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Vorlage - VI-DS-07998  

 
 
Betreff: Weiterentwicklung Jubiläen und Themenjahre der Stadt Leipzig ab dem Jahr 2021
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Kultur
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung
02.08.2019    DB OBM - Vorabstimmung      
Dienstberatung des Oberbürgermeisters
FA Kultur 1. Lesung
FA Kultur 2. Lesung
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

1. Die Ratsversammlung bestätigt die Themen und Programmvorschläge 2021 – 2025. Diese beinhalten (Arbeitstitel):

  • 2021: Leipzig – Stadt der sozialpolitischen Bewegungen
  • 2021/22: Jüdisches Leben in Leipzig
  • 2022: Leipzig – Stadt der Bildung
  • 2023: Stadt als Bühne / Leipzig – Stadt des Rechts
  • 2024: Kunst in Gebrauch / Leipzig – Stadt der Friedlichen Revolution
  • 2025: Fokus auf den Lettern.    

 

2. Der Stadtrat beschließt, dass die detaillierte Umsetzung der Themen und die entsprechenden finanziellen Auswirkungen im Rahmen von Einzelvorlagen vorgelegt werden.

Zusammenfassung:

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   x Verwaltungshandeln

Sonstiges:

Die Vorlage beschreibt die Neuausrichtung von Jubiläen und Themenjahren der Stadt Leipzig. Ab dem Jahr 2021 wird die Dichte der historischen Ereignisse, die bisher den Jubiläumskalender der Stadt prägten, abnehmen. Im Mittelpunkt steht deshalb stärker denn je die Frage: Welche Geschichte wollen wir von Leipzig erzählen? Wie soll das „kulturelle Gedächtnis“ der Stadt aussehen? Ab dem Jahr 2021 eröffnet sich die Chance, bewusst thematische Schwerpunktsetzungen vorzunehmen und viele unterschiedliche engagierte Akteure für ein gemeinsames Thema zu begeistern. Die Vorlage stellt Vorschläge bis 2025 vor (detailliert siehe Beschlusspunkt 1) und zeigt in einer Anlage Jahrestage und Themen bis 2023 auf.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sachverhalt:
 

0. Gliederung

 

1. Erfolgreiche Jubiläen der Stadt Leipzig 2009 – 2020 und Image der Kulturstadt Leipzig

2. Warum eine städtische Geschichtserzählung? – Grundsätzliche Überlegungen  

3. Welche Geschichte wollen wir von Leipzig erzählen? – Angebot zur Diskussion

4. Weiterentwicklung der Leipziger Festivallandschaft „Musikstadt Leipzig“ – Exkurs

5. Auswahl an Jahrestagen und mögliche Themensetzungen ab 2021 

6. Verfahrensvorschlag und Beteiligung

7. Folgen bei Nichtbeschluss

8. Anlage: Bevorstehende Jahrestage und Jubiläen mit Bezug zur Stadt Leipzig

 

 

1. Erfolgreiche Jubiläen der Stadt Leipzig 2009 – 2020 und Image der Kulturstadt Leipzig

 

Seit dem Jahr 2009 verfolgt die Stadt Leipzig das Ziel, mit jährlichen wechselnden Schwerpunktsetzungen im Kulturbereich öffentlichkeitswirksame und identitätsstiftende Potenziale zu bündeln, die Anziehungskraft der Kommune zu erhöhen und den hohen Qualitätsanspruch im Kulturangebot auszubauen. Die Auswahl folgte bisher einer Kette von historisch bedeutsamen, weit über Leipzig hinaus wahrgenommenen und reflektierten Jubiläen. Folgende Projekte wurden – überwiegend auf der Grundlage von einzelnen Stadtratsbeschlüssen – realisiert (Auswahl):

 

 

2009

20 Jahre Friedliche Revolution –

     Lichtfest

200. Geburtstag von Felix Mendelssohn          

     Bartholdy

 

2016

100. Todestag Max Reger

300. Todestag Gottfried Wilhelm

     Leibniz           

 

2011

Internationales Mahler-Festival

    anlässlich des 100. Todestages

 

2017

500 Jahre Reformation

 

2012

800 Jahre THOMANA

 

2018

25 Jahre Städtepartnerschaft Leipzig-  

    Houston 

275 Jahre Gewandhausorchester

 

2013

200. Geburtstag von Richard Wagner

200 Jahre Völkerschlacht und 100    

    Jahre Völkerschlachtdenkmal

 

2019

30 Jahre Friedlichen Revolution

     Lichtfest

→ 100 Jahre Bauhaus

200. Geburtstag von Clara Schumann

500 Jahre Leipziger Disputation

 

2014

25 Jahre Friedliche Revolution –

    Lichtfest

2020

Jahr der Industriekultur 2020

→ 100. Todestag Max Klinger

→ Deutsches Chorfest „Leipzig ist ganz

     Chor“

    (mit Bezug zum Beethoven-Jahr 2020)

 

2015

1.000 Jahre Ersterwähnung der Stadt

     Leipzig 

 

 

 

 

Die Außen- und Innenwirkung der Jubiläen wurde in der Vergangenheit regelmäßig analysiert und floss in Strategiepapiere der Kommunalpolitik ein. Es wurde deutlich, dass innovativ konzipierte Jubiläen Leipzig als weltoffene und vielstimmige Kulturstadt zeigen und die Ziele des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes INSEK „Leipzig 2030“ – hier vor allem „Leipzig stärkt seine Internationalität“ und „Leipzig setzt auf Lebensqualität“ – unterstützen. Sie tragen zum im INSEK formulierten Zukunftsbild der Stadt Leipzig bei:

„Im Jahr 2030 ist Leipzig ein wichtiger nationaler und internationaler Wirtschaftsstandort und zugleich eine moderne europäische Kulturmetropole mit einem starken Identitäts- und Zugehörigkeitsgefühl und einer Bevölkerung, die langfristige Ziele und demokratische Werte gemeinsam trägt, weltoffen und außerordentlich kreativ ist.

