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Vorlage - VI-F-05405-AW-01  

 
 
Betreff: Soziokultur in Südost
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat KulturBezüglich:
VI-F-05405
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Frage: 1. Was hat die Stadtverwaltung bisher unternommen, um der Soziokultur zu helfen?

Antwort

Im Stadtbezirk SO/Ortsteil Reudnitz-Thonberg betreibt der Verein Mühlstraße 14 e. V. seit über 20 Jahren sehr erfolgreich eines von stadtweit zehn soziokulturellen Zentren, mit erheblicher Ausstrahlung in den Leipziger Osten und nach Stötteritz. Der Verein erhält durch das Kulturamt seit 1996 eine institutionelle Förderung für seine soziokulturelle Arbeit, im Jahr 2018 183.240 €. Diese Förderung wurde immer wieder den neuen und teilweise veränderten Aufgabenstellungen im Stadtteil angepasst. Der Verein ist sehr gut vernetzt in beiden Stadtbezirken (Ost und SO) und verlässlicher Ansprechpartner für die Akteure und Bürger im Stadtteil und bezieht diese aktiv ein.

 

Obwohl der Stadtbezirk SO kein Schwerpunktraum für zusätzliche Entwicklungen ist, hat es bei Bedarf immer wieder Kontakte und Gespräche mit Akteuren, Vereinen und Initiativen im Stadtbezirk gegeben, insbesondere in Stötteritz. So wurde zeitweise die Stötteritzer Kulturrunde unterstützt und Projekte gefördert, die auf dem Alten Gutshof (Scheune) bzw. im Mischhaus stattfanden. Über viele Jahre hinweg haben Mitarbeiterinnen des Kulturamtes im Netzwerk SO (gibt es heute nicht mehr) mitgearbeitet und hier auch Entwicklungen und Projekte mit angestoßen.

 

Wenn sich ein Verein bzw. ein Angebot seine Räume nicht nachhaltig sichern konnte bzw. wollte und der Eigentümer andere Pläne mit den Räumen hat, wie z. B. beim Club/ Kulturkneipe 4rooms, ist das Kulturamt bereit, als Vermittler aufzutreten, kann aber in der Regel nicht unmittelbar mit anderen Räumen oder dem Erhalt helfen.

 

Frage: 2. Gibt es regelmäßige Gespräche zwischen Stadtverwaltung und Soziokultur?

Antwort

Ja es gibt regelmäßige Gespräche zwischen dem Kulturamt und der Soziokultur in Leipzig. Diese erfolgen bilateral mit dem soziokulturellen Zentrum Mühlstraße 14 e. V. und allen soziokulturellen Zentren im Rahmen der AG Soziokultur Leipzig (stadtweit).

 

Mit anderen kulturell/künstlerischen Akteuren und Vereinen aus den einzelnen Stadtbezirken gibt es unregelmäßige Kontakte im Rahmen der Projektförderung und auf Grund von Anfragen.

 

Frage: 3. Welche Möglichkeiten gibt es im Südost Räume für Soziokultur zu schaffen?

Antwort

Im Stadtbezirk SO gibt es neben dem umfangreichen Angebot des soziokulturellen Zentrums Mühlstraße 14 weitere kulturelle und Freizeitangebote, die von anderen Ämtern der Stadtverwaltung unterstützt werden, z. B. die Kinder- und Jugendwerkstatt (KiJuWe – Träger AfJFB) in Stötteritz, die „Kregeline“ in Probstheida, die Angebote des Bürgervereins Probstheida e. V. für Bürgerinnen und Bürger und Kinder- und Jugendliche (OFT), die Angebote des Heimatvereins Holzhausen im Alten Berggut, die vielfältigen, auch vom Kulturamt unterstützten Angebote in Liebertwolkwitz.

 

Die Stadtverwaltung selbst wird keine weiteren Räume für (sozio)kulturelle Projekte bzw. Einrichtungen schaffen. Allerdings ist es immer möglich tragfähige Ideen, die von Initiativen, Vereinen oder aus der Mitte der Bürgerschaft an die Stadtverwaltung hergetragen, werden zu prüfen und zu unterstützen.

 

Selbstverständlich kann jede/r eigenverantwortlich privatrechtlich organisierte Angebote in eigenen oder angemieteten Immobilen entwickeln und etablieren (wie z. B. 2005 das 4rooms). Viele der Clubs mit kulturellen Angeboten in Leipzig sind bewusst der Weg der weitest gehenden Eigenfinanzierung gegangen.

 

Frage: 4. Können verschiedene Gebäude im Leipziger Südosten genutzt werden, wenn ja, unter welchen Bedingungen? (Angedacht sind: alter Lokschuppen Reudnitz, Bahnhofsgebäude Stötteritz, o.ä.)

Antwort

Es besteht kein Bedarf an der Umnutzung Gebäuden im Stadtbezirk SO zu soziokulturellen Zentren. Die beiden vorgenannten Immobilien befinden sich nicht im Besitz der Stadt Leipzig, sie wurden vor Jahren von privaten Investoren erworben. Außerdem haben sie eine unmittelbare Nähe zum soziokulturellen Zentrum Mühlstraße 14.

 

Eine Umnutzung von Gebäuden auch für kulturelle, künstlerischen bzw. wirtschaftliche Zwecke ist durch den jeweiligen Eigentümer grundsätzlich immer möglich, sofern das Vorhaben den jeweils geltenden Vorschriften entspricht.

 

Im Stadtbezirk SO gibt es verschiedene weitere Räume, die für Veranstaltungen genutzt werden können, so z. B. der Hopfenspeicher in Reudnitz, die Scheune auf dem alten Gutshof und der Zentralpalast in der Langen Reihe in Stötteritz.

 

Frage: 5. Welche kurzfristigen Lösungsansätze erarbeitet die Verwaltung?

 

Antwort

Es besteht kein Bedarf an kurzfristigen Lösungsansätzen, da das soziokulturelle Zentrum in der Mühlstraße 14 zwar räumlich an seine Grenzen stößt, aber dennoch ein umfangreiches Angebot im Stadtteil und darüber hinaus vorhält. Der Standort ist nicht gefährdet. Der Verein wurde/wird von verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung bei der Erweiterung seiner mobilen Angebote unterstützt z. B. im Bereich der Familienbildung, der Seniorenarbeit und des umfangreichen soziokulturellen Veranstaltungsprogramms im Lene-Voigt-Park.
 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Anlagen: