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Vorlage - VI-DS-06656  

 
 
Betreff: Weiterentwicklung der Leipziger Festivallandschaft i.V.m. überplanmäßigen Aufwendungen nach § 78 in Anlehnung an § 79 (1) SächsGemO
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Kultur
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung
Dienstberatung des Oberbürgermeisters
15.04.2019    Dienstberatung des Oberbürgermeisters (09:00 bis 11.30 Uhr)      
BA Kulturstätten 1. Lesung
18.04.2019    E N T F Ä L L T !! BA Kulturstätten      
FA Kultur 1. Lesung
26.04.2019    FA Kultur      
FA Finanzen 1. Lesung
29.04.2019    FA Finanzen      
BA Kulturstätten 2. Lesung
FA Kultur 2. Lesung
FA Finanzen 2. Lesung
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

 

1. Die Ratsversammlung nimmt das Ergebnis zur Entwicklung der „Leipziger
 Festivallandschaft“ zur Kenntnis.

 

2. Für die Produktentwicklung und Einführung der Marke „Musikstadt Leipzig“ mit Bachfest, Gewandhaus- und Opernfesttagen innerhalb der „Leipziger Festivallandschaft“ werden überplanmäßige Aufwendungen nach § 78 in Anlehnung an § 79 (1) SächsGemO i.H.v. von jeweils 300.000 € in 2019 und 2020 im PSP-Element „Dezernat IV – Kultur“ (1.100.11.1.1.02.24) bestätigt.

Die Deckung erfolgt aus dem PSP-Element „Gästetaxe“ (1.100.57.5.1.01).

 

3.    „Zur Umsetzung der inhaltlich-künstlerischen Konzeption der Marke „Musikstadt Leipzig“ sind ab 2021 finanzielle Mittel i.H.v. 250.000 € erforderlich.

Die Finanzierung stellt sich haushaltsneutral dar, da die bis zum Jahr 2020 im PSP-Element „Gewandhaus“ (1.100.26.2.0.03) für die Mendelssohn-Festtage eingestellten Mittel i.H.v. 250.000 € ab 2021 als Deckung für die Aufwendungen zur Umsetzung der inhaltlich-künstlerischen Konzeption der Marke „Musikstadt Leipzig“ dienen.

Im PSP-Element „Gewandhaus“ (1.100.26.2.0.03) werden für 2021 ff. die Mittel i.H.v. 250.000 € im Rahmen der Haushaltsplanung entsprechend umgeplant.“.

 


Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss  X Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Die Vorlage zeigt die Ergebnisse des Abstimmungsprozesses zur Entwicklung der Leipziger Festivallandschaft im Bereich der klassischen Musik auf (Marke: „Musikstadt Leipzig“. Ab dem Jahr 2021 sollen im jährlichen Wechsel jeweils durch das Gewandhaus und die Oper organisierte „Festtage“ durchgeführt, die zeitlich im unmittelbaren Umfeld des jährlich stadtfindenden Bach-Festes etabliert werden. Ein zentrales Ziel des neuen Festivals ist es, vor allem touristische Besucher für Leipzig zu generieren

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Inhalt

 

            

 

1. Hintergrund und Anlass der Vorlage       

2. Strategische Ziele/

Bezug zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK)   

3. Operative Umsetzung/ Konzeption Leipziger Festivallandschaft   

3.1  Bachfest Leipzig          

3.2  Opernfesttage          

3.3 Gewandhausfesttage         

3.4  Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Schwerpunkt      

4. Einführung der Gesamtmarke "Musikstadt Leipzig mit der Trias Bachfest,
 Gewandhaus- und Opernfesttag als Bestandteil der Leipziger Festivallandschaft 

5. Realisierung/ Zeithorizont       

6. Finanzielle Auswirkungen        

7. Folgen bei Nichtbeschluss        

 

 

1. Hintergrund und Anlass der Vorlage

 