 

Die vielfältige Leipziger Kulturlandschaft und die kulturellen Schwerpunktsetzungen der vergangenen Jahre sind entscheidend für den guten Ruf Leipzigs, der seit 2010 deutlich verbessert wurde. Eine Deutschlandumfrage, die die Stadt Leipzig Ende 2018 in Auftrag gegeben hatte und bei der 2.000 Personen nach ihrem Leipzig-Bild befragt wurden, zeigte, dass Leipzig als weltoffene und gastfreundliche Stadt wahrgenommen wird. Leipzig wird u.a. als Stadt der Friedlichen Revolution, als Stadt für Kreative und als Musikstadt von internationaler Bedeutung gesehen. Konzerte und Ausstellungen bieten häufig Reiseanlässe für Leipzig-Gäste. Dies bestärkt in dem Weg, die Stadt weiterhin kulturell zu profilieren.

 

Ab dem Jahr 2021 wird die Dichte der historischen Ereignisse, die bisher den Jubiläumskalender der Stadt prägten, abnehmen. Dies ist eine Chance, bewusst thematische Schwerpunktsetzungen vorzunehmen, die einen historischen Bezug haben können, vielmehr aber im „Heute“ verankert sind. Themenjahre eröffnen die Möglichkeit, in die Stadtgesellschaft hineinzuwirken und unterschiedliche engagierte Akteure für ein gemeinsames Thema zu begeistern. So kann es gelingen, vielfältige Interessen unter einer thematischen Klammer zu vereinen. Das „Jahr der Demokratie 2018“ und das vom Freistaat Sachsen ausgerufene „Jahr der Industriekultur 2020“ sind Modelle, mit denen „Themenjahre“ und anlassbezogene „Themensetzungen“ erprobt wurden und werden.

 

 

2. Warum eine städtische Geschichtserzählung? – Grundsätzliche Überlegungen  

 

Die zukünftige Gestaltung von Jahresthemen entlang von historischen Anlässen wurde im Dezernat Kultur in zahlreichen Zusammenhängen diskutiert. Den Diskussionen lag die These zugrunde, dass eine städtische Geschichtserzählung auf einer selektiven Geschichtsbetrachtung beruht. So meint die Historikerin Aleida Assmann, die im Oktober 2018 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, dass Gesellschaften ihr historisches Gedächtnis konstruieren, indem sie bestimmte Erinnerungspraktiken wählen, um so eine spezifische Identität zu festigen. Dieses sogenannte „kollektive Gedächtnis fußt nicht auf Vollständigkeit, sondern auf Auswahl.

 

Eine vielschichtige Geschichte einer Stadt kann neue Sichtweisen eröffnen. Dass eine Stadtgesellschaft identitätsstiftende Narrative benötigt, wird daran deutlich, dass sich weite Teile der Gesellschaft nach Verortung und Sicherheit sehnen. Vor einigen Jahren wurde der Begriff der „Identität“ im politischen Diskurs noch kritisch betrachtet. Heute steht er wieder hoch im Kurs. Offenbar braucht der Einzelne einen Ort und eine Gemeinschaft, deren er sich zugehörig fühlen kann. Dieses Gemeinwesen offen und liberal zu gestalten, hängt auch von einer vielgestaltigen Geschichtserzählung ab. 

 

Das „Gedächtnis einer Stadt“ kann dann offen sein, wenn es sich nicht im historischen Erbe verliert und den Fokus auf eine Deutungshoheit festlegt. Das Schwelgen in der Vergangenheit verhindert Zukunftsentwürfe im gesellschaftspolitischen Diskurs. Das „Gedächtnis einer Stadt“ kann weiterhin dann offen sein, wenn keine einzig wahre Geschichtserzählung behauptet wird, wenn weder überschwänglich Superlative reklamiert, noch einseitig Verluste herausgestellt werden. Vielmehr sollte das „städtische Gedächtnis“ aus vielen partikularen Erzählungen bestehen, die auch Widersprüche beinhalten können und Veränderungen erlauben.

 

Der französische Philosoph François Jullien warnt in seinem Essay von 2017 Es gibt keine kulturelle Identität vor Erzählungen und Begriffen, die eine  gesellschaftliche Identität verengend oder homogenisierend beschreiben.[1] Er argumentiert hingegen, dass Gesellschaften auf unterschiedliche „kulturelle Ressourcen“ zurückgreifen. Diese können kleinteilig und widersprüchlich sein und unterliegen einem zeitlichen Wandel. „Sie schließen niemanden aus; sie sind vielmehr nützlich und nutzbar; und zwar von allen“.[2] Die Erzählung einer städtischen Gesellschaft sollte aus verschiedenen „kulturellen Ressourcen“ schöpfen, die vielstimmig sind und Potentiale für Neues bieten. Sie bindet vielseitige Interessen ein, erschließt neue Themenfelder und schafft den Raum für neue Allianzen.

