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Vorlage - VI-DS-06949  

 
 
Betreff: Teilfachplan Offene Seniorenarbeit 2019
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung
Dienstberatung des Oberbürgermeisters
Behindertenbeirat Vorberatung
13.05.2019 
Behindertenbeirat (offen)   
FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule 1. Lesung
16.05.2019    FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule      
FA Kultur 1. Lesung
24.05.2019    FA Kultur      
FA Finanzen 1. Lesung
27.05.2019    FA Finanzen      
SBB West Anhörung
03.06.2019 
SBB West ungeändert beschlossen   
OR Engelsdorf Anhörung
03.06.2019 
OR Engelsdorf ungeändert beschlossen   
SBB Nordost Anhörung
05.06.2019 
SBB Nordost ungeändert beschlossen     
SBB Süd Anhörung
05.06.2019 
SBB Süd ungeändert beschlossen     
SBB Alt-West Anhörung
05.06.2019 
SBB Alt-West ungeändert beschlossen     
SBB Nordwest Anhörung
06.06.2019 
SBB Nordwest ungeändert beschlossen   
SBB Nord Anhörung
06.06.2019 
SBB Nord ungeändert beschlossen     
FA Kultur 2. Lesung
07.06.2019    FA Kultur      
SBB Südost Anhörung
11.06.2019 
SBB Südost ungeändert beschlossen   
OR Rückmarsdorf Anhörung
11.06.2019 
OR Rückmarsdorf geändert beschlossen   
OR Holzhausen Anhörung
SBB Ost Anhörung
12.06.2019 
SBB Ost ungeändert beschlossen   
SBB Mitte Anhörung
13.06.2019 
SBB Mitte ungeändert beschlossen     
FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule 2. Lesung
13.06.2019    FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule      
Seniorenbeirat Vorberatung
13.06.2019 
Seniorenbeirat (offen)     
SBB Südwest Anhörung
17.06.2019 
SBB Südwest ungeändert beschlossen     
OR Lützschena-Stahmeln Anhörung
17.06.2019 
OR Lützschena-Stahmeln ungeändert beschlossen   
FA Finanzen 2. Lesung
03.06.2019    Sondersitzung FA Finanzen      
OR Mölkau Anhörung
18.06.2019 
OR Mölkau ungeändert beschlossen   
OR Lindenthal Anhörung
18.06.2019 
OR Lindenthal ungeändert beschlossen   
Migrantenbeirat Vorberatung
20.06.2019 
Migrantenbeirat zur Kenntnis genommen     
OR Liebertwolkwitz Anhörung
20.06.2019 
OR Liebertwolkwitz ungeändert beschlossen   
OR Böhlitz-Ehrenberg Anhörung
20.06.2019 
OR Böhlitz-Ehrenberg abgelehnt     
OR Burghausen Anhörung
Ratsversammlung Beschlussfassung
26.06.2019 
Ratsversammlung vertagt     
27.06.2019 
Ratsversammlung (Fortsetzung vom 26.06.2019) geändert beschlossen     
Kinder- und Familienbeirat
28.06.2019 
Kinder- und Familienbeirat (offen)     

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlagen:
Anlage 0 - Teilfachplan Offene Seniorenarbeit 2019
Anlage 1 Ergebnisse der Evaluation des Förderprogramms der Stadt Leipzig zur Neuausrichtung der offenen Seniorenarbeit
Anlage 2 - Inhalte der Moderationskarten ...
Anlage 3 - Ergebnisse der Bestandserhebung ...
Anlage 4 - Anforderungen ...
Anlage 5 - Sozialraumanalyse seniorenspezifischer Daten
Anlage 6 - Verwendete Karten
Anlage 7 - Tabellen zur Entwicklung

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Beschlussvorschlag:

 

  1. Der „Teilfachplan Offene Seniorenarbeit 2019“ wird als Handlungsgrundlage beschlossen.

 

  1. Der Oberbürgermeister berichtet 2022 zur Umsetzung des Teilfachplanes.

 

  1. Der Teilfachplan wird evaluiert und 2025 wird eine Fortschreibung vorgelegt.

 

  1. Die Gesamtaufwendungen für die Haushaltsjahre 2019 bis 2020 werden bestätigt.

 

  1. Die Aufwendungen in den Jahren 2021 und 2022 werden planmäßig für den Doppelhaushalt 2021/2022 angemeldet. Über deren Deckung ist im Rahmen der Aufstellung des Doppelhaushaltes 2021/2022 zu entscheiden.

