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Vorlage - VI-Ifo-05888  

 
 
Betreff: Arbeit der Verkehrsunfallkommission im Jahr 2017 und Bekanntgabe des Verkehrsberichtes 2017 der Polizeidirektion
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Informationsvorlage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und Bau
Ziele:1. nicht relevant
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters
FA Stadtentwicklung und Bau Information zur Kenntnis
14.08.2018    FA Stadtentwicklung und Bau      
28.08.2018    FA Stadtentwicklung und Bau      
11.09.2018    FA Stadtentwicklung und Bau      
Ratsversammlung Information zur Kenntnis
22.08.2018 
Ratsversammlung zur Kenntnis genommen   
FA Stadtentwicklung und Bau Information zur Kenntnis

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Die Vorlage wird zur Kenntnis genommen.

 

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Sachverhalt:

 

1. Veranlassung

 

Entsprechend Beschluss des Stadtrates zum Antrag VI-A-01331 „Jährlicher Verkehrsunfallbericht der Stadt Leipzig“ wird der nachfolgende Bericht vorgelegt. Dementsprechend wird über die Arbeit der Verkehrsunfallkommission im Jahr 2017 berichtet und der neue Arbeitsplan 2018 der Verkehrsunfallkommission (VUK) dem Stadtrat zur Kenntnis gegeben.

 

Der Verkehrsbericht der Polizeidirektion für das Jahr 2017 wird dem Stadtrat als Anlage 2 zur Kenntnis gegeben.

 

2. Arbeit der Verkehrsunfallkommission 2017

 

Mit dem Stichtag 16.03.2018 (erste Sitzung der VUK 2018) befanden sich 69 Unfallhäufungsstellen (UHS) im Stadtgebiet Leipzigs aktuell in der Bearbeitung. Davon wurden für 26 UHS bereits Maßnahmen zur Beseitigung umgesetzt. Jedoch steht hierbei eine Überprüfung der Wirksamkeit noch aus. Für 43 UHS konnten noch keine Maßnahmen umgesetzt werden. Oft handelt es sich hierbei um erforderliche bauliche Maßnahmen oder größere Anpassungen an Lichtsignalanlagen (LSA), die einen längeren planerischen Vorlauf benötigen bzw. aus pragmatischen Gründen in ohnehin geplante Bauvorhaben integriert werden sollen.

 

Bei 35 UHS konnte bis zum genannten Stichtag die Bearbeitung abgeschlossen werden. Bei 13 UHS hatten sich umgesetzte Maßnahmen im Rahmen der durchgeführten Wirkungskontrolle als erfolgreich erwiesen. Bei den übrigen 22 UHS ergab sich nach genauer Untersuchung, dass die Kriterien einer Unfallhäufungsstelle nicht erfüllt waren, dass die Unfälle keine signifikanten Gemeinsamkeiten hinsichtlich Unfalltyp, Konstellation bzw. Unfallursachen aufwiesen, um zielgerichtete Maßnahmen beschließen zu können oder weil die Unfallzahlen wegen Baumaßnahmen im Umfeld bzw. Umleitungsführungen nicht repräsentativ waren.

 

Im Einzelfall kann es vorkommen, dass sich im Laufe der sich manchmal über mehrere Jahre erstreckenden Bearbeitung einzelner UHS neue Gesichtspunkte ergeben. Auch in diesen Fällen wird die Bearbeitung einer vorliegenden Unfalluntersuchung abgeschlossen, jedoch auf der Grundlage einer von der Polizeidirektion erstellten aktuellen Untersuchung erneut aufgenommen.

 

Die VUK hat im Jahr 2017 drei Sitzungen durchgeführt und an 6 UHS Ortstermine durchgeführt. Bei diesen ging es darum, Defizite an der Verkehrsanlage zu erkennen und das Verhalten der Verkehrsteilnehmer im Hinblick auf mögliche Unfallursachen zu beobachten.

 

Darüber hinaus führte die Verkehrsunfallkommission 2 anlassbezogene Verkehrsschauen im Ranstädter Steinweg/ der Jahnallee durch (siehe unter 3.)

 

3. Inhaltliche Schwerpunkte der Arbeit der VUK im Jahr 2017 (Auswahl)

 

Da sich in Auswertung der polizeilich geführten Elektronischen Unfalltypensteckkarte (EUSka) des Jahres 2016 ein besonderer Schwerpunkt für den gesamten Streckenzug Ranstädter Steinweg -Jahnallee abzeichnete, erfolgte hierfür eine detaillierte, streckenbezogene Unfalluntersuchung und anschließend zwei Verkehrsschauen.

