Ratsinformationssystem

Vorlage - VI-DS-05801-NF-04  

 
 
Betreff: Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Theater der Jungen Welt
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Neufassung
Einreicher:Dezernat KulturBezüglich:
VI-DS-05801
Beratungsfolge:
FA Finanzen 2. Lesung
29.04.2019    FA Finanzen      
BA Kulturstätten Vorberatung
02.05.2019    BA Kulturstätten      
Ratsversammlung Beschlussfassung
15.05.2019 
Ratsversammlung vertagt     
22.05.2019 
Ratsversammlung (Fortsetzung vom 15.05.2019) ungeändert beschlossen     

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Ratsversammlung beschließt für den städtischen Eigenbetrieb Theater der Jungen Welt gemäß Punkt 7 der Vorlage die folgenden Eigentümerziele: „Betriebsführung des Eigenbetriebes, Kontinuität und Qualität, Partizipation und kulturelle Teilhabe, Ort der kulturellen Vielfalt sowie Beitrag zu qualitativer Diversität“.
  2. Das strategische Unternehmenskonzept des Theaters der Jungen Welt wird dem Stadtrat nach Beschlussfassung der Eigentümerziele vorgelegt.
  3. Die Eigentümerziele gelten grundsätzlich für unbestimmte Zeit. Sie werden fortlaufend auf Aktualität geprüft. Nach 5 Jahren besteht die Möglichkeit einer Evaluation.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen

 

X

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

X

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

X

nein

 

ja,

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Sachverhalt:
 

1. Ziele der Vorlage

 

Mit dieser Vorlage werden gemäß des Leipziger Corporate Governance Kodex (Ratsbeschluss RBV-1843/13 vom 11.12.2013), der Eigenbetriebssatzung sowie der Vorlage zur Steuerung der Eigenbetriebe (Ratsbeschluss RBV VI-DS-02515-NF-02 vom 18.04.2018) auch für die Eigenbetriebe Kultur (hier: das Theater der Jungen Welt) Eigentümerziele definiert.

 

2. Grundsätzliches zu den Eigentümerzielen

Eigenbetriebe sind nach deutschem Kommunalrecht Organisationseinheiten einer Gemeinde, die keine eigene Rechtspersönlichkeit besitzen, jedoch in der Regel wirtschaftlich selbstständig sind. Sie können zu ihren Abnehmern (Benutzern) in öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Beziehungen stehen und damit Leistungsprofile im Rahmen des HGB und der Rechtsetzungshoheit (Satzungsrecht) der Kommunen aufweisen.

 

Die Stadt Leipzig hat zur Umsetzung ihrer Aufgaben die folgenden Eigenbetriebe gegründet:

- Eigenbetrieb Gewandhaus zu Leipzig

- Eigenbetrieb Oper Leipzig

- Eigenbetrieb Schauspiel Leipzig

- Eigenbetrieb Theater der Jungen Welt Leipzig

- Eigenbetrieb Musikschule Leipzig "Johann-Sebastian-Bach"

- Städtischer Eigenbetrieb Behindertenhilfe

- Verbund Kommunaler Kinder- und Jugendhilfe

- Städtisches Klinikum St. Georg Leipzig

- Kommunaler Eigenbetrieb Engelsdorf

 

Mit Gründung eines Eigenbetriebes legt die Trägerin Stadt Leipzig den Geschäftszweck und die zu erfüllenden öffentlichen Aufgaben für den Betrieb fest.

Die Stadt Leipzig bekennt sich ausdrücklich zu ihren kommunalen Unternehmen bzw. Eigenbetrieben, stellt aber im Gegenzug auch hohe Ansprüche an deren Handeln. Sie erwartet, dass nicht nur der jeweilige Satzungszweck bestmöglich erfüllt wird, sondern darüber hinaus den strategischen Zielstellungen der Stadt Leipzig Rechnung getragen wird.

