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Vorlage - VI-DS-04773  

 
 
Betreff: Leipziger Jubiläen 2018
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Kultur
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
FA Kultur 1. Lesung
27.10.2017    Fachausschuss Kultur      
BA Kulturstätten 1. Lesung
19.10.2017    Betriebsausschuss Kulturstätten      
FA Kultur 2. Lesung
10.11.2017    Fachausschuss Kultur      
Ratsversammlung Beschlussfassung
15.11.2017 
Ratsversammlung ungeändert beschlossen   
BA Kulturstätten 2. Lesung
02.11.2017    Betriebsausschuss Kulturstätten      

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlagen:
Anlage 1 - Aktivitäten Städtepartnerschaft Houston
Anlage 2 - Kalkulation

Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Ratsversammlung bestätigt die städtische Jubiläumsplanung für das Jahr 2018 bzw. die langfristige Vorbereitung der Jubiläen in 2019.

 

  1. Die Stadt Leipzig stellt dem Dezernat Kultur zur Gestaltung der städtischen Jubiläen des Jahres 2018 und zur Vorbereitung 2019 Gesamtmittel i. H. v. maximal 700.000 € zur Verfügung.

 

  1. Die Mittel werden gemäß Anlage 2 veranschlagt.

 

  1. Die überplanmäßigen Aufwendungen nach § 79 (1) SächsGemO für das
    Haushaltsjahr 2018 i. H. v. 250.000 € im PSP-Element 1.100.11.1.1.02.24 „Jubiläen“ werden bestätigt. Die Deckung erfolgt aus der Kostenstelle 1098600000 - unterjährige Finanzierung ohne Deckung Ergebnishaushalt.

 


Sachverhalt:

 

Leipziger Jubiläen 2018

Inhalt

1.Jubiläen seit 2009 und Fortschreibung des Konzeptes

2.Jubiläen 2018: 275 Jahre Gewandhausorchester

2.1.Das Gewandhausorchester

2.2.Jubiläumsausstellung

2.3.Gewandhausorchester-Chronik

3. Jubiläen 2018:  25 Jahre Städtepartnerschaft Leipzig - Houston

3.1. Zielstellung der Jubiläumsaktivitäten

3.2. Die Städtepartnerschaft Leipzig-Houston

3.3. Aktivitäten in Leipzig

3.3.1. Koproduktion des Houstoner und Leipziger Balletts

3.3.2. Kooperationsprojekt zwischen dem Museum of Fine Arts Houston und dem Museum der bildenden Künste Leipzig „Portraits aus Houston und Leipzig“ (AT)

3.3.3. Kooperationsprojekte im Bereich der Literatur

3.3.4. Lichtprojektionen im öffentlichen Raum

3.3.5. Kommunikationskampagne in Leipzig

3.4. Aktivitäten in Houston

3.4.1. Bürgerreise

3.4.2. Präsentation der Kooperationsprojekte in Houston

3.4.3. Zusätzliche Marketingaktivitäten der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM)

4. Vorbereitung auf die Jubiläen des Jahres 2019

4.1. 500. Jahrestag der Leipziger Disputation

4.1.1. Reformationsbotschafter Rev. Moore

4.1.2. Veranstaltungsreihe "Leipziger Disputation"

4.1.3. Konzertprojekt "Et Ecce Terra Motus"

4.1.4. Disputationsperformance "Zum Licht"

4.2. 200. Geburtstag von Clara Schumann

4.2.1. Städtische Aktivitäten im Jahr 2018

4.2.2. Neukonzeption der Ausstellung im Schumann-Haus

4.3.Lichtfest zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution

4.3.1. Status

4.3.2. Vorbereitungsschwerpunkte 2018

5. Finanzielle Aspekte / Mehrbedarfe

 

Anhang

A.1. Aktivitäten im Rahmen der Städtepartnerschaft Leipzig Houston (Auswahl)

A.2. Kalkulation
  A 2.1. Mittelplanung 2018 im Detail
  A 2.2. Finanzierung Jubiläen 2018 / 2019
  A 2.3. Jubiläum 2018: 275 Jahre Gewandhausorchester
  A 2.4. Jubiläum 2018: 25 Jahre Städtepartnerschaft Leipzig Houston
        A. Koproduktion Houstoner / Leipziger Ballett
        B. Kooperation MoFa / MdbK, Fotografie
        C. Kooperationsprojekte Literatur
        D. Lichtprojektionen im öffentlichen Raum
        E. Kommunikation
        F. Weitere Kosten
  A 2.5. 500 Jahre Leipziger Disputation 2019 - Aufwendungen 2018 und 2019
  A 2.6. 200. Geburtstag Clara Schumann 2019 - Aufwendungen 2018 und 2019
        A. Neukonzeption Schumann-Museum


1.   Jubiläen seit 2009 und Fortschreibung des Konzeptes

Seit dem Jahr 2009 verfolgt die Stadt Leipzig das Ziel, mit der Bündelung identitätsstiftender und öffentlichkeitswirksamer Potenziale auf ein jährlich wechselndes Leipziger „Leuchtturm“-Thema (bei Beibehaltung der Qualität des kulturellen Angebots in der gesamten Breite) die Anziehungskraft der Kommune zu erhöhen und ihren hohen Anspruch zu untermauern. Die Themenauswahl folgt einer Kette von historisch bedeutsamen, weit über Leipzig hinaus wahrgenommenen und reflektierten Jubiläen.

Im Jahr 2008 hatte der Stadtrat diese Jubiläen bis 2015 benannt (DS IV/3249), danach gab es eine kontinuierliche Kette von Jubiläen, denen jeweils einzelne Beschlüsse des Stadtrates zugrunde lagen:
 

Internationales Mahler-Festival 2011DS IV/ 4659

► Jubiläum 800 Jahre THOMANA2012DS V/1044

► Jubiläum 200. Geburtstag Richard Wagner2013DS V/1172
Doppeljubiläum 200 Jahre Völkerschlacht
   100 Jahre Völkerschlachtdenkmal2013DS V/1045

► 25. Jahre friedliche Revolution – Lichtfest2014DS V/3382

► 1000 Jahre Ersterwähnung Leipzigs2015DS V/3950
300. Todestag Gottfried Wilhelm Leibnitz,
   100. Todestag Max Reger2016VI-DS-01028
► Jubiläum 500 Jahre Reformation2017VI-DS-02735

 

Die erreichten Wirkungen sind unübersehbar und bilden einen festen Bestandteil des urbanen Lebens. "Leipzig! Arbeitsprogramm 2020" des Oberbürgermeisters kam zu dem Schluss: "Inzwischen ist diese Abfolge (der Jubiläen) kaum mehr aus dem Stadtleben wegzudenken, sind die Leipziger und ihre internationalen Gäste begeistert von diesem Umgang mit Traditionen und Persönlichkeiten."

 

Das Integrierte Stadtentwickungskonzept „Leipzig 2030“ listet unter dem zentralen strategische Zielbild „Leipzig stärkt seine Internationalität“ unter anderen folgende Handlungsschwerpunkte:

 

Kulturelle Identität: Ziel ist deshalb, Leipzig als national und international anerkannte, weltoffene Kulturstadt weiter zu etablieren, die mit ihren kulturellen und sportlichen Angeboten ein vielfältiges Publikum anzieht.

 

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft: Ziel ist deshalb, Leipzig als national und international anerkannte, weltoffene Kulturstadt weiter zu etablieren…

 

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort:

Ziel ist deshalb, Leipzig als Tagungs- und Tourismusstandort weiter zu stärken und dauerhaft unter den TOP 5 in Deutschland bei den Übernachtungszahlen zu platzieren.

 

Imageprägende Großveranstaltungen: Ziel ist deshalb, dass kulturelle und sportliche Großveranstaltungen zur Imagebildung von Leipzig beitragen und als Feste gemeinsam in der Stadt erlebt werden.

Die städtischen Jubiläen tragen also unmittelbar zur Realisierung der formulierten Kernziele der Kommune bei.
 

Das Jahr 2018 wird zwei herausragenden Jubiläen gewidmet - dem 275. Jahrestag der Großen Konzerte und damit dem Beginn des Aufstiegs des Gewandhausorchesters zu einem Klangkörper von Weltgeltung sowie dem 25. Jahrestag der Städtepartnerschaft Leipzig – Houston, deren Relevanz mit der aktuellen Katastrophe in Houston dramatisch steigt.

Darüber hinaus sollen im Jahr 2018 Mittel zur Vorbereitung der Höhepunkte im Jahr 2019, dem 500. Jahrestag der Leipziger Disputation, dem 200. Geburtstag von Clara Schumann sowie dem Lichtfest aus Anlass des 30. Jahrestages der Friedlichen Revolution zur Verfügung gestellt werden.

 

Da Dezernat Kultur zielt darüber hinaus auf einen Grundsatzbeschluss für die Budgetierung von Jubiläen und Großveranstaltungen im Kulturbereich ab 2019. Zukünftig sollen dem Stadtrat Vorlagen zu Jubiläen und Großveranstaltungen im Kulturbereich erneut themenbezogen und haushaltsjahrübergreifend vorgelegt werden.


2.   Jubiläen 2018: 275 Jahre Gewandhausorchester

2.1.         Das Gewandhausorchester

Das Gewandhausorchester ist das älteste bürgerliche Orchester der Welt und gilt als einer der international renommiertesten Klangkörper. Seit der Gründung 1743 durch Leipziger Persönlichkeiten aus Bürgertum und Adel steht es für lebendige Musiktradition. Damals finanzierten 16 Kaufleute in der Konzertgesellschaft „Großes Concert“ 16 Musiker, um regelmäßig Musik erleben zu können. Heute wie damals stand und steht das Gewandhausorchester für herausragende künstlerische Leistungen: In der Gewandhaus-Saison 2017/2018 wird der 275. Geburtstag des Gewandhausorchesters gefeiert.

Die Musikstadt Leipzig war und ist mit ihrem Gewandhausorchester ein internationaler „Hotspot“ der klassischen Musikszene. Schon immer kamen die renommiertesten Dirigenten, Komponisten und Solisten als Gäste zum Gewandhausorchester. Gerade im 18. und 19. Jahrhundert hat das Orchester eine Vielzahl von Uraufführungen gespielt oder weltweit erste Werkzyklen bedeutender Komponisten aufgeführt. Daher nimmt das Gewandhausorchester einen bedeutenden Platz in der Musikgeschichte ein.

