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Vorlage - VI-A-07122  

 
 
Betreff: Rettet den 2. Bildungsweg
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Jugendparlament/Jugendbeirat
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
17.04.2019 
Ratsversammlung (offen)   
Jugendparlament Vorberatung
06.05.2019 
Jugendparlament zur Kenntnis genommen   
FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule 1. Lesung
16.05.2019    FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule      
Jugendbeirat Vorberatung
13.06.2019 
Jugendbeirat ungeändert beschlossen   
FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule 2. Lesung
22.08.2019    FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule      
Ratsversammlung Beschlussfassung
30.10.2019 
Ratsversammlung ungeändert beschlossen     

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverwaltung wird damit beauftragt Maßnahmen zu ergreifen, mit denen die öffentliche Bekanntheit des Abendgymnasiums und der Abendoberschule der Stadt Leipzig erhöht werden kann. Die zu treffenden Maßnahmen werden zusammen mit der Schulleitung der genannten Bildungseinrichtung und dem Landesamt für Schule und Bildung Sachsen getroffen und ausgestaltet. 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:
Die Stadt Leipzig verfügt mit der Abendoberschule und dem Abendgymnasium am Czermaks Garten über eine inklusive und aus Sicht des Jugendparlaments zu fördernde Bildungseinrichtung. Mit ihnen haben Erwachsene die Möglichkeit den Haupt-, Oberschulabschluss sowie die allgemeine Hochschulreife nachzuholen. Sie erhalten berufsbegleitend die Möglichkeit sich zu bilden und sich über diese Bildungsabschlüsse weiterzuentwickeln. Darüber hinaus sind die genannten Schulen eine hervorragende integrative Maßnahme, da nach Leipzig kommende Ausländer die Gelegenheit erhalten Schulabschlüsse nachzuholen, die sie in ihren Heimatländern vielleicht bereits hatten, hierzulande jedoch nicht anerkannt werden oder diese generell zu erwerben. Sie haben jeden Tag am Abend einen Anlass die Sprache zu praktizieren und Kontakt zu Mitbürgern in ihren jeweiligen Klassenverbänden. 

 

In den letzten Jahren sind die Anmeldezahlen des Abendgymnasiums beständig zurückgegangen. Ausgeglichen werden konnte diese Entwicklung von ansteigenden Anmeldezahlen für die Oberschule. Der Grund hierfür liegt darin, dass nach Deutschland kommende Asylbewerber an der Abendoberschule Schulabschlüsse nachholen, die hier nicht anerkannt werden. Perspektivisch gesehen hält dieser Zustand nicht an, da aufgrund der sinkenden Zahl von nach Deutschland einreisenden Asylbewerbern die Anmeldezahlen für diese Bildungsgänge ebenfalls zurückgehen werden. Es ist daher davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren ein genereller Rückgang der Anmeldezahlen an der Abendoberschule sowie dem Abendgymnasium Leipzig zu verzeichnen sein wird. Der staatlich geförderte zweite Bildungsweg ist damit in Leipzig gefährdet. Aufgrund der zu erwartenden sinkenden Zahl von Anmeldungen, werden sich die finanziellen Zuwendungen der öffentlichen Hand ebenfalls verringern. 

Aktuell ist es bereits so, dass gerade das Abendgymnasium der Stadt Leipzig unter einem nicht unerheblichen Prozentsatz von Schülern „leidet“, die im ersten Jahr des Bildungsgangs ausscheidet. Für das Abendgymnasium wird es daher zunehmend schwieriger alle Grund- und Leistungskurse anbieten zu können, die von den Schülern zum Erwerb ihrer allgemeinen Hochschulreife erwählt werden. Auch an dieser Stelle kann ein Anstieg der Anmeldungen gegenwirken. 

 

Es wird daher vom Jugendparlament beantragt, dass die Stadtverwaltung Möglichkeiten und Wege sucht, wie sie als Schulträger die Bekanntheit der Abendschule und des Abendgymnasiums Leipzig nachhaltig erhöhen kann. Leipzig profitiert von der Möglichkeit den zweiten Bildungsweg an einer ihrer öffentlichen Schulen begehen zu können. 

 

Kostengünstige Mittel und Wege stehen der Stadt Leipzig bereits heute zur Verfügung. Zum Beispiel könnte ein prominenter Eintrag auf der Seite der Stadt Leipzig (www.leipzig.de), in Publikationen der Stadt Leipzig oder ein Beitrag im Amtsblatt helfen, in Anmeldezeiträumen die Aufmerksamkeit auf diesen Bildungsweg und die Angebote der beiden genannten Schulen zu lenken. 

 

Doch auch über diese Maßnahmen hinaus sehen wir Handlungsbedarf. Das Jugendparlament legt der Verwaltung nahe auch über zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit in sozialen Medien nachzudenken und hierzu geeignete Maßnahmen zu treffen. So kann zum Beispiel der „Tag der offenen Tür“ in Abstimmung mit der Schulleitung beworben und inszeniert werden.  Es wird aufgrund der vorliegenden Gründe um antragsgemäße Entscheidung gebeten. Die Stadt Leipzig hat eine wunderbare Bildungseinrichtung, die vielfältige Aufgaben erfüllt und dadurch besonders zu unterstützen ist. In einer Zeit wie der heutigen, wo abgeschlossene Lebensläufe seltener und Arbeitsverhältnisse in Form und Ausgestaltung (auch im Bereich der Anforderungsprofile) vielfältiger werden, sollte es der Stadt Leipzig ein paar Mühen wert sein, den berufsbegleitenden zweiten Bildungsweg breiter zu bewerben. 


 

Stammbaum:
VI-A-07122   Rettet den 2. Bildungsweg   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Antrag
VI-A-07122-VSP-01   Rettet den 2. Bildungsweg   51 Amt für Jugend, Familie und Bildung   Verwaltungsstandpunkt