Ausgehend von der Neubewertung der Rentabilität des Bachfestes im Jahr 2017 (Pressekonferenz zur den Ergebnissen der Studie der Firma METRUM am 02.11.2017) entwickelten die im Bereich der klassischen Musik führenden Akteure der Musikstadt Leipzig unter Vorsitz der Beigeordneten für Kultur ein Konzept zur Neustrukturierung der Marke "Musikstadt Leipzig" innerhalb der Leipziger Festivallandschaft und zur Positionierung der genannten Marke in der überregionalen und internationalen Festivallandschaft. Ziel ist die inhaltliche Fokussierung und Bündelung der Kapazitäten, um an die überregionale und internationale Aufmerksamkeit der Musikstadt Leipzig und ihrer wichtigsten Vertreter Bach-Mendelssohn-Wagner anzuknüpfen und dieses Profil in Zukunft als wesentlichen Bestandteil des Tourismusmarketings zu nutzen. Dieses Ziel soll mit dem etablierten Bachfest durch neue und unter der alternierenden Federführung von Gewandhaus und Oper jährlich stattfindende international ausgerichtetes Musikfestivals umgesetzt werden.

 

Unter dem Label "Musikstadt Leipzig" erfahren die relevanten Protagonisten und die Stadt Leipzig als touristisches Ziel und attraktiver Lebensraum zahlreiche positive Synergieeffekte.

 

2. Strategische Ziele/ Bezug zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK)

 

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept formuliert zur Relevanz der Kultur im Zukunftsbild für die Stadt Leipzig wie folgt: "Im Jahr 2030 ist Leipzig ein wichtiger nationaler und internationaler Wirtschaftsstandort und zugleich eine moderne europäische Kulturmetropole. Kultur ist weder Dienstleistung noch Luxus, sondern Lebensgrundlage des Menschen und Basis des demokratischen Zusammenlebens in der Stadtgesellschaft. Kulturelle Identität gewinnt in einem schnell wachsenden und sich stark verändernden Leipzig stetig an Bedeutung. Leipzig verfügt heute über die Angebotsvielfalt einer Millionenstadt. Die besondere Herausforderung liegt darin, dieses Angebot qualitativ weiterzuentwickeln… Das kulturelle Profil nach außen soll geschärft werden".

 

Die (Weiter)Entwicklung der Marke "Musikstadt Leipzig" stellt mit seiner Intention und Konzeption den Zielbezug zum INSEK her und verfolgt insbesondere die Umsetzung folgender strategischer Ziele und Handlungsschwerpunkte:


LEIPZIG STÄRKT SEINE INTERNATIONALITÄT

 

Leipzig als attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

 

"Ziel ist deshalb, Leipzig als national und international anerkannte, weltoffene Kulturstadt weiter zu etablieren, die mit ihren kulturellen und sportlichen Angeboten ein vielfältiges Publikum anzieht. Die Angebote für Tourismus und Stadtmarketing gilt es zu profilieren."

 

Imageprägende Großveranstaltungen

 

"Leipzig ist ein idealer Standort für Großveranstaltungen. Sie stärken unser Lebensgefühl und die internationale Wahrnehmung …. Regelmäßige wiederkehrende Veranstaltungen, wie Bachfest, … sind selbstverständliche Bestandteile des touristischen Kalenders".

 

Die erwähnte Metrum-Studie sieht im Ergebnis zur Einschätzungen zu "Markenpotentialen" und "Markenwert" in der Stadt Leipzig erhebliche, noch nicht realisierte Potentiale.

Mit der Schaffung zweier neuer, wiederkehrender Festivals soll ein Angebot geschaffen werden, das die nationale und internationale Aufmerksamkeit für die Stadt weiter stärkt. Neben der medialen Aufmerksamkeit für Leipzig und der zu erwartenden Resonanz in den Fachkreisen ist die zentrale Zielstellung der beiden Festivals, zusätzliche Touristen für Leipzig zu gewinnen bzw. deren Aufenthaltszeit in der Stadt zu erhöhen. Damit würde die Aspekte der Umweg-Rentabilität monetäre Vorteile, vor allem für die (kapazitiv wachsende) Beherbergungs- und Gastronomiebranche sowie die direkte Ertragserhöhung durch die Gästetaxe positiv beeinflusst.

