Ratsinformationssystem

Vorlage - VI-A-05731  

 
 
Betreff: Bewusstsein schaffen, lieber zu früh als zu spät
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Jugendbeirat/Jugendparlament
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
18.04.2018 
Ratsversammlung (offen)   
FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule 1. Lesung
26.04.2018    FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule      
FA Finanzen 1. Lesung
07.05.2018    FA Finanzen      
FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule 2. Lesung
07.06.2018    FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule      
Jugendparlament Vorberatung
07.06.2018 
Jugendparlament vertagt   
FA Finanzen 2. Lesung
11.06.2018    FA Finanzen      
Ratsversammlung Beschlussfassung
20.06.2018 
Ratsversammlung geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Beschlussvorschlag:

Die Ratsversammlung möge beschließen für Klassen weiterführender Schulen, einen Fördertopf für pädagogisch begleitete Gedenkstättenfahrten (zu ehemaligen NS-Vernichtungslagern) in einer Höhe von 468.000 € bereit zu stellen.

Die Stadt wird damit beauftragt für diesen Fördertopf ein Konzept für die förderfähigen Schulen zu schreiben. Nach der Fertigstellung ist das Förderkonzept den Schulleitungen der förderfähigen Schulen zukommen zu lassen.

Das Förderkonzept soll bis Ende des 4. Quartals 2018 fertiggestellt und den Schulleitungen zugeschickt werden.

Der Fördertopf soll ab dem Versand des Konzepts an die Schulleitungen ein Kalenderjahr bereit stehen, also mit Beginn des 1. Quartals des neuen Kalender- und Haushaltsjahres 2019.

Wenn es zu einer entsprechenden Umsetzung gekommen ist, so wird die Stadtverwaltung mit dem Auslaufen des Förderprogramms, damit beauftragt die Fortsetzung des Förderkonzepts für das Folgejahr zu evaluieren, ggf. auszubessern und erneut in die Ratsversammlung einzubringen.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Sachverhalt:
In unserer gegenwärtigen Zeit, in der Teile der Gesellschaft anfangen gegen Personengruppen Vorurteile zu schüren, ist es wichtig daran zu erinnern, was passieren kann wenn Vorurteile und unreflektiertes Annehmen vorgesprochener Meinungen zum Leitbild unseres Handelns werden.

Gedenkstätten wie Auschwitz sind reale Beispiele, die einem zeigen zu was für Gräueltaten der Mensch in der Lage ist, wenn sein Handeln sich nach einem solchen Leitbild richtet.

Gerade im jugendlichen Alter hat man selten einen eigens geprägten, inneren Wertekompass. Um so schwerer ist es in dieser frühen Zeit eigene Werturteile aufzustellen.

Noch wichtiger ist es also Gegebenheiten zu schaffen, in denen Jugendliche sich selbst ein Bild machen können, um von diesem aus eigene Urteile zu fällen.

Im Idealfall wäre es wohl schön, jeder Schüler hätte die Möglichkeit ein solches Angebot wahrzunehmen. Im Anbetracht der großen Schülerzahl in Leipzig ist dies jedoch schwerlich umsetzbar. Zumindest aber sollte die Stadt ihren Schulen die Möglichkeit bieten, eine Fahrt gefördert zu bekommen.

 

Zustande kommen der 468.000 €:

Der Betrag setzt sich zusammen aus: 1. Anzahl der Gedenkstättenfahrten mal 2. der Anzahl der Teilnehmer pro Fahrt mal 3. des Förderbetrags pro Teilnehmer.

 

1. Anzahl der Gedenkstättenfahrten (52)

Jede weiterführende Schule (Gymnasien und Mittelschulen) der Stadt Leipzig sollte dieMöglichkeit haben bei einer Gedenkstättenfahrten gefördert zu werden. Dies sind aktuell 521.

2. Anzahl der Teilnehmer pro Fahrt (bis zu 30)

Hier hat man sich an den Förderrichtlinien des Nachbarlands Sachsen-Anhalt im Jahr 2016 und 2017 orientiert, welche bei einer Fahrt von bis zu 30 Teilnehmern ausging.2

3. Förderbetrag pro Teilnehmer (bis zu 300 €)

Auch hier hat man sich nach dem Förderbetrag des Land Sachsen-Anhalts aus dem Jahr 2016 und 2017 gerichtet. Dort belief sich der Förderbetrag bei bis zu 300 € pro Teilnehmer.3

 

Bestehende Förderprogramme im Freistaat Sachsen

Es ist festzuhalten, dass der Freistaat Sachsen bereits Gedenkstättenfahrten fördert.4

Jedoch wird pro Jahr gerade mal eine Fahrt angeboten.5 Für wie viele Teilnehmer ein Platz vorgesehen ist, ergibt sich nicht aus dem Angebot. Ein vom Ev. Luth. Landesjugendpfarramt organisierte Fahrt hat Plätze für drei Schulgruppen (Klassengröße) bereitgestellt.

Geht man davon aus, dass die geförderte Fahrt des Freistaat Sachsens in etwa die gleiche Kapazität abdeckt, so kommt man zu dem Schluss, dass gerade mal für drei Schulen des Freistaat Sachsens die Möglichkeit bestünde eine geförderte Fahrt auszurichten. Ob eine Leipziger Schule Fördermittel bekommen würde ist somit nicht sichergestellt. Zudem ist die Möglichkeit, dass alle weiterführenden Schulen Leipzigs, eine geförderten Gedenkstättenfahrt ausrichten können praktisch ausgeschlossen.

 

Länder-Kommune-Kompetenz

Bei der Gestaltung des Unterrichts handelt es sich um Ländersache. Bei der hier beantragten finanziellen Unterstützung von Gedenkstättenfahrten handelt es sich jedoch nicht vordergründig um die Gestaltung des Unterrichts, sondern viel mehr darum, innerhalb der jungen Gesellschaft Bewusstsein zu schaffen.

Ebenso soll der Fördertopf allein zur freiwilligen Wahrnehmung bereitstehen und nicht in die Gestaltung des Unterrichts eingreifen.

 

1http://statistik.leipzig.de/statcity/table.aspx?cat=5&;rub=1

2 https://lpb.sachsen-anhalt.de/service/gedenkstaettenfahrten/

3 https://lpb.sachsen-anhalt.de/service/gedenkstaettenfahrten/

4https://www.slpb.de/veranstaltungen/details/982/

5 https://www.slpb.de/veranstaltungen/suche/ zumindest ließen sich hier keine weiteren Förderungen ermitteln


 

Stammbaum:
VI-A-05731   Bewusstsein schaffen, lieber zu früh als zu spät   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Antrag
VI-A-05731-VSP-01   Bewusstsein schaffen, lieber zu früh als zu spät   02.5 Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule   Verwaltungsstandpunkt