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Vorlage - VI-DS-05480  

 
 
Betreff: Schulnamensgebung für die 172. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig und die Schule Telemannstraße, Gymnasium der Stadt Leipzig
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule Vorberatung
29.03.2018    FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule      
SBB Alt-West Anhörung
04.04.2018 
SBB Alt-West ungeändert beschlossen   
SBB Mitte Anhörung
05.04.2018 
SBB Mitte ungeändert beschlossen   
Ratsversammlung Beschlussfassung
18.04.2018 
Ratsversammlung vertagt   
25.04.2018 
Ratsversammlung - Fortsetzung vom 18.04.2018 ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Ratsversammlung stimmt gemäß der Richtlinie zur Schulnamensgebung (DS-00226/14) den Schulnamensänderungen für die 172. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig und für die Schule Telemannstraße, Gymnasium der Stadt Leipzig zu.

 

  1. Die 172. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig, trägt ab dem 01.08.2018 den Schulnamen Schule am Leutzscher Holz. Die Schulart wird ergänzend angefügt: Schule am Leutzscher Holz, Grundschule der Stadt Leipzig.

 

  1. Die Schule Telemannstraße, Gymnasium der Stadt Leipzig, trägt ab dem 01.08.2018 den Schulnamen Gerda-Taro-Schule. Die Schulart wird ergänzend angefügt: Gerda-Taro-Schule, Gymnasium der Stadt Leipzig.

 

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Sachverhalt:

 

Schulen in Trägerschaft der Stadt Leipzig können nach dem Durchlaufen des zugehörigen Beteiligungsverfahrens gemäß der Richtlinie zur Schulnamensgebung (DS-00226/14) einen Antrag auf Schulnamensänderung stellen. Die Änderung eines Schulnamens bedarf eines Beschlusses durch den Stadtrat der Stadt Leipzig. Von der 172. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig und der Schule Telemannstraße, Gymnasium der Stadt Leipzig, wurden Anträge auf Schulnamensänderung gestellt. Ziel der Vorlage ist die Beschlussfassung der Namensänderung.

 

1172. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig

 

Die 172. Schule stellt einen Antrag auf Änderung des Schulnamens in "Schule am Leutzscher Holz". Sie hat sich aufgrund der Ortslage bewusst für einen Regionalnamen entschieden, der für die Identifizierung der Schüler/-innen und der Elternschaft mit dem Stadtteil und dem Wohnumfeld bedeutsam ist. Der Antrag auf Schulnamensänderung sowie der zugehörige Schulkonferenzbeschluss ging am 4. Dezember 2017 im Amt für Jugend, Familie und Bildung ein (vgl. Anlage 1).

 

Die Schule liegt im Stadtteil Alt-West, in unmittelbarer Nähe zum Waldgebiet Leutzscher Holz. In 17 Klassen lernen ca. 386 Schüler/-innen. Bereits seit Beginn der Arbeit am Schulkonzept "Schule in Bewegung" im Schuljahr 2005/06 wurden Überlegungen für einen passenden Schulnamen angestellt. Im Schuljahr 2016/17 hat das Lehrerkollegium mit allen am Schulleben Beteiligten, insbesondere mit den Eltern, die Arbeit an einem identitätsstiftenden Schulprogramm und damit verbunden an einem neuen Schulnamen, der eng mit der Region verbunden ist und auf das unmittelbare Schulumfeld verweist, aufgenommen.

 

1.1Bezüge zum Schulkonzept und pädagogische Begründung

 

1.1.1Schulname als Ausdruck eines gelebten natur- und umweltbasierten Schulkonzepts

 

Mit der Entscheidung für den Namen "Schule am Leutzscher Holz" will die 172. Schule dem Umstand Rechnung tragen, dass sie in unmittelbarer Nähe zum Leipziger Auwald liegt, der zu den gefährdeten Biotopen in Deutschland gehört. Weiterhin soll der Name vor allem Ausdruck sein für ein gelebtes natur- und umweltbasiertes Schulkonzept.