Mit Kurt Masur, der 1970 zum Gewandhauskapellmeister berufen wurde, brach wieder eine neue Ära in der Gewandhausgeschichte an. Dass Leipzig wieder ein repräsentatives Konzertgebäude erhielt, geht entscheidend auf seine Initiative zurück. Das Neue Gewandhaus zu Leipzig wurde 1981 eingeweiht. Die Auslandsgastspiele des Orchesters erstreckten sich unter Masurs Leitung auch auf den amerikanischen Kontinent und brachten sensationelle Erfolge.

1998 übernahm Herbert Blomstedt das Amt des Gewandhauskapellmeisters. Er führte die Traditionen des Gewandhausorchesters fort, setzte aber zugleich eine Reihe neuer Akzente. Die erfolgreiche Gastspieltätigkeit des Orchesters konnte unter seiner Leitung mit Tourneen durch die USA, Japan und Australien fortgesetzt werden.

Riccardo Chailly, der von 2005 bis 2016 als Gewandhauskapellmeister wirkte, hat das Kernrepertoire des Orchesters neu fokussiert und dem Konzertpublikum hochspannende interpretatorische Sichtweisen auf Bach, Beethoven, Mendelssohn, Schumann und Brahms geschenkt. Darüber hinaus haben seine Aufführungen der Mahler-Sinfonien mit dem Gewandhausorchester international ebenso Maßstäbe gesetzt wie das von ihm initiierte Internationale Gustav-Mahler-Festival 2011 in Leipzig.

Ab der Jubiläumssaison 2017/2018 wird Andris Nelsons als 21. Gewandhauskapellmeister dieses bedeutende musikalische Amt übernehmen. Er wird dem Orchester neue und spannende Impulse geben.

Um diesem besonderen Jubiläum sowie den internationalen Erwartungen gerecht zu werden, hat das Gewandhaus Sondervorhaben kreiert, die die herausragende Stellung des Orchesters unterstreichen und für ein breites Publikum nachvollziehbar machen sollen. Zu den Jubiläumsprojekten, die auch Auftritte internationaler Gastorchester und Uraufführungen einschließen, gehören die Jubiläumsausstellung und die Chronik des Gewandhausorchesters.

Herausragende Höhepunkte werden dabei u.a. das Gastkonzert der Berliner Philharmoniker unter Zubin Mehta mit Michale Barenboim an der Violine, die Großen Konzerte unter dem Dirigat von Andris Nelsons, die Uraufführungen von Auftragswerken der Komponisten Steffen Schleiermacher, Jörn Widmann und Ȇriks Ešenvald (Jubiläumschorkonzert) sein. Letztere stehen exemplarisch für die Öffnung des Klangkörpers für neuere Musik, wie sie mit dem neuen Kapellmeister geplant ist.

2.2.         Jubiläumsausstellung

Die Ausstellung wird 275 Jahre Gewandhausorchester aus der Sicht von 27 ausgewählten Persönlichkeiten populär, spannend und abwechslungsreich darstellen. Durch die sehr persönlichen Geschichten der 27 Köpfe sowie die Aufmachung der Ausstellung sollen die Besucher emotional angesprochen werden. Die Ausstellung wird nicht nur für Erwachsene konzipiert, sondern sie soll auch Kinder und Jugendliche ansprechen. Die Abteilung Musikvermittlung wird dafür angemessene, flankierende Veranstaltungsformate entwickeln.

Diese Ausstellung wird so mobil konzipiert, dass sie zukünftig auch an anderen Orten gezeigt werden kann. Besonders vor dem Hintergrund der neuen Kooperation mit dem Boston Symphony Orchestra wird die zweisprachige Ausstellung auch in Boston im Rahmen einer dortigen „Leipzig-Week“ im November 2018 präsentiert werden.

Die Ausstellung wird während der Öffnungszeiten in den Räumlichkeiten des Gewandhauses zu Leipzig gezeigt. Die Ausstellung ist kostenfrei zugänglich und kann während der Öffnungszeiten des Gewandhauses sowie im Rahmen der Veranstaltungen besucht werden. Geplant ist, die Ausstellung am 22. Januar 2018 zu eröffnen und sie bis zum Ende der Jubiläumssaison am 25. Juni 2018 zu zeigen.

2.3.         Gewandhausorchester-Chronik

Die nach wissenschaftlichen Standards aufbereitete, illustrierte Chronologie der Ereignisse wird nicht nur die Entwicklung des Gewandhausorchesters zu einem der international führenden Konzertorchester nachzeichnen, sondern auch seine Verwurzelung in Oper und Thomaskirche. Zum 250. Jubiläum des Gewandhausorchesters erschien eine Chronik, die die Geschichte bis zum 11. März 1993 aufbereitet hat. Zum 275. Jubiläum soll eine erweiterte und mit einem veränderten Format und im Festeinband erscheinen.

Die Chronik wird wissenschaftlich neu aufbereitet, da einzelne Fakten und Daten der letzten Chronik berichtigt werden, die sich nach neueren Forschungen in einem anderen Licht darstellen. In der aktualisierten Ausgabe soll der Zeitraum 1993 bis 2018 in den Mittelpunkt gerückt werden. In dieser Periode war das Gewandhausorchester aufgrund der Auflösung des Ost-/West-Konflikts und dem Ende der DDR wieder in ein weltweites Gefüge eingebunden. Dies führte unter anderem zu einer intensiven Professionalisierung sowie einer weltweiten Ausrichtung mit der Etablierung von regelmäßigen Gastspielen in den Musikmetropolen. Besondere Berücksichtigung finden hierbei die Gewandhauskapellmeister Kurt Masur, Herbert Blomstedt und Riccardo Chailly. Ebenfalls erfolgte in diesem Zeitraum eine enorme Verjüngung des Orchesters, die ebenfalls in den Fokus der Aufarbeitungen genommen werden soll.

