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Vorlage - VI-DS-05505-NF-03  

 
 
Betreff: Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Oper Leipzig
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Neufassung
Einreicher:Dezernat KulturBezüglich:
VI-DS-05505
Beratungsfolge:
BA Kulturstätten Vorberatung
Ratsversammlung Beschlussfassung
FA Finanzen Vorberatung
18.02.2019    FA Finanzen      

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Ratsversammlung beschließt für den städtischen Eigenbetrieb Oper Leipzig gemäß Punkt 7 der Vorlage die Eigentümerziele: „Betriebsführung des Eigenbetriebes, Innovation, Identifikation, Internationalität, Dialog und Öffnung“.
  2. Das strategische Unternehmenskonzept der Oper Leipzig wird dem Stadtrat nach Beschlussfassung der Eigentümerziele vorgelegt.
  3. Die Eigentümerziele gelten grundsätzlich für unbestimmte Zeit. Eine Prüfung auf Evaluation wird fortlaufend durchgeführt. Eine Anpassung der Zielvorgaben bei sich ändernden Rahmenbedingungen ist jederzeit möglich. Hierüber entscheidet der Betriebsausschuss Kulturstätten. Im Betriebsausschuss Kulturstätten wird - auch bei sich nicht geänderten Rahmenbedingen – entschieden, ob die Eigentümerziele nach einem bestimmten Zeitraum (beispielsweise 5 Jahren) grundsätzlich evaluiert werden sollen.

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Beschlussfassung der Eigentümerziele für den Eigenbetrieb Oper Leipzig.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

 

Sachverhalt:
 

 

1. Ziele der Vorlage

 

Mit dieser Vorlage werden gemäß des Leipziger Corporate Governance Kodex (Ratsbeschluss RBV-1843/13 vom 11.12.2013), der Eigenbetriebssatzung sowie der sich in Erarbeitung befindlichen Neufassung der Steuerungsvorlage zur Steuerung der Eigenbetriebe auch für die Eigenbetriebe Kultur (hier: die OPER LEIPZIG) Eigentümerziele definiert.

 

2. Grundsätzliches zu den Eigentümerzielen

 

Eigenbetriebe sind nach deutschem Kommunalrecht Organisationseinheiten einer Gemeinde, die keine eigene Rechtspersönlichkeit besitzen, jedoch in der Regel wirtschaftlich selbstständig sind. Sie können zu ihren Abnehmern (Benutzern) in öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Beziehungen stehen und damit Leistungsprofile im Rahmen des HGB und der Rechtsetzungshoheit (Satzungsrecht) der Kommunen aufweisen.

 

Die Stadt Leipzig hat zur Umsetzung ihrer Aufgaben die folgenden Eigenbetriebe gegründet:

- Eigenbetrieb Gewandhaus zu Leipzig

- Eigenbetrieb Oper Leipzig

- Eigenbetrieb Schauspiel Leipzig

- Eigenbetrieb Theater der Jungen Welt Leipzig

- Eigenbetrieb Musikschule Leipzig "Johann-Sebastian-Bach"

- Städtischer Eigenbetrieb Behindertenhilfe

- Verbund Kommunaler Kinder- und Jugendhilfe

- Städtisches Klinikum St. Georg Leipzig

- Kommunaler Eigenbetrieb Engelsdorf

 

Mit Gründung eines Eigenbetriebes legt die Trägerin Stadt Leipzig den Geschäftszweck und die zu erfüllenden öffentlichen Aufgaben für den Betrieb fest. Die Stadt Leipzig bekennt sich ausdrücklich zu ihren kommunalen Unternehmen bzw. Eigenbetrieben, stellt aber im Gegenzug auch hohe Ansprüche an deren Handeln. Sie erwartet, dass nicht nur der jeweilige Satzungszweck bestmöglich erfüllt wird, sondern darüber hinaus den strategischen Zielstellungen der Stadt Leipzig Rechnung getragen wird.