Die Kommunalwirtschaft in Deutschland bewegt sich in einem dynamischen und nicht spannungsfreien Umfeld: Einerseits sind zunehmende Rechts- und Marktanforderungen an die Unternehmenspolitik analog zur Privatwirtschaft auch bei kommunalen Unternehmen zu beobachten. Andererseits sieht sich der Eigenbetrieb als kommunales Unternehmen auch (internen) Anforderungen aus Eigentümersicht gegenüber; beispielsweise wenn es um die Festlegung von Zuschüssen der Stadt Leipzig aus dem Ergebnis- und Finanzhaushalt geht. Gemäß der gültigen Betriebssatzungsatzung, dem Leipziger Corporate Governance Kodex sowie der Steuerungsvorlage zur Steuerung der Eigenbetriebe legt die Stadt Leipzig Eigentümerziele auch für ihre Eigenbetriebe fest. Eigentümerziele ordnen sich in eine Reihe von Tools zur Steuerung von Unternehmen ein.

 

Das nachstehende Zielsystem verdeutlicht die Systematik der Beteiligungssteuerung durch Ziele, entsprechend der Logik „vom Allgemeinen zum Speziellen“.


Während rein privatwirtschaftliche Unternehmen in erster Linie über Finanzziele gesteuert, d. h. an ihrem ökonomischen Erfolg gemessen werden, geht es bei kommunalen Unternehmen in der Regel um die Erfüllung von Sachzielen, da sie einem öffentlichen Zweck dienen. Aber auch wirtschaftliche und finanzielle Zielstellungen können Steuerungsmechanismen kommunaler Unternehmen darstellen. Streng genommen sind bereits die satzungsgemäßen Aufgaben als eigentümergeprägte Oberziele zu verstehen.

 

3. Kurzvorstellung des Eigenbetriebs Theater der Jungen Welt

 

 

 

Selbstverständnis Theater der Jungen Welt

„Das TdJW ist eines der renommiertesten deutschsprachigen Kinder- und Jugendtheater. Es versteht seine Arbeit immer auch als experimentelle Plattform des Genres, sowie als theoretischen und praktischen Diskursort für die Umsetzung eines qualitativen wie innovativen Theaters für junge Menschen. Durch seine Aktivitäten innerhalb europäischer und weltweiter Theaternetzwerke ist das gesamte Ensemble des TdJW im ständigen Austausch mit anderen Kinder- und Jugendtheatermachern und durch eine Vielzahl von Kooperationen, Gastspielen und Festivaleinladungen national und international präsent.“

 

»Der Spielplan ist mit ungewöhnlichen Stückentwicklungen, mit Gegenwartsdramatik und experimentellen Tanzprojekten konzipiert – die dann ein starkes Ensemble auf kontinuierlich hohem Niveau für die Bühne umsetzt.«

 

Aus der Jurybegründung für den Theaterpreis des Bundes 2015

 

So jung und innovativ die Inszenierungen sind, so traditionsreich ist das Theater der Jungen Welt Leipzig: 1946 als erstes Kindertheater in Deutschland gegründet, feierte es 2016 sein 70. Jubiläum. Das älteste professionelle Kinder- und Jugendtheater Deutschlands ist mit seinem alters- und spartenübergreifenden Programm ein Ort der Vielfalt und das Stadttheater für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien in Leipzig – meist spielender Kulturbetrieb der Stadt, offenes Bürgerhaus und mit ca. 500 theaterpädagogischen und partizipativen Veranstaltungen wichtiger Motor kultureller Bildung. Interdisziplinärer und interkultureller Austausch haben einen ebenso hohen Stellenwert wie enge Kooperationen mit städtischen und überregionalen Institutionen, Vereinen und Schulen. Über den festen Stamm von 53 festen Mitarbeitern hinaus, arbeitet das TdJW zudem mit zahlreichen Gastkünstlern zusammen. Beheimatet ist das Theater der Jungen Welt am Lindenauer Markt im Leipziger Westen, wo es über drei feste Spielstätten verfügt. Zudem wird mobil im Theaterbus, im Kindergarten oder im Klassenzimmer gespielt. Das Repertoire des Theaters der Jungen Welt umfasst über 40 verschiedene Stücke; rund 700 Vorstellungen im Jahr bilden den Spielplan.