Die chronische Darstellung vom Gründungsjahr 1743 bis zum März 2018 wird ca. 360 Seiten umfassen und ca. 320 Abbildungen beinhalten. Gerade bei den Abbildungen wird teilweise bislang unbekanntes Bildmaterial Verwendung finden. Ergänzt wird dieses Buchprojekt mit einer Reisechronik des Gewandhausorchesters von 1916 bis 2018. Diese umfasst eine Auflistung aller Konzertorte und –programme.

Die Autorenschaft, für das im Buchhandel erhältliche Werk, liegt bei dem Archivar des Gewandhauses, Claudius Böhm.
 


3. Jubiläen 2018:
25 Jahre Städtepartnerschaft Leipzig - Houston

3.1. Zielstellung der Jubiläumsaktivitäten

Städtepartnerschaften spielen eine zentrale Rolle in der Gesamtheit der internationalen Beziehungen der Stadt Leipzig. Den bilateralen, bürger- und sachgeprägten kommunalen Verbindungen kommt auch im Kontext zwischenstaatlicher Zusammenarbeit eine immer wichtigere Rolle zu. Man spricht heute von der so genannten „city diplomacy“, die „von unten“ konkrete Projekte schafft, echte Verständigung und Austausch und fördert. Gegenwärtig ist eine direkte Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA im Rahmen von kulturell geprägten Projekten im Rahmen der Städtepartnerschaft Leipzig-Houston von großer Relevanz. Die Solidarität zwischen den Städten und deren Bürgerinnen und Bürger ist in Anbetracht der aktuellen Katastrophe in Houston von besonderer Bedeutung.

Im Jahr 2018 blickt die Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Houston auf ihr 25jähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlass plant die Stadt Leipzig u. a. ein einwöchiges Kulturprogramm mit öffentlichkeitswirksamen Höhepunkten im Oktober 2018 in Leipzig. Ihr Ziel ist, die Partnerschaft zwischen den beiden Städten zu stärken und für die gesamte Stadtgesellschaft und verschiedene Interessengruppen die Bedeutung dieser Partnerschaft erlebbar zu machen, und zwar sowohl durch die emotionale Fundierung durch ein modernes, weltgewandtes Lebensgefühl als auch durch die faktische Vermittlung der besonderen Rolle von Houston für die Neujustierung der vielgestaltigen städtepartnerschaftlichen Verbindungen seit 1990. Das Jubiläumsjahr steht gleichzeitig für das Bestreben der Stadt Leipzig mit Ihrer Partnerschaft Houston nachhaltig zusammen zu arbeiten und auch bei den mittelfristigen Auswirkungen der Flutkatastrophe zu unterstützen. Weiteres Ziel des Jubiläumsjahres ist es, Fachleute und Akteure, Bürgerschaft und Initiativen zu vernetzten, neue Impulse zu geben und Nachhaltigkeit in der weiteren Zusammenarbeit zu schaffen. So will die Stadt Leipzig nicht nur beim Thema Fluthilfe und Katastrophenschutz ihre Expertise zur Verfügung stellen, sondern auch kulturelle und zivilgesellschaftliche Verbindungen schaffen. Beispielhaft kann hier das Jubiläumsjahr „Lyon-Leipzig-25“ gesehen werden, in dem grundlegende Verbindungen für vielfältige Kooperationen bis heute und auch noch in den folgenden Jahren gelegt wurden.

Die Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Houston ist von hoher Symbolkraft und besonderem faktischen Gewicht - steht sie doch nach der Friedlichen Revolution des Herbstes 1989 und der Wiedererlangung der Deutschen Einheit (die seitens der USA tatkräftig-diplomatisch unterstützt wurde) für die erstmalige Ausweitung der intensiven städtepartnerschaftlichen Beziehungen der Stadt Leipzig zu einer Großstadt und Wirtschaftsmetropole in der westlichen Hemisphäre.  

 

Den Mittelpunkt des Jubiläums-Kulturprogramms bildet der Austausch zwischen verschiedenen Kulturinstitutionen beider Partnerstädte, darunter das Leipziger Ballett, das Museum der bildenden Künste sowie Literatur- und Wissenschaftseinrichtungen. Ein einwöchiges Kulturprogramm, das die Folgen der Katastrophe, aber auch das alltägliche Leben in den verschiedenen Städten vielseitig behandelt, adressiert Leipziger Bürgerinnen und Bürger aller Altersklassen und soll bestehende Beziehungen zwischen Leipzig und Houston vertiefen und neue anbahnen.
Unter touristischen Aspekten geht es langfristig darum, die Destination Leipzig mit ihrer Angebotsvielfalt einem größeren Kreis von Houstonern nahe zu bringen und das Interesse an Leipzig in der Partnerstadt zu stärken.