 

Die Rolle der Stadt, zumal der städtischen Verwaltung, kann dabei nicht in der Konstruktion von „Geschichtserzählungen“ bestehen. Vielmehr steht die Förderung eines reflektierten und kritischen Geschichtsbewusstseins als Ziel, zu der Themenjahre geeignete Anlässe und Bezugspunkte liefern können. Die thematischen Setzungen sind als Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger zu verstehen, diese mitzugestalten und immer wieder neu auszurichten. Es soll die Chance zur kontroversen Interpretation, Diskussion und zur Beteiligung eröffnet werden.[3]

 

Leipzigs Kulturschaffende gestalten aktuell das Festjahr CLARA19 anlässlich des 200. Geburtstages von Clara Schumann. Die Pianistin und Komponistin stand bisher im Musikdiskurs der Stadt nicht im Vordergrund. Offenbar lassen sich aber mit Clara Schumann viele bisher wenig beachtete gesellschaftliche Aspekte beschreiben – wie den Konflikt zwischen einer beispiellosen Karriere und einem traditionellen Rollenbild der Frau im 19. Jahrhundert, wie die Geschichte einer klugen Unternehmerin oder die einer weitgereisten Europäerin. Die Geschichte Clara Schumanns kann im Sinne François Julliens eine „kulturelle Ressource“ des städtischen Gedächtnisses sein. CLARA 19 ist ein Beispiel, wie historische Jubiläen in facettenreiche thematische Auseinandersetzungen münden können, die wiederum neue Sichtweisen auf die städtische Gesellschaft zulassen

 

 

3. Welche Geschichte wollen wir von Leipzig erzählen? – Angebot zur Diskussion

 

Die zukünftige Ausrichtung der Jubiläen der Stadt Leipzig wurde in zahlreichen Zusammenhängen diskutiert:

 

  • Sie stand mit einem Vortrag von Prof. Dr. Helmuth Berking zur „Bedeutung von Jubiläen im Stadtmarketing“ (TU Darmstadt) auf der Agenda des Leipziger Kulturrates (November 2017).
  • Sie war Thema einer Führungskräfteklausur des Dezernats Kultur (Mai 2018).
  • Sie war Gegenstand einer strategischen Beratung mit dem Referat Wissenspolitik der Stadt Leipzig und dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig (Nov. 2018 / April 2019).
  • Neue Schwerpunktsetzungen wurden umfassend bei allen Kulturakteuren, die in der Fachverantwortung des Dezernats stehen, abgefragt (Dezember 2018 - Januar 2019).
  • Das so entstandene Konzept wurde von verschiedenen Seiten kommentiert, bspw. erneut vom Leipziger Kulturrat (Juli 2019).

 

 

 

 

Die Diskussion verlief entlang folgender Argumente: 

 

  • Leipzig besitzt ein bedeutendes kulturelles Erbe. Leipzig war und ist ein Schmelztiegel vielfältiger Talente und Vermögen. Das kulturelle Erbe prägt Geist, Atmosphäre und Freundlichkeit unserer Stadt. Jubiläen dienen der ständigen Sorge und Pflege dieses Erbes, was zur Unverwechselbarkeit unserer Stadt beiträgt.

 

  • Jubiläen bieten eine vorzügliche Möglichkeit, die Stadt und die Stadtpolitik ins „richtige Licht“ zu rücken. Sie gestalten eine städtische Identität und eine singuläre Außenwahrnehmung. Dabei geht es allerdings nicht um eine „lückenlose Rekonstruktion“ von Geschichte oder das „Beschwören einstiger Größe“, sonst besteht die Gefahr, Zukunftsentwürfe im gesellschaftlichen Diskurs zu verlieren. 

 

  • Vielmehr sollten historischen Anlässe klug ausgewählt und auf die Relevanz hin für das „Heute“ und das „Zukünftige“ untersucht werden. In diesem Zusammenhang muss es erlaubt sein, über eine Erweiterung des Jubiläumsbegriffs nachzudenken. Das Wort „Jubiläum“ darf nicht die Assoziation des Verstaubten und Gestrigen wecken. Der Geist jedes Jubiläums muss eine Verankerung in unserer Aktualität besitzen.

 

  • Auch die Darstellung von Konflikten, von Verdrängtem, von widersprüchlichen Erzählungen, von Multiperspektivität und Vielfalt sollte bei den in der Gegenwart verankerten Jubiläen und Themensetzungen mitgedacht werden.

 

  • Zu bedenken ist zudem, ob Jubiläen eines „jüngeren Typus“ entwickelt werden sollten. Hier ist an die zahlreichen politischen, kulturellen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und popkulturellen Neugründungen nach 1989 zu denken.

 

  • Diskutiert werden sollte auch, ob man sich „gänzlich“ von historischen Daten löst und bewusste Setzungen, wie etwa mit dem „Jahr der Demokratie 2018“ oder dem „Jahr der Industriekultur 2020“, wählt.

 

  • Die zentrale Frage sollte sein: Welche Geschichte wollen wir von Leipzig erzählen? Welches Selbstbild wollen wir von Leipzig vermitteln?

