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Vorlage - VI-DS-06779  

 
 
Betreff: Verlängerung der Bestellung des Ersten Betriebsleiters (Gewandhausdirektors) des Gewandhauses zu Leipzig
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:1. Dezernat Allgemeine Verwaltung
2. Dezernat Kultur
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters
BA Kulturstätten Vorberatung
24.01.2019 
BA Kulturstätten      
Verwaltungsausschuss Vorberatung
06.02.2019    Verwaltungsausschuss      
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

1.Herr Professor Andreas Schulz wird für den Zeitraum vom 1. August 2020 bis zum 31. Juli 2025 weiterhin als Erster Betriebsleiter des Gewandhauses zu Leipzig mit der Bezeichnung Gewandhausdirektor bestellt.

 

2.Der Oberbürgermeister wird ermächtigt, den Anstellungsvertrag zu den in der Begründung genannten Eckpunkten abzuschließen.

 

 

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Herr Professor Andreas Schulz ist mit Ratsbeschluss RBV-1702/13 vom 10.07.2013 als Gewandhausdirektor wiederbestellt worden. Seine Bestellung und das Anstellungsverhältnis enden am 31. Juli 2020, so dass eine Entscheidung über die Fortsetzung zu treffen ist. Aufgrund seiner sehr erfolgreichen Arbeit wird die erneute Bestellung von Herrn Professor Schulz zum Gewandhausdirektor vorgeschlagen.

Für die Entscheidung über die Bestellung ist der Stadtrat gemäß § 8 Abs. 3 Nr. 4 der Hauptsatzung zuständig.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:
 

Herr Professor Andreas Schulz wurde mit Ratsbeschluss RBV-1702/13 vom 10.07.2013 erneut zum Ersten Betriebsleiter des Gewandhauses zu Leipzig bestellt. Sein Vertrag endet am 31. Juli 2020. Im Ergebnis von geführten Vertragsverlängerungsgesprächen ist angestrebt, den Vertrag vom 1. August 2020 bis zum 31. Juli 2025 zu verlängern.

 

In der Saison 2017/2018 hat Andris Nelsons im Februar 2018 seine neue Aufgabe als 21. Gewandhauskapellmeister übernommen. Es besteht von Beginn an eine enge und sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen ihm und Prof. Schulz. So ist es der ausdrückliche Wunsch von Andris Nelsons, auch in den kommenden Jahren mit Prof. Schulz arbeiten zu können.

Riccardo Chailly hat das Gewandhausorchester im Juni 2016 verlassen. Prof. Schulz hat die Übergangszeit bis zur Amtsübernahme von Andris Nelsons organisatorisch, inhaltlich und künstlerisch erfolgreich gestaltet. Zudem hat er maßgeblich an der Verpflichtung von Andris Nelsons mitgewirkt. Auf seine Initiative hin wurde eine umfangreiche Kooperation mit dem Boston Symphony Orchestra initiiert. Dort ist Andris Nelsons seit 2014 Music Director. Diese neue Zusammenarbeit des Gewandhausorchesters mit dem Boston Symphony Orchestra ist weltweit einmalig. Sie basiert auf einer starken gemeinsamen Tradition beider Orchester.

Die Kooperation beinhaltet mehrere Aspekte, so zum Beispiel gemeinsame Auftragswerke, einen Musikeraustausch, Boston- und Leipzig-Wochen in beiden Städten sowie gegenseitige und gemeinsame Gastspiele. Zusätzlich hat Prof. Schulz gemeinsam mit der Stadt Leipzig einen engen Austausch von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zwischen Boston und Leipzig befördert. Darüber hinaus wird zukünftig eine besondere Verbindung zwischen den Mitgliedern des Sponsors Clubs des Gewandhausorchesters sowie den Sponsoren und Spendern des Boston Symphony Orchestra angestrebt. In den kommenden Jahren wird es zahlreiche Projekte geben, die maßgeblich von den jeweiligen Botschaftern und Generalkonsuln Deutschlands und der USA unterstützt werden. So werden beispielsweise die Konzerte des Gewandhausorchesters im November 2019 in Boston die offiziellen Abschlusskonzerte des aktuellen Deutschlandjahres in USA sein. Diese Konzerte stehen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland.

Schon während der Amtszeit von Riccardo Chailly (2005-2016) hat Prof. Schulz  maßgeblich die mediale Präsenz (CD, DVD, TV, Radio, Live Stream, Social Media) des Gewandhausorchesters strategisch entwickelt sowie ausgebaut. Dies wird in der Amtszeit von Herrn Nelsons fortgeführt. So produziert das Gewandhausorchester unter anderem alle Sinfonien von Anton Bruckner für die Deutsche Grammophon, die Sinfonien Peter Tschaikowskis für Accentus und die Sinfonien von Johannes Brahms für Pentatone.