Die Kommunalwirtschaft in Deutschland bewegt sich in einem dynamischen und nicht spannungsfreien Umfeld: Einerseits sind zunehmende Rechts- und Marktanforderungen an die Unternehmenspolitik analog zur Privatwirtschaft auch bei kommunalen Unternehmen zu beobachten. Andererseits sieht sich der Eigenbetrieb als kommunales Unternehmen auch (internen) Anforderungen aus Eigentümersicht gegenüber; beispielsweise wenn es um die Festlegung von Zuschüssen der Stadt Leipzig aus dem Ergebnis- und Finanzhaushalt geht. Gemäß der gültigen Betriebssatzungsatzung, dem Leipziger Corporate Governance Kodex sowie der Steuerungsvorlage zur Steuerung der Eigenbetriebe legt die Stadt Leipzig Eigentümerziele auch für ihre Eigenbetriebe fest. Eigentümerziele ordnen sich in eine Reihe von Tools zur Steuerung von Unternehmen ein. Das nachstehende Zielsystem verdeutlicht die Systematik der Beteiligungssteuerung durch Ziele, entsprechend der Logik „vom Allgemeinen zum Speziellen“.

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Während rein privatwirtschaftliche Unternehmen in erster Linie über Finanzziele gesteuert, d.h. an ihrem ökonomischen Erfolg gemessen werden, geht es bei kommunalen Unternehmen in der Regel um die Erfüllung von Sachzielen, da sie einem öffentlichen Zweck dienen. Aber auch wirtschaftliche und finanzielle Zielstellungen können Steuerungsmechanismen kommunaler Unternehmen darstellen. Streng genommen sind bereits die satzungsgemäßen Aufgaben als eigentümergeprägte Oberziele zu verstehen.

 

 

3. Kurzvorstellung des Eigenbetriebes OPER LEIPZIG

 

Selbstverständnis Oper Leipzig

„Die Oper Leipzig pflegt als drittältestes Opernhaus Europas eine 325-jährige Tradition und versteht sich als offenes Haus für alle Bürger der Stadt Leipzig. Mit den vier Sparten Oper Leipzig, Leipziger Ballett, Musikalische Komödie und Junge Oper bietet die Oper Leipzig künstlerische Angebote für alle Generationen, sowie aller sozialen und ethnischen Hintergründe. Sie versteht sich selbst als Haus der Internationalität und Interkulturalität. Dies wird durch die international besetzten Ensembles, internationalen Gastspiele, die zahlreichen Kooperationen mit freien Trägern und Ehrenamtlichen der Stadt Leipzig, sowie durch die vielfältigen Angebote zur kulturellen und musikalischen Bildung deutlich.“

 

Die Oper Leipzig ist das drittälteste bürgerliche Opernhaus Europas. Die Begründung und Bewahrung dieser Tradition basiert seit jeher auf bürgerschaftlichem Engagement. Daher versteht sich die Oper Leipzig in erster Linie als Theater für die Menschen, die in dieser Stadt leben. Darüber hinaus zählt die Oper Leipzig als Stadttheater mit internationaler Ausstrahlungskraft neben dem Thomanerchor und dem Gewandhausorchester zu den kulturellen Aushängeschildern der Stadt. Dies liegt begründet in der hohen künstlerischen Qualität des Hauses, die nicht zuletzt durch die kollegiale Zusammenarbeit mit dem Gewandhausorchester und der Verpflichtung internationaler Gesangssolisten gewährleistet ist. Als Mitglied der deutschen Opernkonferenz rangiert die Oper Leipzig unter den führenden Opernhäuser im deutschsprachigen Raum.

 

Für Kontinuität in der Weiterentwicklung künstlerischer Prozesse steht das deutliche Bekenntnis zu einer festen Ensemblestruktur.

Die Oper Leipzig ist als übergeordnete Dachmarke der drei Sparten Oper, Leipziger Ballett und Musikalischer Komödie definiert. Dazu gehören neben dem Opernhaus und der Musikalischen Komödie die Theater – und Kostümwerkstätten als Produktionsstätten für die Oper Leipzig, das Schauspiel Leipzig und das Theater der jungen Welt.