3.2. Die Städtepartnerschaft Leipzig-Houston

Houston mit seinen mehr als zwei Millionen Einwohnern in der Kernstadt und über fünf Millionen Einwohnern in der Metropolregion ist die viertgrößte Stadt der USA. Sie ist zu einer boomenden Kulturmetropole im Süden der Vereinigten Staaten geworden. Große religiöse und ethnische Vielfalt prägen den Alltag der Stadt. Im Rahmen der Stadtentwicklung bemüht sich die Stadtverwaltung in jüngster Zeit vor allem um die Themen Lebensqualität, green city, Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit, und öffentlicher Nahverkehr und nachhaltige Mobilität und sucht auch hier den transatlantischen Austausch, u.a. mit der Partnerstadt Leipzig. Houston besitzt besonderes wirtschaftliches Gewicht als Zentrum des wichtigsten inländischen Fördergebiets der US-Ölindustrie. Weltweit bekannt ist Houston darüber hinaus als Sitz des Bodenkontrollzentrums der US-Raumfahrtbehörde NASA für alle bemannten Weltraummissionen der Vereinigten Staaten. Jüngst überschwemmte Hurrikan "Harvey" weite Teile von Texas und machte besonders die Lage in Houston dramatisch.

Die Städtepartnerschaft Leipzig - Houston wurde 1993 besiegelt. Bereits ein Jahr zuvor - im März 1992 - fand die Gründung des Freundeskreises Leipzig - Houston e.V. (heute: Städtepartnerschaft Leipzig - Houston e.V. und Houston-Leipzig Sister City Association) statt, der sich vor allem für den Schüleraustausch und Schulpartnerschaften einsetzt und Praktika in Houston vermittelt. Auf der Leipziger Seite werden die Beziehungen wesentlich vom Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig gesteuert, mit Unterstützung zahlreicher Akteure innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung aus allen Bereichen der Gesellschaft.

Die Städtepartnerschaft Leipzig - Houston ist außerdem an zentraler Stelle eingebettet in das Gesamtspektrum der Aktivitäten im Vertretungsbereich des Generalkonsulats der Vereinigten Staaten von Amerika in Leipzig.

Eine Übersicht der bisherigen Aktivitäten im Rahmen der Städtepartnerschaft Leipzig-Houston findet sich im Anhang.

3.3. Aktivitäten in Leipzig

Im Jubiläumsjahr findet analog zur jährlich stattfindenden „Leipzig Week“ in Houston eine „Houston Week“ in Leipzig statt. Während der „Houston Week“ in Leipzig Ende Oktober 2018 werden vier Kooperationsprojekte zwischen Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen aus Houston und Leipzig eröffnet. Die Woche wird von einer Kommunikationskampagne begleitet, die die Stadtgesellschaft für die internationalen Beziehungen der Stadt Leipzig gewinnen soll und die Solidarität zwischen den Städten betont.

 

Die Konzeption der Projekte fand bereits vor der Katastrophe in Houston statt – die Realisierung dieser Kooperationen gewinnt mit der aktuellen Lage in Houston an besonderer Bedeutung. Auch das Generalkonsulat der Vereinigten Staaten von Amerika in Leipzig und das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Houston empfehlen, an den geplanten Projekten festzuhalten. Alle Projekte finden zunächst in Leipzig statt und bieten Houstoner Akteuren die Möglichkeit, trotz der Umstände weiterzuarbeiten. Langfristig werden die Projekte auch in Houston präsentiert und geben wichtige Impulse, um in Houston in einen gewissen Alltag zurück zu kehren.

3.3.1. Koproduktion des Houstoner und Leipziger Balletts

Termin: voraussichtlich 26./27. Oktober 2018

Das Houston Ballet (Chefchoreograf: Stanton Welch) ist die viertgrößte Ballett Company der USA und strahlt ebenso wie das Leipziger Ballett als kultureller Leuchtturm seiner Stadt aus. Der Austausch zwischen beiden Ballett Companies unterstreicht mit seiner öffentlichen Ausstrahlung auf spezifische Weise den hohen Anspruch der Städtepartnerschaft. Den Höhepunkt der Zusammenarbeit bildet eine gemeinsame Ballett-Premiere an der Oper Leipzig als Höhepunkt der Houston-Festwoche.

Neben Werken von Uwe Scholz und Mario Schröder wird der Chefchoreograf des Houston Ballet, Stanton Welch, eine seiner Kreationen zum Abend beitragen, diese für die Leipziger Compagnie einstudieren und somit ein „Stück“ Houston nachhaltig in das Repertoire des Leipziger Ballett implementieren.

 

In den Folgejahren wird dieser Ansatz im Rahmen eines Gastspiels des Leipziger Balletts nach Houston übertragen und fortgeschrieben.

Parallel zur Premiere wird die Fotoausstellung „Houston heute“ der ehemaligen Deutschen Generalkonsulin in Houston, Ricarda Redeker, in der Oper eröffnet. Dem zweiten Abend der Aufführung geht ein Empfang im Generalkonsulat der Vereinigten Staaten von Amerika in Leipzig voraus.

3.3.2. Kooperationsprojekt zwischen dem Museum of Fine Arts Houston und dem Museum der bildenden Künste Leipzig „Portraits aus Houston und Leipzig“ (AT)

Termin: Eröffnung voraussichtlich am 25. Oktober 2018

Im Rahmen der Kooperation zwischen dem Houston Museum of Fine Arts und dem Museum der bildenden Künste Leipzig wird ein Austausch mit je einem Künstler aus den beiden Partnerstädten realisiert. In zwei Residenzen in Houston und Leipzig arbeiten die beiden Künstler unmittelbar zusammen. Ihr künstlerischer Auftrag bezieht sich darauf, Denk-, Arbeits- und Lebensfragen und deren Verortung in beiden Partnerstädten künstlerisch zu reflektieren, fotografisch sowie interdisziplinär. Während der Residenzen in Leipzig und Houston arbeiten die Künstler mit den Kunsthochschulen sowie dem Leipzig International Art Programme auf der Baumwollspinnerei zusammen. Auf der Leipziger Seite ist der Fotograf Edgar Leciejewski angefragt, der bereits Verbindung nach Houston unterhält. Seitens der Stadt Houston wird der Künstler noch bestimmt.

