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Vorlage - VI-A-04930-Ifo-02  

 
 
Betreff: Familientickets klar definieren
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Informationsvorlage
Einreicher:Beigeordnete für KulturBezüglich:
VI-A-04930
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters
BA Kulturstätten Information zur Kenntnis
23.08.2018 
BA Kulturstätten      
FA Kultur Information zur Kenntnis
14.09.2018    FA Kultur      
FA Kultur Information zur Kenntnis
28.09.2018    FA Kultur      
Ratsversammlung Information zur Kenntnis
24.10.2018 
Ratsversammlung zur Kenntnis genommen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Synopse zu unterschiedlichen Angeboten

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Die Ratsversammlung nimmt die Ergebnisse des Prüfauftrags zur Kenntnis.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen

 

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

x

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

x

nein

 

ja,

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Begründung:

 

Vorbemerkung

 

Die an den Oberbürgermeister mit der Vorlage VI-A-04930-ÄA-01 beauftragte Prüfung, ob und wie eine einheitliche Gestaltung des Umfanges und der Regularien für Familienkarten in den Kultureigenbetrieben, der Zoo Leipzig GmbH sowie der Sportbäder Leipzig GmbH erzielt werden kann, führt im Ergebnis zu einer Ablehnung der Umsetzung aus Gründen mangelnder Praktikabilität.


1. Ratsversammlung und Verwaltung bekennen sich zu dem nach geltendem Recht garantierten Schutz der Familie. Zu diesem weit gefassten Schutzbereich gehören im Sinne von Art. 8 Abs. 1 Europ. Menschenrechtskonvention und Art. 6 Abs. 1 Grundgesetz

• Ehegemeinschaften, d. h. verheiratete nichtgleichgeschlechtliche und (ab 1.10.2017) gleichgeschlechtliche Ehepaare mit mindestens einem leiblichen oder nicht-leiblichen minderjährigen oder volljährigen Kind (Stief,- Adoptiv- oder Pflegekind)

• Auf Dauer angelegte nichteheliche und in einem gemeinsamen Hausstand lebende Partnerschaften mit mindestens einem minderjährigen oder volljährigen Kind (Stief,- Adoptiv- oder Pflegekind)

• Gleichgeschlechtliche (eingetragene) Lebenspartnerschaften (bis 30.9.2017) mit mindestens einem nicht-leiblichen minderjährigen oder volljährigen Kind (Stief,- Adoptiv- oder Pflegekind)

• Großeltern mit mindestens einem minderjährigen und volljährigen Enkelkind

• Onkel/Tante mit mindestens einer/m minderjährigen oder volljährigen Nichte oder Neffen

• Nichtverheiratete (Alleinerziehende) mit mindestens einem minderjährigen oder volljährigen Kind (Adoptiv- oder Pflegekind). 

 

2. Allgemein ist die Einführung eines Familientickets nur in solchen Kultureinrichtungen sinnvoll, in denen es sich um eine einmalige Leistung der jeweiligen Einrichtung handelt und die Nutzung nicht von individuellen Rahmenbedingungen abhängig ist (z. Bsp. zwingende Sitzplatzbuchung bei einmaligen Kulturveranstaltungen in Gewandhaus, Oper und Schauspiel).

Sofern das Nutzungsangebot dagegen in Form einer regelmäßig wiederkehrenden Dauerleistung unterbreitet wird, erscheint das Angebot eines Familientickets nicht praktikabel und sinnvoll (z. Bsp. Musikschule, Thomasalumnat, Städt. Bibliotheken).

 

3. Im Einzelnen:

 

3a) Eigenbetriebe Kultur:

Vor diesem Hintergrund stellt sich das Familienangebot wie folgt dar:

 

  • Gewandhaus, Oper, Schauspiel:

Für die Eigenbetriebe Oper und Gewandhaus ist es aufgrund der Spezifik der regelmäßig individuellen Sitzplatzbuchung im regulären Spielbetrieb nicht möglich, sog. Familientickets anzubieten. Anstelle dessen bieten die Eigenbetriebe Kultur familienspezifische Veranstaltungen wie z. Bsp. Familienkonzerte und Familientage an.