 

Mit ihren jeweiligen Ensembles, dem Chor der Oper Leipzig, dem Leipziger Ballett und dem Gewandhausorchester, dem Chor sowie dem Ballett und dem Orchester der Musikalischen Komödie werden beide Spielstätten, das Opernhaus und die Musikalische Komödie, als Repertoirebetriebe mit jeweils eigenen Solistenensembles bespielt. Mit ihren drei Sparten versteht sich die Oper Leipzig als Theater für alle Generationen. Besonderes Augenmerk liegt daher auch auf der kulturellen Bildung sowie der Teilhabe aller kultureller, sozialer und demografischer Gesellschaftsmitglieder am vielfältigen Angebot des Hauses. Die Oper Leipzig ist mit ihren international besetzten Ensembles und ihren zahlreichen internationalen Gastspielen und Kooperationen ein Ort gelebter Transkulturalität. Darüber hinaus rücken in jüngerer Vergangenheit Kooperationen mit Einrichtungen in freier Trägerschaft in den Fokus des künstlerischen Austauschs.

 

Die Oper Leipzig ist aufgrund ihrer auch überregionalen und internationalen Ausrichtung von maßgeblicher touristischer Relevanz für die Stadt Leipzig.

 

 

 

4. Betriebszweck und Satzungsmäßige Aufgaben der OPER LEIPZIG

 

Die Betriebssatzung für den Eigenbetrieb OPER LEIPZIG in der Fassung vom 25.02.2015 legt in § 2 Abs. 1 die Zwecke und Aufgaben wie folgt fest;

 

„Zweck des Eigenbetriebes ist die Pflege und Förderung von Kunst und Kultur.“

 

Außerdem verfolgt der Eigenbetrieb ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke (§ 3 Abs. 1 Betriebssatzung) und hat die Aufgabe die optimale Nutzung der Spielstätten unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu gewährleisten (§ 2 Abs. 2 Betriebssatzung)

 

Die Satzungszwecke werden verwirklicht insbesondere durch:

 

-          den Betrieb und die Bewirtschaftung eines Musiktheaters mit den wesentlichen künstlerischen Genres Oper, Operette, Musical und Ballett im Opernhaus und in der Musikalischen Komödie.

-          die Theater- und Kostümwerkstätten erbringen Leistungen für die Oper Leipzig, das Schauspiel Leipzig und das Theater der jungen Welt.

-          die Durchführung von Gastspielen der OPER LEIPZIG; der Musikalischen Komödie, sowie des Leipziger Ballett

-          die Organisation von Kooperationen und Koproduktionen mit externen Partnern

 

5. Bereits beschlossene Ziele / Zielvorgaben seitens der Stadt Leipzig

 

Strukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen der Eigenbetriebe Kultur für den Zeitraum

2016 bis 2020 (Finanzziel):

Mit dem Beschluss des Stadtrates zur Vorlage DS-VI-01556-NF -02 vom 21.09.2016 wurde die Grundfinanzierung der Oper Leipzig für die Jahre 2016 bis 2020 gesichert. Im Gegenzug dessen verpflichtet sich die Oper Leipzig, mit den Zuweisungen der Stadt auszukommen und das Finanzziel einzuhalten. Da die Oper Leipzig Tarifsteigerungen nicht selbst erwirtschaften kann, wird die Basisfinanzierung in den nächsten vier Jahren auch durch den vollen Ausgleich der Tariferhöhungen durch die Stadt Leipzig gewährleistet.  Der Beschluss sichert zudem die laufenden Instandhaltungen und ermöglicht der Oper Leipzig, Anträge auf Finanzierung darüber hinausgehender Instandhaltungs- und Investitionsvorhaben zu stellen. Von der Oper Leipzig erwirtschaftete Jahresüberschüsse müssen nicht an den städtischen Haushalt abgeführt werden, damit ein Risikopuffer aufgebaut werden kann und weitergehende Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden können.