Die entstandenen Arbeiten werden anlässlich der Houston Week im Oktober 2018 als Ausstellung im Museum der bildenden Künste und im öffentlichen Raum präsentiert. Zur würdigen Umrahmung der Ausstellungseröffnung im Museum der bildenden Künste setzt sich Mario Schröder mit Tänzern des Leipziger Balletts mit den ausgestellten Arbeiten auseinander. Nach der Festwoche wandert die Ausstellung nach Houston.

3.3.3. Kooperationsprojekte im Bereich der Literatur 

Termine: voraussichtlich 23. bis 30. Oktober 2018

Der Leipziger Literarische Herbst strebt an, im Jahr 2018 das Augenmerk auf  englisch-sprachige respektive amerikanische Literatur zu richten. Zum einen werden dafür Houstoner und US-Amerikanische Schriftsteller zu Lesungen und Diskussionen nach Leipzig eingeladen. Neben Autoren von internationaler Bekanntheit werden auch Autoren vorgestellt, die in Bezug zu den städtepartnerschaftlichen Beziehungen stehen. Unter anderen wird der Houstoner Musikwissenschaftler Prof. Jeffrey S. Sposato sein Buch „Leipzig After Bach. Church and Concert Life in a German City 1743 1847“ in einer Kombination aus Lesung und Konzert vorstellen. Er stellt die besondere Entwicklung des bürgerlichen Leipziger Musiklebens (Großes Concert ab 1743) und den Übergang der führenden städtischen Musikinstitution von der Kirchenmusik auf das Gewandhaus vor und schlägt damit eine Brücke zum 275jährigen Jubiläum des Großen Konzertes. Ein anderer Höhepunkt, ist das experimentelle Literaturprojekt „Houston, we have a reading“, nach dem Vorbild des Literaturfestivals „Krautgarden Leipzig - New York“. Junge Leipziger Literaten und Houstoner Autoren entwickeln gemeinsam neue Literaturformate unter Einbezug von Positionen der bildenden Kunst und Musik.

Die Kooperationsprojekte im Bereich der Literatur werden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturinstitut, der University of Houston „Creative Writing Program“, Writespace Houston, dem Generalkonsulat der Vereinigten Staaten von Amerika in Leipzig, dem Institut für Anglistik der Universität Leipzig, Leipziger Schriftstellern sowie Übersetzern realisiert.

3.3.4. Lichtprojektionen im öffentlichen Raum

Termin: voraussichtlich 25. bis 27. Oktober 2018

Mit einem Lichtkubus auf dem Augustusplatz wird die Houston Week im öffentlichen Raum verankert und ermöglicht eine hohe Sichtbarkeit und Zugänglichkeit für die Stadtgesellschaft. Der Lichtkubus ändert sein Erscheinungsbild durch Projektionen und wirft gleichzeitig Projektionen an die umliegenden Gebäude. Die Lichtinstallationen zeigen künstlerische Referenzen zwischen den Städten, spiegeln den öffentlichen Raum und die Stadtgesellschaft aus Houston in Leipzig wider und setzen sie in einen neuen Kontext. Ausgewählte Lichtprojektionen werden ebenfalls in zentrumsfernen Stadtteilen projiziert, um das Städtepartnerschaftsjubiläum einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen.

Im Inneren des Lichtkubus finden Lesungen, Workshops, Filmscreenings und Vermittlungsprogramme zu den zuvor genannten Projekten statt. Das Generalkonsulat der Vereinigten Staaten von Amerika in Leipzig wird das Programm im Lichtkubus mitgestalten. Vermittelt werden auch Informationen zur Houston Week, der Städtepartnerschaft, den internationalen Beziehungen der Stadt Leipzig und Houston.

Die Projektionen und die Architektur des Lichtkubus werden im Rahmen einer Kooperation der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, der University of Houston School of Art, der Art League Houston sowie verschiedenen Houstoner Kunstgalerien entwickelt. Darüber hinaus steht die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig im Austausch mit Natascha Lehner, Direktorin des German American Partnership Program am Goethe-Institut New York bezüglich einer Unterstützung und Erweiterung des Projektes.

3.3.5. Kommunikationskampagne in Leipzig

Über die eigenständige Ausstrahlung der Kunstprojekte hinaus soll die „Houston Week“ möglichst breite Aufmerksamkeit für die städtepartnerschaftlichen Beziehungen zwischen Leipzig und Houston erzeugen und Leipzig als urbane und weltoffene Bürgerstadt erlebbar machen. Wichtig für die Außenwirkung ist, eine überzeugende Dachmarke für die „Houston Week“ zu entwickeln, die eine Nachnutzung für weitere städtepartnerschaftliche Verbindungen und Marketingmaßnahmen in Houston ermöglichen soll.