Die kontinuierlich durchgeführten Schul- und Partizipationsprojekte, die Studentenclubs, der Theaterkinder- und der Theaterjugendclub sowie der inklusive Club Melo machen das TdJW darüber hinaus zu einem offenen Bürgerhaus weit über den Repertoire-Betrieb eines herkömmlichen Stadttheaters hinaus.

 

Eröffnet wurde das TdJW am 7. November 1946 im Weißen Saal in der Kongresshalle am Zoo und war Bestandteil des Leipziger Theaterverbunds von Oper, Schauspiel und Musikalischer Komödie. Der ursprünglich als Provisorium geplante Weiße Saal blieb über vier Jahrzehnte Heimstatt des TdJW, bis er im August 1989 einer Brandstiftung zum Opfer fiel. Das TdJW, das im Dezember 1989 als Theater eigenständig wurde, verfügte somit über keine feste Spielstätte mehr. Über zehn Jahre spielte das Theater daher interimistisch an verschiedenen Leipziger Orten, u. a. im Haus Leipzig und in einem Theaterzelt auf dem Jahrtausendfeld. 1993 beschloss der Stadtrat den Umbau des ehemaligen Hauses der Volkskunst am Lindenauer Markt zum Theaterhaus. Nach zehnjähriger, mehrfach unterbrochener Bauzeit, konnte 2003 mit der Eröffnung des »Großen Saals« die neue Spielstätte endgültig in Besitz genommen werden. Das Haus verfügt insgesamt über drei feste Spielstätten.

 

Für seine Arbeit wurde das TdJW mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2015 mit dem »Theaterpreis des Bundes«, 2016 mit dem Preis des Sächsischen Theatertreffens für die Inszenierung »Crystal – Variationen über Rausch« und mit dem Sonderpreis des Sächsischen Förderpreises für Demokratie für die Inszenierung »Brennpunkt: X« und das langjährige Engagement des TdJW für eine demokratische Gesellschaft. In der Augustausgabe des Magazins »Die Deutsche Bühne« fand das TdJW als einziges Kinder- und Jugendtheater Erwähnung als Theater mit der besten Gesamtleistung in der Saison 2016/17.

 

Darüber hinaus ist das Theater der Jungen Welt aufgrund seiner auch überregionalen (bzw. internationalen) Ausrichtung von entscheidender touristischer Relevanz für die Stadt Leipzig.

 

4. Betriebszweck und satzungsmäßige Aufgaben Theater der Jungen Welt

 

Der Eigenbetrieb Theater der Jungen Welt hat gemäß § 2 der Betriebssatzung nachfolgende Aufgaben:

 

-          § 2 Abs. 1: Zweck des Eigenbetriebs ist die Förderung von Kunst und Kultur und das Erbringen soziokultureller Leistungen insbesondere für Kinder und Jugendliche. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch den Betrieb und die Bewirtschaftung eines Theaters. Das Theater der Jungen Welt versteht sich auch als Anreger  theaterspezifischer Aktivitäten für Schüler, Erzieher und Erziehende und widmet sich dem generationsübergreifenden Dialog, sowohl als Produzent als auch Veranstalter, in enger Vernetzung mit Kindergärten, Schulen und entsprechenden Institutionen und Vereinen, lokal wie regional.

-          § 2 Abs. 2: Aufgabe ist auch die optimale Nutzung der eigenen Spielstätten unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

-          § 2 Abs. 3: Zur Erfüllung seiner Aufgaben kann sich der Eigenbetrieb Dritter bedienen und/oder mit Dritten zusammenarbeiten, z. B. im Rahmen von Kooperationen.

 

5. Bereits beschlossene Ziele / Zielvorgaben seitens der Stadt Leipzig


Strukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen der Eigenbetriebe Kultur für den Zeitraum 2016 bis 2020 (Finanzziel):
Mit dem Beschluss des Stadtrates zur Vorlage DS-VI-01556-NF -02 vom 21.09.2016 wurde die Grundfinanzierung des Theaters der Jungen Welt für die Jahre 2016 bis 2020 gesichert. Im Gegenzug dessen verpflichtet sich das Theater der Jungen Welt, mit den Zuweisungen der Stadt auszukommen und das Finanzziel einzuhalten. Da das Theater der Jungen Welt Tarifsteigerungen nicht selbst erwirtschaften kann, wird die Basisfinanzierung in den nächsten vier Jahren auch durch den vollen Ausgleich der Tariferhöhungen durch die Stadt Leipzig gewährleistet. Der Beschluss sichert zudem die laufenden Instandhaltungen und ermöglicht dem Theater der Jungen Welt, Anträge auf Finanzierung darüberhinausgehender Instandhaltungs- und Investitionsvorhaben zu stellen. Vom Theater der Jungen Welt erwirtschaftete Jahresüberschüsse müssen nicht an den städtischen Haushalt abgeführt werden, damit ein Risikopuffer aufgebaut werden und weitergehende Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden können.

 

Kulturentwicklungsplan der Stadt Leipzig 2016 bis 2020

Der vom Stadtrat in der Ratsversammlung vom 21. September 20161 zur Kenntnis genommene Kulturentwicklungsplan[1] 2016 bis 2020 misst dem Theater der Jungen Welt eine besondere Stellung bei den Möglichkeiten der Inklusion in alle Richtungen bei.

s. Kulturentwicklungsplan Punkt 2.2.

Ziele der kommenden Jahre sind die weitere Etablierung des Theaters der Jungen Welt als ein kulturelles Zentrum der Stadt. Durch den Umzug des freien Theaters LOFFT auf das Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei erhält das TdJW neue Flächen, die zukünftig inhaltlich zu besetzen sind. Die ausgesprochen hohe Qualität bei der altersgemäßen Vermittlung eines ästhetisch anspruchsvollen Theaterangebots für Kinder und Jugendliche soll weiter gefestigt werden. Überdies wird das TdJW die außerschulischen Lernorte sowie die interkulturelle und internationale Profilierung des Hauses durch Kooperationen im europäischen und außereuropäischen Ausland weiterentwickeln.

 

Seit der Spielzeit 2015/16 firmiert die Theaterpädagogik unter dem Namen „Junge Wildnis“. Fernab gängiger Klischees von Schönheit und Talent, Klugheit und Normalität interessiert sie sich für das andere und die Andersdenkenden. Die Theaterpädagogik sucht nach Inklusionen in alle Richtungen. Darüber hinaus machen die Schul- und Partizipationsprojekte, die Studentenclubs, der Theaterkinder- und der Theaterjugendclub das TdJW zu einem offenen Haus weit über den Repertoirebetrieb hinaus. Die Vorstellungsangebote werden durch eine intensive und umfassende theaterpädagogische Arbeit ergänzt.

 

6. Rolle des Theaters der Jungen Welt beim zukünftigen INSEK Programm Leipzig 2030


Mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept Leipzig 2030 (INSEK) werden für die Herausforderungen einer wachsenden Stadt Ziele formuliert – sowohl fachliche Ziele im

„Zielbild für Leipzig 2030“ als auch stadträumliche Schwerpunkte. Das INSEK baut hierbei auf vorhandene fachliche Planungen auf und vernetzt sie. Es bildet damit die ganzheitliche Entwicklungsstrategie für die Stadt Leipzig ab und verfolgt eine fachübergreifende und kooperative Stadtentwicklung. Strategische Oberziele wie „Leipzig setzt auf Lebensqualität“,

„Leipzig besteht im Wettbewerb“, „Leipzig stärkt seine Internationalität“ und „Leipzig schafft soziale Stabilität“ werden durch das maßnahmenkonkrete Fachkonzept Kultur untersetzt. Hierbei ist das Theater der Jungen Welt Teil der Gesamtstrategie. Die unter Punkt 7 definierten Eigentümerziele leiten sich aus dem INSEK ab und werden durch das Theater der Jungen Welt als städtischer Eigenbetrieb erfüllt.

 

7. Eigentümerziele für das Theater der Jungen Welt


Die Eigentümerziele für den Eigenbetrieb Theater der Jungen Welt sind eingebettet in die Oberziele des fortgeschriebenen Stadtentwicklungskonzepts (INSEK), dem Fachkonzept Kultur sowie der Gesamtstrategie der Stadt Leipzig.