 

 

Fortführung der Zielvorgaben aus dem Arbeitsprogramm 2020 des Oberbürgermeisters

Aus dem Arbeitsprogramm 2020 des Oberbürgermeisters ging hervor, dass die Stadt Leipzig der Oper Leipzig nicht nur eine finanzielle Auskömmlichkeit zusichert, sondern auch die Förderung ihrer internationalen Ausrichtung sowie die damit verbundene Profilbildung.

Ebenso betont wurde die Unterstützung der Stadt für die Musikalische Komödie. Das Operettenhaus, als Sparte der Oper Leipzig, stellt neben den Häusern in  Hamburg und Dresden, ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland dar. Diese Zielvorgaben, seinerzeit in sog. Projektstreckbriefen verankert, werden durch die Eigentümerziele aufgegriffen und fortgeführt.

 

Kulturentwicklungsplan der Stadt Leipzig 2016 bis 2020

Der vom Stadtrat in der Ratsversammlung vom 24. August 2016 zur Kenntnis genommene Kulturentwicklungsplan [i] misst der Oper Leipzig mit seinen drei Sparten -Oper, Leipziger Ballett und Musikalische Komödie- einen herausragenden Stellungswert im Kulturleben der Stadt Leipzig bei. Die Oper Leipzig legt ein zunehmendes Gewicht auf die Kulturbildung und unterstützt damit entscheidend den Bildungsauftrag der Stadt. Alle Sparten legen Wert auf die Verbindung von Tradition und Innovation um Kultur allen Interessierten zugänglich zu machen und so das Bild der Stadt Leipzig als offene Bürgerstadt mit einer vielfältigen und vor allem lebendigen Kultur zu prägen.

 

Schlüsselprodukt der Stadt Leipzig

Die Oper Leipzig gehört zu den 60 Schlüsselprodukten der Stadt Leipzig, die mit dem Stadtratsbeschluss zur Vorlage VI-DS-VI-DS-02445 für den Doppelhaushalt 2019/20 bestimmt wurden. Darüber hinaus nimmt das im INSEK verankerten Oberziel „Leipzig steigert seine internationale Bedeutung“ eine wichtige strategischen Zielstellung im Rahmen des strategischen Handlungskonzeptes der Oper Leipzig ein. Weiterhin steht die Oper Leipzig für eine urbane und weltoffene Bürgerstadt sowie für die Sicherstellung einer vielfältigen Kulturlandschaft in Leipzig.

 

6. Rolle der OPER LEIPZIG beim zukünftigen INSEK Programm Leipzig 2030

 

Mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept Leipzig 2030 (INSEK) werden für die Herausforderungen einer wachsenden Stadt Ziele formuliert – sowohl fachliche Ziele im „Zielbild für Leipzig 2030“ als auch stadträumliche Schwerpunkte. Das INSEK baut hierbei auf vorhandene fachliche Planungen auf und vernetzt sie. Es bildet damit die ganzheitliche Entwicklungsstrategie für die Stadt Leipzig ab und verfolgt eine fachübergreifende und kooperative Stadtentwicklung. Strategische Oberziele wie „Leipzig setzt auf Lebensqualität“, „Leipzig besteht im Wettbewerb“, „Leipzig stärkt seine Internationalität“ und „Leipzig schafft soziale Stabilität“ werden durch das maßnahmenkonkrete Fachkonzept Kultur untersetzt. Hierbei ist die Oper Leipzig Teil der Gesamtstrategie. Die unter Punkt 7 definierten Eigentümerziele leiten sich aus dem INSEK ab und werden durch die Oper Leipzig als städtischer Eigenbetrieb erfüllt.

 

7. Eigentümerziele für den Eigenbetrieb OPER LEIPZIG

 

Die Eigentümerziele für den Eigenbetrieb Oper Leipzig sind eingebettet in die Oberziele des fortgeschriebenen Stadtentwicklungskonzepts (INSEK), dem Fachkonzept Kultur sowie der Gesamtstrategie der Stadt Leipzig.

