Kommunikation und der professionelle Austausch innerhalb eines solch großen Lehrerkollegiums ist nicht mehr im notwendigen Umfang möglich und lässt sich bei dieser Größe auch nicht mehr optimal steuern. Bislang gibt es in Leipzig kein 6-zügiges Gymnasium.
  2. Die baulichen Planungen berücksichtigen zwar einen Mehrbedarf an Unterrichtsräumen, vernachlässigen aber den Mehrbedarf an anderer Stelle. Bei den Mensaplätzen für die Mittagsversorgung der Schülerinnen und Schüler sind Kapazitätsgrenzen absehbar. Die Funktion der Aula als Ausweichraum zur Mittagsversorgung schränkt deren vielfältige und bei wachsender Schülerzahl umfangreichere Verwendung im Schulalltag absurd ein. Eine normale Nutzung der Aula wird faktisch unmöglich. Die Sporthalle muss sich die Schule zusätzlich mit vier anderen Schulen teilen, dies erfordert kaum zu bewältigenden Planungsaufwand. Schlimmer aber ist die daraus folgende Reduzierung des Sportangebots.
  3. Aufgrund der Lage der Schule ist die Anbindung an den ÖPNV grundsätzlich schwierig und durch den regulären ÖPNV nicht gewährleiste. Derzeit sind zwei Sonderlinien als Zubringer zu ausgewählten Zeiten eingerichtet. Diese decken jedoch das tatsächliche Einzugsgebiet nicht vollständig und zeitlich unflexibel ab. Der Bedarf ist nicht gedeckt.
  4. Ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler erreicht die Schule mit eigenen Fahrrädern, die während des Schultages sicher abgeschlossen sein müssen. Die Fahrradbügel an der Schule reichen jedoch schon jetzt nicht mehr aus. Derzeit stehen 162 Bügel für 511 Schülerinnen und Schüler sowie 33 Lehrende zur Verfügung. Im neuen Schuljahr werden es ca. 180 Lernende und Lehrende mehr sein. Für den Erweiterungsbau sind lediglich 12 zusätzliche Fahrradbügel vorgesehen.
  5. Viele Schüler überqueren die Fahrbahn zwischen Park und Schule an der Verkehrsinsel Karl-Tauchnitz-Straße/Telemannstraße. Aufgrund der Lage an einer Kurve und der schlechten Einsicht ist das trotz der Insel gefährlich und damit eine ungenügende Querungslösung.
  6. Dass bei einer Schule mit 1.300 Heranwachsenden – unabhängig von der Schulart – keine Schulsozialarbeiter geplant sind, das ist nicht nur unverständlich, es ist riskant. Dennoch ist Schulsozialarbeit derzeit an Gymnasien nicht wirklich vorgesehen. Jedoch treten auch an Gymnasien vielfältige Probleme auf: u. a. Mobbing, extremistische Meinungsäußerungen, soziale Vernachlässigung, aber auch psychischer Leistungsdruck. Die Schülerschaft wird immer heterogener, Probleme immer vielfältiger, die Anzahl von Konflikten steigt. Die rasante gesellschaftliche Veränderung überfordert oft unsere Kinder, die Eltern und die Lehrkräfte. Dies kann nur durch zusätzliche Schulsozialarbeiter aufgefangen werden.

 

Aus Sicht der Eltern sind wesentliche Aspekte einer Schulerweiterung bislang gar nicht Bestandteil der Planung. Sie berücksichtigt im Wesentlichen ausschließlich die räumliche Bedarfsplanung, vernachlässigt vollkommen die pädagogischen Aufgaben.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Stammbaum:
VI-DS-06070   Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig - Fortschreibung 2018   51 Amt für Jugend, Familie und Bildung   Beschlussvorlage
VI-DS-06070-NF-01   Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig - Fortschreibung 2019   51 Amt für Jugend, Familie und Bildung   Neufassung
VI-DS-06070-NF-01-ÄA-01   Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig - Fortschreibung 2019   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Änderungsantrag
VI-DS-06070-NF-01-ÄA-02   Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig - Fortschreibung 2019   Geschäftsstelle der SPD-Fraktion   Änderungsantrag
VI-DS-06070-NF-01-ÄA-03   Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig - Fortschreibung 2019   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Änderungsantrag
VI-DS-06070-NF-01-ÄA-04   Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig - Fortschreibung 2019   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Änderungsantrag
VI-DS-06070-NF-01-ÄA-05   Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig - Fortschreibung 2019   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Änderungsantrag