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Vorlage - VI-DS-03256-Ifo-01  

 
 
Betreff: Umgestaltung des Lindenauer Marktes
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Informationsvorlage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VI-DS-03256
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung
28.06.2019    DB OBM - Vorabstimmung      
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Information zur Kenntnis
SBB Alt-West Information zur Kenntnis
14.08.2019 
SBB Alt-West zur Kenntnis genommen     
FA Stadtentwicklung und Bau Information zur Kenntnis
27.08.2019    FA Stadtentwicklung und Bau      
FA Umwelt und Ordnung Information zur Kenntnis
20.08.2019    FA Umwelt und Ordnung      
Ratsversammlung Information zur Kenntnis
04.09.2019    Ratsversammlung      

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlagen:
190321_Lageplan_Lindenauer_Markt_Vorzugsvariante_gesamt
190415_Lageplan_Lindenauer_Markt_Vorzug_Straßenräume_Anlage2
190415_Lageplan_Lindenauer_Markt_Vorzug_Haltestellenverbreiterung
190401_Lageplan_Lindenauer_Markt_Innenfläche_Vorentwurf

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Die Planung auf der Grundlage der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel in Höhe von 550.000 EUR wird zur Kenntnis genommen.

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

Die Vorplanung für die Umgestaltung des Lindenauer Marktes wurde nach Maßgabe des Stadtratsbeschlusses VI-DS-03256 zur Umsetzung des Maßnahmenplans im integrierten Verkehrskonzept Altlindenau erarbeitet.

 

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Sachverhalt:


Die Ratsversammlung hat mit Beschluss vom 08.03.2017 (VI-DS-03256) die Verwaltung mit der Umsetzung des Maßnahmenplans im integrierten Verkehrskonzept Altlindenau beauftragt.

Hintergrund sind die im Gegensatz zur vorhandenen Umgestaltung von 1999/2000 geänderten Rahmenbedingungen allgemein durch steigende Einwohnerzahlen, als auch insbesondere durch den Bau des Kaufland-Einkaufsmarktes. Im Ergebnis hat die Frequentierung des Marktes durch Fußgänger in den letzten Jahren stark zugenommen.

Zielstellung der Umgestaltung ist es, den neuen Nutzungsansprüchen in Bezug auf Flächenaufteilung gerecht zu werden und die Verkehrsarten des Umweltverbunds weiter zu stärken. Dabei soll mit dem zur Verfügung stehenden Budget ein größtmöglicher, spürbarer Nutzen erzielt werden.

Die Vorzugsvariante (Lageplan Anlage 1) liegt mit geschätzten Gesamtbaukosten von 422 TEUR (Stand Abschluss Vorplanung) innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens von 550 TEUR.

 

Straßenräume (Lageplan Anlage 2):

Für die Umgestaltung der Seitenbereiche sehen die Planungen voneinander weitestgehend unabhängige Bausteine vor.

Wichtigste Neuerung dabei ist eine durchgehende Gehbahn auf der Nordseite von der Rietschelstraße bis zur Kuhturmstraße mit deutlich breiteren nutzbaren Gehwegen. Gegen das Befahren durch Fahrzeuge wird die Gehbahn baulich wirksam geschützt. Damit wird die von den Bürgern häufig angesprochene Problemlage der eingeschränkten Attraktivität bedingt durch parkende Kfz auf der einen und Auslagen auf der anderen Seite spürbar entspannt. Die Andienung der Gewerbeeinheiten wird weiterhin mit entsprechenden Lieferzonen auf der Fahrbahn und im Seitenraum ermöglicht. Die Aufenthaltsqualität wird durch die Ermöglichung von Freisitzen vor den Geschäften und dem Aufstellen von Bänken erhöht. Letztgenannter Punkt wurde immer wieder von verschiedenen Seiten im Hinblick auf die fehlenden Sitzmöglichkeiten im Haltestellenbereich thematisiert. Die Querung zum Theater der Jungen Welt wird durch eine zusätzliche Gehwegvorstreckung und der Neuordnung der Fahrradbügel wesentlich erleichtert.

In der Kuhturmstraße wird mit der Pflanzung von vier Bäumen das Stadtbild aufgelockert und die Luftqualität verbessert. Zusätzlich wird die Aufenthaltsqualität durch Bänke erhöht.

