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Vorlage - VI-A-05384  

 
 
Betreff: Verzicht auf den Einsatz von Glyphosat
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Fraktion DIE LINKE
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
31.01.2018 
Ratsversammlung zur Kenntnis genommen   
FA Umwelt und Ordnung 1. Lesung
06.02.2018    FA Umwelt und Ordnung      
offen ohne festgelegten RV-Termin/ruhend

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Stadt Leipzig verzichtet ab sofort auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Glyphosat und andere Herbizide enthalten. In Parks, auf Spielplätzen, Friedhöfen und an Straßenrändern darf das gefährliche Herbizid  nicht mehr versprüht werden.
  2. Private Unternehmen, die Aufträge von der Stadt Leipzig zur Pflege von Grün-,

Sport-, Verkehrs- und anderen Flächen erhalten, werden entsprechend vertraglich auf einen Glyphosat- und sonstigen Herbizidverzicht verpflichtet. Bei laufenden Verträgen wird auf eine freiwillige Einigung hingewirkt.

  1. Die Stadt Leipzig untersagt bei Neuverpachtungen von Agrarflächen und bei Verlängerung von Pachtverträgen den Einsatz von Glyphosat und anderen Herbiziden.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:
Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid und stark umstritten, weil es die Artenvielfalt gefährdet und im Verdacht steht, der menschlichen Gesundheit zu schaden.

Gerade in Parkanlagen und auf Spielplätzen kommen insbesondere Kinder immer wieder mit dem Boden in Berührung. Gift hat dort deshalb nichts zu suchen. Es ist daher richtig, dass wir als Stadt Leipzig – unabhängig von der weiteren Zulassung von Glyphosat – auf dieses Mittel verzichten.

Glyphosat und andere Breitbandherbizide tragen nachweislich zum Verlust der Artenvielfalt bei. Sie beseitigen jeglichen Wildpflanzenwuchs, so dass Insekten, Schmetterlinge und Vögel keine Nahrung mehr finden. Weil das Unkrautvernichtungsmittel weiterhin auf landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt wird, ist es ein Gewinn, wenn Städte wie Dresden bedrohten Vogel- und Insektenarten Lebensräume und Nahrung bieten können. In Dresden wurde freiwillig durch die Stadtverwaltung auf den Einsatz von Glyphosat verzichtet, wir möchten dies darüber hinaus Schritt für Schritt für alle Flächen in öffentlicher Hand erweitern.

(Die Begründung ist der Erklärung der Umweltbürgermeisterin von Dresden, Eva Jähnigen, entnommen.)