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Vorlage - VI-F-07047-AW-01  

 
 
Betreff: Fahrradstationen in Leipzig
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VI-F-07047
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Stellungnahme der Verwaltung:

 

1. Wie viele Straftaten haben sich in den vergangenen Jahren gegen Fahrräder als Fahrraddiebstahl, Vandalismus u.Ä. gerichtet? Wie hoch ist der Anteil an der Gesamtkriminalität und wie verhält sich die Anzahl zur Anzahl der Fahrräder in der Stadt?

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) stieg der Diebstahl von Fahrrädern in Leipzig von 3.996 Rädern in 2009 (6,9% Anteil an der Gesamtkriminalität) auf 10.027 (= 12,6%) in 2017.

In der Kommunalen Bürgerumfrage 2017 gaben 38 % der Befragten, denen in den letzten fünf Jahren ein Fahrrad gestohlen worden ist, an, dass sie den Diebstahl nicht zur Anzeige gebracht haben. Es ist also insgesamt von ca. 16.000 gestohlenen Fahrrädern im Jahr 2017 auszugehen.

Der Bestand lag 2017 bei ca. 463.500 Rädern (Berechnungsgrundlage: Kommunale Bürgerumfrage 2017), die Diebstahlquote beträgtsomit 2,2 % (mit Bezug auf alle zur Anzeige gebrachten Diebstähle).

Für 2018 liegt erst eine Tendenz vor: danach liegt die Zahl der (erfassten) gestohlenen Fahrräder unter dem Niveau von 2016, das Verhältnis zur Gesamtkriminalität ist im Vergleich zu 2017 jedoch in etwa gleichgeblieben.

Eine Darstellung von Fahrädern als Objekt von Sachbeschädigungsdelikten/ Vandalismus ist nicht möglich.

 

2. Teilt die Stadtverwaltung die Auffassung, dass ober- und unterirdische Fahrradstationen zu mehr Sicherheit vor Diebstählen und Vandalismus führen?

Ja, bewirtschaftete Fahrradstationen, in denen die Fahrräder vor Dritten zugangsgeschützt abgestellt werden können, bieten einen sehr guten Schutz vor Diebstahl und Vandalismus.

 

3. Welche Maßnahmen hat die Stadt Leipzig in den letzten fünf Jahren unternommen, um die Anzahl der Radstationen und –garagen in Leipzig zu erhöhen?

Arbeitsgegenstand war es, eine Fahrradstation im Bereich des Hauptbahnhofs zu errichten. Dies konnte bisher leider nicht erreicht werden, die Verwaltung hat hierzu mehrfach berichtet.

Im Rahmen eines Förderprojektes auf Grundlage des Green City Plans (GCP), sind in den kommenden zwei Jahren Maßnahmen zum Ausbau und zur Aufwertung von Bike+Ride und Park+Ride vorgesehen.

Bike+Ride soll dabei durch die Errichtung zugangsgesicherter Abstellanlagen als hochwertiges Produkt etabliert werden. Ergänzt werden ebenso E-Lademöglichkeiten und Servicestationen. Damit sollen Nutzergruppen, die bislang aus Furcht vor Diebstahl und Vandalismus eine intermodale Verknüpfung von ÖPNV und Fahrrad gemieden haben, aktiviert werden.

 

4. Plant die Stadt Leipzig zukünftig eigene Fahrradgaragen, bspw. im Rahmen der Neugestaltung des Wilhelm-Leuschner-Platzes?

Über die zu Frage 3 genannten Abstellanlagen hinaus, sind derzeit keine weiteren Planungen für Fahrradgaragen im öffentlichen Raum vorgesehen.

 

5. Sind der Stadt Leipzig Pläne Dritter bekannt, Fahrradstationen und –garagen in Leipzig zu errichten und wenn ja, wo, mit welchen Konzepten und in welchen Umsetzungszeiträumen?

 

Nein, Pläne Dritter für den öffentlichen Raum sind der Stadt nicht bekannt. Bekannt ist dagegen, dass einzelne Wohnungsbaugesellschaften auf eigenen Grundstücken Fahrradgaragen für Ihre Mieter errichtet haben oder vorhaben, solche zu errichten. 

 

6. Wie viele der geplanten zusätzlichen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder wurden inzwischen realisiert?

7. Warum konnten die geplanten Abstellflächen innerhalb der Bahnhofshalle noch nicht zur Verfügung gestellt werden?

Die unter 3. genannten Anlagen konnten noch nicht realisiert werden. Für die Maßnahmen des Green City Plans ist es dem noch jungen Projektstand geschuldet. Für die geplanten Interims-Abstellanlagen am Hauptbahnhof sind noch weitere Abstimmungen mit der DB Station & Service notwendig und die Klärung, wie die laufenden Kosten zu bestreiten sind.

 

8. Ab wann kann die kommunizierte Fahrradstation im Bahnhof konkret geplant werden?

Die Fläche für die Fahrradstation wurde von der DB als Interim für fünf Jahre an Clever-Shuttle vermietet. Es ist daher vorgesehen, die Planungen ab 2020 zu beginnen.

 

9. Gibt es Überlegungen zu alternativen Standorten, bspw. im Umfeld des Willy-Brandt-Platzes?

Die Anbindung einer Fahrradstation an den hauptbahnhof müßte unmittelbar sein, da zu weite Wege von den Radfahrenden kaum angenommen würden. Es stehen allerdings mit direktem Bezug zum Hauptbahnhof keine kommunalen Flächen zur Verfügung. Allenfalls kann sich die Stadtverwaltung eine Einordnung von Fahrradabstellanlagen in die bestehenden Parkhäuser an der West- bzw. Ostseite des Hauptbahnhofs vorstellen.

 

Stammbaum:
VI-F-07047   Fahrradstationen in Leipzig   Geschäftsstelle der SPD-Fraktion   Anfrage
VI-F-07047-AW-01   Fahrradstationen in Leipzig   66 Verkehrs- und Tiefbauamt   schriftliche Antwort zur Anfrage