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Der Teilfachplan Offene Seniorenarbeit schreibt die konzeptionellen Grundlagen für die Förderung von freien Trägern der offenen Seniorenarbeit in der Stadt Leipzig durch das Sozialamt für die Jahre ab 2020 fort. Offene Seniorenarbeit ist ein Teilbereich der Altenhilfe gemäß § 71 Zwölftes Buch Sozialgesetzbuch. Der übergeordnete Plan für den Teilfachplan Offene Seniorenarbeit ist der Altenhilfeplan (neu: Fachplan Seniorenarbeit).

 

 

 

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Sachverhalt:
 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Nichtöffentlichkeits- und Eilbedürftigkeitsbegründung

2 Sachverhalt

2.1 Anlass

2.2 Strategische Ziele

2.3 Operative Umsetzung

2.4 Realisierungs-/ Zeithorizont

3 Finanzielle Auswirkungen

4 Auswirkungen auf den Stellenplan

5 Bürgerbeteiligung

6 Besonderheiten der Vorlage

7 Folgen bei Nichtbeschluss

 

  1. Nichtöffentlichkeits- und Eilbedürftigkeitsbegründung

Nicht erforderlich.

 

2.   Sachverhalt

2.1 Anlass

 

Konzeptionelle Grundlage der Förderung war bislang der Beschluss der Ratsversammlung RBV-1433/12 vom 22.11.2012 – das „Förderprogramm der Stadt Leipzig zur Neuausrichtung der offenen Seniorenarbeit“. Dieses sah u. a. die Einführung von drei Leistungstypen offener Seniorenarbeit sowie von Steuerungsinstrumenten vor. Der Förderzeitraum wurde auf fünf Jahre von 2013 bis 2017 festgelegt. Im Jahr 2017 wurde ein Evaluierungsbericht vorgelegt.

Die Gesamtfördersumme für Angebote offener Seniorenarbeit betrug 2018 insgesamt 1.107.644 Euro. Davon wurden insgesamt 33 Begegnungsangebote und 3 stadtweite Projekte gefördert.

Die Erfahrungen des Förderzeitraumes 2013 bis 2017 haben deutlich gemacht, wo die Stärken der offenen Seniorenarbeit in Leipzig liegen. Diese sollen verstetigt und ausgebaut werden. Gleichzeitig wurde in diesem Zeitraum weiterer Anpassungsbedarf erkennbar. Nicht alles, was mit dem Förderprogramm angestrebt worden war, konnte in die Praxis umgesetzt werden. So ist es beispielsweise nicht gelungen, die Begegnungsangebote sozialräumlich auszurichten.

Die Herausforderungen der wachsenden Stadt, wie sie das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Leipzig 2030 beschreibt, erfordern weitere Anpassungen der offenen Seniorenarbeit. Insbesondere der sozialräumlich unterschiedliche Bedarf soll stärker als bislang berücksichtigt werden. Dies wird durch die im 7. Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik beschriebenen Herausforderungen zur Altersarmut gestützt. Es braucht sozialräumlich bedarfsgerechte und damit zukunftsfähige Angebotsstrukturen offener Seniorenarbeit. Dies erfordert eine Umsteuerung der seit den 90er Jahren gewachsenen Strukturen.

 

2.2 Strategische Ziele

 

Der Teilfachplan Offene Seniorenarbeit setzt den Handlungsschwerpunkt „Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freizeitangebote“ des strategischen Zieles „Leipzig setzt auf Lebensqualität“ im Zielbild Leipzig 2030 um, indem in Ortsteilen mit Handlungsbedarf offene Begegnungsangebote für Senioren bei freien Trägern gefördert werden.