Des Weiteren wurde der Versuch unternommen, Kriterien zu finden, anhand derer historische Anlässe und Themensetzungen ausgewählt werden sollten: 

 

 

                 

 

 

  • Leipzig zeichnet eine urbane Atmosphäre aus. Sie äußert sich im städtebaulichen Bild unserer Stadt, aber vor allem im Umgang, den die Stadtgesellschaft mit sich selbst pflegt. Kraft zur Differenz, zum Widerspruch, zum Austausch bilden Grundpfeiler des stadtgesellschaftlichen Raums. Dabei steht u.a. die Frage im Mittelpunkt: Wie wollen wir das Zusammenleben im urbanen Raum gestalten? Die Akzeptanz vieler Interessen und Haltungen kennzeichnet Leipzigs Urbanität. Kriterium 1: Urbanität

 

  • Leipzig ist ein Laboratorium der Künste, der Wissenschaften, der Lebensweisen. Das wahrhaft Neue wächst auf dem Boden einer Tradition, die erfahrungsoffen ist. Leipzig kann mit einer Vielzahl schöpferischer Akte punkten, die national und international herausragen. Die politischen Bedingungen für diese globale Erkennbarkeit in Wirtschaft und Kunst, Wissenschaft und Kultur müssen wir markieren und kommunizieren: Meinungsvielfalt, Freiheit, Kritikfähigkeit. Kriterium 2: Vielfalt

 

  • Leipzig ist häufig ein Ort von Erfindungen gewesen: die erste Tageszeitung, die zweitälteste Universität Deutschlands (mit durchgehendem Lehrbetrieb), die erste Mustermesse, der Taktstock im Orchesterbetrieb, der Geburtsort des bürgerlichen Theaters und des Deutschen Fußballbundes, der erste Konsumverein, die Arbeiter- und Frauenbewegung, die Reformpädagogik, das erste Kinder- und Jugendtheater, die Leipziger Schule, die Neue Leipziger Schule und viele weitere mehr. Der Erfindungsreichtum verdankt sich eines innovativen Umgangs mit der Tradition und der Fähigkeit zur Neuschöpfung. Risikobereitschaft, Erfindungsgabe und Experimentierfreude, Autoritätsdistanz und Autonomie bilden wesentliche Elemente des Leipziger Geistes. Kriterium 3: Erfindungsgabe

 

  • Leipzig ist stets ein Ort der Begegnung, des Austausches, des Transfers gewesen. In Leipzig verband sich eine starke lokale Verwurzelung mit einer kosmopolitischen Ausrichtung. Es war diese besondere Melange aus Gelehrten und Kaufleuten, aus Aufklärern und Händlern, aus Akademikern und Kommunalpolitikern, also in einem Wort: die Trias von Geist, Geld und Macht, die das moderne Leipzig geprägt haben. Der internationale Geist Leipzigs besteht in seiner Internationalität, Weltoffenheit und Gastfreundschaft. Kriterium 4: Internationalität

 

  • Leipzig ist stets eine Stadt gewesen, in der sich die dynamischen Entwicklungen der Neuzeit exemplarisch niedergeschlagen haben. Reformation, internationale Handelsnetze, Aufklärung, Vormärz und das Jahr 1848, Geburtsort der Arbeiterbewegung, Friedliche Revolution u.v.m.: Der historische Wandel, seine Potentiale und Konflikte, ist in Leipzig lebendiges Thema geworden. Das Selbstbewusstsein, der Wille zur Selbstbestimmung des Stadtbürgers waren ebenso Voraussetzung wie Ergebnis eines ständigen Nachdenkens und politischer Orientierungssuche in sich wandelnden Zeiten. Leipzig war auch sozial und politisch ein Ort der Erfindung.

Kriterium 5: Bürgerethos

 

 

4.  Weiterentwicklung der Leipziger Festivallandschaft „Musikstadt Leipzig“ – Exkurs

 

Zeitgleich zur Weiterentwicklung von Jubiläen und Themenjahren findet ein Prozess statt, bei dem die Leipziger Festivallandschaft unter dem Label „Musikstadt Leipzig“ neu ausgerichtet wird (Vorlage: VI-DS-06656). An die Seite des jährlich stattfindenden Bachfestes sollen ab 2021 alternierend aller zwei Jahre die „Opern-Festtage Leipzig“ und die „Gewandhaus-Festtage Leipzig“ treten – die „Gewandhaus-Festtage“ erstmals im Mai 2021, die „Opern-Festtage“ erstmals im Juni/Juli 2022. Ziel ist es, die vorhandenen Potentiale der Musikstadt Leipzig weiter auszuschöpfen, um die internationale Strahlkraft zu verstärken und die Besucherzahlen zu erhöhen. Ausgangspunkt dieser Festivallandschaft werden u.a. auch – aber nicht nur – Jubiläen großer Komponisten sein. Diese spielten bereits in der Jubiläumsstruktur der vergangenen Jahre eine zentrale Rolle, wie in den Jahren 2009, 2011, 2012, 2013, 2016 und 2019 die Jubiläen zu Felix Mendelssohn Bartholdy, Gustav Mahler, 800 Jahre Thomana, Richard Wagner, Max Reger und Clara Schumann.

 

 

5. Auswahl an Jahrestagen und mögliche Themensetzungen ab 2021 

 

Im Folgenden wird für die folgenden fünf Jahre eine (unvollständige) Liste möglicher (historischer) Anlässe beschrieben, die aus Sicht des Dezernats Kultur zu einem Thema ausgearbeitet werden können. Themenjahre sollten als Chance genutzt werden, eine Einladung an alle Interessierte auszusprechen, die Zivilgesellschaft einzubeziehen und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Partner zu bestärken. Die genannten Partner sind bisher Vorschläge; sie werden mit der Erarbeitung von Einzelvorlagen konkretisiert.

