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Vorlage - VI-DS-05978  

 
 
Betreff: Kofinanzierung des Jugendberufshilfeangebots "Netz kleiner Werkstätten" durch die Stadt Leipzig
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters
Jugendhilfeausschuss 1. Lesung
03.09.2018 
Jugendhilfeausschuss ungeändert beschlossen   
FA Umwelt und Ordnung 1. Lesung
21.08.2018    FA Umwelt und Ordnung      
Ratsversammlung Beschlussfassung
19.09.2018 
Ratsversammlung vertagt     
27.09.2018 
Ratsversammlung - Fortsetzung vom 19.09.2018 ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Prüfkatalog

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

 

 

Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Ratsversammlung beschließt die Kofinanzierung des Jugendberufshilfeangebots „Netz kleiner Werkstätten“ durch das Ordnungsamt und das Amt für Stadtgrün und Gewässer - auf der Ebene des Kommunalen Präventionsrates Leipzig - für die Projektlaufzeit 2018/2019 (HHJ 2018).

 

  1. Die Zuwendung beträgt 15.000 EUR aus dem planmäßigen Budget des Ordnungsamtes (PSP-Element 1.100.12.2.1.01) und 4.500 EUR aus dem planmäßigen Budget des Amtes für Stadtgrün und Gewässer (PSP-Element 1.100.55.1.0.01).

 

  1. Die Zuwendungen werden an das Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH vergeben.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen

 

 

nein

x

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

x

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

x

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

01.01.

31.12.

15.000

4.500

1.100.12.2.1.01

1.100.55.1.0.01

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

x

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

x

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

x

nein

 

ja,

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

 

Die Einzelvorlage für die Förderung des „Netz kleiner Werkstätten“ erfolgt vor dem Hintergrund einer fehlenden Fachförderrichtlinie. Aufgrund der bisherigen Leistungsbilanz und der positiven Resonanz für das „Netz kleiner Werkstätten“ sowie der Notwendigkeit, niedrigschwellige Jugendberufshilfeangebote vorzuhalten, soll die bisherige Kofinanzierung der anteiligen Personalkosten fortgeführt werden.

 

Jugendberufshilfeangebot „Netz kleiner Werkstätten“

Das Jugendberufshilfeangebot „Netz kleiner Werkstätten“ ist eine gemeinsame Initiative des Kommunalen Präventionsrates Leipzig und der Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH. Es ist eines der niedrigschwelligsten Jugendberufs-hilfeangebote für junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren in Leipzig. Zur Zielgruppe gehören insbesondere Jugendliche bzw. junge Erwachsene, die vielfältige und schwerwiegende Hemmnisse, insbesondere im Bereich Motivation/Einstellungen, Schlüsselqualifikationen und sozialer Kompetenzen aufweisen und auf andere Weise nicht erreicht werden können, um sie für eine berufliche Qualifizierung zu motivieren und schrittweise heranzuführen; des Weiteren zählen dazu Abbrecher berufsvorbereitender und -bildender Maßnahmen (mit und ohne Berufsschulpflicht), Ausbildungsabbrecher, Heranwachsende mit fehlenden oder kaum verwertbaren Schulabschlüssen, ehemalige Förderschüler, ehemals Drogenabhängige, straffällig gewordene Jugendliche, junge Menschen mit Entwicklungs- und Verhaltensstörungen sowie persönlichen Beeinträchtigungen, z. B. psychischen Erkrankungen, sowie Jugendliche und junge Erwachsene ohne festen Wohnsitz.

 

Seit 2002 erhielten über 1.400 Jugendliche und junge Menschen ohne Schulabschluss, Ausbildung oder Arbeit neue Motivation, Anerkennung und eine Perspektive über das „Netz kleiner Werkstätten“. Über die praktischen Tätigkeiten hinaus profitieren sie von der Möglichkeit der beruflichen Orientierung und Qualifizierung. Verbunden wird dies mit einer intensiven sozialpädagogischen Unterstützung. In den Bereichen Garten- und Landschafts-pflege/Anti-Vandalismus-Programm, Metall/Fahrradwerkstätten, Gebäude-assistenz sowie Betreuung und Pflege erbrachten die Teilnehmenden zusätzliche Leistungen, die sowohl einzelnen Bürgern als auch der Stadtgesellschaft zugute kamen. So wurden bislang z. B. der Erholungs- und Naturraum Fockeberg, öffentliche Grünanlagen, Spielplätze und S-Bahnhöfe gepflegt und gestaltet. Des Weiteren nahmen die Teilnehmer/-innen Malerarbeiten in Behördeneinrichtungen, Ämtern oder Kindertagesstätten vor. Ebenso erfolgte die Reparatur von Fahrrädern im Auftrag des Ordnungsamtes in Vorbereitung der Fundsachen-Versteigerungen sowie die Registrierung und Codierung von Fahrrädern als ein Baustein der Prävention gegen Fahrraddiebstahl des KPR. Die Fahrradcodierung mittels Gravur, also die Anbringung einer Individualnummer, bietet in Leipzig nur das „Netz kleiner Werkstätten“ an. In Kindertagesstätten, Alten- und Pflegeheimen unterstützten die Teilnehmenden das Personal und leisteten damit einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Betreuungssituation von Kindern, Behinderten und älteren Menschen. Zu Firmen und Unternehmen der freien Wirtschaft bestehen seit Jahren Kooperationsbeziehungen für die Bereitstellung von Praktikumsplätzen zur betrieblichen Erprobung.

