Ratsinformationssystem

Vorlage - VI-F-08039-AW-02  

 
 
Betreff: (Über-)Versorgung mit Hotels in Leipzig
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Wirtschaft, Arbeit und DigitalesBezüglich:
VI-F-08039
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

1. Wie viele Hotels gibt es derzeit in Leipzig? Wie viele Zimmer bzw. Betten bieten diese? Wie viele Hotels mit wie vielen Zimmern insgesamt werden in Leipzig über das derzeit bereits betriebene Angebot hinaus benötigt?

 

Antwort zu 1:

Die Stadt Leipzig verfügt 2018 gemäß amtlicher Statistik über 104 geöffnete Hotels mit 15.718 angebotenen Betten. Die Nachfrageentwicklung verläuft seit Jahren positiv. Die damit verbundenen Investitionsentscheidungen in Beherbergungsbetriebe werden von privaten Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht getroffen. Leipzig zählt trotz der anhaltend positiven Entwicklung noch nicht zu den Primärstandorten in Deutschland, was die Anzahl Einwohner und die Anzahl statistisch erfasster Übernachtungen betrifft. Leipzig rangierte 2018 nach den sieben Primärstandorten (Berlin, München, Hamburg, Frankfurt a. M., Köln, Düsseldorf, Dresden) als Sekundärstandort auf Platz drei nach Stuttgart und Nürnberg. Insbesondere bei Großereignissen, so zum Beispiel bei der Buchmesse oder dem Wave-Gotik-Treffen, wird regelmäßig eine sehr hohe Auslastung erreicht.

 

 

2. Wird bzw. muss die Anzahl an Hotels zunehmen, sollte die Vermietung von Privat(zweit)wohnungen stärker reglementiert werden? Wird die Nachfrage nach kurzzeitig zu mieteten Wohnungen sinken, wenn mehr Hotelplätze zur Verfügung stehen?

 

Antwort zu 2:

Die in Frage zwei hergestellten Zusammenhänge sind u. a. auf Grund zunehmender Nachfragedifferenzierung in den Betriebsarten der Beherbergungseinrichtungen und unvollständiger Datengrundlage im Bereich der Parahotellerie nicht verifizierbar.

 

 

3. Wie wird sich die sowieso schon niedrige Marge pro Zimmer entwickeln, wenn weitere Hotels zur Verfügung gestellt werden?

 

Antwort zu 3:

Die durchschnittliche Zimmerauslastung, der durchschnittliche Zimmerpreis und der durchschnittliche Zimmerertrag haben sich bisher in Leipzig positiv entwickelt trotz der Zunahme der Beherbergungskapazität.

 

4. Ab welcher Anzahl Hotels bzw. Betten betrachtet die Stadtverwaltung Leipzig als ausreichend versorgt?

 

Antwort zu 4:

Siehe Antwort auf Frage 1

 

 

5. Eine durchschnittliche ortstypische Bebauung der letzten Jahre zugrundgelegt - welchen Anzahl Wohnungen könnte statt den in der Innenstadt geplanten oder bereits im Bau befindlichen Hotels entstehen?

 

Antwort zu 5:

Eine überschlägige Schätzung von möglichen Wohneinheiten für den Geltungsbereich des B-Planes 45.6 "Nutzungsarten Stadtzentrum" ergibt eine Anzahl von 250 Wohneinheiten. Bei der Schätzung der fünf betroffenen Standorte wurde zugrundegelegt, dass das Wohnen erst ab dem vierten Vollgeschoss zulässig ist.

 

 

6. Zieht die Stadt Leipzig aus der aktuellen touristischen Lage in Städten wie Barcelona oder Venedig Konsequenzen für das Verwaltungshandeln?

 

Antwort zu 6:

Leipzig ist vom Phänomen des "Overtourism" bzw. Übertourismus - wie in den angeführten Städten - nicht betroffen. Langfristig wird jedoch auch die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH die Nachhaltigkeitsdimension in der Marketing- und Destinationsstrategie der LEIPZIG REGION weiter ausbauen, mit dem Ziel negativer Begleiterscheinungen des Übertourismus' vorzubeugen. Im für Leipzig so wichtigen Kongress- und Tagungssegment ist Nachhaltigkeit bereits elementarer Angebotsfaktor.
 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

 


 

 

Stammbaum:
VI-F-08039   (Über-)Versorgung mit Hotels in Leipzig   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Anfrage
VI-F-08039-AW-01   (Über-)Versorgung mit Hotels in Leipzig   61 Stadtplanungsamt   schriftliche Antwort zur Anfrage
VI-F-08039-AW-02   (Über-)Versorgung mit Hotels in Leipzig   80 Amt für Wirtschaftsförderung   schriftliche Antwort zur Anfrage