 

 

Jahr

Titel / Themen-klammer

Themenbezogene Veranstaltungen  und Höhepunkte + mögliche Partner (Vorschläge)

kulturelle Höhepunkte parallel

 

2021

Leipzig – Stadt der sozial-politischen Bewegungen

 

Kriterien:

• Bürgerethos

• Vielfalt

• Erfindungsgabe

• Urbanität

 

• 150. Geburtstag Karl Liebknecht (geb. am 13.08. 1871 in Leipzig) → Arbeiterbewegung → In Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum

 

• 140 Jahre Stiftung des Johannaparks (1881) sowie

160. Todestag von Gottlob Moritz Schreber → Kleingarten- und Schreberbewegung → In Kooperation mit Dez III, VI

 

• 110 Jahre erste deutsche Frauenhochschule → Frauenbewegung

 

• 100 Jahre Caritasverband in Leipzig → soziale Bewegung

 

• 75 Jahre Theater der Jungen Welt → als erstes deutsches Kinder- und Jugendtheater → In Kooperation mit dem Theater der Jungen Welt

 

Eingeworbene Großveranstaltung:

• 15. Deutscher Volkshochschultag → Bildungsbewegung → In Kooperation mit der Volkshochschule

 

Außerdem:

150. Jahrestag Deutsche Reichsgründung und 150 Jahre Ende Deutsch-Französischer Krieg

 

Gustav-Mahler-Festival am Gewandhaus zu Leipzig

2022

Jüdisches Leben in Leipzig

(1. Jahreshälfte, ggf. schon ab 2021 → Jüdische Woche)

 

Kriterien:

• Vielfalt

• Erfindungsgabe

• Internationalität

 

 

 

 

Leipzig – Stadt der Bildung 

(2. Jahreshälfte)

 

Kriterien:

Urbanität

• Vielfalt

 

175. Gründungstag Jüdische Gemeinde Leipzig sowie

100. Jahrestag Einweihung der Ez-Chaim-Synagoge in der Otto-Schill-Straße (10.09.1922) → Idee: in Kooperation mit Partnern der „Jüdischen Woche“

 

175. Todestag F. M. Bartholdy sowie 25 Jahre Museum im Mendelssohn-Haus → Idee: In Kooperation mit der Stiftung F. M. Bartholdy

 

Gewandhaus-Saison 2020/2021 → „Mahler/

Mendelssohn“ zwei jüdische Musikbiografien im 19. Jahrhundert → Idee: In Kooperation mit dem Gewandhaus

 

 

230. Jahrestag der Gründung der „Ratsfreischule“ (1792), der ersten städtischen Volksschule und ersten öffentlichen Schule für Mädchen in Leipzig → In Kooperation mit dem Amt für Jugend, Familie und Bildung

 

100 Jahre Volkshochschule → In Kooperation mit der Volkshochschule

 

100. Todestag Arthur Nikisch, Gewandhauskapell-meister, der mit dem Arbeiter-Bildungsinstitut kooperierte und Gewandhauskonzerte für Arbeiter entwickelte

 

100. Jahrestag des Erscheinens der zentralen Werke von Hugo Gaudis, des bedeutendsten Leipziger Pädagogen des frühen 20. Jahrhunderts → In Kooperation mit dem Amt für Jugend, Familie und Bildung und dem Schulmuseum

 

60. Todestag von Theodor Litt (1962), einer der Begründer der geisteswissenschaftlichen Pädagogik, Rektor der Universität 1932, Gegner des Nationalsozialismus, Begründer der politischen Bildung in der Bundesrepublik nach 1949

→ In Kooperation mit dem Amt für Jugend, Familie und Bildung und dem Schulmuseum

 

20. Jahrestag der Einführung des dreigliedrigen Schulsystems im Freistaat Sachsen 1992, die zentrale, bis heute wirksame bildungspolitische Weichenstellung nach der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung

→ In Kooperation mit dem Amt für Jugend, Familie und Bildung und dem Schulmuseum

 

Außerdem:

200jähriges Jubiläum der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte

 

150. Geburtstag Herman H. ter Meer (bereits im Dezember 2021), Tierpräparator und Wegbereiter der modernen Dermoplastik In Kooperation mit dem Naturkundemuseum

 

Lange Nach der Wissenschaften 2022Idee: In Kooperation mit dem Referat Wissenspolitik

Wagner 2022 an der Oper Leipzig

 

 

 

 

 

 

 

2023

Leipzig – Die Stadt als Bühne

(Schwerpunkt auf Projekten im öffentlichen Raum / im Grünen / am Wasser)

(1. Jahreshälfte)

 

Kriterien:

• Urbanität

• Vielfalt

Internationalität

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leipzig – Die Stadt des Rechts

(2. Jahreshälfte)

 

Kriterien:

Erfindungsgabe

Bürgerethos

 

vor 100 Jahren: Uraufführung von Bertolt Brechts „Baal“ im Alten Theater in Leipzig, 08.12.1923 (das Drama wird auf Drängen des Oberbürgermeisters abgesetzt) sowie 125. Geburtstag Hanns Eisler (geboren in Leipzig) Zusammenarbeit Brecht/Eisler Idee: In Kooperation mit dem Schauspiel Leipzig sowie Eisler-Haus Leipzig e.V.