 

 

 

Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass sich tatsächlich nur 3 UHS ergaben:

 

- Ranstädter Steinweg/Jabobstraße: Unfälle zwischen Rechtsabbiegern in die Jacobstraße

  mit geradeaus fahrenden Radfahrern (umgesetzte Maßnahme: Roteinfärbung der Radfurt)

- Jahnallee/Coblenzer Straße: Unfälle zwischen stadteinwärtigen Kraftfahrzeugen, die in der  

  linken Spur am Rückstau vorbeifahren und in Richtung Haltestelle querenden Fußgängern

  (vorgesehene Maßnahme: Reduzierung der Fahrstreifenanzahl/späterer Beginn der

  Linksabbiegespur Waldplatz)

- Jahnallee/Cottaweg: Vorfahrtunfälle zwischen Ausbiegern aus dem Cottaweg und

  Radfahrern, die den linksseitigen Gehweg stadteinwärts befahren (vorgesehene

  Maßnahme: Schaffung einer etwas von der Jahnallee abgesetzten Querungsstelle)

 

Darüber hinaus ist der Streckenzug dadurch gekennzeichnet, dass es Kollisionen zwischen Fußgängern und Fahrzeugen im gesamten Umfeld der Haltestelle Leibnizstraße gibt, wobei aber kein örtlicher Schwerpunkt gegeben ist und dass die gesamte innere Jahnallee zwar sehr viele Unfälle aufweist, jedoch unterschiedlichen Typs und dazu noch verteilt auf den gesamten Streckenzug. Schwerpunkte, aus denen sich konkrete Maßnahmen ableiten ließen, waren nicht feststellbar. Die Verkehrsunfallkommission schätzt ein, dass die Situation hier der an den bekannten Massenhäufungsstellen entspricht. Das heißt, dass die gesamte Verkehrsanlage hinsichtlich der verfügbaren Verkehrsfläche, der Bedürfnisse der einzelnen Verkehrsarten und der Funktion der Straße als Geschäftsstraße nicht den Anforderungen entspricht. Verkehrsorganisatorische Maßnahmen sind hier nicht mehr zielführend. Objektiv notwendig ist entweder eine Erweiterung der Verkehrsanlage (besonderer Bahnkörper, Radverkehrsanlagen) und/oder eine erhebliche Reduzierung der Verkehrsmenge, d.h. ein verkehrsplanerischer Ansatz.

 

Die seit Jahren bestehende UHS Poststraße/Rampe von/zur S1 konnte trotz einer Vielzahl durchgeführter Einzelmaßnahmen bisher nicht beseitigt werden. Nunmehr ist vorgesehen, den dort immer wieder auftretenden Vorfahrtunfällen mittels einer Lichtsignalanlage zu begegnen. Dies ist umso dringender, da die Verkehrsbedeutung der Poststraße weiter zunimmt.

 

An der LSA Zwickauer Straße/An der Tabaksmühle wurde eine gesicherte Führung der Linksabbieger in der nördlichen Zufahrt umgesetzt, um die aufgetretenen Abbiegeunfälle mit der Straßenbahn (Mittellage) bzw. dem Gegenverkehr zu minimieren.

 

An der LSA Antonienstraße/Erich-Zeigner-Allee wurde ebenfalls eine gesicherte Führung der Linksabbieger in der nördlichen Zufahrt eingerichtet. Hier kam es in der Vergangenheit zu Abbiegeunfällen mit Radfahrern, die die östliche Antonienstraße überquerten (hier auch Schulweg!). Besonderes Augenmerk wurde darauf gerichtet, die Maßnahme noch rechtzeitig vor Beginn des Ersatzneubaus der Plagwitzer Brücke umzusetzen, da hierdurch ein verstärktes Linksabbiegeraufkommen zu erwarten ist.

 

Trotz Vorliegen einer Massen-UHS, für deren Beseitigung immer ein neuer verkehrsplanerischer Ansatz erforderlich ist, wurde für die nördliche Seite des Willy-Brandt-Platzes im Auftrag der VUK eine verkehrstechnische Untersuchung mit der Zielstellung durchgeführt, die Vielzahl der Unfälle im Längsverkehr dadurch zu reduzieren, dass die Verkehrsströme aus der Brandenburger Straße und dem Georgiring künftig nacheinander eingesteuert werden (Minimierung Konfliktpotenzial beim Fahrstreifenwechsel). Dabei hätte sich ggf. auch die Möglichkeit ergeben, den rechten Fahrstreifen als Radfahrstreifen auszuweisen, um zusätzlich die potenzielle Konfliktsituation zwischen den Fußgängern und Radfahrern vor der West- und Osthalle zu entschärfen. Im Ergebnis muss leider eingeschätzt werden, dass sich für einen der beiden genannten Verkehrsströme ein zusätzlicher Koordinierungsbruch ergeben hätte. Beim sich dabei ergebenden Fahren auf Rot an einem der Signalquerschnitte vor der West- oder Osthalle hätte die Gefahr bestanden, dass es zu zusätzlichen Auffahrunfällen und Rotlichtverstößen und in deren Folge zu mehr Unfällen mit Fußgängern kommt.