 

Auwälder, bestehend aus Weichholz- und Hartholzgewächsen, werden auf der Roten Liste als von der vollständigen Vernichtung bedroht, eingestuft. Es gilt, sie als besondere Ökosysteme zu erhalten und ihre Bedeutsamkeit vor allem der jungen Generation lebensnah und identitätsstiftend zu vermitteln. Zum Leipziger Auwald gehören verschiedene Waldgebiete, wie "Die Gottge", "Wilder Mann" oder "Die Königseiche", deren Übergänge und Grenzen untereinander fließend sind. Das bekannteste jedoch ist das "Leutzscher Holz".

Für die Bürger/-innen in den Stadtteilen Lindenau, Leutzsch und z.T. auch Plagwitz ist das "Leutzscher Holz" ein wichtiges Erholungsgebiet mit zahlreichen Wander- und Radwegen und einer interessanten Flora und Fauna.

 

1.1.2Pädagogische Begründung

 

Das "Leutzscher Holz" lässt sich in vielfältiger Weise in die Gestaltung des Bildungs- und Erziehungsprozesses einer Grundschule integrieren. Es ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte und Schnittstellen für den Unterricht, sowohl in Umsetzung des Lehrplans als auch im Rahmen der Ganztagsangebote und im außerschulischen Bereich.

 

So greift beispielsweise der Sachunterricht Themen aus der Lebenswirklichkeit der Kinder auf. Er soll entdeckendes Lernen fördern, Raum geben für Experimente, Forscherdrang, Vermutungen, sachorientiertes Arbeiten und problemlösendes Denken. Der heimische Wald ist dafür als praktisches Modell prädestiniert. Die Schüler/-innen lernen einheimische Pflanzen und Tiere kennen, sie beobachten sie in ihrem natürlichen Lebensraum, gehen auf Spurensuche, erkennen Merkmale jahreszeitlicher Veränderungen, setzen sich mit dem Schutz des Waldes auseinander und begreifen ihn als Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Menschen.

 

Im Deutschunterricht können die im und über den Wald gewonnenen Erkenntnisse zusammenhängend erzählt, in Sachtexten aufgeschrieben oder in Bildgeschichten präsentiert werden. Sprache wird als Ausdrucksmittel genutzt. In vielfältigen lebensnahen Situationen nutzen die Schüler/-innen ihr spontanes Mitteilungsbedürfnis, prägen ihre Sprechfreude aus und erzählen vom Erlebten aus der Natur und dem nahegelegenen Waldgebiet.

 

Im Fach Ethik ist der Lernbereich "Wir in der Zeit" Gegenstand des Lehrplans. Hier geht es unter anderem um das Gewinnen von Einblicken in die Wunderwelt der Natur, um Werden, Wachsen und Vergehen und um Fragen des Naturschutzes. Das Waldgebiet "Leutzscher Holz" kann in diesem Zusammenhang als praktischer und lebensnaher Lernort genutzt werden.

 

Die Lernbereiche "Körperhaft-räumliches Gestalten" und "Ein besonderes Foto" im Kunstunterricht lassen ebenfalls vielfältige Möglichkeiten der kreativen Auseinandersetzung mit dem Leipziger Auwald zu.

 

Im Fach Sport können Wald- und Orientierungsläufe durchgeführt werden, die einerseits die Freude der Kinder an der Bewegung im Freien fördern und andererseits die Orientierungsfähigkeit schulen. Dabei sind die Lösung kleinerer Orientierungsaufgaben an bestimmten Punkten und/oder die Orientierung nach Karte und Kompass im heimischen Wald bei den Schüler/-innen sehr beliebt.

 

Eine ausführliche Darstellung weiterer Bezüge zum Lehrplan der Grundschule findet sich in der Anlage 2.