 

50 Jahre Naherholungsgebiet Kulkwitzer See Leipzigs Entwicklung ist eng mit der Flusslandschaft verknüpft und seit 2000 um eine Wasserlandschaft reicher (Neuseenland) Außerdem: 1856 Baubeginn des ersten Abschnitts eines Kanales von Leipzig an die Saale durch Karl Heine, 1992/1994 Beschlüsse zur Offenlegung der Mühlgräben, 1997 Offenlegung des ersten Bauabschnittes des Pleißemühlgrabens In Kooperation mit Dezernat III und Dezernat VI sowie freien Partnern

 

Großveranstaltung einwerben (geplant):

Kinder zum Olymp! → Festival für Kulturelle Bildung Idee: Projekte im Stadtraum

 

Außerdem:

50 Jahre Städtepartnerschaft Brno sowie Krákow Idee: Projekte im Stadtraum Idee: In Kooperation mit dem Referat Internationale Zusammenarbeit

 

 

 

• 540 Jahre Bildung Oberhofgericht als ältestes kursächsisches Gericht in Leipzig (1483) → Idee: Leipzig als Stadt des Rechts bis in die Gegenwart → In Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum → evtl. Bezug zum neu entstehenden „Forum Recht“

LEBach 300 Jahre Amtsantritt Johann Sebastian Bach

 

Romantik-Festival am Gewandhaus zu Leipzig

 

 

2024

Kunst in Gebrauch

(1. Jahreshälfte)

 

Kriterien:

Urbanität

Erfindungsgabe

Vielfalt

 

 

 

 

 

Leipzig – Stadt der Friedlichen Revolution

(2. Jahreshälfte)

 

Kriterien:

Erfindungsgabe

Bürgerethos

Internationalität

 

• 150 Jahre GRASSI Museum für Angewandte Kunst (25.10.1874) Idee In Kooperation mit dem GRASSI Museum

 

• 150. Geburtstag des Dirigenten und Chorleiters Barnet Licht (1874 – 1951), Thema: Arbeiterchöre, Arbeiterorchester, Arbeiter-Bildungs-Institut Leipzig → In Kooperation mit einer Leipziger Musikinstitution / Barnet-Lichtsammlung des Stadtgeschichtlichen Museums

 

 

 

• 35 Jahre Friedliche Revolution und Herbst `89

 

• Bereits 2023: 175. Todestag von Robert Blum (09.11.1848) sowie 175 Jahre Revolution 1848/49

 

 

 

 

Opern-Festtage 24 an der Oper Leipzig

 

 

2025

Fokus auf den Lettern

 

Kriterien:

Erfindungsgabe

Vielfalt

 

200 Jahre Gründung Börsenverein d. Dt. Buchhändler zu Leipzig Idee: In Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels

 

375 Jahre erste Tageszeitung im deutschsprachigen Raum kommt aus Leipzig, 1650 „Einkommende Zeitungen“ von der Druckerei Timotheus Ritsch

275. Todestag Johann Sebastian Bach sowie 75 Jahre Bach-Archiv Leipzig

 

Gewandhaus-Festtage (Dmitri Schostakowitsch)

am Gewandhaus

6. Verfahrensvorschlag und Beteiligung

 

Ziel der Vorlage ist es, sich zunächst innerhalb der Stadtverwaltung und gemeinsam mit dem Stadtrat auf thematische Setzungen zu einigen. Im Anschluss daran sollen Arbeitsgruppen gebildet werden und Workshops stattfinden, um Formate und Veranstaltungsschwerpunkte im Diskurs zu bestimmen. Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig soll diesen Prozess professionell begleiten. Auf der Grundlage der Ergebnisse werden anschließend – wie bereits erprobte Praxis – Einzelvorlagen für den Stadtrat erarbeitet.

 

 

 

7.  Folgen bei Nichtbeschluss

 

Bei Nichtbeschluss können die Themensetzungen 2021 – 2025 nicht wie in der Vorlage beschrieben weiterentwickelt werden.

 

 

8. Anlage: Bevorstehende Jahrestage / Jubiläen mit Bezug zur Stadt Leipzig bis 2030

 

2021

  • 375. Geburtstag von Gottfried Wilhelm Leibniz, 01.07.1646
  • 150. Geburtstag Karl Liebknecht (geboren in Leipzig, Redeakteur der Leipziger Volkszeitung)
  • 150. Geburtstag Rosa Luxemburg (geboren in Zamość, Russisch-Polen)
  • 150. Jahrestag deutsche Reichsgründung und 150 Jahre Ende deutsch-Französischer Krieg
  • 150. Geburtstag Herman H. ter Meer, Tierpräparator, geboren in Leiden, gestorben in Leipzig (Vorschlag: Naturkundemuseum > Themenjahr „Stadt und Wissenschaften“ in 2022)
  • 130. Geburtstag Lene Voigt, 02.05.1891 (geboren in Leipzig)
  • 125. Todestag Clara Schumann (gestorben in Frankfurt/Main)
  • 125. Todestag von Anton Philipp Reclam, 05.01.1896
  • 125 Jahre Altes Grassimuseum (heute Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz), Einweihung 05.02.1896
  • 110 Jahre erste deutsche Frauenhochschule (heute: BSZ Henriette Goldschmidt)
  • 100 Jahre Caritasverband Leipzig
  • 75 Jahre Theater der Jungen Welt, erste Aufführung: 07.11.1946
  • 40 Jahre Neues Gewandhaus am Augustusplatz
  • 25 Jahre neues Messegelände, Eröffnung: 12.04.1996

 