Die unter Beteiligung der Betriebsleitung der Oper Leipzig erarbeiteten Eigentümerziele sind auf unbestimmte Zeit ausgerichtet, können jedoch zu gegebener Zeit evaluiert und im Falle notwendiger Veränderungen entsprechend angepasst werden. Hierüber entscheidet der Betriebsausschuss Kulturstätten. Der Betrieb der Oper Leipzig ist in Übereinstimmung mit den Eigentümerzielen zu führen.

Die Eigentümerziele bilden die Grundlage für das von der Betriebsleitung vorzulegende strategische Unternehmenskonzept. Das strategische Unternehmenskonzept soll die in dieser Vorlage formulierten Eigentümerziele konkretisieren und die inhaltlich fachlichen Aufgaben des Eigenbetriebs darstellen.

 

Mit Gründung des Eigenbetriebs legt die Trägerin Stadt Leipzig den Geschäftszweck und die zu erfüllenden öffentlichen Aufgaben für ein Unternehmen fest. Der Eigenbetrieb Oper Leipzig hat die Aufgabe durch den Betrieb und die Bewirtschaftung eines Musiktheaters mit den wesentlichen künstlerischen Genres Oper, Operette, Musical und Ballett im Opernhaus und der Musikalischen Komödie das kulturelle Leben in Leipzig maßgeblich mit zu prägen und ein Erlebnistheater von hoher Qualität für die Leipziger sowie ein nationales und internationales Publikum zu gestalten.

Außerdem stellt die Oper Leipzig für die Bewohner einen Ort des gesellschaftlichen Dialogs und leistet einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung zwischen Institutionen, Vereinen und Kultureinrichtungen. Durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gegenwart, Moderne und Tradition spricht die Oper Leipzig eine große Bandbreite an interessierten Bürgern an und leistet so einen Beitrag für eine vielfältige, lebendige und tolerante Stadt.

 

Die in dem Produktsteckbrief festgelegten Wirkungs- und Produktziele sowie Kennzahlen zur Überprüfung der Zielerreichung werden für die Fixierung der Eigentümerziele übernommen, da sie die Komponenten örtliche kulturelle Daseinsvorsorge und die internationale Ausrichtung umfassen; Begrifflichkeiten der Zielklassifizierung wurden entsprechend an die Systematisierung von Eigentümerzielen angepasst.

 

Die folgenden Sachziele werden festgelegt:

 

Ziel 1: Betriebsführung des Eigenbetriebes

Aufgrund ihrer Größe, Komplexität und künstlerischen Spezifik wurden die Kulturbetriebe mit dem Ziel in die Rechtsform eines Eigenbetriebes überführt, so dass die Schaffung wirtschaftlich eigenständiger Entscheidungsstrukturen eine höhere Flexibilität und Effizienz ermöglicht, als innerhalb der Kernverwaltung der Stadt Leipzig möglich gewesen wäre.

Eine wirtschaftlich eigenständige Betriebsführung des Hauses trägt gleichfalls dazu bei, dass eine Optimierung der Erträge und Aufwendungen des Eigenbetriebes dahingehend erfolgen kann, dass die Erfüllung der satzungsgemäßen Aufgaben auf möglichst wirtschaftliche und effiziente Art und Weise umgesetzt wird. Die gezielte Optimierung der Eigenfinanzierungskraft (bspw. durch das Erschließen wirtschaftlicher Synergien, Drittmittelakquise etc.) stellt eine fortlaufende Aufgabe der Betriebsleitung des Eigenbetriebes dar.

Zur Umsetzung seiner satzungsgemäßen Aufgaben werden dem Eigenbetrieb Zuweisungen der Stadt Leipzig ausgereicht, über deren Höhe gesondert vom Stadtrat zu beschließen ist. Im Gegenzug verpflichtet sich der Eigenbetrieb, mit den vom Stadtrat beschlossenen städtischen Zuweisungen entsprechend der Finanzierungsvereinbarung auszukommen.