Darüber hinaus hat Prof. Schulz gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut ein Projekt für eine neuartige dreidimensionale Aufnahmetechnik (Immersive Concert Hall) initiiert, welches in den kommenden Jahren als Forschungsprojekt mit Bundes- und Landesmitteln am Gewandhaus realisiert werden soll. So wird das Gewandhaus ab 2019 im Fokus aller europäischen Rundfunk- und Fernsehstationen sowie vieler Labels stehen, die diese neuartige Technik inspizieren werden. Das Fraunhofer Institut geht davon aus, dass die neue Aufnahmetechnik in wenigen Jahren europäischer Standard werden wird.

Die Gewinnung von Drittmitteln durch Sponsoren, Spender sowie weitere externe Partner (Stiftungen etc.) ist durch Prof. Schulz auf ein höchst professionelles Niveau entwickelt worden. Das Gewandhaus verfügt mit Abstand über die höchsten Drittmitteleinnahmen aller vergleichbaren ostdeutschen Kulturinstitutionen.

Weiterhin arbeitet Prof. Schulz intensiv an der Gründung einer privaten Förder- und Verbrauchsstiftung, um auch zukünftig herausragende künstlerische Projekte des Gewandhausorchesters finanzieren und realisieren zu können. Hierzu gehören die Weiterentwicklung der Mendelssohn-Orchesterakademie, die Anschaffung hochwertiger Streichinstrumente und die Einrichtung eines Music Labs. Die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde des Gewandhauses zu Leipzig e.V. sowie dem Gewandhausorchester Sponsors‘ Club bleibt weiterhin die Grundlage der Drittmittelgenerierung.

Nach dem internationalen Erfolg des Mahler-Festivals 2011 plant Prof. Schulz ein zweites Mahler-Festival 2021. Innerhalb von 14 Tagen werden die Sinfonien Gustav Mahlers von den renommiertesten europäischen Orchestern aufgeführt werden. Es wird kein vergleichbares Festival diese Art in Europa geben, so dass die Musikstadt Leipzig und das Gewandhaus nachhaltig in den Fokus der internationalen Musik-Szene rücken werden.

In den vergangenen Jahren hat Prof. Schulz zahlreiche künstlerische Formate, wie die Wiedereinführung der Open Air-Konzerte im Leipziger Rosental (2014), das neuartige Projekt two play to play, Liederabende, Kooperationen mit der Moritzbastei (Klassik Underground), dem Bachfest u.a. sowie die Erweiterung der Abonnement-Konzerte auf Sonntag, die Einführung eines Gewandhaus-Komponisten (Jörg Widmann) und vieles mehr erfolgreich initiiert.

Außerdem hat er in den zurückliegenden Jahren weitere europäische Netzwerke gegründet, wie das Netzwerk „Historische Orchsterarchive“ und ein Netzwerk der wichtigsten Orchesterakademien. Zudem hat er 2017 die Preisvergabe mit dem Galakonzert des ICMA (International Classical Music Award) nach Leipzig geholt.

Im Jahr 2015 wurde ein erfolgreicher Markenrelaunch mit vollständiger Überarbeitung der Corporate Identity von Gewandhaus und Gewandhausorchester vollzogen. Dazu hat Prof. Schulz mit der Betriebsleitung und allen Abteilungsleitern einen umfangreichen zweijährigen Prozess mit Workshops, auch unter Einbindung der Mitarbeiter, umgesetzt. Das Konzept der Personalentwicklung hat er maßgeblich mit erweitert.

Im Frühjahr 2018 hat das Gewandhausorchester seinen 275. Geburtstag gefeiert. Prof. Schulz hat die verschiedenen Aspekte des Jubiläums mit seinem Team erfolgreich umgesetzt: eine Ausstellung, eine neue Chronik des Orchesters in zwei Bänden, die Festwochen zur Amtseinführung von Andris Nelsons, das Festkonzert am 11. März 2018 und vieles mehr.

Prof. Schulz steht gemeinsam mit dem Verwaltungsdirektor Prof. Dr. Gereon Röckrath als erster Betriebsleiter für die Einhaltung der Wirtschaftspläne und die solide Wirtschaftsführung des Hauses.

 

Eckpunkte des Änderungsvertrages:

 

-Das Vertragsverhältnis wird für den Zeitraum vom 1. August 2020 bis zum 31. Juli 2025 verlängert.

-Die Regelungen zur Vergütung (260.000 Euro brutto jährlich) und zur Zahlung einer jährlichen Erfolgsprämie (von 15.000 Euro bis 50.000 Euro gestaffelt je nach Höhe der akquirierten Sponsoring- und Spendengelder) bleiben unverändert.

-Es wird zugesagt, ab 2020 jährlich 15.000 EUR in eine Anwartschaft auf eine betriebliche Altersversorgung umzuwandeln.

-Der Urlaubsanspruch erhöht sich ab 2020 von 30 auf 35 Arbeitstage pro Kalenderjahr. 


 

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Finanzielle Auswirkungen

 

X

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

X

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

X

nein

 

ja,

 

 

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Anlage:
Biografie von Herrn Professor Schulz

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Biografie Prof. Schulz (81 KB)