Die unter Beteiligung der Betriebsleitung des Theaters der Jungen Welt erarbeiteten Eigentümerziele sind auf unbestimmte Zeit ausgerichtet, können jedoch zu gegebener Zeit evaluiert und im Falle notwendiger Veränderungen entsprechend angepasst werden. Hierüber entscheidet der Betriebsausschuss Kulturstätten. Der Betrieb des Theaters der Jungen Welt ist in Übereinstimmung mit den Eigentümerzielen zu führen.

Die Eigentümerziele bilden die Grundlage für das von der Betriebsleitung vorzulegende strategische Unternehmenskonzept. Das strategische Unternehmenskonzept soll die in dieser Vorlage formulierten Eigentümerziele konkretisieren und die inhaltlich fachlichen Aufgaben des Eigenbetriebs darstellen. Der Wirtschaftsplan, der dann das strategische Unternehmenskonzept maßnahmenkonkret für eine Wirtschaftsperiode abbildet, ist vom Theater der Jungen Welt einzuhalten. Mit den darin enthaltenen Zuwendungen sowie die auch mittelfristig beschlossenen Zuwendungen von der Stadt Leipzig („finanzielle Rahmenbedingungen oder auch Finanzierungsvereinbarung") hat das Theater der Jungen Welt auszukommen.

Die Eigentümerziele gewähren die fachlich-inhaltliche Freiheit der Betriebsleitung in vollem Umfang entsprechend der Satzung des Eigenbetriebes.

 

Die folgenden Sachziele werden festgelegt:

 

Ziel 1: Betriebsführung des Eigenbetriebes

Aufgrund ihrer Größe, Komplexität und künstlerischen Spezifik wurden die Kulturbetriebe mit dem Ziel in die Rechtsform eines Eigenbetriebes überführt, so dass die Schaffung wirtschaftlich eigenständiger Entscheidungsstrukturen eine höhere Flexibilität und Effizienz ermöglicht, als innerhalb der Kernverwaltung der Stadt Leipzig möglich gewesen wäre.

Eine wirtschaftlich eigenständige Betriebsführung des Hauses trägt gleichfalls dazu bei, dass eine Optimierung der Erträge und Aufwendungen des Eigenbetriebes dahingehend erfolgen kann, dass die Erfüllung der satzungsgemäßen Aufgaben auf möglichst wirtschaftliche und effiziente Art und Weise umgesetzt wird. Die gezielte Optimierung der Eigenfinanzierungskraft (bspw. durch das Erschließen wirtschaftlicher Synergien, Drittmittelakquise etc.) stellt eine fortlaufende Aufgabe der Betriebsleitung des Eigenbetriebes dar.

Zur Umsetzung seiner satzungsgemäßen Aufgaben werden dem Eigenbetrieb Zuweisungen der Stadt Leipzig ausgereicht, über deren Höhe gesondert vom Stadtrat zu beschließen ist. Im Gegenzug verpflichtet sich der Eigenbetrieb, mit den vom Stadtrat beschlossenen städtischen Zuweisungen entsprechend der Finanzierungsvereinbarung auszukommen.

 

Ziel 2: Kontinuität und Qualität

Durch kontinuierlich qualitative und effiziente Arbeit hat das TdJW Beispielfunktion und Leuchtturmstatus mit erheblicher Strahlkraft als Kinder- und Jugendtheater erlangt und wirkt dabei nachweislich tief in die Stadtgesellschaft hinein. Die Stabilisierung und Weiterentwicklung des TdJW auf diesem Weg ist wichtigste Zielstellung. Gleiches gilt für die erlangte Botschafterfunktion des TdJW national und international.

 

Über folgende Kennzahlen soll der Erfolg von Ziel 2 gemessen werden:

- Anzahl Besucher

- Anzahl Kooperationen in der Stadt,

- Anzahl Kooperationen national und international

- Gastspieleinladungen je Spielzeit,

 

Die Ergebnisse werden u. a. im Rahmen der Halbjahresberichterstattungen des Theaters der Jungen Welt vorgestellt.

