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Vorlage - VI-DS-08136  

 
 
Betreff: Kofinanzierung des Jugendberufshilfeangebots "Netz kleiner Werkstätten" durch die Stadt Leipzig
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
DB OBM - Vorabstimmung
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
02.09.2019 
Jugendhilfeausschuss      
FA Umwelt und Ordnung Vorberatung
20.08.2019    FA Umwelt und Ordnung      
Ratsversammlung Beschlussfassung
04.09.2019    Ratsversammlung      

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Ratsversammlung beschließt die Kofinanzierung des Jugendberufshilfeangebots „Netz kleiner Werkstätten“ auf der Ebene des Kommunalen Präventionsrates Leipzig - für die Projektlaufzeit 2019/2020 (HH-Jahr 2019).

 

  1. Die Zuwendung beträgt 15.000 EUR aus dem planmäßigen Budget des Ordnungsamtes (PSP-Element 1.100.12.2.1.01) und 4.500 EUR aus dem planmäßigen Budget des Amtes für Stadtgrün und Gewässer (PSP-Element 1.100.55.1.0.01).

 

  1. Die Zuwendungen werden an das Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH vergeben.

 

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Die Vorlage behandelt die Kofinanzierung des Jugendberufshilfeangebots „Netz kleiner Werkstätten“. Dadurch stärkt die Stadt Leipzig die Chancengleichheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die beim Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarktzugang mit schwerwiegenden Hemmnissen konfrontiert sind.

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

Es gab keine unterschiedliche fachliche Beurteilung innerhalb der Stadtverwaltung, so dass ein Abwägungsprozess nicht erforderlich ist.

 

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

entfällt

 

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

entfällt

 

 

 

 

 

III. Strategische Ziele

 

Das Angebot des „Netz kleiner Werkstätten“ richtet sich an junge Menschen, die aufgrund persönlicher Hemmnisse Schwierigkeiten beim Übergang ins Erwerbsleben haben. Im Zuge ihrer praktischen Tätigkeit profitieren sie von der dort erfahrenen, beruflichen Orientierung und Qualifizierung.

 

Darüber hinaus fördern auch die sozialpädagogische Begleitung, Anerkennung, Motivation und das Aufzeigen neuer Perspektiven die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Damit leistet das „Netz kleiner Werkstätten“ einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Bildungs- und Arbeitsmarktchancen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

 

 

IV. Sachverhalt:

 

1. Anlass

 

Die Einzelvorlage für die Förderung des „Netz kleiner Werkstätten“ erfolgt vor dem Hintergrund einer fehlenden Fachförderrichtlinie. Aufgrund der bisherigen Leistungsbilanz und der positiven Resonanz für das „Netz kleiner Werkstätten“ sowie der Notwendigkeit, niedrigschwellige Jugendberufshilfeangebote vorzuhalten, soll die bisherige Kofinanzierung der anteiligen Personalkosten fortgeführt werden.

 

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

Das Jugendberufshilfeangebot „Netz kleiner Werkstätten“ ist eine gemeinsame Initiative des Kommunalen Präventionsrates Leipzig und der Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH. Es ist eines der niedrigschwelligsten Jugendberufshilfeangebote für junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren in Leipzig. Zur Zielgruppe gehören insbesondere Jugendliche bzw. junge Erwachsene, die vielfältige und schwerwiegende Hemmnisse, insbesondere im Bereich Motivation/Einstellungen, Schlüsselqualifikationen und sozialer Kompetenzen aufweisen und auf andere Weise nicht erreicht werden können, um sie für eine berufliche Qualifizierung zu motivieren und schrittweise heranzuführen; des Weiteren zählen dazu Abbrecher berufsvorbereitender und -bildender Maßnahmen (mit und ohne Berufsschulpflicht), Ausbildungsabbrecher, Heranwachsende mit fehlenden oder kaum verwertbaren Schulabschlüssen, ehemalige Förderschüler, ehemals Drogenabhängige, straffällig gewordene Jugendliche, junge Menschen mit Entwicklungs- und Verhaltensstörungen sowie persönlichen Beeinträchtigungen, z. B. psychischen Erkrankungen, sowie Jugendliche und junge Erwachsene ohne festen Wohnsitz.

 

Seit 2002 erhielten über 1.400 Jugendliche und junge Menschen ohne Schulabschluss, Ausbildung oder Arbeit neue Motivation, Anerkennung und eine Perspektive über das „Netz kleiner Werkstätten“. Über die praktischen Tätigkeiten hinaus profitieren sie von der Möglichkeit der beruflichen Orientierung und Qualifizierung. Verbunden wird dies mit einer intensiven sozialpädagogischen Unterstützung. In den Bereichen Garten- und Landschafts-pflege/Anti-Vandalismus-Programm, Metall/Fahrradwerkstätten, Gebäude-assistenz sowie Betreuung und Pflege erbrachten die Teilnehmenden zusätzliche Leistungen, die sowohl einzelnen Bürgern als auch der Stadtgesellschaft zugute kamen. So wurden bislang z. B. der Erholungs- und Naturraum Fockeberg, öffentliche Grünanlagen, Spielplätze und S-Bahnhöfe gepflegt und gestaltet. Des Weiteren nahmen die Teilnehmer/-innen Malerarbeiten in Behördeneinrichtungen, Ämtern oder Kindertagesstätten vor. Ebenso erfolgte die Reparatur von Fahrrädern im Auftrag des Ordnungsamtes in Vorbereitung der Fundsachen-Versteigerungen sowie die Registrierung und Codierung von Fahrrädern als ein Baustein der Prävention gegen Fahrraddiebstahl des KPR. Die Fahrradcodierung mittels Gravur, also die Anbringung einer Individualnummer, bietet in Leipzig nur das „Netz kleiner Werkstätten“ an. In Kindertagesstätten, Alten- und Pflegeheimen unterstützten die Teilnehmenden das Personal und leisteten damit einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Betreuungssituation von Kindern, Behinderten und älteren Menschen.