Der Teilfachplan Offene Seniorenarbeit setzt den Handlungsschwerpunkt „Chancengleichheit in der inklusiven Stadt“ des strategischen Zieles „Leipzig schafft soziale Stabilität“ im Zielbild Leipzig 2030 um, indem Angebote der Begegnung und Beratung für Ältere niedrigschwellig gestaltet sein sollen und schrittweise eine barrierefreie Zugänglichkeit geschaffen werden soll. Begegnungsangebote von freien Trägern sollen insbesondere in Ortsteilen mit einem hohen Anteil von Älteren mit geringem Einkommen und einem hohen Anteil von Alleinlebenden gefördert werden – um deren soziale Teilhabe zu ermöglichen. Der spezifische Bedarf von Personen mit Behinderung oder Personen mit Migrationshintergrund soll von Angeboten offener Seniorenarbeit berücksichtigt werden.

Der Teilfachplan Offene Seniorenarbeit setzt den Handlungsschwerpunkt „Lebenslanges Lernen“ des strategischen Zieles „Leipzig schafft soziale Stabilität“ im Zielbild Leipzig 2030 um, indem er Lern- und Erfahrungsangebote für Ältere unterbreitet. Diese Angebote schließen soziale Erfahrungen, Wissenserwerb, Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen und Kompetenzerhalt ein.

 

2.3 Operative Umsetzung

 

Offene Seniorenarbeit ist ein Teilbereich der Altenhilfe gemäß § 71 Zwölftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII). Sie ordnet sich wie folgt in die anderen Leistungsbereiche der Vorschrift ein:
 

Seniorenarbeit nach § 71 Abs. 2 SGB XII umfasst folgende Leistungen:

Beispiele für Angebote nach § 71 SGB XII,
die es in Leipzig gibt

Nr.

Leistung

Offene Seniorenarbeit

Sonstige Angebote

1

…Leistungen zu einer Betätigung und zum gesellschaftlichen Engagement, wenn sie vom alten Menschen gewünscht wird,

  • Angebote zur Mitwirkung in Seniorenbegegnungs­stätten u. a. Angeboten (z. B. soziokulturelle Zentren)
  • Seniorenbesuchsdienst des Sozialamtes

2

…Leistungen bei der Beschaffung und zur Erhaltung einer Wohnung, die den Bedürfnissen des alten Menschen entspricht,

 

  • Wohnrauman­passung

3

… Beratung und Unterstützung im Vor- und Umfeld von Pflege, insbesondere in allen Fragen des Angebots an Wohnformen bei Unterstützungs-, Betreuungs- oder Pflegebedarf sowie an Diensten, die Betreuung oder Pflege leisten,

  • Qualifizierte Erst- und Orientierungsberatung im Seniorenbüro
  • Beratungsstelle Wohnen und Soziales
  • Sozialer Fachdienst
  • Pflegerischer Fachdienst bei Leistungsberechtigten von Hilfe zur Pflege
  • Pflegekoordination des Sozialamtes

4

… Beratung und Unterstützung in allen Fragen der Inanspruchnahme altersgerechter Dienste,

  • Qualifizierte Erst- und Orientierungsberatung im Seniorenbüro
  • Beratungsstelle Wohnen und Soziales
  • Sozialer Fachdienst

5

… Leistungen zum Besuch von Veranstaltungen oder Einrichtungen, die der Geselligkeit, der Unterhaltung, der Bildung oder den kulturellen Bedürfnissen alter Menschen dienen,

  • Seniorenbegegnungs­stätten u. a. Angeboten (z. B. soziokulturelle Zentren)
  • Leipzig-Pass und Leipzig-Pass-Mobilcard, Angebote für Senioren der LVB

Nr. 6

… Leistungen, die alten Menschen die Verbindung mit nahe stehenden Personen ermöglichen.

 

 

 

Im Rahmen der Umsetzung des Förderprogramms von 2013 bis 2017 konnten wichtige Bausteine einer qualitätsvollen offenen Seniorenarbeit auf den Weg gebracht werden:

  • Mit der Förderung von Fachkräften sozialer Arbeit im Leistungstyp I (Seniorenbüro mit Begegnungsstätte) wurden neue fachliche Standards ermöglicht und eine neue Qualität in der Begegnungsarbeit als auch der Beratung erreicht.
  • Die Vernetzung der Träger hat sich durch Netzwerktreffen, den Zentralen Arbeitskreis offene Seniorenarbeit u. a. Instrumente weiterentwickelt.
  • Mit Hilfe von Zielvereinbarungen wurde die Steuerung der Leistungserbringung weiterentwickelt.