 

Ziel 3: Partizipation und kulturelle Teilhabe

Das TdJW soll seine partizipativen Angebote und Aktivitäten zur kulturellen Teilhabe auch im Hinblick auf Integration und Inklusion für ein zukunftsgerichtetes Miteinander für die Leipziger und den Kulturraum intensivieren und ausbauen. Dabei gilt es die Volkstheaterfunktion zu stärken, die sich aus der Tatsache ableiten lässt, dass kein anderer Eigenbetrieb in der Lage ist, mehr Besucher aus dem altersbezogenen Bevölkerungsdurchschnitt erreichen zu können und so in die Stadtgesellschaft als Ausgleichsfaktor für Chancengleichheit, Partizipation, Inklusion hineinwirkt und somit integrativ tätig ist. Wobei es hier weniger um Quantität geht, sondern um den schrittweisen Aus- und Aufbau von Projekten auf Augenhöhe mit nachhaltiger Wirkung.

Über folgende Kennzahlen soll der Erfolg von Ziel 3 gemessen werden:

- Anzahl mobiler Produktionen in Schulen und Kindergärten,

- Anzahl Teilnehmer an Theaterpädagogischen Vermittlungsangeboten,

- Anzahl theaterpädagogischer Projekte je Spielzeit im Umland,

- Anzahl Gruppenbesucher/ Gesamtbesucher

 

Ziel 4: Ort der kulturellen Vielfalt
Das TdJW soll mit seinen vielfältigen Angeboten ein offener, anziehender und lebendiger kultureller Ort sein. Die Bürgerhausfunktion als attestierter »Ort der Vielfalt« ist daher im Sinne der Demokratiebildung als dauerhaftes Ziel zu setzen und unterstützend auszubauen. Perspektivisch soll eine noch stärkere Flankierung durch die Stadtteilbespielung dazu beitragen.

Das TdJW erschließt weitere Spielorte in Leipzig und entwickelt adäquate, neue Formate und Angebote, die in den Quartieren fußläufig erreichbar sind und zur Toleranzstärkung, Demokratiebildung und Regulation von Konfliktpotenzialen in der Stadtgesellschaft sowie in Schulen dienen.

Über folgende Kennzahlen soll der Erfolg von Ziel 4 gemessen werden:

- Anzahl Kooperationen mit städtischen Initiativen/Vereinen

- Anzahl Einmietungen

- Anzahl Formate/Angebote in Stadtteilen

 

Ziel 5: Beitrag zu qualitativer Diversität
Das Theater setzt sich zum Ziel die begonnenen Brücken mit unterschiedlichsten Partnern der Stadtgesellschaft jenseits der Kultur weiter auszubauen und auch hier einen wesentlichen Beitrag zum Bewusstsein qualitativer Diversität einer Stadtgesellschaft beizutragen.

 

Über folgende Kennzahl soll der Erfolg von Ziel 5 gemessen werden:

- Anzahl internationaler künstlerischer Partner

- Anzahl Kooperationen außerhalb der kulturellen Akteure der Stadt

 

Die Kennzahlen werden jährlich im Rahmen der Halbjahresberichterstattung sowie im Rahmen des Jahresabschlusses ausgewertet.


 


[1] Zukünftig wird die Kulturentwicklungsplanung der Stadt Leipzig im Fachkonzept Kultur aufgehen.

Stammbaum:
VI-DS-05801   Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Theater der Jungen Welt   02.4 Dezernat Kultur   Beschlussvorlage
VI-DS-05801-ÄA-01   Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Theater der Jungen Welt   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Änderungsantrag
VI-DS-05801-ÄA-02   Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Theater der Jungen Welt   Geschäftsstelle der Fraktion Freibeuter   Änderungsantrag
VI-DS-05801-NF-03   Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Theater der Jungen Welt   02.4 Dezernat Kultur   Neufassung
VI-DS-05801-NF-04   Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Theater der Jungen Welt   02.4 Dezernat Kultur   Neufassung
VI-DS-05801-NF-04-ÄA-01   Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Theater der Jungen Welt   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Änderungsantrag