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Vorlage - VI-A-05134  

 
 
Betreff: Völkerschlachtpanorama auf der Alten Messe ermöglichen
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
13.12.2017 
Ratsversammlung (offen)   
FA Kultur 1. Lesung
19.01.2018    FA Kultur      
FA Stadtentwicklung und Bau 1. Lesung
16.01.2018    FA Stadtentwicklung und Bau      
SBB Mitte Anhörung
09.08.2018 
SBB Mitte geändert beschlossen   
SBB Südost Anhörung
14.08.2018 
SBB Südost geändert beschlossen   
FA Stadtentwicklung und Bau 2. Lesung
14.08.2018    FA Stadtentwicklung und Bau      
FA Kultur 2. Lesung
17.08.2018    FA Kultur      
Ratsversammlung Beschlussfassung
22.08.2018 
Ratsversammlung ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlagen:
Asisi_Luftbild (Angefordertes Dokument nicht im Bestand)
Asisi_Kartenauszug klein (Angefordertes Dokument nicht im Bestand)
Asisi_Kartenauszug_groß (Angefordertes Dokument nicht im Bestand)
Standort_Ostansicht (Angefordertes Dokument nicht im Bestand)
Standort_Südostansicht (Angefordertes Dokument nicht im Bestand)
Standort_Südansicht (Angefordertes Dokument nicht im Bestand)
Standort_Westansicht (Angefordertes Dokument nicht im Bestand)
Brücke (Angefordertes Dokument nicht im Bestand)
Asisi_Plan1 (Angefordertes Dokument nicht im Bestand)
Asisi_Plan2 (Angefordertes Dokument nicht im Bestand)
Asisi_Plan3 (Angefordertes Dokument nicht im Bestand)
Asisi_KUNSTZEITUNG 2017_09 16

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

Der Oberbürgermeister wird vom Stadtrat beauftragt, per Gesellschafterweisung über die LEVG GmbH für das Flurstück 159/104 in der Straße des 18. Oktober die Erarbeitung eines zeitlich begrenzten, aber mindestens 10jährigen Nutzungsvertrages mit der Asisi Panorama GmbH oder einem entsprechend interessierten Investor zu verhandeln. Ziel und Bedingung des Nutzungsvertrages soll die Errichtung und Betreibung einer etwa 30m hohen und durchmessenden Rotunde außerhalb der Sichtachse Völkerschlachtdenkmal-Neues Rathaus als „Kunst-Skulptur“ zur Ausstellung des ehemals im Panometer gezeigten Völkerschlachtpanoramas von Asisi sein.

Der Betreiber verpflichtet sich zudem sämtliche Kosten für Errichtung und Betreibung des Panoramas zu tragen. Desweiteren soll geprüft werden, einen symbolischen Denkmal-Beitrag (z.B. 0,50 € pro Besucher) für die spätere umfassende Sanierung des Gartendenkmals in dem Nutzungsvertrag festzuschreiben.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:
 

      Zusammengefasste Argumente für die Ansiedlung des Völkerschlachtpanoramas von Asisi am Standort Alte Messe:

 

  1. Wiedererrichtung des Völkerschlachtpanoramas Leipzig 1813 von Yadegar Asisi zusätzlich zum Premierenhaus von Asisi im Panometer®,
  2. Bereicherung für das nationale und internationale Tourismusmarketing der Stadt Leipzig,
  3. Bereicherung für das städtische Kulturgeschehen,
  4. Vernetzung des Völkerschlachtgedenkens aus Denkmal, Ausstellungen und Panorama,
  5. Aufwertung des Standortmarketings für das Entwicklungsprojekt 'Alte Messe' ohne Nutzung eines vermarktbaren Grundstücks,
  6. Einnahmen aus angemessenem Denkmalbeitrag ohne signifikanten Aufwand und Sicherung der notwendigen investiven Mittel zur perspektivischen grundhaften Sanierung des Gartendenkmals,
  7. optimale verkehrliche Anbindung des Standortes durch S-Bahn, LVB, Rad und Pkw sowie optische wie fußufige Anbindung an das Völkerschlachtdenkmal.

 

Begründung:

 

Der Stadtrat hat sich vor zwei Jahren mit klarer Mehrheit für die Wiedererrichtung des Völkerschlachtpanoramas von Asisi ausgesprochen. Voraussetzung war dabei, dass die Stadt selbst kein Geld für Errichtung und Betreibung aufbringen muss, sondern dies stattdessen durch die Suche nach einem geeigneten kommunalen Grundstück und bei einer späteren Errichtung durch eine Kooperation im Stadtmarketing und in den musealen Völkerschlachtgedenken unterstützt.

 

Seit dem Stadtratsbeschluss wurden zahlreiche Gespräche geführt und Überlegungen für einen potenziellen Standort in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals angestellt.

Nach erfolgreicher Suche konnte ein Standort am Rande der Alten Messe identifiziert werden, der aus Sicht der Antragsteller überaus geeignet ist, da dieser nicht nur in fußufiger Entfernung zum Völkerschlachtdenkmal ideale Kooperationsmöglichkeiten böte, sondern auch an der Sichtachse zwischen Völkerschlachtdenkmal und Neuem Rathaus liegt und so eine optische Vernetzung zwischen Denkmal, Ausstellung und Panorama garantiert. Zudem wäre eine verkehrliche Anbindung über die S-Bahn, die LVB und die Parkplätze auf der Alten Messe optimal gesichert.