Der Teilfachplan Offene Seniorenarbeit baut auf den Erfahrungen des Förderprogramms von 2013 bis 2017 auf und umfasst eine Weiterentwicklung der offenen Seniorenarbeit. Dabei sind folgende Zielstellungen handlungsleitend:

  • An bewährte Strukturen offener Seniorenarbeit soll angeknüpft werden.
  • Die Trägervielfalt soll erhalten und wo möglich ausgebaut werden.
  • Der niedrigschwellige Zugang der Angebote für die Zielgruppe soll verbessert werden.
  • Schrittweise sollen bauliche Barrieren abgebaut werden.
  • Die Angebote sollen so ausgerichtet werden, dass sie an den an Bedeutung gewinnenden Risiken im Alter „Altersarmut“ und „Vereinsamung“ ausgerichtet sind und soziale Teilhabe ermöglichen.
  • Die Angebote der Beratung werden in Abgrenzung zu sonstigen Angeboten (z. B. Sozialer und Pflegerischer Fachdienst) weiterentwickelt und neue Instrumente der Qualitätssicherung werden umgesetzt.
  • Angebote offener Seniorenarbeit sollen in der Stadt gleichmäßiger verteilt werden. In mehr Ortsteilen sollen Begegnungsangebote verfügbar sein und insbesondere in Ortsteilen mit einem hohen Anteil von Älteren mit geringem Einkommen und Alleinstehenden sollen Angebote bei freien Trägern gefördert werden.
  • Die Qualität offener Seniorenarbeit soll durch eine Ausweitung des Einsatzes von Fachkräften erhöht werden.

Abb. 1 Mit der Neuausrichtung offener Seniorenarbeit geplante Veränderungen
der Beschäftigung von Fachkräften (Stand: 18.01.2019)

 

 

Folgende Ziele offener Seniorenarbeit sollen umgesetzt werden:

Mit dem Teilfachplan offene Seniorenarbeit werden folgende Neuerungen vorgeschlagen:

