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Vorlage - VI-A-05914-VSP-01  

 
 
Betreff: Schmetterlingswiesen
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Verwaltungsstandpunkt
Einreicher:Dezernat Umwelt, Ordnung, SportBezüglich:
VI-A-05914
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
FA Umwelt und Ordnung Vorberatung
21.08.2018    FA Umwelt und Ordnung      
FA Stadtentwicklung und Bau Vorberatung
28.08.2018    FA Stadtentwicklung und Bau      
Jugendparlament Anhörung
06.09.2018 
Jugendparlament vertagt     
Jugendbeirat Bestätigung
10.09.2018 
Jugendbeirat zur Kenntnis genommen     
Ratsversammlung Beschlussfassung
19.09.2018 
Ratsversammlung zur Kenntnis genommen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Rechtliche Konsequenzen

Der gemäß Ursprungsantrag gefasste Beschluss wäre

Rechtswidrig und/oder

Nachteilig für die Stadt Leipzig.

 

 

Zustimmung

Ablehnung

Zustimmung mit Ergänzung

 

Ablehnung, da bereits Verwaltungshandeln

Alternativvorschlag

Sachstandsbericht

 

 

Beschlussvorschlag:

 

Dem Antrag wird zugestimmt.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Sachverhalt:

 

Mit dem Auftrag einen Maßnahmenkatalog zum Bienenschutz zu erarbeiten wird u. a. ebenfalls das Ziel von blütenreichen Wiesen und Biotopstrukturen insgesamt verfolgt,
dass auch den Schmetterlingen zu Gute kommt. Dabei sollen auch die Pflegegrundsätze für die Bewirtschaftung der Flächen des öffentlichen Grüns der Stadt Leipzig entsprechend aktualisieren und angepasst werde. Diese Aktualisierung wird derzeit im Zusammenhang mit der Erarbeitung eines Pflegekonzeptes für den Clara-Zetkin-Park und Johannapark modellhaft bearbeitet, wobei explizit ein biodiversitätsförderndes Pflegemanagement angestrebt wird.

 

Der Antrag VI-A-05914 weist inhaltlich eine große Schnittmenge mit dem Antrag VI-A-05301 (Maßnahmen zum Bienenschutz in der Stadt Leipzig) auf.

Die Thematik von Blühwiesen und trachtreichen Pflanzen bzw. des Schutzes von Insekten allgemein, wie auch für Schmetterlinge im Besonderen ist nicht nur im Rahmen der Beschlussvorbereitung und -fassung zu diesem Antrag bereits umfassend bearbeitet und diskutiert worden (siehe dazu Verwaltungsstandpunkt Nr. VI-A-05301-VSP-01).
 

Vor dem Hintergrund des Themas "Insektensterben" wurden in den vergangenen Monaten verschiedene weitere Anträge und Anfragen unterschiedlicher Fraktionen in den Stadtrat eingebracht und beantwortet. So neben dem genannten Antrag zur Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs zum Bienenschutz (VI-A-05301) auch ein Antrag zum Verzicht des Einsatzes von Glyphosat (VI-A-05384), sowie eine Anfrage zu "Maßnahmen der Stadt bezüglich des Insektensterbens" (VI-EF-05566).

 

Der Beschluss zu VI-A-05301 wurde in der Ratsversammlung am Mittwoch, den 18.04.2018 mit dem Inhalt beschlossen, dass die Stadt Leipzig einen "Maßnahmenkatalog zum Schutz von Wild- und Honigbienen in Leipzig" zu erarbeiten hat und dabei "die Pflegegrundsätze für die Bewirtschaftung der Flächen des öffentlichen Grüns der Stadt Leipzig entsprechend aktualisiert und angepasst werden".

 

Das Amt für Umweltschutz wurde mit der Erarbeitung des "Maßnahmenkatalogs zum Schutz von Wild- und Honigbienen in Leipzig" beauftragt und wird diesen zeitnah erstellen.

Das Amt für Stadtgrün und Gewässer wird in diesem Zusammenhang die Pflegegrundsätze für die Bewirtschaftung der Flächen des öffentlichen Grüns der Stadt Leipzig aktualisieren. Dazu wird aktuell im Rahmen der Umsetzung des Entwicklungskonzeptes zum
Clara-Zetkin-Park und Johanna-Park ein beispielgebendes Pflegekonzept unter besonderer Berücksichtigung der Biodiversitätsförderung, entsprechend des ergänzenden Beschlusses VI-DS-03419-ÄA-06, exemplarisch entwickelt und umgesetzt (siehe unten). 

 

Grundsätzlich gilt, wie für viele andere Insekten, so auch für zahlreiche heimische Schmetterlinge, dass sie gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind und auf der Roten Liste Deutschlands oder Sachsens geführt werden. Für einige europäisch geschützte Arten nach Anhang II und IV der FFH-Richtlinie hat die Bundesrepublik Deutschland bzw. der Freistaat Sachsen zudem eine besondere Verantwortung. Dies gilt beispielsweise für den "Kleinen Maivogel" bzw. "Eschen-Scheckenfalter" (Euphydryas maturna) oder auch für den "Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling" (Maculinea nausithous).