 

Weiterhin bestehen auch evidente Bezugspunkte zu den INSEK-Zielen und Handlungsschwerpunkten: 

 

LEIPZIG SETZT AUF LEBENSQUALITÄT

 

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraumangebote

 

LEIPZIG BESTEHT IM WETTBEWERB

 

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte "…Ein qualitätsvolles, vielfältiges Angebot an Wohnraum, eine moderne Infrastruktur, der hohe Freizeitwert durch die kulturelle und landschaftliche Vielfalt".

 

 

3. Operative Umsetzung/Konzeption Leipziger Festivallandschaft, Marke
 "Musikstadt Leipzig"

 

3.1 Bachfest Leipzig

 

Das Bachfest begeht 2019 das 20-jährige Jubiläum seines Bestehens. Die Veranstaltung ist eine etablierte, weltweit eingeführte Marke mit einem hohen Anteil (ausländischer) Touristen. Im Ergebnis der angeführten METRUM-Studie sieht diese den eigenständigen Fortbestand des Festes an. Das Bachfest stellt für die Stadt Leipzig einen großen Wert dar. Eine Eingliederung der Veranstaltungen des Bachfestes in ein anderes Festival in Leipzig würde das Alleinstellungsmerkmal gefährden und wäre nicht zielführend. Allerdings werden in der Studie - die Ergebnisse des Festivaljahrgangs 2016 bewertend - erhebliche Potenziale in Hinblick auf die Anzahl der angebotenen Tickets und der Einwerbung von Drittmitteln gesehen. Der Umstand, dass 2018 die Auslastung der Bach-Konzerte im Schnitt bei 91 Prozent, im "Kantaten-Ring" sogar bei annähernd 100 Prozent lag, hingegen die durchschnittliche Auslastung aller Veranstaltungen (inkl. Partnerinstitutionen) bei 81 Prozent lag, macht deutlich, dass zum einen nur durch ein attraktives Kern-Bachangebot weiterhin die außergewöhnlichen Werte beim Anteil der auswärtigen Besucher erreicht und ausgebaut werden können.

Zum anderen hat der Erfolg des Jahrganges 2018 belegt, dass ein deutlich erhöhtes Ticketangebot, die gleichbleibende künstlerische Qualität voraussetzend, nicht Gefahr läuft, eine geringere Nachfrage zu erzeugen. Im Gegenteil: Die Nachfrage ist sogar überproportional gewachsen. In den kommenden Jahren soll deshalb an ähnlichen zyklischen, gut vermittelbaren Konzepten festgehalten werden und so kurz- und mittelfristig vor allem die Chance, über spezielle Events innerhalb der Bachfeste Drittmittel zu akquirieren, ergriffen werden:

 

- 2020 durch das systematische Einladen sämtlicher Bach-Chöre, -Societys und -Institutionen, die auch Partner unserer Konzerte werden können

 

- 2021 durch eine neue Variante des "Kantaten-Rings": Bachs Messias - Die Lebensgeschichte von Jesus Christus in 32 Kantaten, dem Weihnachtsoratorium, der Matthäus-Passion sowie Oster- und Himmelfahrtsoratorium, aufgeführt in zwölf Konzerten an vier Tagen von den führenden Ensembles; auf der Basis des großen medialen Erfolgs des "Kantaten- Rings 2018" werden zudem guten Chancen gesehen, bei einer frühzeitigen Planung und einem prominenten Cast im nationalen und internationalen Bereich starke Sponsoring-Partner zu finden.

 

3.2 Opernfesttage                       

Ausgehend der Aufgabenstellung ein wiederkehrendes Festival zu kreieren, wurde die Oper Leipzig damit beauftragt, einen Festivalzeitraum zu definieren, der der allgemeinen Festivallandschaft sowie dem städtischen Festivalkalender Rechnung trägt. Bezüglich des Festivalzeitraums bemüht man sich daher um eine Unterscheidung von vergleichbaren Opern- und Musikfestivals, den Bayreuther und Salzburger Festspielen sowie den Opernfestspielen München und um eine Ausrichtung an die sächsischen Schulferien und die daran gekoppelten Theaterferien (Mitte Juni bis Anfang Juli).