  • Es wird zwischen drei verschiedenen Leistungsmodulen offener Seniorenarbeit unterschieden:
    • Begegnung,
    • Beratung und
    • Koordination.
  • Die inhaltlichen Anforderungen an die Begegnung werden für alle Begegnungsangebote weitgehend einheitlich gestaltet. Die Teilaufgaben der Begegnung werden klarer beschrieben. Sie umfassen die Leistungsbereiche Offener Bereich, Kurse / Arbeitsgruppen / Ausflüge / Veranstaltungen, Information / Verweisung / Vermittlung sowie Freiwilliges Engagement. Die Begegnung soll im Umfang von einem Öffnungszeiten-Standard gefördert werden – 25 Stunden pro Woche.
  • Bestehende Begegnungsangebote in den randstädtischen Ortsteilen werden erhalten und in der Regel mit einem Umfang von einmal wöchentlich bis zu 5 Wochenstunden gefördert. Darüber hinaus sollen in 8 randstädtischen Ortsteilen neue Angebote im Umfang von bis zu 5 Wochenstunden alle 14 Tage geschaffen werden. Für diese Begegnungsangebote gelten geringere Anforderungen als für Seniorentreffs mit 25 Stunden Öffnungszeit pro Woche.
  • Die Begegnungsarbeit wird durch den Einsatz von Fachkräften in den Seniorentreffs mit 25 Stunden Öffnungszeit pro Woche qualifiziert.
  • Folgende Angebote können fakultative Angebote offener Seniorenarbeit sein, werden jedoch nicht gefördert:
    • Besuchs-, Hol- und Bringedienst,
    • Mittagstisch,
    • Bewegungs- und Sportangebote.
  • Unter Beachtung einer konsequenten Umsetzung der Prinzipien Offenheit und Niedrigschwelligkeit, der Ziele offener Seniorenarbeit, der Finanzierung durch vorrangige Leistungsträger und der Vermeidung indirekter Subventionierung werden bestimmte Angebote der Begegnung bei freien Trägern künftig nicht mehr gefördert. Dazu zählen:
    • Begegnungsangebote in Verbindung mit Angeboten von stationären Wohnheimen oder Altenpflege- und Pflegeheimen, Sozialstationen sowie Betreutem Wohnen oder Servicewohnen, wenn es keine deutliche räumliche Trennung der oben genannten Angebote zum offenen Begegnungsangebot gibt und/oder eine verpflichtende Betreuungspauschale erhoben wird.
    • Angebote, die sich ausschließlich oder vordergründig an Mitglieder von Vereinigungen wenden sowie
    • Verkaufsangebote.
  • Die Beratung wird durch eine konkrete Beschreibung des wöchentlichen Arbeitsumfangs und durch verbindliche inhaltliche Vorgaben gestärkt.
  • Die bisherigen Leistungstypen werden in Angebotstypen mit einheitlichen Bezeichnungen gewandelt. Alle Begegnungsmodule werden als „Offener Seniorentreff“ und alle Beratungsmodule als „Seniorenberatung“ bezeichnet und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit kommuniziert. Darüber hinaus sind individuelle Namensgebungen (z. B. „Nebenan“ oder „Inge und Walter“) möglich.
  • Die Aufgaben der Koordination werden konkret gefasst und im Umfang reduziert. Die bisherigen 10 Netzwerkgebiete der Koordination, bestehend aus jeweils einem Stadtbezirk, werden in ihrer Anzahl verringert und damit in ihrer Fläche vergrößert. Künftig soll es insgesamt 5 Netzwerkgebiete mit jeweils 2 Stadtbezirken geben.
  • Die Angebote offener Seniorenarbeit werden sozialräumlich ausgerichtet. Die Seniorenberatung bleibt mit einem Angebot je Stadtbezirk unverändert. Die offenen Seniorentreffs freier Träger werden anhand des jeweiligen Handlungsbedarfs in den Ortsteilen gefördert. Dieser Handlungsbedarf leitet sich aus den folgenden Indikatoren ab: Leipzig-Pass-Empfänger/-innen ab 65-Jahre, SGB-II-Leistungsempfänger/-innen ab 55 Jahre und Alleinlebende ab 65 Jahre. Priorität erhalten Ortsteile mit erhöhtem, hohem und sehr hohem Handlungsbedarf. Darüber hinaus sind niedrigschwellige Angebote der Begegnung (5 Stunden pro Woche bzw. bis zu 5 Wochenstunden alle zwei Wochen) in randstädtischen Ortsteilen mit mindestens 1.000 ab 65-Jährigen förderfähig.
  • Der bisherige Leistungstyp III (Projekte) wird aufgegeben. Innovative Ansätze offener Seniorenarbeit werden im Rahmen der fachlichen Beratung des Sozialamtes in Zusammenarbeit mit den Trägern offener Seniorenarbeit weiterentwickelt.
  • Stadtweite Projekte, die bislang ohne klare Zuordnung zu einem Leistungstyp gefördert wurden, werden als Angebotstyp „Stadtweite Projekte“ zukünftig explizit benannt. Sie gehören thematisch zum Modul „Begegnung“, unterliegen aber nicht den Standards.
  • Die Steuerung der Umsetzung von Leistungen offener Seniorenarbeit durch freie Träger wird verbessert. Folgende Änderungen sind vorgesehen:
    • Die Anforderungen an Leistungsbeschreibung und Sachbericht im Rahmen des Förderverfahrens werden weiterentwickelt und standardisiert.
    • Die Leistungsdokumentation für die Begegnung und Beratung wird weiterentwickelt und standardisiert, um eine höhere Vergleichbarkeit und bessere Auswertung zu ermöglichen. Die Leistungsdokumentation soll künftig nur noch quartalsweise von den Trägern vorgelegt werden (bislang monatlich).
    • In Anlehnung an die jährlichen Zielvereinbarungsgespräche mit den Seniorenbüros werden vom Sozialamt mit allen Seniorentreffs mit einer Öffnungszeit von 25 Wochenstunden und allen Trägern von Beratung sowie Koordination jährlich leitfadengestützte Gespräche zur Klärung der Erwartungsperspektive geführt.
    • Für die Seniorenberatung wird durch das Sozialamt ein Organisations- und Beratungshandbuch sowie eine Fallberatung für die Mitarbeiter/-innen der Seniorenberatung eingeführt.
    • Das Sozialamt wird regelmäßig Besuche in den Einrichtungen vor Ort durchführen.
    • Durch das Sozialamt erfolgt eine fachliche Beratung der freien Träger offener Seniorenarbeit (gefördert und ungefördert). Diese umfasst eine trägerspezifische Beratung zum Einrichtungs- bzw. Angebotskonzept, zu Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkarbeit sowie die Organisation von Fortbildungsangeboten. Für die Fortbildung der Mitarbeiter/-innen offener Seniorenarbeit erarbeitet das Sozialamt ein Curriculum.
    • Die Ausgestaltung des Arbeitskreises offene Seniorenarbeit wird weiterentwickelt. Die Treffen finden künftig mindestens halbjährlich statt und richten sich an alle geförderten und ungeförderten Träger offener Seniorenarbeit. Für geförderte Träger von Angeboten ist die Teilnahme verpflichtend.
    • Das Sozialamt führt künftig alle vier Jahre eine Nutzerbefragung der Nutzer/-innen der offenen Seniorentreffs, der Seniorenberatung und der stadtweiten Projekte durch.