 

Details der Kommunikationskampagne umfassen:

1. Entwicklung einer Wort-Bild-Marke

2. aufmerksamkeitsstarke Drucksachen (Programm der Houston Week, Plakate, Postkarten)

3. zweisprachiger Kurzfilm, der die Atmosphäre der städtepartnerschaftlichen Beziehungen einfängt

4. Veröffentlichungen in zielgruppenadäquaten Medien / großflächige Außen-, Print-, Internet-, Radiowerbung

5. Pressekonferenz

 

Darüber hinaus finden die Lichtprojektionen und Teile des Fotografieprojektes im öffentlichen Raum statt und spielen auf die Kommunikationskampagne ein.

 

 

 

 

Im Jubiläumsjahr der Städtepartnerschaft Leipzig - Houston findet außerdem eine Reihe weiterer Veranstaltungen in Leipzig ohne städtische Beteiligung, aber mit beträchtlicher Ausstrahlung und Resonanz in (Teilen) der Bürgerschaft, statt. Letztlich unterstreichen all diese Einzelpunkte die "Normalität" der Beziehungen zwischen Leipzig und Houston innerhalb einzelner Interessengruppen:

Neben dem jährlichen Besuch des Bachfestes von Houstoner Bürgern, werden regelmäßig Schüleraustausche und Schulpatenschaften realisiert. Die Hochschule für Musik und Theater verwirklicht einen Studentenaustausch und verschiedene Konzerte. Das Akademische Orchester Leipzig präsentiert das Preisträgerkonzert des Texas Music Festival Houston in Leipzig. Austausch und Reisen von Leipziger und Houstoner Bürgern  werden durch den Städtepartnerschaft Leipzig - Houston e. V. und die Houston-Leipzig Sister City Association organisiert und mit den geplanten Aktivitäten im Rahmen des Jubiläums verknüpft. Auch weiterhin werden Spendenaufrufe für die Folgen der Flutkatastrophe organisiert, in Kooperation von Stadt, Städtepartnerschaftsvereinen und Reverend Robert Moore.


3.4. Aktivitäten in Houston  

3.4.1. Bürgerreise

Im Jahr 2018 findet eine Bürgerreise von Leipzig nach Houston mit ca. 30 Teilnehmern aus der Leipziger Bürgerschaft statt. Die Bürgerreise ist auf bürgerschaftliche Kontakte am Zielort orientiert, und thematisiert die kulturelle Vielfalt und lokale Demokratie in der Houstoner Stadtgesellschaft.

Gleichzeitig besucht der Leipziger Oberbürgermeister Houston, begleitet von einer Delegation aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Kultur.

Die Besuche werden durch die die Stadt Houston, die Houston Leipzig Sistercity Association, weitere Vereine, der Gemeinde von Christ the King Lutheran Church und dem Deutschen Generalkonsulat unterstützt und erfordern keine Aufwendung im Rahmen des Jubiläumsbudgets.

3.4.2. Präsentation der Kooperationsprojekte in Houston

Die in 3.3. genannten Kooperationsprojekte sind auf einen langfristigen, gegenseitigen Austausch ausgerichtet, mit dem Ziel nachhaltige internationale Beziehungen und dauerhafte Kommunikationsstrukturen zu etablieren. Nach der Präsentation der Projekte während der „Houston Week“ in Leipzig werden die Projekte in den Folgejahren, nachdem die Folgen der Katastrophe beseitigt sind, öffentlichkeitswirksam in Houston präsentiert.

 

Geplant ist gemäß 3.4.1 ein Auftritt des Leipziger Balletts in Houston. Eine Absichtserklärung des Houstoner Balletts liegt vor. Das Houston Museum of Fine Arts plant, die o.g. Ausstellung (3.4.2) im Frühjahr 2019 zu zeigen. Die Lichtprojektionen werden in Teilen für das Blaffer Art Museum Houston adaptiert.

3.4.3. Zusätzliche Marketingaktivitäten der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM)

Der US-Markt gilt als der wichtigste internationale Quellmarkt für den Tourismus in Leipzig. Es besteht eine große kulturelle Affinität zwischen beiden Ländern. Nach Angaben der Deutschen Zentrale für Tourismus in den USA haben 15,2 Prozent aller Amerikaner deutsche Wurzeln (US-Census Bureau, 2010).

Da der Großraum Houston/Texas bislang nicht zu den Kern-Quellgebieten von Leipzig-Besuchern aus den USA gehört, laufen entsprechende Marketingaktivitäten des LTM auf eine proaktive Markterschließung hinaus, um Interesse an Leipzig zu wecken. Terminlich und inhaltlich bietet sich dafür die Präsenz der Stadt Leipzig in Houston im Rahmen der o.g. Projekte an. Über Kontakte zu den lokalen Houstoner Medien wird die Präsentation der Stadt Leipzig verstärkt.

Anlässlich der Präsentation der Kooperationsprojekte in Houston werden Anzeigen in ausgewählten kulturaffinen Houstoner Medien (z. B. H Texas Magazine) geschalten. Darüber hinaus werden mehrere Bloggern/Journalisten vorzugsweise aus Houston für eine jeweils einwöchige Recherchereise nach Leipzig eingeladen. Für Auswahl und Ansprache der Blogger soll auf die Unterstützung der Deutschen Zentrale für Tourismus USA zurückgegriffen werden. Das Themenspektrum soll möglichst breit angelegt sein, die Gesamtheit der Städtepartnerschaft widerspiegeln und über das Jubiläum hinaus wirken.

 

 

 

 

 

Die finanziellen Aufwendungen im Rahmen dieser Vorlage werden zum Großteil in Leipzig verausgabt und dienen der Realisierung der Projekte in Leipzig. Eine Ausnahme bilden die Marketingmaßnahmen der LTM.