2022

  • 525 Jahre Leipziger Messeprivileg, 20.07.1497
  • 300 Jahre Literarisch-Musikalischer Salon der Christiana Mariana von Ziegler als einer der ersten literarisch-musikalischen Salons in Deutschland
  • 200jähriges Jubiläum der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (älteste und größte interdisziplinäre Wissenschaftsvereinigung in Deutschland), gegründet 18.08.1822 in Leipzig
  • 230. Jahrestag der Gründung der „Ratsfreischule“ (1792), der ersten städtischen Volksschule und ersten öffentlichen Schule für Mädchen in Leipzig
  • 175. Todestag Felix Mendelssohn-Bartholdy (gestorben in Leipzig) sowie 25 Jahre Museum im Mendelssohn-Haus 
  • 150 Jahre Leipziger Hochverratsprozess, 11. – 27.03.1872
  • 175. Gründungstag der Jüdischen Gemeinde Leipzig, 02.06.1847
  • 125 Jahre Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung (24.04.1897)
  • 100. Todestag Arthur Nikisch (Gewandhauskapellmeister), gest. 23.01.1922 in Leipzig
  • 100 Jahre Leipziger Volkshochschule, 13.03.1922
  • 100 Jahre 1. Deutsches Arbeiter-Turn- und Sportfest, 22.-25.07.1922 in Leipzig
  • 100 Jahre Gründung des Wilhelm Goldmann Verlags (21.06.1922) Entwicklung preiswerter Broschurausgaben als Prototyp des Taschenbuches
  • 100. Jahrestag des Erscheinens der zentralen Werke von Hugo Gaudis, des bedeutendsten Leipziger Pädagogen des frühen 20. Jahrhunderts (1922/23 „Auf dem Wege zur neuen Schule“, „Freie geistige Schularbeit in Theorie und Praxis“, „Schule und Schulleben“)
  • 100. Jahrestag der Einweihung der Ez-Chaim-Synagoge (orthodoxe Synagoge) in der Otto-Schill-Straße, 10.09.1922
  • 60. Todestag von Theodor Litt (1962), einer der Begründer der geisteswissenschaftlichen Pädagogik, Rektor der Universität 1932, Gegner des Nationalsozialismus, Begründer der politischen Bildung in der Bundesrepublik nach 1949
  • 60. Todestag Hanns Eisler
  • 20. Jahrestag der Einführung des dreigliedrigen Schulsystems im Freistaat Sachsen 1992, die zentrale, bis heute wirksame bildungspolitische Weichenstellung nach der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung

 

2023

  • 540 Jahre Bildung Oberhofgericht als ältestes kursächsisches Gericht in Leipzig (1483)
  • 530 Jahre Leipziger Buchmesse (1493) als erste Buchmesse in Leipzig, frühster Hinweis auf fremde Buchhändler auf der Leipziger Messe
  • 300 Jahre Amtsantritt J.S. Bach als Thomaskantor (Vorschlag Bach-Archiv: LEBach300)
  • 200. Todestag von Friedrich Arnold Brockhaus (Verleger, Begründer des Konversationslexikons), verstorben 20.08.1823 in Leipzig
  • 225. Gründungsjahr der Allgemeinen Musikalischen Zeitung, 03.10.1798
  • 175. Todestag von Robert Blum (09.11.1848) / 175 Jahre Revolution 1848/49
  • 160 Jahre Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein (erste Massenpartei der deutschen Arbeiterbewegung, gegründet 1863 in Leipzig)
  • 125. Geburtstag des Komponisten Hanns Eisler (geboren in Leipzig)
  • 125 Jahre Handelshochschule Leipzig, Eröffnung: 25.04.1898
  • 100. Todestag Hugo Licht, Architekt und Stadtplaner (gestorben in Leipzig)
  • vor 100 Jahren: Uraufführung von Bertolt Brechts "Baal" im Alten Theater in Leipzig, 08.12.1923
  • 100. Jahrestag der Inflation
  • 50 Jahre Städtepartnerschaft mit Brno sowie Kraków

 

2024

  • 770 Jahre Ersterwähnung Leipziger Thomasschule (1254), gilt als älteste öffentliche Schule Deutschlands
  • 520 Jahre zentrale Wasserversorgung (Einführung Wasserleitsystem 1504)
  • 485 Jahre Leipziger Pestordnung (1539)
  • 305 Jahre Kaffeehaus „Zum arabischen Coffe Baum“, ältestes Kaffeehaus Deutschlands
  • 320 Jahre Sozialamt Leipzig (1704: Einrichtung eines Almosenamtes)
  • 275. Geburtstag Johann Wolfgang von Goethe / vor 250 Jahren Erstveröffentlichung von Goethes Leiden des jungen Werthers zur Leipziger Buchmesse
  • 160 Jahre Kleingärtnerverein „Dr. Schreber“
  • 150 Jahre Grassi Museum für Angewandte Kunst (Leipziger Kunstgewerbemuseum)
  • 150. Geburtstag des Dirigenten und Chorleiters Barnet Licht (1874 – 1951)
  • vor 100 Jahren: die Mitteldeutschen Rundfunk-A.G. (Mirag) geht in Leipzig auf Sendung, 01.03.1924
  • 130 Jahre Deutsche Zentralbücherei für Blinde
  • 100 Jahre Büchergilde Gutenberg, Gründung: 29.08.1924 im Volkshaus
  • 35 Jahre Friedliche Revolution

 

2025

  • 540 Jahre Leipziger Teilung (1485)
  • 470 Jahre Bürgermeister Lotter (1555)
  • 275. Todestag J.S. Bach (gestorben in Leipzig)
  • vor 250 Jahren: erste Ausgabe von Christian Felix Weißes pädagogischer Zeitschrift "Der Kinderfreund" (gilt als erste Kinder- und Jugendzeitschrift Deutschlands)
  • 200. Geburtstag von Henriette Goldschmidt
  • 200 Jahre Gründung des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig
  • 160 Jahre Allgemeiner Deutscher Frauenverein
  • 160 Jahre Allgemeiner Deutscher Zigarrenarbeiter-Verein (1865 gegründet in Leipzig, als erste zentrale organisierte Gewerkschaft in Deutschland)
  • 125. Jahrestag der Gründung der neuen Bachgesellschaft, 27.01.1900
  • 125. Gründungstag des DFB, 28.01.1900
  • 75 Jahre Bach-Archiv Leipzig, 20.11.1950
  • 75. Todestag des Thomaskantors Karl Straube, 27.04.1950
  • 10. Todestag Kurt Masur