 

Das Flurstück in Gänze, die Sichtachse von der Baumallee auf der Alten Messe bis hin zum Park vor dem Völkerschlachtdenkmal inklusive des Plateaus an der Messeallee, gilt als anerkanntes Gartendenkmal. Perspektivisch ist der Neubau der abgerissenen Brücke über die S-Bahn-Strecke und die Restaurierung des großgigen Plateaus vor der Brücke geplant. Letzteres ist jedoch auch in den nächsten Jahren nicht finanziell gesichert und wird wohl weiter auf sich warten lassen.

Aufgrund des Denkmalschutzstatus ist das Grundstück nicht für eine dauerhafte Bebauung geeignet, im Gegensatz zu anderen auf der Alten Messe befindlichen Grundstücken ist es somit auch im Zusammenhang mit den Eigentümerzielen nicht vermarktbar. Eine zeitweilige Nutzung des Plateaus für die Aufstellung einer begehbaren Kunst-Skulptur sollte genehmigungsrechtlich möglich sein. Ähnliches wurde bereits in anderen Städten wie beispielsweise zur Errichtung einer Rotunde für das Pergamon-Panorama von Asisi auf der Museumsinsel in Berlin realisiert.

 

Aus diesem Grund sollte die Chance genutzt werden, ohne bauliche Einschränkung der Sichtachse, die kulturelle Nutzung des Plateaus einem interessierten Investor zu ermöglichen, um dadurch u.a. einen bedeutsamen Mehrwert hinsichtlich des Stadtmarketings sowie der späteren Finanzierbarkeit der grundhaften Sanierung des Gartendenkmals zu erreichen. Bei einem Denkmalbeitrag von beispielsweise 0,50€rden bei einer geschätzten Besucherzahl von 200.000 p.a. jährliche Einnahmen für die Stadt für die spätere Sanierung des Gartendenkmals von 100.000 € erwartet werden.
 

Mehrere Städte verfügen mittlerweile über ein Stadtpanorama von Asisi, andere versuchen, dies in die Wege zu leiten. In Dresden kann man Dresden im Barock sowie das kriegszerstörte Dresden betrachten, Wittenberg zeigt sein Stadtpanorama zu Zeiten der Reformation, das französische Rouen verfügt über ein Stadtpanorama zu Zeiten des hundertjährigen Krieges und der Epoche von Jeanne d'Arc, Konstanz bereitet den Weg zur Errichtung eines Stadtpanoramas zu Zeiten des Konzils vor.

 

Leipzig, als Heimat des Panoramakünstlers Yadegar Asisi verfügt erfreulicherweise über das einzigartige und weitbekannte Premierenhaus mit wechselnden und meist neuen Themen, das Panometer®. Zum Völkerschlachtjubiläum 2013 wurde dort das Panorama Leipzig 1813 gezeigt, anschließend aber für die Ausstellung anderer Premierenbilder wieder entfernt. Eine Renaissance kann das Bild nur an anderer Stelle erfahren, zumal ein Stadtpanorama langfristig genutzt und ausgestellt werden müsste, um dauerhaft einen touristischen Mehrwert für das Stadtmarketing zu haben.

 

Leipzig könnte mittels einer Realisierung des Völkerschlachtpanoramas an dieser Stelle das Glück haben, über zwei Standorte der international bekannten und beachteten Panoramen von Yadegar Asisi zu verfügen. Dies wäre nicht nur eine weitere enorme Bereicherung für das städtische Kulturgeschehen und das nationale und internationale Stadt- und Tourismusmarketing sondern gleichzeitig auch eine enorme Aufwertung des Standortmarketings für das Entwicklungsprojekt 'Alte Messe'.

 

Im Maßstab 1:1 nähert sich das Panorama auf etwa 3.500 qm der Stadt Leipzig unmittelbar nach Ende der Völkerschlacht am 19. Oktober 1813. Der Betrachter steht wie auf dem Dach der Thomaskirche am westlichen Rand der damaligen Stadt und verfolgt das Geschehen im Zentrum sowie im Umland, wo die heftigsten Kämpfe stattfanden. Dieses wichtige europäische Ereignis wurde aus der Perspektive von Leipzig und seiner Bürger dargestellt.

 

In der Architektur von 1813 präsentiert Asisi das vergleichsweise unversehrte Leipzig, das in Folge der Kämpfe über 90.000 Tote und Verwundete sowie eine Vielzahl Gestrandeter aus den zerstörten Dörfern ringsherum zu bewältigen hat. Es herrscht Gedränge und Aufruhr in den Gassen und auf den Plätzen, rund um die einziehenden Siegertruppen, die abziehenden Franzosen und die zig Notleidenden.

 

Foto: https://www.asisi.de/de/presse/pressefotos.html

Stammbaum:
VI-A-05134   Völkerschlachtpanorama auf der Alten Messe ermöglichen   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Antrag
VI-A-05134-ÄA-01   Völkerschlachtpanorama auf der Alten Messe ermöglichen   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Änderungsantrag
VI-A-05134-VSP-02   Völkerschlachtpanorama auf der Alten Messe ermöglichen   02.6 Dezernat Stadtentwicklung und Bau   Verwaltungsstandpunkt