Abb. 2 Bisherige und neue Struktur der Angebote offener Seniorenarbeit

 

 

Der Teilfachplan Offene Seniorenarbeit berücksichtigt bei der Bedarfsermittlung die sich aus den Raumkategorien des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes ableitbaren Entwicklungsmöglichkeiten der einzelnen Ortsteile. Für Ortsteile der Raumkategorie „Qualitäten stärken und bewahren“ wurde der sozialräumlich ermittelte Handlungsbedarf kritisch hinterfragt, da angenommen wird, dass sich aufgrund der zunehmenden Verdichtung, der abnehmenden Flächenpotenziale und des abnehmenden preisgünstigen Wohnraums in diesen Ortsteilen der sozialräumliche Handlungsbedarf in Bezug auf Altersarmut in diesen Ortsteilen voraussichtlich verringern wird. Darüber hinaus wurden die räumlichen Handlungsschwerpunkte des Fachkonzeptes „Soziale Teilhabe“ des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes betrachtet. In den meisten Ortsteilen findet sich eine Übereinstimmung der sozialräumlichen Schwerpunkte dieses Fachkonzeptes mit den sozialräumlichen Schwerpunkten offener Seniorenarbeit. Die Schwerpunktgebiete der Integrierten Stadtteilentwicklung (Leipziger Osten, Grünau, Schönefeld, Mockau und Paunsdorf) zählen auch zu den Schwerpunktgebieten, in denen offene Begegnungsangebote für Senioren gefördert werden sollen. Für Angebote freier Träger in randstädtischen Ortsteilen soll eine Förderung unabhängig vom ermittelten sozialräumlichen Handlungsbedarf erfolgen, da in diesen Ortsteilen die Zugänglichkeit zu Begegnungsangeboten für Ältere im Vergleich zu innerstädtischen Ortsteilen in der Regel erschwert ist, die Infrastruktur insgesamt weniger ausgebaut ist und die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr in den meisten Fällen nicht so günstig ist wie in den innerstädtischen Ortsteilen.

 

2.4 Realisierungs-/ Zeithorizont

 

Der Teilfachplan Offene Seniorenarbeit soll eine Grundlage der Förderung offener Seniorenarbeit ab 2020 ermöglichen. Jährlich wird im Sozialreport über die Angebote und deren Inanspruchnahme sowie Veränderungen der Angebotslandschaft informiert. Im Jahr 2022 soll die Umstrukturierung der Angebote abgeschlossen und ein Umsetzungsbericht erstellt werden. Im Jahr 2024 soll die Umsetzung evaluiert werden und danach eine Fortschreibung des Teilfachplans vorgelegt werden.

 

3.   Finanzielle Auswirkungen

Die Angebote der offenen Seniorenarbeit bei freien Trägern wurden 2018 mit insgesamt 1.107.700 Euro vom Sozialamt gefördert und im PSP-Element 1.100.33.1.0.01 (Förderung von Vereinen und Verbänden) veranschlagt.

Außerdem wurden finanzielle Mittel in Höhe von 5.000 Euro für die fachliche Beratung von Trägern im Rahmen der Umsetzung des Teilfachplans ebenfalls planmäßig im PSP-Element 1.100.31.1.1.01 (Sachkosten Amt 50) veranschlagt.