 

Die ersten "Opernfesttage Leipzig" unter der Federführung der Oper Leipzig sind für das Jahr 2022 geplant. Es liegt nahe, dass sie Richard Wagner gewidmet sein werden. Mit der Intendanz von Prof. Ulf Schirmer haben die Werke Richard Wagners wieder eine Renaissance in Leipzig erlebt. Ausgangspunkt war der 200. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2013, in dem das Opernhaus in einer Kooperation mit den Bayreuther Festspielen die selten gespielten Frühwerke Wagners herausgebracht und nach über 40 Jahren eine szenische Neuproduktion von Wagners monumentaler Mythentetralogie "Der Ring des Nibelungen" realisiert hat. Seitdem kommen jährlich viele Menschen aus dem In- und Ausland nach Leipzig, um die Werke Richard Wagners in seiner Geburtsstadt gemeinsam mit dem Gewandhausorchester und international renommierten Gastsolisten zu erleben.

 

Auf Grund der überregionalen und internationalen Begeisterung für die Wagner-Stadt Leipzig entwickelte sich die Idee, alle 13 Werke des Komponisten ins Repertoire aufzunehmen. Diese Idee nimmt durch die Etablierung von "Opernfesttage Leipzig" Gestalt an, so dass die Aufführung sämtlicher Werke Richard Wagners in einem geballten Zeitraum von drei Wochen einen fulminanten Auftakt eines Festivals unter Federführung der Oper bilden könnte. Das Projekt "Wagner 22" im Rahmen der "Opernfesttage Leipzig" wird weltweit ein Alleinstellungsmerkmal sein.

 

Aus Sicht der Oper müssten die nationalen und internationalen Vermarktungsaktivitäten durch die LTM GmbH umgesetzt und finanziert werden. Dies sollte in enger Abstimmung mit dem Gewandhaus erfolgen.

 


3.3. Gewandhausfesttage  

 

Ab 2021 sollen alle zwei Jahre jeweils für zwei Wochen im Mai Gewandhaus-Festtage stattfinden. Vom 13.5. bis 24.5.2021 wird vom Gewandhaus zum zweiten Mal ein internationales Gustav-Mahler-Festival veranstaltet. Im Kalenderjahr 2023 richtet sich der inhaltliche Fokus auf "Musik der Leipziger Romantik" (Mendelssohn, Schumann, Grieg u.a. in Leipzig) und 2025 stehen die Werke von Schostakowitsch im Mittelpunkt. Zu den jeweiligen Festivals werden ausschließlich internationale Toporchester, Gastdirigenten und Solisten eingeladen. Ein hochkarätiger und exklusiver Spielplan zeichnet die Festivals aus, so dass viele nationale und internationale Gäste erwartet werden.

 

Das Gewandhausorchester mit seinem Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons nimmt jeweils eine zentrale künstlerische Rolle ein. Zusätzlich zu den Orchesterkonzerten werden Kammermusik- und Liederabende sowie weitere Formate angeboten werden. Die alle zwei Jahre stattfindenden Gewandhaus-Festtage verstehen sich als eine Ergänzung zum saisonalen Spielplan. Darüber hinaus ist eine Integration freier Formate wie bspw. das Festival "Leipziger Romantik Festtage" überlegenswert.

 

Die Kooperation mit dem Boston Symphony Orchestra bietet zusätzliche Möglichkeiten der künstlerischen Gestaltung.

 

Aus Sicht des Gewandhauses müssten die nationalen und internationalen Vermarktungsaktivitäten durch die LTM GmbH umgesetzt und finanziert werden. Dies sollte in enger Abstimmung mit der Oper erfolgen.