 

Der Leipziger Auwald im Allgemeinen und das Leutzscher Holz im Besonderen sind somit Gegenstand für fächerverbindenden und praktisch-lebensnahen Unterricht sowie für die Freizeitgestaltung im Hort und im Ganztag. Neben der Einbindung des Leutzscher Holzes in den Unterricht bieten sich auch am Nachmittag zahlreiche Möglichkeiten für die Einbindung in die Hortarbeit. Wanderungen, Wahrnehmungsspiele, Spurensuche, Sammeln von Pilzen und Kräutern, Toben und Entspannen stehen zusätzlich auf der Agenda. Im Rahmen der Kooperation zwischen beiden Einrichtungen und der Durchführung von Ganztagsangeboten sind weitere gemeinsame Projekte möglich. Die Schule plant außerdem, eine Tradition entwickelt werden, nach der in jedem Schuljahr ein Baum gepflanzt wird und in den Folgejahren gepflegt wird. So könnte über die Jahre ein kleiner Schulwald entstehen, der zur dauerhaften Identifikation aktueller wie ehemaliger Schülergenerationen mit der Schule am Leutzscher Holz beitragen kann.

 

1.2Prozess der Namensfindung und Beteiligungsverfahren

 

Bereits seit dem Schuljahr 2005 wurde in der Schule nach einer Alternative für den Schulnamen "172. Schule" gesucht, Vorschläge diskutiert und wieder verworfen.

 

Im September 2016 brachten Eltern abermals die Idee ein, einen neuen Namen für die Schule zu suchen, der der Elternrat zustimmte. Zur Namensfindung wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich aus Vertreter/-innen des Elternrats, des Lehrerkollegiums sowie der Schul- und Hortleitung zusammensetzte. Bis Januar 2017 wurden mehrere Namensvorschläge eingebracht und diskutiert. Man einigte sich auf folgende vier Favoriten: Renate-Lieckfeld-Schule, Christian-Gellert-Schule, Schule am Leutzscher Holz und Leutzscher Lindenschule. In der Folge gab es Abstimmungsverfahren zu den verbliebenen 3 Namen bei den Eltern (per E-Mail erfolgt), bei den Lehrer/-innen (über Schulleitung) und bei den Horterzieher/-innen (über Hortleitung). Auch die Schüler/-innen wurden aktiv ins Abstimmungsverfahren eingebunden, die Vorschläge in den einzelnen Klassen unter Leitung des jeweiligen Klassenleiters umfassend diskutiert und dem Kinderrat der Schule übermittelt. Der Kinderrat zählte die jeweiligen Stimmen aus.

 

Anlässlich der Lehrerkonferenz am 2. August 2017 entschied sich die Mehrheit aller Beteiligten für den Schulnamen "Schule am Leutzscher Holz" (Anlage 3) und die Schulkonferenz beschloss am 5. September 2017 eschloss einstimmig, beim Schulträger einen Antrag auf Änderung des Schulnamens in "Schule am Leutzscher Holz" zu stellen.

 

1.3Standpunkt des Schulträgers

 

Die Schule hat in einem umfänglichen Beteiligungsprozess Lehrerkollegium, Schüler/-innen und Eltern ebenso in den Prozess der Namensfindung und Beantragung eingebunden wie den Hort als wichtigsten Partner der pädagogischen Arbeit im Ganztag. Außerdem stellten die Schulleiterin und eine Elternvertreterin ihre Pläne zur Umbenennung in "Schule am Leutzscher Holz" dem Stadtbezirksbeirat Alt-West am 01.11.2017 vor. Die Stadtbezirksbei-räte unterstützen die Namensänderung ebenfalls und sicherten die Kontaktaufnahme zu den Fraktionen zu, um auch dort für eine Unterstützung zu werben. Insgesamt fand eine intensive Auseinandersetzung mit dem Leipziger Auwald im Allgemeinen und dem Leutzscher Holz im Besonderen statt. Auch das Amt für Stadtgrün und Gewässer und das Amt für Umweltschutz wurden bei der inhaltlichen Argumentation mit einbezogen.

In der Auseinandersetzung mit dem künftigen Schulnamen spielen die Wertevermittlung wie Umweltbewusstsein, Heimatliebe, Naturverbundenheit, Naturerhaltung, Schutz des Lebens und die damit einhergehende Übernahme von Verantwortung durch jeden Einzelnen und durch die soziale Gemeinschaft eine wichtige Rolle.

 

Seitens des Schulträgers wird der Antrag der 172. Schule auf Namensänderung in "Schule am Leutzscher Holz" befürwortet.

 

 

2Schule Telemannstraße, Gymnasium der Stadt Leipzig

 

Die Schule Telemannstraße wurde zum Schuljahresbeginn 2015/16 als Außenstelle der Friedrich-Schiller-Schule eingerichtet und zum Schuljahr 2017/18 selbständig. Die Schule trägt derzeit den vorläufigen Schulnamen Schule Telemannstraße.

 

Die Schule Telemannstraße, die derzeit einen vorläufigen Schulnamen trägt, beantragt die Benennung der Schule nach Gerda Taro. Der Antrag ging am 17. November 2017 im Amt für Jugend, Familie und Bildung ein; beantragt wurde aufgrund des Beschlusses der Schulkon-ferenz der Schulname Gerda-Taro-Gymnasium (Anlage 4). Da sich die Schulkonferenz in ihrer Sitzung vom 25.10.2017 mit der Namensvariante Gerda-Taro-Schule einverstanden erklärt hat (vgl. Anlage 5) und diese in der Richtlinie zur Schulnamensgebung vorgesehen ist, wird mit der vorliegenden Vorlage die Änderung des Schulnamens in Gerda-Taro-Schule beantragt.

 

Der gewählte Schulname soll vielfältige Anknüpfungsmöglichkeiten im Schulalltag bieten und über die Grenzen der Schule hinaus wirken. Die Namenswahl ist Ausdruck eines reflektierten Geschichtsbewusstseins und ehrt die Lebensleistung von Gerda Taro.

 

2.1Gerda Taro: Leben und Wirken

 

Gerda Taro wurde als Gerta Pohorylle am 1. August 1910 in Stuttgart geboren. Die jüdische Familie war aus Ost-Galizien nach Reutlingen zugewandert, wo der Vater eine Eiergroß-handlung gründete. 1929 zog die Familie nach Leipzig, hier besuchte Gerta Pohorylle die Gaudig-Schule am Nordplatz und wurde Mitglied im Sozialistischen Schülerbund. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde sie im März 1933 in Schutzhaft genommen, nachdem sie mit Freunden antifaschistische Plakate geklebt hatte. Nach der Entlassung aus der Haft emigrierte sie im Spätherbst 1933 nach Paris. Hier lernte sie 1934 den ungarisch-jüdischen Fotografen André Friedmann kennen, besorgt ihm Aufträge als Fotograf und lernt selbst das Fotografieren und die Arbeit in der Dunkelkammer. Um mehr Aufträge von französischen Redaktionen zu erhalten, ändern beide ihren Namen: aus André Friedmann wird Robert Capa, aus Gerta Pohorylle Gerda Taro. Beide Fotografen waren seit 1935 bei der Fotoagentur "Allicance Photo" angestellt und berichteten in den Jahren 1936/37 gemeinsam aus dem spanischen Bürgerkrieg, unter anderem über die Ausbildung der anarchistischen Milizen. Es entstanden Reportagen für internationale Magazine und Zeitungen, die Capa und Taro als ihren Beitrag gegen die von Hitler und Mussolini unterstützten Franco-Truppen sehen.

Taro fuhr täglich alleine oder mit ihrem Partner Capa von Madrid aus an die nahe Front, um zu fotografieren und zu dokumentieren - so auch am 25. Juli 1937. Bei der Rückfahrt von der Front wurde Taro bei einem deutschen Tieffliegerangriff schwer verletzt und erlag einen Tag später diesen Verletzungen. Die Fotografin und Journalistin wurde am 1. August 1937 auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris beigesetzt. Der von Pablo Neruda und Louis Aragon angeführte Trauerzug, dem sich tausende Menschen anschlossen, wurde zu einer Demonstration gegen den Faschismus.

 

Gerda Taro gilt als Pionierin des Fotojournalismus und erste Kriegsreporterin. Ihr Werk konnte lange nicht vollständig erschlossen werden. 2007 wurde in Mexiko City ein Koffer gefunden, der verschollen geglaubte Bilder von Gerda Taro und Robert Capa enthielt und Jahrzehnte nach ihrem Tod eine umfassende Würdigung ihres Werkes ermöglichte.