Der Südbereich an der Kreuzung Götzstraße/Dreilindenstraße wird derart abgepollert, dass der Nordbereich von dieser Richtung nicht mehr regelgerecht befahren werden kann. Das entspricht dem in den Veranstaltungen immer wieder geäußerten Ansinnen vieler Bürgerinnen und Bürger, die sich eine Verkehrsberuhigung insbesondere im Nordbereich gewünscht haben.

 

In der Marktstraße verbessern Gehwegvorstreckungen die Erreichbarkeit der medizinischen Einrichtungen im Westbad, insbesondere auch für mobilitätseingeschränkte Menschen.

Zusätzliche Fahrradbügel über die Seitenbereiche des Marktes verteilt, ermöglichen 52 zusätzliche Abstellmöglichkeiten.

 

Zwischen stadtwärtiger Haltestelle und Kuhturmstraße kann in einer vorgelegten zweiten Baustufe der breite Wunsch nach einer größeren Haltestellenfläche inklusive Pflanzung eines Solitärbaumes erfüllt werden (Lageplan Anlage 3). Diese Baustufe ist im aktuellen Budget nicht enthalten und muss für eine zukünftige Umsetzbarkeit entsprechend in den Finanzplanungen des Fachamtes berücksichtigt werden.

 

Platzfläche (Lageplan Anlage 4):

Die Gestaltung der Platzfläche basiert auf den engen finanziellen Rahmenbedingungen und behebt in erster Linie funktionale Mängel und „räumt den Platz“ gestalterisch auf, um durch eine gezielte Neuordnung von Sitzmöglichkeiten und sonstigen Einbauten in den Platz (Werbung, Papierkörbe, etc.), eine neue Aufenthaltsqualität zu erzeugen.

Die Nutzbarkeit der Platzfläche für den Marktbetrieb oder auch Veranstaltungen wie Stadtteilfesten, wird durch den ersatzlosen Rückbau der ungepflegten Hochbeete und der bestehenden Sitzgruppen vergrößert. Damit wird der Platz auch barrierefreier als im Bestand, da vielfältige Querungsmöglichkeiten ermöglicht werden. Neue Bänke mit Holzauflage, die mehr Komfort auch in den kühleren Jahreszeiten als Metallbänke (Bestand) bieten, werden unter den Bäumen und damit im Schatten angeordnet. Dadurch erhöht sich die Aufenthaltsqualität vor allem in der warmen Jahreszeit. Auf den Einbau von Tischen wird verzichtet um dem Platz ein neues gestalterisches Erscheinungsbild zu geben.

Die durch die Sommerhitze des vergangenen Jahres dauerhaft geschädigten Bäume im Nordbereich, die zudem aufgrund des damaligen Ausbaustandards grundsätzlich sehr schlechte Lebensbedingungen haben, müssen gefällt werden, dafür wird ein Ersatzbaum gestellt.

Ein Toilettenstandort ist als Platzhalter in den Planungen enthalten, ebenso der Trinkwasserbrunnen der KWL, der aufgrund des positiven Bürgervotums im März 2019 auf dem Lindenauer Markt installiert werden soll.

Aufgrund des engen finanziellen Rahmens ist kein grundhafter Ausbau des Oberflächenbelages geplant. Es erfolgen nur Anpassungsarbeiten auf der Platzfläche, die durch den Rückbau der Hochbeete und sonstiger Einbauten notwendig werden. Es wird davon ausgegangen, dass man diese „Bruchstellen“ deutlich sehen wird, da das Betonsteinpflaster im Bestand über die Jahre ausgeblichen ist und sich damit vom Neumaterial immer abheben wird, auch wenn man sich bemühen wird, den gleichen Farbton zu treffen.

 

Umsetzung:

Mit einer vorgesehenen Realisierung in 2020 setzt die Verwaltung die beschriebenen Maßnahmen entsprechend der Beschlussvorlage fristgerecht um.

Die Umsetzung der als langfristig eingestuften Verlegung der landwärtigen LVB-Haltestelle kann derzeit nicht avisiert werden.
       

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen

 

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einzahlungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

 

nein

 

ja,

 

 


Ausgangslage

 

Die zur Umsetzung vorgeschlagenen Maßnahmen gemäss der Vorlage VI-A-02502 – „Umsetzung des Maßnahmenplans im integrierten Verkehrskonzept Altlindenau“

beziehen sich nur auf den Bereich Lindenauer Markt.