 

3.4 Felix Mendelssohn-Bartholdy Schwerpunkt

 

Im Juni 2019 wird das Gewandhausorchester zum letzten Mal einen Schwerpunkt "Mendelssohn im Bachfest" ausrichten. Die Musik des ehemaligen Gewandhauskapellmeisters soll aber auch in Zukunft adäquat in jeder Spielzeit des Orchesters berücksichtigt werden. Ab 2021 ist deshalb ein jährlicher Schwerpunkt mit der Musik Mendelssohns um den Todestag des Komponisten (4. November) geplant: An einem Wochenende im Umfeld des Todestages soll im jährlichen Wechsel immer eines der großen Oratorien ("Paulus" op. 36 und "Elias" op. 70) im Gewandhaus aufgeführt werden. Ergänzt wird dieser Schwerpunkt durch Kammerkonzerte mit Werken Mendelssohns und seiner Zeitgenossen im Mendelssohn-Saal des Gewandhauses und durch weitere Veranstaltungen, die in enger Zusammenarbeit mit dem Mendelssohn-Haus Leipzig stattfinden. In besonderer Weise wird der Schwerpunkt im Jahr 2022 gestaltet, in dem das Doppeljubiläum 175. Todestag Mendelssohns und 25 Jahre Mendelssohn-Haus mit einem herausragenden Programm gewürdigt werden soll.

 

Neben diesem jährlichen "Fokus" um den Todestag des Komponisten wird die Musik Mendelssohns auch in weiteren Konzerten der Gewandhaus-Saison eine Rolle spielen. So wird es in den Jahren 2020, 2021 und 2022 Programmkonstellationen geben, in denen Werke Mendelssohns denen von Ludwig van Beethoven (zum Beethoven-Jahr 2020, 250. Todestag), Gustav Mahler (als Ergänzung zum Internationalen Mahler-Festival des Gewandhauses 2021) und Richard Wagner (als Ergänzung zu den Richard-Wagner-Festtagen der Oper Leipzig 2022) gegenübergestellt werden. Alle drei Kombinationen werden aufschlussreiche und neue Perspektiven auf das Schaffen aller vier Komponisten eröffnen. Bei den Gewandhaus-Festtagen 2023 mit dem Thema "Musik der Leipziger Romantik" (Arbeitstitel) steht die Musik Mendelssohns dann erwartungsgemäß erneut im Zentrum.

 

Das Schaffen Felix Mendelssohn-Bartholdys wird in den kommenden Jahren weiterhin einen festen Platz in den Konzerten des Gewandhausorchesters einnehmen und durch die konzeptionelle Einbindung umso fester in der inhaltlichen Ausrichtung des Orchesters verankert sein.


Diese Mendelssohn-Schwerpunkte wird das Gewandhaus aus seinem Budget realisieren.

 

Allerdings ist eine enge Zusammenarbeit mit der LTM GmbH erforderlich, die diese Projekte national und international vermarkten muss.

 

Schwerpunkt Mendelssohn des Gewandhausorchesters im Überblick:

 

  • Saison 2019/2020

Fokus: Mendelssohn & Beethoven

(beginnend am 1. Januar 2020 mit der Aufführung von Beethovens Neunter in Kombination mit einer Psalm Vertonung Mendelssohns)

 

  • Saison 2020/2021

Fokus: Mendelssohn & Mahler

(im Vorfeld des Internationalen Mahler-Festivals im Mai 2021; zwei jüdische Musikerbiografien im 19. Jahrhundert)

 

  • Saison 2021/2022

Fokus: Mendelssohn & Wagner

(im Vorfeld der Richard Wagner-Festtage der Oper Leipzig im Juni/Juli 2022; zwei Antipoden mit engen Bezügen zur Musikstadt Leipzig)

 

  • November 2021

Schwerpunkt Mendelssohn mit der Aufführung eines seiner Oratorien und weiteren Veranstaltungen (in enger Zusammenarbeit mit dem Mendelssohn-Haus)

 

  • November 2022

Schwerpunkt Mendelssohn zum 175. Todestag des Komponisten und 25-jährigen Bestehen des Mendelssohn-Hauses

 

  • Mai 2023

Gewandhaus-Festtage mit dem Thema "Musik der Leipziger Romantik" (Arbeitstitel; Mendelssohn, Schumann, Grieg u.a.)