Mit dem Teilfachplan Offene Seniorenarbeit sind im Jahr 2019 Aufwendungen in Höhe von 1.477.100 Euro und 2020 in Höhe von 1.539.600 Euro verbunden. Darin bereits enthalten sind anteilig für den Bereich Offene Seniorenarbeit zur Verfügung stehende Mittel (Beschluss des Änderungsantrages A0131/19/20) für Tarifsteigerungen. Ab 2021 wird mit Aufwendungen in Höhe von 1.777.300 Euro gerechnet. Die meisten Aufwendungen entstehen für die Förderung der Angebote im Modul Begegnung (offene Seniorentreffs).

Es besteht ein voraussichtlich ungedeckter Mehrbedarf in Höhe von 237.700 Euro ab 2021.

 

 

2019

2020

2021

2022

Gesamtaufwendungen

1.477.100 €

1.539.600 €

1.777.300 €

1.777.300 €

Planmäßig im Amt 50 veranschlagt

1.477.100 €

1.539.600 €

 

 

Prognose 2021/2022

 

 

1.539.600 €

1.539.600 €

Mehrbedarf

0 €

0 €

237.700 €

237.700 €

 

Die Mehraufwendungen entstehen aus folgenden Gründen:

 

-          In der offenen Seniorenarbeit sollen mehr Fachkräfte (Pädagogische Fachkraft oder Fachkraft Soziale Arbeit) eingesetzt werden.

-          Es wird mit höheren Aufwendungen bei Sachkosten gerechnet. Diese entstehen im Wesentlichen durch höhere Mietkosten für Angebote der offenen Seniorenarbeit, die an einen anderen Standort umziehen, sowie neue Angebote. Für diese werden die derzeit marktüblichen höheren Mietaufwendungen berücksichtigt. Des Weiteren entstehen höhere Mietaufwendungen durch die Herstellung von Barrierefreiheit. Darüber hinaus wurden alle Sachkostenpositionen einer Prüfung unterzogen. Im Ergebnis werden künftig zum Beispiel höhere Aufwendungen für Verwaltungskosten (Geschäftsführung, Lohnbuchhaltung und Steuerberatung) oder für die Reinigung im Rahmen der Förderung akzeptiert. Honorarkosten werden künftig in geringerem Umfang gefördert, da die Ausgestaltung der Angebote im Wesentlichen durch die Fachkräfte erfolgen soll bzw. erforderliche Honorarkosten durch Kursgebühren gedeckt werden sollen.

 

4.      Auswirkungen auf den Stellenplan

Die Vorlage hat keine Auswirkungen auf den Stellenplan.

 

5.   Bürgerbeteiligung

Die Sichtweisen der geförderten freien Träger der offenen Seniorenarbeit wurden im Rahmen der Evaluation des Förderprogramms 2013 bis 2017 einbezogen.

Im Jahr 2016 wurden Leipziger/-innen im Alter von 55 bis 85 Jahren vom Amt für Statistik und Wahlen befragt (siehe Seniorenbefragung „Älter werden in Leipzig 2016“). Dabei ging es u. a. um die Kenntnis und Nutzung von Seniorenbegegnungsstätten und den Beratungsangeboten in den Seniorenbüros.

In die Erarbeitung des Teilfachplans wurden die freien Träger der offenen Seniorenarbeit und der Seniorenbeirat über den Zentralen Arbeitskreis Offene Seniorenarbeit eingebunden. Darüber hinaus gab es zahlreiche Einzelgespräche mit freien Trägern.

 

6.   Besonderheiten der Vorlage

Mit dem Teilfachplan erfahren die Angebote offener Seniorenarbeit eine Neuausrichtung. Im Rahmen der Erarbeitung des Teilfachplans konnten einige Teilfragen und Schnittstellen nicht abschließend geklärt werden. Hierzu zählen:

 

Tagesstruktur Menschen mit Behinderung

 

Der Teilfachplan sieht in Altlindenau einen offenen Seniorentreff in Trägerschaft eines Trägers der Behindertenhilfe vor. Auf diese Weise soll ein weiterer Träger einen spezifisch auf Menschen mit Behinderung ausgerichteten offenen Seniorentreff anbieten. Auch alle anderen Seniorentreffs sollen ihre Angebote für Menschen mit Behinderung öffnen. Darüber hinaus können im Rahmen der zukünftigen Entwicklung von Angeboten einer Tagesstruktur für Menschen mit Behinderung neue Handlungserfordernisse für offene Seniorentreffs entstehen.