 

Dazu gehören:

  • Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung bzw. Verkehrsraumumgestaltung im Bereich Lindenauer Markt,
  • Maßnahmen zur Optimierung des ruhenden Verkehrs,
  • Anpassung/Umgestaltung der inneren Platzfläche.

 

Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Im Rahmen von Vorplanungen werden die Meinungen, Hinweise und Vorgaben aus anderen Abteilungen, Fachämtern oder wichtigen externen Beteiligten eingeholt und betrachtet, so auch die Hinweise aus der am 07.03.2019 stattgefundenen Bürgerbeteiligung mit insgesamt folgendem Ergebnis:

 

  1. Anordnung eines Fußgängerbereichs:

Ursprüngliche Zielstellung der Planung war unter anderem die Einrichtung einer Fußgängerzone im Nordbereich. Dies wird in der vorgeschlagenen Vorzugsvariante nicht umgesetzt.

Abzuwägen war zwischen den Interessen der Fußgänger überall gehen und queren zu können und der Konsequenz für den Linienverkehr (Straßenbahn und Bus), sowie durchfahrenden Radfahrern (innerstädtische Radhauptverbindung) – Schrittgeschwindigkeit. Eine Verbesserung für einen Verkehrsträger des Umweltverbundes (Fußverkehr, Radverkehr, öffentlicher Personennahverkehr) auf Kosten einer deutlichen Verschlechterung für die beiden anderen Verkehrsträger bildet „unterm Strich“ keine Gesamtstärkung dieser umweltfreundlichen Verkehrsträger ab.

Darüber hinaus werden spezifische Anforderungen unter anderem an eine niveaugleiche Oberflächengestaltung in einer Fußgängerzone gestellt. Diese baulichen Maßnahmen können nicht mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln umgesetzt werden. Bestandsorientierte Lösungen sollten im Sinne eines ökonomischen Mitteleinsatzes den Vorzug erhalten.

  1. Baumpflanzungen:

Vorgeschlagene Baumpflanzungen vor dem Westbad und vor dem Gebäude Dreilindenstraße 1 (2. BA) wurden aus Denkmalschutzgründen im Hinblick auf ungehinderte Sichtbarkeit der denkmalgeschützten Fassaden abgelehnt. Die Vorzugsvariante sieht in Konsequenz vor dem Westbad keine Baumpflanzungen vor, jedoch weiterhin im Südostbereich vor dem Gebäude Dreilindenstraße 1 (2. Bauabschnitt).

Begründung:

Städtisches Grün trägt wesentlich zur Erhaltung der Lebensqualität der Einwohner durch Verbesserung der Luftqualität (Bindung CO2, Feinstaubabsorbierung) und Verbesserung des Mikroklimas im sich im Sommer besonders aufheizenden Platzumfeld Lindenauer Markt bei.

  1. Bänke mit Tischen auf der Platzfläche:

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung am 07.03.2019 wurde seitens der Streetworker der Wunsch geäussert, dass die Bänke mit den Tischen auf dem Platz verbleiben sollen, da sie eine bedeutende soziale Funktion haben und einen wichtiger Treffpunkt sind. In den Bürgerbeteiligungen der Vergangenheit zum Verkehrskonzept Altlindenau wurde von den Bürgern der Abbau der Tische mit Bänken gefordert.

Der Wunsch der Streetworker wurde nochmals geprüft mit dem Ergebnis, dass mit Bänken ohne Tische gearbeitet werden soll, um dem Platz ein neues gestalterisches Erscheinungsbild zu geben und die bespielbare Platzfläche für Märkte, Veranstaltung und ähnlichem zu erhöhen. Sitzen wird zukünftig im Schatten unter fast allen Bäumen und damit über den gesamten Platz verteilt möglich sein. Dies erhöht vor allem in der warmen Jahreszeit die Aufenthaltsqualität und steht der Möglichkeit sich zu treffen und soziale Kontakte zu pflegen nicht im Wege.

 

Stammbaum:
VI-DS-03256   Umsetzung des Maßnahmenplans im integrierten Verkehrskonzept Altlindenau   64 Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung   Beschlussvorlage
VI-DS-03256-Ifo-01   Umgestaltung des Lindenauer Marktes   66 Verkehrs- und Tiefbauamt   Informationsvorlage