Jährlicher Mendelssohn-Schwerpunkt

Gewandhaus und Mendelssohn-Haus werden ab 2020 um den Mendelssohnschen Todestag herum in Kooperation eine jährliche Festwoche gestalten, mit Festkonzert, dazu ein Mendelssohn-Oratorium und wenigstens ein Kammermusikkonzert. Solisten oder Ensembles, die für das Große Konzert gebucht sind, können dann ggf. auch im Sonntagskonzert des Mendelssohn-Hauses oder im Konzert zur Todesstunde des Komponisten auftreten. Auch hier ist die Einbindung freier Formate angedacht.

 

Ab 2021 wird angestrebt, die feierliche Verleihung des Internationalen Mendelssohn-Preises zu Leipzig wiederaufzunehmen.

 

4.  Einführung der Gesamtmarke "Musikstadt Leipzig mit der Trias Bachfest, Gewandhaus- und Opernfesttag als Bestandteil der Leipziger Festivallandschaft

 

Ausgangssituation

 

Die "Musikstadt Leipzig" als Gesamtmarke hat großes Potenzial. Die Schaffung einer gemeinsamen Identität ist daher ein wichtiger Schritt zu mehr Strahlkraft. Grundlage dafür ist eine professionelle, internationale Markeneinführung. Die relevanten Akteure (Bach-Archiv, Gewandhaus, Oper, Mendelssohn-Haus schätzen ein, dass durch eine federführende Umsetzung der Markeneinführung durch die LTM GmbH diverse Synergien entstehen.

 

 


Mittelfristige Zielstellung/Vision

 

Leipzig wird in einem Atemzug mit den großen Musikstädten der Welt (Wien, Salzburg, Mailand, Paris etc.) genannt. Seine Festivals locken jährlich ein internationales Publikum an, der Ruf der hervorragenden Darbietungen im einzigartigen Ambiente der Musikstadt Leipzig mit ihrer reichen Tradition reicht in alle Welt.

 

Alleinstellungsmerkmal der Musikstadt Leipzig

 

Die Musikstadt Leipzig kann mit einer reichen, lebendigen Musikgeschichte aufwarten. Traditionsreiche Häuser und Institutionen, wie z.B. das älteste bürgerliche Orchester, das drittälteste europäische Opernhaus und der auf eine über 800-jährige Geschichte zurückblickende Thomanerchor sind hier zu Hause.

 

Das herausragende künstlerische Niveau ist eingebettet in einer traditionsreichen musikalischen Landschaft. Die Aufführungen finden vielfach an authentischen Orten statt. Der Ursprung der Festivals/Festivalschwerpunkte geht zurück auf Komponisten und Musiker, die tief mit Leipzig, als Wohn- und Wirkungsstätte, verbunden sind.

 

Vorgehen

 

Die in den nächsten Jahren anstehenden hochkarätigen internationalen Musikhighlights bieten die Chance für eine synergetische Kommunikation, die über einen reinen /Vertriebsansatz hinausgeht, sondern zum Ziel hat, die Marke "Musikstadt Leipzig" zu etablieren und kommunizieren.

 

o 2020: Bachfest Leipzig mit 2.000-3.000 Mitwirkenden aus aller Welt

o 2021: Internationales Mahler-Festival "Mahler 21" und "Bachs Messias" im Bachfest

o 2022: Wagner 22 und Bachfest

o Jährlich: Mendelssohn-Festtage bzw. Schwerpunkte im Bachfest oder GWH

 

Ziele der Kampagne

 

1. Imagesteigerung der Musikstadt Leipzig

2. Stärkung der einzelnen Festivalmarken ergänzend zum jeweiligen (vorrangig vertriebsorientierten) Marketing der Häuser

3. Synergieeffekte durch gebündelte Kommunikation

4. dadurch Steigerung der Besucher- und Übernachtungszahlen

 

Zielgruppen und -märkte

 

Die Kampagne soll überregional und international wirken. Schwerpunktmäßig wird das gebildete, musikaffine, solvente, reisefreudige Publikum angesprochen. Außerdem richten sich die Musikfestivals natürlich auch speziell an die "Freunde"/ Liebhaber des jeweiligen Komponisten: also "Wagnerianer/ Bachfans/ Mahlerfreunde/ Mendelssohn-Liebhaber".