 

2026

  • 250 Jahre Gründung der USA (1776)
  • 225. Geburtstag / 175. Todestag von Albert Lortzing sowie 333. Geburtstag der Oper Leipzig
  • 200. Geburtstag Wilhelm Liebknechts, 29.03.1826
  • 150. Geburtstag von Ernst Reclam 21.03.1876
  • 125. Todestag des Unternehmers Adolf Bleichert, 29.07.1901
  • 100. Geburtstag von Erich Loest, 26.02.1926 (gelebt und gestorben in Leipzig)
  • 75. Todestag des Dirigenten und Chorleiters Barnet Licht, 03.05.1951
  • 65 Jahre Städtepartnerschaft mit Kiew
  • 45 Jahre Städtepartnerschaft mit Lyon
  • 15 Jahre Städtepartnerschaft mit Herzlia

 

2027

  • 350 Jahre Leipziger Städtische Bibliotheken
  • 300 Jahre Gründung der Deutschen Gesellschaft unter Einfluss von Johann Chr. Gottsched
  • 300 Jahre Matthäuspassion, 11.04.1727
  • 300. Geburtstag von Christian Felix Weiße (gestorben 1804 in Stötteritz), gilt als Begründer der deutschen Kinder- und Jugendliteratur
  • 200. Todestag des Buchhändlers Carl Friedrich Peters, 20.11.1827
  • 175. Gründungstag des Unternehmens Giesecke & Devrient, 01.06.1852
  • 175. Gründungstag des Unternehmens Blüthner, 07.11.1852
  • 150 Jahre erste bürgerliche Stadtverfassung
  • 100. Geburtstag von Kurt Masur (Gewandhauskapellmeister)
  • 100 Jahre Flughafen Halle/Leipzig, 18.04.1927
  • 70 Jahre Einweihung des Schauspielhauses
  • 70. Ausgabe DOK Leipzig > Vorschlag: Thema Demokratie bis 2029
  • 25. Jahrestag der Eröffnung der Arena Leipzig, 11.05.2002

 

2028

  • 500 Jahre Zeitung in Leipzig
  • 300. Todestag von Christian Thomasius
  • 250 Jahre Samuel-Heinecke-Schule
  • 170 Jahre Museum der bildenden Künste
  • 150 Jahre Leipziger Zoo
  • 140 Jahre Meyersche Häuser
  • 100. Jahrestag der Eröffnung des Kroch-Hochhauses, 01.08.1928
  • 75. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953

 

2029

  • 180 Jahre Erste Deutsche Volksküche
  • 100. Jahrestag Beginn Weltwirtschaftskrise
  • 100 Jahre Eröffnung Neues Grassimuseum am Johannesplatz
  • 100. Todestag des Verlegers und Forschers Hans Meyer, 05.07.1929
  • 75 Jahre Breitkopf und Härtel in Leipzig
  • 75 Jahre Staatsarchiv Leipzig, 01.01.1954
  • 40 Jahre Friedliche Revolution
  • 25. Todestag des Malers und Bildhauers Wolfgang Mattheuer, 07.04.2004
  • 25. Todestag des Malers und Graphikers Werner Tübke, 27.05.2004
  • 25. Jahrestag der Neueröffnung des Museums der bildenden Künste, 04.12.2004

 

2030

  • 175. Geburtstag von Arthur Nikisch (Gewandhauskapellmeister)
  • 150. Todestag des Kaufmanns Franz Dominic Grassi, 14.11.1880 und 150 Jahre „Grassi-Stiftung“ 
  • 150 Jahre Duden in Leipzig
  • 150. Todestag des Verlegers Johann Jakob Weber
  • 100. Geburtstag der Fotografin Evelyn Schmidt
  • 125 Jahre Neues Rathaus, 07.08.1905
  • 40 Jahre Wiedervereinigung

 

2031

  • 250 Jahre Gewandhaus
  • 50 Jahre Neues Gewandhaus

 

 

 


[1] Vgl. François Jullien, Es gibt keine kulturelle Identität. Berlin 2017.

[3] Vgl. Sigrid Bias-Engels, „Jubiläen – Wegmarken der Geschichte“, in: Deutscher Kulturrat e.V., Wachgeküsst. 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998 – 2018. Berlin 2018, S. 298 – 302, hier S. 302.

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Finanzielle Auswirkungen

 

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

x

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

 

nein

 

ja,

 

 

Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Die Erarbeitung der Vorlage erfolgte in einem mehrstufigen Prozess, in den zahlreiche Kulturakteure, die in der Fachverantwortung des Dezernats Kultur stehen, einbezogen wurden. Auch der Leipziger Kulturrat war in den Diskussionsverlauf eingebunden. Außerdem erfolgte eine inhaltliche Beratung durch das Referat Wissenspolitik im Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters sowie das Stadtgeschichtliche Museum. Nicht zuletzt wurden die Dezernate sowie der Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters und des Stadtrates zur Mitzeichnung gebeten, um einen breiten Konsens zu den thematischen Schwerpunkten 2021 - 2025 zu erzielen. Sobald die Stadtverwaltung und die Ratsversammlung Einvernehmen hergestellt haben, sollen separate Einzelvorlagen erarbeitet werden, die die einzelnen Jahre weiter inhaltlich untersetzen.