 

Zu Firmen und Unternehmen der freien Wirtschaft bestehen seit Jahren Kooperationsbeziehungen für die Bereitstellung von Praktikumsplätzen zur betrieblichen Erprobung.

 

Das „Netz kleiner Werkstätten ist eine der erfolgreichsten Initiativen des Kommunalen Präventionsrates. Es ist seit Jahren voll ausgelastet. Anerkennung hat das „Netz kleiner Werkstätten“ unter anderem durch folgende Auszeichnungen erlangt:

-          Förderpreis Kriminalprävention (2006)

-          Sächsischer Landessieger im Wettbewerb um den DEICHMANN-Förderpreis (2010)

-          Integrationspreis "Brückenschlag" (2013)

-          Ehrennadel und Ehrenurkunde der Stadt Leipzig für den langjährigen Beiratsvorsitzenden (2014)

Das „Netz kleiner Werkstätten“ ist seit März 2008 nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert und unterliegt in regelmäßiger Kontrolle diesen Qualitätsstandards.

 

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 123 Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene betreut. Die statistische Betrachtung zeigt deutlich den großen Zuspruch vor allem bei Jugendlichen unter 18 Jahren an diesem Angebot. 77 Prozent der Teilnehmenden waren zwischen 15 und 17 Jahre alt. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Knapp 80 Prozent sind Kundinnen und Kunden des Jobcenters Leipzig. 64 Prozent der Teilnehmenden waren männlich, 35,5 Prozent weiblich und 0,5 Prozent divers. 80 junge Menschen beendeten ihre Teilnahme im Jahr 2018. Für 52 Prozent von ihnen schloss sich direkt ein neuer Lebensabschnitt an: 41 begannen ein Berufsvorbereitungsjahr, eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine Ausbildung bzw. nahmen eine Arbeit auf oder wechselten zu einer Abendschule. Weitere Jugendliche beschlossen zunächst eine Therapie zu beginnen. Für elf Jugendliche endete die Teilnahme zum geplanten Maßnahmeende, ohne dass sie einen direkten Anschluss fanden. Die Anzahl der Jugendlichen, die ihre Teilnahme vorzeitig abbrachen, lag mit 26 leicht über Vorjahresniveau.

 

 

3. Realisierungs-/Zeithorizont

 

Das „Netz kleiner Werkstätten“ ist seit 2002 fortlaufend aktiv. Das kontinuierliche Fortbestehen des Angebots ist für dessen Zielgruppe von besonderer Bedeutung. Über die im „Netz kleiner Werkstätten“ erzielten Ergebnisse informiert grundsätzlich der jährliche Geschäftsbericht des KPR (www.leipzig.de/kpr).

 

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Der Träger der Maßnahme, das Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH veranschlagt für den Wirtschaftsplan 2019/2020 einen Gesamtaufwand in Höhe von 765.400 EUR. Die Kosten gliedern sich in Personalkosten, allgemeine Betriebsausgaben, Sach- und Verwaltungsausgaben, inhaltliche Ausgaben für die Arbeit mit den jungen Menschen sowie investive Ausgaben. Die städtischen Zuwendungen wurden in den zwei zurückliegenden Jahren 2017 und 2018 durch das Dezernat III wie folgt bereitgestellt:

 

 

2017

2018

Stadt Leipzig, Ordnungsamt

12.000 EUR

15.000 EUR

Stadt Leipzig, Amt für Stadtgrün und Gewässer

4.500 EUR

4.500 EUR

 

Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg dieser Maßnahme ist fachlich qualifiziertes und erfahrenes Personal. Die Beiträge des Ordnungsamtes bzw. des Amtes für Stadtgrün und Gewässer tragen grundsätzlich zur anteiligen Finanzierung von Personalkosten bei.

 

 

Die städtischen Fördermittel werden gemäß den Regularien der Zuwendungsrichtlinie der Stadt Leipzig als institutionelle Förderung in Form der Festbetragsfinanzierung für Maßnahmen der Jugendberufshilfe als nichtrückzahlbare Zuwendung vergeben.

 

Die städtischen Zuwendungen werden aus dem planmäßigen Budget des Ordnungsamtes (PSP-Element 1.100.12.2.1.01) und des Amtes für Stadtgrün und Gewässer (PSP-Element 1.100.55.1.0.01) bereitgestellt.

 

 

5. Besonderheiten

 

Das Aufzeigen (beruflicher) Perspektiven sowie die Unterstützung der persönlichen Entwicklung der heranwachsenden und erwachsenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, kann als Maßnahme zur Prävention in den Bereichen Kriminalität und Gesundheit bewertet werden.

 

 

6. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Ohne die städtische Kofinanzierung kann die über viele Jahre erfolgreich arbeitende Jugendberufshilfeangebot zur Verbesserung der Bildungs- und Arbeitsmarktchancen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht fortgeführt werden.  

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen

 

 

nein

x

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

x

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

x

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

01.01.

31.12.

15.000

4.500

1.100.12.2.1.01

1.100.55.1.0.01

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

x

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

x

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

x

nein

 

ja,