 

Ziel 2: Innovation

Die Oper Leipzig verpflichtet sich künstlerisch zu einem ausgewogenen Verhältnis von Tradition und Innovation. Das betrifft die Konzeption des Spielplans (Ausbau des klassischen Repertoires quer durch alle Jahrhunderte, Erweiterung des Repertoires durch Entdeckungen, Erst- und Uraufführungen) sowie die Auswahl der künstlerischen Partner (Regisseure, Choreografen). Im Fokus steht dabei der Erlebnischarakter von Theater, die Erfahrbarkeit von Oper als multimedialem Ereignis mit allen Sinnen.

 

Der Erfolg des Zieles soll über folgende Kennzahlen gemessen werden:

-          Anzahl der Besucher

-          Auslastung der Vorstellungen

-          Anzahl der Vorstellungen

-          Anzahl der Neuproduktionen

 

Ziel 3: Identifikation

Die Oper Leipzig sieht sich in erster Linie als ein Theater für die Menschen dieser Stadt, so dass die Bürgerinnen und Bürger die Oper Leipzig mit ihren drei Sparten Oper, Leipziger Ballett und Musikalische Komödie als IHRE Oper Leipzig betrachten können. Damit knüpft das Haus an die 325 jährige Tradition der Leipziger Oper als bürgerliches Opernhaus an. Die Bürgerinnen und Bürger identifizieren sich mit der Oper Leipzig als überregionalem Aushängeschild der Stadt.

 

Ziel 4: Internationalität

Als Theaterbetrieb mit internationaler Ausstrahlungskraft ist die Oper Leipzig ein Aushängeschild dieser Stadt und ein Anziehungspunkt für viele Kulturreisende und Touristen aus aller Welt, sowie ein gefragter Kooperationspartner auf dem internationalen Kulturmarkt. Mit ihren international besetzten Ensembles versteht sich die Oper Leipzig als Ort gelebter Interkulturalität.

 

Der Erfolg der Ziele 3 und 4 soll über folgende Kennzahlen gemessen werden:

-          Anteil der Besucher innerhalb des PLZ-Bereichs 04

-          Anteil der Besucher außerhalb des PLZ-Bereichs 04

 

Ziel 5: Dialog

Die Oper Leipzig ist ein Ort des gesellschaftlichen Dialogs, der Partizipation und der Vernetzung mit wichtigen Institutionen, Kultureinrichtungen, Vereinen und Verbänden. Im Fokus steht dabei verstärkt die Zusammenarbeit und der Austausch mit Kultureinrichtungen in freier Trägerschaft.

 

Der Erfolg des Zieles soll über die Anzahl der Kooperationsprojekte gemessen werden.

 

Ziel 6: Öffnung

Die Oper Leipzig ist offen für alle Interessierten, unabhängig von Alter, Herkunft, sozialem Status, körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen.

 

Der Erfolg des Zieles soll über folgende Kennzahlen gemessen werden:

-          Anzahl Musikvermittlungsangebote

-          Anzahl Teilnehmer an Vermittlungsangeboten

 

Die Kennzahlen werden jährlich im Rahmen des Reportings zum Schlüsselprodukt Oper Leipzig, im Rahmen der Quartalsberichterstattung bzw. im Rahmen des Jahresabschlusses ausgewertet.


 

 

 

 


 


[i] Zukünftig wird die Kulturentwicklungsplanung der Stadt Leipzig im Fachkonzept Kultur aufgehen.

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Finanzielle Auswirkungen

 

X

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

X

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

X

nein

 

ja,

 

 

 

 

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Anlagen:
 

 

Stammbaum:
VI-DS-05505   Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Oper Leipzig   02.4 Dezernat Kultur   Beschlussvorlage
VI-DS-05505-ÄA-01   Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Oper Leipzig   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Änderungsantrag
VI-DS-05505-ÄA-02   Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Oper Leipzig   Geschäftsstelle der Fraktion Freibeuter   Änderungsantrag
VI-DS-05505-NF-03   Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Oper Leipzig   02.4 Dezernat Kultur   Neufassung
VI-DS-05505-NF-04   Eigentümerziele für den städtischen Eigenbetrieb Oper Leipzig   02.4 Dezernat Kultur   Neufassung