Somit stellt die jetzige verkehrsorganisatorische Lösung unter den gegebenen baulichen Rahmenbedingungen immer noch das Optimum für die Verkehrssicherheit dar.

 

4. Arbeitsplan der VUK 2018

 

Im März 2018 fanden 2 Termine in der Polizeidirektion Leipzig statt. Dabei wurde gemeinsam durch den Leiter der Verkehrsunfallkommission und den Unfallsachbearbeiter der Polizeidirektion für jede einzelne potenzielle Unfallhäufungsstelle geprüft, ob sich im Ergebnis des automatischen Suchlaufs der EUSka 2017 signifikante Gemeinsamkeiten abzeichnen. Dabei wurde besonderes Gewicht auf die meist mit erheblichen Auswirkungen verbundenen Unfalltypen Einbiegen/Kreuzen (EK), Abbiegen (AB) und Überschreiten (ÜS) gelegt und die Anzahl und Schwere der Personenschäden berücksichtigt. Für Ranstädter Steinweg und Merseburger Straße ergaben sich auch Auffälligkeiten für den Unfalltyp Überschreiten, so dass hier zusätzlich Unfallhäufungslinien ausgewiesen sind (3 Überschreiten-Unfälle mit Personenschaden auf 300 m innerhalb von 3 Jahren). Der im Ergebnis erstellte Entwurf des Arbeitsplanes 2018 wurde in der Sitzung am 16.03.2018 beschlossen (Anlage 1). Nochmalige kleine Änderungen aufgrund aktueller Erkenntnisse sind jedoch nicht ausgeschlossen.

 

Bereits in Bearbeitung befindliche UHS, die auch 2017 wieder auffällig waren, sind im Arbeitsplan 2018 nicht nochmals aufgeführt. Unabhängig davon, ob sie auch 2017 auffällig waren, bleiben alle UHS, die schon 2017 in der Bearbeitung waren auch weiterhin in der Bearbeitung der Verkehrsunfallkommission.

 

5. Verkehrsbericht 2017 der Polizeidirektion Leipzig

 

Als Anlage 2 zu dieser Vorlage wird dem Stadtrat der aktuelle Verkehrsbericht zur Kenntnis gegeben. Dieser ist auch über den Link http://www.polizei.sachsen.de/de/35949.htm abrufbar.

 

Inhaltlich zusammengefasst lässt sich feststellen, dass sich der seit Jahren anhaltende Trend einer Senkung der Gesamtunfallzahlen wieder fortsetzt, dass die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Todesfolge von 13 auf 9 gesunken, doch derjenigen mit mindestens einem schwerverletzten Verkehrsteilnehmer von 331 auf 393 gestiegen ist (Radfahrer von 139 auf 163). Die Senkung der Gesamtunfallzahlen ist durchaus auch als Erfolg der gemeinsamen Verkehrssicherheitsarbeit der Stadt und der Polizei (Verkehrsunfallkommission) und der sie dabei unterstützenden Vereine und Verbände, wie Messestadt-Verkehrswacht e.V., ADFC, aber auch ADAC zu verstehen.

 

Dass die Zahl der Verkehrsunfälle mit schweren Personenschäden zu- und die mit leichtem Personenschaden abgenommen hat, ist vermutlich auf die weiter angestiegene Nutzung des Fahrrades zurückzuführen. Für den Radverkehr sind also zwingend weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zu untersuchen, zu planen und umzusetzen. Insgesamt waren aber 2017 erheblich weniger Radfahrer an Unfällen beteiligt (1.171) als 2016 (1.262).


 

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Finanzielle Auswirkungen

 

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

 

nein

 

ja,

 

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Anlagen:
 

Anlage 1 – Arbeitsplan 2018 – mit neuer Unfalluntersuchung (Stand 16.03.18)

Anlage 2 – Verkehrsbericht 2017

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 Arbeitsplan 2018 - mit neuer Unfalluntersuchung (Stand 16.03.18) (415 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2 - Verkehrsbericht 2017 (870 KB)