Die beteiligten Institutionen haben sich für die Kampagne auf folgende Zielmärkte verständigt: Deutschland, Österreich, Schweiz, UK, USA, Niederlande, Frankreich, Japan.

 

Zeitraum

 

Der Kampagnenbeginn ist im zweiten Halbjahr 2019 geplant. Die konkrete Feinplanung der Kampagne kann mit Beschluss der Vorlage durch den Stadtrat beginnen. Die vorläufige Maßnahmenplanung umfasst den Zeitraum 2019/2020. Um mittelfristig Wirksamkeit entfalten zu können, wird eine Fortsetzung im Zeitraum 2021/2022 als zwingend erachtet. Dazu wird nach der Einführung in 2019 und 2020 in Abhängigkeit von den Wirkungseffekten in 2020 eine Neubewertung der notwendigen Aktivitäten erfolgen.

 

 

Maßnahmenplanung (vorläufiger Projektstand März 2019)

 

Die Marketingverantwortlichen der genannten Akteure schlagen nach einem intensiven Abstimmungsprozess folgenden Maßnahmenplan vor:

 

Wichtig ist eine übergreifende, alle Festivals verbindende Dachmarke - "Musikstadt Leipzig",- weshalb in einem ersten Schritt das Wording der zukünftigen Marke entwickelt wurde.

 

Begründung: Die Dachmarke "Musikstadt Leipzig" knüpft an die Bekanntheit der Stadt im Kontext der Musik an. Im Gegensatz zu "Musikfestivals" ist das Wording "Musikstadt" in der Kommunikation ein beim Rezipienten verständlicher, klarer Begriff im Marketing. Musikstadt ist zugleich offen für eine mögliche künftige Erweiterung der Dachmarke um weitere Partner aus dem Bereich der klassischen Musik.

 

Die Bezeichnung "Musikfestivals Leipzig" führt hingegen eher in eine populärmusikalische Richtung und schafft es weniger, die Themen der klassischen Musik in der notwendigen Intensität zu kommunizieren. Der Begriff "Festival" bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch eher moderne Open Airs und Konzertevents. Daher wird die Dachmarke "Musikstadt Leipzig" ein Teilbereich der Leipziger Festivallandschaft abbilden und lässt somit weitere Formate zu.

 

Zur effizienten Einführung der Dachmarke "Musikstadt Leipzig" sind gemeinsame übergreifende Maßnahmen zu entwickeln entwickelt. Dazu könnte neben gemeinsamen OoH-Maßnahmen (Out-of-Home) z.B. auch ein gemeinsamer Video-Trailer gehören (siehe Anlage 1 Budgetplanung Einführung "Musikstadt Leipzig"

)

Im Rahmen des Marketings für die Festtage soll in der Regel jeweils nur EIN Festival im Kommunikations- bzw. Gestaltungsvordergrund stehen. Ausnahmen bilden redaktionelle Berichterstattungen. Für jedes Festival wird dabei das jeweilige Corporate Design der Institution genutzt.

 

 

5. Realisierung/ Zeithorizont        

 

Die grundlegenden kulturpolitischen Entscheidungen für die Neuordnung der Leipziger Festivallandschaft müssen bis Anfang 2019 getroffen werden. Schon ab Januar 2019 müssen die Oper und das Gewandhaus mit ihren jeweiligen Marketingaktivitäten für Mahler 2021 und für Wagner 2022 beginnen.