 

  • Theater der Jungen Welt:

Kleine Familienkarte (1 Erw. mit max. 3 Kindern) 17 € sowie Große Familienkarte (2 Erw. mit max. 3 Kindern) 25 €. Das Theater der Jungen Welt ist insofern mit Gewandhaus, Oper und Schauspiel nicht vergleichbar, weil das kulturelle Angebot der Spielstätte nach dem besonderen Zweck des Eigenbetriebs auf die Förderung von Kunst und Kultur und das Erbringen sozio-kultureller Leistungen insbesondere für Kinder und Jugendliche ausgerichtet ist (vgl. § 2 Abs. 1 Satz 1 der Betriebssatzung).

 

  • Musikschule „Johann Sebastian Bach“:

Die Musikschule „Johann Sebastian Bach Leipzig“ bietet aufgrund der spezifischen Unterrichtsausbildung kein Familienticket an; es handelt sich im Einzelfall um eine vertragliche vereinbarte und regelmäßig dauerhafte Unterrichtsleistung. Hier wird eine Vergünstigung in Form einer Geschwisterermäßigung gewährt.

 

3b) Zoo Leipzig GmbH:

Es wird ein Familienticket wie folgt angeboten:

Familie mit Leipzig-Pass; Familie mit Leipzig-Card; Familienticket für Eltern oder Großeltern (maximal zwei Erwachsene) und deren Kinder oder Enkel im Alter von 6 bis 16 Jahren

 

3c) Thomasalumnat:

Für die durch das Thomasalumnat erbrachten Leistungen gilt Entsprechendes zur Musikschule. Die angebotenen Unterbringungs- und Versorgungsleistung im Thomasalumnat des Thomanerchors sind vertraglich vereinbarte Dauerleistungen. Auch hier wird eine „Familienvergünstigung“ in Form einer Geschwisterermäßigung gewährt.

 

3d)Leipziger städtische Museen:

Es wird kein Familienticket angeboten.

Ermäßigungen werden für Gruppenbesucher ab 10 Personen gewährt.

Entgeltfreiheit besteht grundsätzlich für Schülergruppen und deren Begleitpersonen, Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 19. Lebensjahr und Schülergruppen und deren Begleitpersonen, deren Teilnehmer das 19. Lebensjahr vollendet haben und sich in einem Ausbildungsverhältnis befinden (Gymnasium, Berufsschule, Studium).

 

3e) Städtische Bibliotheken:

Es wird kein Familienticket angeboten, da Benutzungsgebührenfreiheit

für Bibliotheksbenutzer/-innen bis zum vollendeten 19.Lebensjahr

 

3f) Sportbäder Leipzig GmbH:

Für die Nutzung der Sportbäder gibt es ein Familienticket. Die Familienkarte gilt für zwei beliebige Erwachsene (ein einzelnes Elternteil oder Großelternteil, Tante, Onkel etc.) und bis zu drei Kinder bis 16 Jahren

 

Auf die in der Anlage beigefügte Synopse zu den unterschiedlichen Angeboten auch im Vergleich zu außerstädtischen wird ergänzend verwiesen.

 

4. Sofern über ein Familienticket eine Vergünstigung gewährt würde, würde auch die Kalkulation der Eintrittspreise davon nicht, wie der Antrag vorsieht, unberührt bleiben. Vergünstigungen bei Benutzungsentgelten und -gebühren führen stets zu Mindereinnahmen im städtischen Haushalt, die ausgeglichen werden müssen oder den benötigten Fehlbedarf erhöhen.
 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Synopse zu unterschiedlichen Angeboten (229 KB)    
Stammbaum:
VI-A-04930   Familientickets klar definieren   Geschäftsstelle der SPD-Fraktion   Antrag
VI-A-04930-VSP-01   Familientickets klar definieren   02.4 Dezernat Kultur   Verwaltungsstandpunkt
VI-A-04930-ÄA-01   Familientickets klar definieren   51 Amt für Jugend, Familie und Bildung   Änderungsantrag
VI-A-04930-Ifo-02   Familientickets klar definieren   02.4 Dezernat Kultur   Informationsvorlage