In Taros Geburtsstadt Stuttgart erinnert seit 2014 der Gerda-Taro-Platz an die Fotografin, in Leipzig wurde bereits 1970 eine Straße nach ihr benannt.

 

2.2Pädagogische Begründung

 

Die Biografie von Gerda Taro ermöglicht sowohl im Bereich des Lehrplans als auch für den darüber hinaus gehenden schulischen Alltag verschiedene Anknüpfungsmöglichkeiten. Durch die Beschäftigung mit Taro als Persönlichkeit wird den Schüler/-innen eine kritische Vergangenheitsdeutung ermöglicht. Es lassen sich Bezüge zur eigenen gesellschaftlichen Gegenwart herstellen und das Bestreben fördern, die eigene Zukunft aktiv mitzugestalten. Gerda Taro steht für Mut und Risikobereitschaft: in gesellschaftlich-politischer Hinsicht durch ihre Beteiligung an Widerstandsaktionen gegen den Nationalsozialismus und ihr Oeuvre und in persönlicher Hinsicht durch ihre Berufswahl, mit der sie eingetretene Pfade und vorgegebene weibliche Rollenmodelle verließ. Gleichzeitig bietet Gerda Taros Biografie transnationale Bezüge. Sie gilt als Weltbürgerin osteuropäisch-jüdischer Herkunft, erlebte eine deutsche gutbürgerliche Kindheit in Stuttgart, lebte dann in Leipzig, Frankreich und Spanien und machte durch ihre journalistische Tätigkeit das Kriegs- und politische Geschehen in Spanien weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Das Leben und Wirken von Gerda Taro bietet 80 Jahre nach ihrem Tod Kindern und Jugendlichen wichtige Anknüpfungspunkte für die eigene Sinnsuche und hat somit Leitbildfunktion. Die genannten Aspekte werden in das noch zu erarbeitende Schulprogramm unter dem Motto "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" der künftigen Gerda-Taro-Schule einfließen. Auch im Bereich des Unterrichts und der Ganztagesangebote bzw. weiterer außerunterrichtlicher Aktivtäten lassen sich Anknüpfungspunkte zu Leben und Wirken Gerda Taros herstellen.

 

Mit Spanisch und Französisch als angebotenen Fremdsprachen lassen sich erste Verbindungen zur Taros Wirkungsstätten herstellen, Schüleraustausche mit französischen und/oder spanischen werden angestrebt, ebenso die Durchführung von Klassenfahrten in beide oder eines der beiden Länder. Sowohl der Kunstunterricht als auch das angebotene künstlerische Profil lassen enge Bezüge zu Taros Tätigkeit als Fotografin zu. Fächerübergreifend und in Verknüpfung mit dem Schulprogramm lassen sich Aspekte wie Toleranz, Entschlossenheit, Mut aufgreifen. Weiterhin bietet sich der Geschichtsunterricht für Bezüge zur Biografie der künftigen Schulpatronin an. Stichworte sind hier: 2. Weltkrieg, Nationalsozialismus, Spanischer Bürgerkrieg.

Für eine tiefergehende Beschäftigung mit Leben und Wirken Gerda Taros bieten sich Projekttage oder -wochen an, in denen die Schüler/-innen die Möglichkeit bekommen, sich mit verschiedenen Aspekten ihrer Biografie zu auseinanderzusetzen und Bezüge zur eigenen Gegenwart herzustellen. 

 

2.3Prozess der Namensfindung und Beteiligungsverfahren

 

Für den Prozess der Namensfindung wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich aus zwölf Personen zusammensetzte (Lehrer/-innen und Eltern). Ziel der Arbeitsgruppe war das Finden einer als Namenspatron/-in für die Schule geeigneten Person. Unter Berücksichti-gung der "Richtlinie zur Namensgebung von Leipziger Schulen" wurden Kriterien zusammengestellt, die für die Bewertung möglicher Namensgeber/-innen für die Schule angelegt werden sollten: Bezug zur Stadt Leipzig, humanistisches Handeln, besondere Lebensleistung und fortschrittliche Persönlichkeit. Die Arbeitsgrupp legte außerdem gemeinsam die Vorgehensweise für das Finden eines passenden Schulnamens fest und definierte Teilziele.