 

Das „Netz kleiner Werkstätten ist eine der erfolgreichsten Initiativen des Kommunalen Präventionsrates. Es ist seit Jahren voll ausgelastet. Anerkennung hat das „Netz kleiner Werkstätten“ unter anderem durch folgende Auszeichnungen erlangt:

 

  • Förderpreis Kriminalprävention (2006)
  • Sächsischer Landessieger im Wettbewerb um den DEICHMANN-Förderpreis (2010)
  • Integrationspreis "Brückenschlag" (2013)
  • Ehrennadel und Ehrenurkunde der Stadt Leipzig für den langjährigen Beiratsvorsitzenden (2014)

 

Das Netz kleiner Werkstätten ist seit März 2008 nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert und unterliegt in regelmäßiger Kontrolle diesen Qualitätsstandards.

 

Ergebnisauszug

 

Über die im „Netz kleiner Werkstätten“ erzielten Ergebnisse informiert grundsätzlich der jährliche Geschäftsbericht des KPR (www.leipzig.de/kpr). Im Jahr 2017 wurden insgesamt 121 Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene betreut. Die statistische Betrachtung zeigt deutlich den großen Zuspruch vor allem bei Jugendlichen unter 18 Jahren an diesem Angebot. 73 Prozent der Teilnehmenden waren zwischen 15 und 17 Jahre alt. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. Über 60 Prozent sind Kunden des Jobcenters Leipzig. 63 Prozent der Teilnehmenden waren männlich, 38 Prozent weiblich. 67 junge Menschen beendeten ihre Teilnahme im Jahr 2017. Für 52 Prozent von ihnen schloss sich direkt ein neuer Lebensabschnitt an: 29 begannen ein Berufsvorbereitungsjahr, eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine Ausbildung bzw. nahmen eine Arbeit auf oder wechselten zu einer Abendschule. Weitere Jugendliche beschlossen zunächst eine Therapie zu beginnen. Für zehn Jugendliche endete die Teilnahme zum geplanten Maßnahmeende, ohne dass sie einen direkten Anschluss fanden. Die Anzahl der Jugendlichen, die ihre Teilnahme vorzeitig abbrachen, lag mit 22 auf Vorjahresniveau.

 

Finanzierung

 

Der Träger der Maßnahme, das Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH veranschlagt für den Wirtschaftsplan 2018/2019 einen Gesamtaufwand in Höhe von 766.402,00 EUR. Die Kosten gliedern sich in Personalkosten, allgemeine Betriebsausgaben, Sach- und Verwaltungsausgaben, inhaltliche Ausgaben für die Arbeit mit den jungen Menschen sowie investive Ausgaben. Die städtischen Zuwendungen wurden in den zwei zurückliegenden Jahren 2016 und 2017 durch das Dezernat III wie folgt bereitgestellt:

 

 

2016

2017

Stadt Leipzig, Ordnungsamt

12.000 EUR

12.000 EUR

Stadt Leipzig, Amt für Stadtgrün und Gewässer

4.500 EUR

4.500 EUR

 

Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg dieser Maßnahme ist fachlich qualifiziertes und erfahrenes Personal. Die Beiträge des Ordnungsamtes bzw. des Amtes für Stadtgrün und Gewässer tragen grundsätzlich zur anteiligen Finanzierung von Personalkosten bei. Die städtischen Fördermittel werden gemäß den Regularien der Zuwendungsrichtlinie der Stadt Leipzig als institutionelle Förderung in Form der Festbetragsfinanzierung für Maßnahmen der Jugendberufshilfe als nichtrückzahlbare Zuwendung vergeben. Die städtischen Zuwendungen werden aus dem planmäßigen Budget des Ordnungsamtes (PSP-Element 1.100.12.2.1.01) und des Amtes für Stadtgrün und Gewässer (PSP-Element 1.100.55.1.0.01) bereitgestellt. Ohne die städtische Kofinanzierung kann dieses über viele Jahre erfolgreich arbeitende Jugendberufshilfeangebot zur Verbesserung der Bildungs- und Arbeitsmarktchancen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht fortgeführt werden. Eine adäquate Kofinanzierung ist Voraussetzung dafür, dass das Einkaufszentrum für Bayern und Sachsen der Bundesagentur für Arbeit den Finanzierungsanteil des Jobcenters vergeben kann.