 

Daher macht es Sinn, die vorhandenen Aktivitäten und Beschlüsse insgesamt als Maßnahmen zur Förderung von blüten- und nektar- bzw. trachtreichen (Wiesen-)Standorten bzw. Biotopstrukturen zu verstehen und weiter zu verfolgen. Denn von den im vorliegenden Antrag speziell als "Schmetterlingswiesen" bezeichneten Standorten würden neben Schmetterlingen auch andere Insekten, unter anderem wiederum viele Wildbienen- und Hummelarten sowie Käfer und Heuschrecken profitieren. In der Folge wird auch die Nahrungsgrundlage vieler Vogelarten verbessert.


Nicht zuletzt stellen blütenreiche Wiesen selbst, je nach Standort und Bewirtschaftung, Lebensräume zahlreicher seltener und schützenswerter Pflanzenarten dar und können somit auf vielfältige Weise der Sicherung und Förderung der Biodiversität in der Stadt Leipzig dienen und tragen durch Aufwertung von Lebensräumen zu deren besseren Vernetzung untereinander und somit auch zur Stärkung des ökologischen Biotopverbundes bei.

Bereits bei der diesjährigen Leipziger Naturschutzwoche, mit dem Thema "Bunte Wiesen", stand der Wert blüten- und artenreicher Grünflächen in der Stadt im Mittelpunkt. Darüber hinaus werden in Leipzig bereits einige Wiesenstandorte gezielt unter dem Aspekt des Schutzes des großen Wiesenknopfes und der entsprechend auf diese Pflanze angewiesenen Ameisenbläulinge gepflegt, so insbesondere z. B. im Abtnaundorfer Park oder auch in Dölitz.

 

Von den Wiesen im Abtnaundorfer Park hat im Rahmen des vom BMBF geförderten Forschungsvorhabens stadtPARTHEland vor zwei Jahren bereits ein Mahdgutübertrag (Wiesenrenaturierung) auf eine Wiese in Plaußig stattgefunden, mit dem Ziel, diese entsprechend aufzuwerten.

 

Die Stadt Leipzig bewirtschaftet bereits einen Teil ihrer öffentlichen Grünflächen extensiv, zur Förderung von Langgraswiesen, die i. d. R. zweimal jährlich gemäht werden. Durch gezielte Entwicklung zu blütenreichen Wiesengesellschaften, die nicht allein mit einem veränderten Mahdregime zu erreichen sein wird, sondern spezielle Maßnahmen zur Einbringung blütenreicher Pflanzen erfordert, wie zum Beispiel den erwähnten Mahdgutübertrag, lassen sich auf diesen, und auch auf anderen städtischen Flächen, artenreichere Wiesen schaffen.

 

Insbesondere im Rahmen des oben genannten Pflegekonzeptes für Clara-Zetkin-Park und Johannapark wird die entsprechende Entwicklung der Wiesen, insbesondere der Langgraswiesen ein Schwerpunktthema für angepassten Pflegegrundsätze sein und eng mit der Erarbeitung des "Maßnahmenkatalogs zum Schutz von Wild- und Honigbienen in Leipzig" abgestimmt. In Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Ämtern, mit dem Eigenbetrieb Stadtreinigung, mit Umweltverbänden, Naturschutzexpertinnen und Naturschutzexperten sowie dem Flächenpächter sollen Maßnahmen entwickelt und erprobt werden, die zeigen werden, wo und wie die im Clara-Zetkin-Park bereits existierenden 9 ha Langgraswiese zukünftig zu blütenreicheren Wiese entwickelt werden können.

Eingebunden und begleitet wird dieser Schwerpunkt der biodiversitätsfördernden Pflege durch das vom BMBF geförderte Forschungsvorhaben "Stadtgrün wertschätzen - Bewertung, Management und Kommunikation als Schlüssel für eine klimaresiliente und naturnahe Grünflächenentwicklung". In diesem Projekt arbeitet das Amt für Stadtgrün und Gewässer seit 2016 gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung sowie den Städten Augsburg, Karlsruhe und Nürnberg gemeinsam an der entsprechenden Themenstellung. Die Kooperation dieser Städte in diesem Verbundprojekt hat sich aus dem Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt entwickelt, in dem die Stadt Leipzig seit 2012 aktives Mitglied ist. Zum Thema Wiesenmanagement sind dabei vor allem die Erfahrungen aus der Stadt Karlsruhe von Bedeutung, da dort bereits seit 1980er Jahren ein vorbildliches Wiesenmanagement betrieben wird.

 

Damit werden aktuell zahlreiche Konzepte und Projekte betrieben, die sich der Förderung von blütenreichen Wiesen und Biotopstrukturen widmen, die einen Beitrag zur Verbesserung der Situation auch der Schmetterlingsfauna in Leipzig liefern sollen.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen

 

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

x

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

x

nein

 

ja,

 

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