 

Im ersten Schritt konnte jedes Mitglied der Arbeitsgruppe maximal drei Vorschläge einschließlich einer kurzen Begründung unterbreiten. Am Ende standen mehr als 15 Namen zur Auswahl. Auch der Richard-Wagner-Verein wurde angehört. Die Arbeitsgruppe reduzierte die Auswahl der möglichen Namenspatrone auf vier Personen, mit denen sich die Schüler/-innen in Projekttagen unter dem Motto "Spurensuche" beschäftigten: Franz Dominic Grassi, Carl Friedrich Goerdeler, Friederike Caroline Neuber und Gerda Taro.

Aufgrund des Alters der Schüler/-innen (zehn bis zwölf Jahre) an der aufwachsenden Schule sollten sie sich während der Projekttage am 11./12. April 2017 mit keiner zu großen Anzahl an möglichen Namensgeber/-innen für die Schule befassen.

Die Materialien, mit denen die Schüler arbeiteten, wurden vom Lehrerkollegium zusammen-gestellt. Ein zusätzlicher Schwerpunkt lag auf der Entwicklung der Kompetenzen der Schüler/-innen bei der Darstellung und Präsentation des neu angeeigneten Wissens.

 

Am ersten Projekttag sollten die Schüler/-innen erfahren, wie Namensgebung funktioniert und wie Personen, Straßen, Plätze usw. zu ihrem Namen kommen. Im nächsten Schritt beschäftigten sich die Schüler/-innen in Kleingruppen mit den vier vorgenannten Persönlich-keiten. Verschiedene Möglichkeiten wie Plakat, Zeitstrahl, Interview oder Bildgeschichte zur Darstellung der Fakten wurden genutzt. Im Ergebnis der Projekttage wurde festgehalten, dass beim Schulträger ein Antrag auf Benennung der Schule nach Gerda Taro gestellt werden soll.

 

Neben Schüler/-innen, Eltern und Lehrer/-innen wurde der Stadtbezirksbeirat Mitte in den Prozess der Namensfindung eingebunden und der Namenswunsch der Schule in der Beiratssitzung am 8. Juni 2017 präsentiert. Seitens des Stadtbezirksbeirates wird das Vorhaben ausdrücklich begrüßt (vgl. dazu Protokollauszug der Sitzung, online verfügbar unter https://ratsinfo.leipzig.de/bi/to020.asp) .

 

2.4Standpunkt des Schulträgers

 

Seitens des Schulträgers wird die Umbenennung der Schule Telemannstraße in Gerda-Taro-Schule befürwortet. Es wird ausdrücklich begrüßt, dass die Schule kurz nach dem Selbstän-digwerden einen Schulnamen beantragt und damit die vorläufige Bezeichnung Schule Telemannstraße ablegt. Mit der Wahl des Schulnamens und seinen Verbindungen zu Unterricht und Schulprogramm wird bereits in der Aufbauphase der Schule eine wesentliche Möglichkeit zur Identifikation geschaffen und der Schule ein Gesicht verliehen. In der Schule fand eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage nach einem neuen Schulnamen statt, alle am Schulleben Beteiligten wurden ebenso einbezogen wie zuständige der Stadtbezirks-beirat Mitte.

 

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Finanzielle Auswirkungen

 

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

x

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

x

nein

 

ja,

 

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Anlagen:

Anlage 1 – Antrag Schulkonferenz 172. Schule

Anlage 2 – Unterrichtsentwurf 172. Schule

Anlage 3 – Lehrerkonferenz 172. Schule

Anlage 4 – Antrag Schule Telemannstraße

Anlage 5 – Protokoll Schule Telemannstraße

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 Schulkonferenz (740 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2 Unterrichtsentwurf (2345 KB)    
Anlage 3 3 Anlage 3 Lehrerkonferenz (1092 KB)    
Anlage 4 4 Anlage 4 Antrag Telemannstr (107 KB)    
Anlage 5 5 Anlage 5 Protokoll Telemannstr (55 KB)