 

Fachplan Seniorenarbeit

 

Im Jahr 2019 soll der Ratsversammlung der Fachplan Seniorenarbeit als Fortschreibung des bestehenden Altenhilfeplans vorgelegt werden. In diesem Fachplan werden auch Schnittstellen zur offenen Seniorenarbeit betrachtet (z. B. Besuchsdienste).

 

7.   Folgen bei Nichtbeschluss

Wenn der Teilfachplan nicht in der vorliegenden Fassung beschlossen wird, kann die mit Blick auf die demografischen Herausforderungen erforderliche Neuausrichtung der offenen Seniorenarbeit nicht umgesetzt werden. Eine bedarfsgerechte Verteilung von Angeboten offener Seniorenarbeit kann nicht erreicht werden und eine Standardisierung der Qualität von Angeboten offener Seniorenarbeit kann nicht im erforderlichen Maß erfolgen. Wenn nicht die nötigen zusätzlichen Ressourcen für die Förderung von Angeboten bereitgestellt werden, kann eine Umstrukturierung von Angeboten nur eingeschränkt erfolgen und nicht in allen Ortsteilen mit Handlungsbedarf kann ein Angebot offener Seniorenarbeit unterbreitet werden.

Werden nicht die erforderlichen Personal- und Sachmittel im Sozialamt bereitgestellt, kann die Steuerung und fachliche Beratung der Angebote von freien Trägern nur unzureichend erfolgen. Die eingesetzten Mittel der Förderung können so nicht die mögliche Wirkung entfalten.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Der Teilfachplan Offene Seniorenarbeit setzt folgende strategischen Ziele und Handlungsschwerpunkte des Zielbildes 2030 um:

 

  • Strategisches Ziel: Leipzig setzt auf Lebensqualität
    Handlungsschwerpunkt: Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freizeitangebote

 

  • Strategisches Ziel: Leipzig schafft soziale Stabilität
    Handlungsschwerpunkt: Chancengleichheit in der inklusiven Stadt
    Handlungsschwerpunkt: Lebenslanges Lernen

 

Finanzielle Auswirkungen

 

x

nein

x

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

x

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

x

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

1.1.2019

1.1.2000

2021ff

31.12.2019

31.12.2020

 

1.477.100

1.539.600

1.777.300

1.100.33.1.0.01

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

x

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

x

nein

 

ja,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Wie auch die Zahl der Jugendlichen in Leipzig steigt und damit der Bedarf an Kindertagesplätzen und Schulen, so steigt seit Jahren auch die Zahl der Älteren ab 65 Jahre. Dieser Trend wird auch für 2030 vorausgesagt. Danach sollen 2030 insgesamt 135.600 Personen ab 65 Jahren in Leipzig leben – das entspricht einem Anteil von 20,4 % an der Bevölkerung. Gleichzeitig ist ein Anstieg der Personen zu beobachten, die im Alter allein oder von Grundsicherungsleistungen leben. Dieser steigende Bedarf erfordert eine inhaltliche Weiterentwicklung der Angebote offener Seniorenarbeit.

Stammbaum:
VI-DS-06949   Teilfachplan Offene Seniorenarbeit 2019   50 Sozialamt   Beschlussvorlage
VI-DS-06949-DS-01   Teilfachplan Offene Seniorenarbeit 2019   50 Sozialamt   Beschlussvorlage
VI-DS-06949-ÄA-02   Änderungen zum Teilfachplan Offene Seniorenarbeit 2019   57 Beauftragte für Senioren und Menschen mit Behinderungen   Änderungsantrag
VI-DS-06949-ÄA-02-VSP-01   Änderungen zum Teilfachplan Offene Seniorenarbeit 2019   50 Sozialamt   Verwaltungsstandpunkt
VI-DS-06949-ÄA-03   Teilfachplan Offene Seniorenarbeit 2019   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Änderungsantrag
VI-DS-06949-ÄA-04   Teilfachplan Offene Seniorenarbeit 2019   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Änderungsantrag
VI-DS-06949-ÄA-05   Teilfachplan Offene Seniorenarbeit 2019   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Änderungsantrag