 

Für die Realisierung von "Wagner 22" plant die Oper bis 2022 die Ergänzung des Spielplans um je eine Neuproduktion einer im Spielplan noch nicht vorhandenen Oper von Richard Wagner pro Spielzeit. In der laufenden Spielzeit feiert "Der fliegende Holländer" Premiere. Für 2019/20 ist eine Neuproduktion von "Tristan und Isolde" vorgesehen, 2020/21 folgt "Lohengrin", 2021/22 "Die Meistersinger von Nürnberg". Um den internationalen Standards zu genügen, die die Besucher der Oper Leipzig bereits gewöhnt sind, muss die Oper Leipzig ab sofort die frühzeitige Verpflichtung der dafür erforderlichen Gastsolisten vornehmen. Zugleich müssen bereits jetzt in Abstimmung mit dem Gewandhaus die Orchesterkapazitäten geklärt werden, da die Orchesterbesetzungen einiger Werke Richard Wagners die mit dem Gewandhaus vertraglich festgelegte Orchesterbesetzung überschreiten. In beiden Fällen liegt die Herausforderung darin, in einem zeitlich eng begrenzten Raum alle Kapazitäten zu bündeln, um den Besucherinnen und Besuchern der Festtage erstklassige Qualität präsentieren zu können.

 


6. Finanzielle Auswirkungen

 

Die finanzielle Umsetzung des künstlerischen Programmes der "Festtage" von Oper und Gewandhaus (inklusive jährlicher Mendelssohnschwerpunkt) soll aus den im Rahmen der Zuschussvereinbarung für die EB Kultur (DS-01556) planmäßig veranschlagten Mittel für die "Mendelssohnfesttage" erfolgen. Die bisher dafür zur Verfügung stehenden 250 TEURO sollen wie folgt verwendet werden:

 

- Jährlich 220 TEURO Euro für künstlichere Umsetzung "Opern"- bzw.

  Gewandhausfesttage"

 

- Jährlich 30 TEURO Euro für Mendelssohn-Schwerpunkt

 

Somit kann die künstlerische Umsetzung unter der Voraussetzung der Fortschreibung der relevanten Summe im Rahmen der neuen Zuschussvereinbarung für die EB Kultur ab 2021 haushaltsneutral erfolgen.

 

Für die Einführung der Marke "Musikstadt Leipzig" innerhalb der Leipziger Festivallandschaft werden im Zeitraum 2019/20 600 TEURO, pro Jahr 300 TEURO (Anlage 1) veranschlagt.

Die Mittel werden dem Budget des Dezernates Kultur aus der Gästetaxe (VI-DS-06662, Pkt. 6 der Anlage) zur Verfügung gestellt.

 

 

7. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Bei Nichtbeschluss kann die Etablierung der Marke "Musikstadt Leipzig" innerhalb der Leipziger Festivallandschaft wie aufgezeigt nicht erfolgen..

 

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Finanzielle Auswirkungen

 

 

nein

x

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

X

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

X

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

2019

 

2020

 

 

Ab 2021

 

 

300.000

 

300.000

 

 

 

250.000

 

 

1.100.11.1.1.02.24

 

 

1.100.11.1.1.02.24

 

 

1.100.26.2.0.03

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

X

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

x

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

x

nein

 

ja,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Ausgangspunkt ist eine Untersuchung der Firma METRUM zur Rentabilität des Bachfestes Leipzig. Die im Ergebnis der Studie aufgezeigten vier verschiedenen Szenarien führten nach intensiver Abstimmung zwischen den relevanten Akteuren (Dezernat Kultur, Bach-Archiv, Thomanerchor, Gewandhaus, Oper und Mendelssohn-Haus) zu der Entscheidung, der Verwaltungsspitze und dem Stadtrat innerhalb der Leipziger Festivallandschaft im Bereich der klassischen Musik die Marke „Musikstadt Leipzig“ vorzuschlagen. Aufbauend auf dem genuinen Charakter des Bachfestes wird nach intensiver Diskussion neben den neuen Festivals in Oper und Gewandhaus vorgeschlagen, das Thema „Mendelssohn“ um den Todestag des Komponisten im November mit einem jährlicheren Schwerpunkt im Programm des Gewandhauses in Zusammenarbeit mit dem Mendelssohn- Haus zu verorten. Alle anderen in der erwähnten Studie aufgezeigten Szenarien werden verworfen.

 

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Anlagen:
 

Anlage 1 Budgetplanung Einführung „Musikstadt Leipzig“

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage_1_Budgetplanung Einführung „Musikstadt Leipzig“ (59 KB)