4. Vorbereitung auf die Jubiläen des Jahres 2019

4.1. 500. Jahrestag der Leipziger Disputation

Leipzig ist einer der Schlüsselorte der Reformation und des Wirkens von Martin Luther. Unter Berücksichtigung der Erfahrungswerte aus der Dekade "500 Jahre Reformation" sowie mit dem "Kirchentag auf dem Weg" Ende Mai 2017 ist für eine angemessene Würdigung der historischen Bedeutung der Leipziger Disputation zwischen Martin Luther und Dr. Eck in den Gewölben der Pleißenburg eine Reihe zeitlich kompakter, inhaltlich geschärfter Vorhaben geplant. Hierbei wird die Stadt der Tatsache Rechnung tragen, dass entgegen anders formulierter Wünsche und Erwartungen das Gesamtthema „500 Jahre Reformation“ in der Breite der vornehmlich säkularen Lebenswelt der Stadt nicht als zentrales gesellschaftliches Thema angekommen ist.
Es bleibt trotz allem ein wichtiges geschichtliches Datum der Stadt mit europäischer und globaler Dimension, attraktiv in jedem Falle für sehr viele Interessierte weltweit. Es darf darüber hinaus nicht außer Acht gelassen werden, dass die Disputation seinerzeit für zwei Jahrzehnte das letzte relevante reformationsgeschichtliche Ereignis in der Stadt Leipzig war und damit auch der letzte in diesem Zusammenhang stehende 500. Jahrestag. Es ist also geraten, dieses Jubiläum in angemessener Form zu begehen.
 

Der 500. Jahrestag der Disputation wird Anlass sein, den 2017 enthüllten Erinnerungsort am Neuen Rathaus zusätzlich mit einer Erläuterung in englischer Sprache sowie in Braille-Schrift zu versehen.

4.1.1. Reformationsbotschafter Rev. Moore

Eingebettet in die Würdigung der Disputation ist die Finanzierung der 3. Phase des Wirkens von Reverend Robert Moore aus Houston als Reformationsbotschafter der Stadt Leipzig. Über das Thema 500 Jahre Leipziger Disputation, einschließlich der Verpflichtung von Reverend Moore, wurde der Stadtrat im Jahr 2014 mit einer Informationsvorlage in Kenntnis gesetzt.
Das Wirken von Rev. Moore seit November 2016 trug seither viele Früchte. Rev. Moore nahm Dutzende öffentlichkeitswirksame Termine in diesem Zusammenhang war und fungierte als Ansprechpartner amerikanischer Gruppen in Leipzig und Sachsen. Neben seinem Auftritt auf der Generalversammlung der Evangelical Lutheran Church in America 2016 war besonders der von ihm und der LTM GmbH betriebene Informationsstand bei der „American Choral Directors Association annual conference“ in Minneapolis im März 2017 wichtig - es gab Kontakte zu 6.000 amerikanischen Chorleitern. Für 2018 ist ein Auftritt bei der „American Guild Of Organists“ - Konferenz (hier sind ca. 10.000 amerikanische Organisten organisiert) geplant.
Wichtig war die Arbeit von Rev. Moore für das Bachfest. Für das Bachfest 2017 wurden über Rev. Moore mehr als 600 Karten in die USA verkauft.
Rev. Moore ist gegenwärtig der zentrale Ansprechpartner für der Houston-Hilfe der Stadt Leipzig.

4.1.2. Veranstaltungsreihe "Leipziger Disputation"

Die Veranstaltungsreihe "Leipziger Disputation" wird seit 2009 gemeinsam von der Stadt mit der Kirchgemeinde St. Thomas und der Universität Leipzig vorbereitet und durchgeführt. Das inhaltliche Spektrum ist so angelegt, dass einer breiten, historisch interessierten Öffentlichkeit die Bedeutung der Disputation zwischen Luther und Eck im Jahre 1519 für die Ausbreitung und Wirkungsgeschichte des reformatorischen Gedankenguts in Sachsen und darüber hinaus nahegebracht wird.
Zu den Veranstaltungen, die einmal jährlich, in der Regel um den historischen Termin der Disputation im Juni, vor immer sehr gut besuchter Thomaskirche stattfanden, kamen Persönlichkeiten wie die grüne Vordenkerin Jutta Ditfurth, die Theologin Margot Käßmann, der Ökonom Hans Werner Sinn, der Maler Michael Triegel oder die führenden Köpfe der beiden großen Konfessionen, Bischof Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx nach Leipzig
Im Jahr 2018 wird eine weitere Disputation vorbereitet, die bereits auf den Höhe- und Zielpunkt der Veranstaltungsreihe im Jahr 2019 hinzielen soll. Hier ist an eine Änderung des Veranstaltungsraumes in Richtung „Paulinum. Aula und Universitätskirche Sankt Pauli“ geplant. Das Format wird im Jubiläumsjahr in Inhalt und Struktur eine deutliche Erweiterung erfahren.

4.1.3. Konzertprojekt "Et Ecce Terra Motus"

Das gemeinsame Programm "Et Ecce Terra Motus" der a-capella-Chöre Amarcord und Calmus fußt auf der musikwissenschaftlichen These, dass die erwähnte Messe jenes Werk von Antoine Brumel gewesen sein muss, das zur Eröffnung der Leipziger Disputation erklang. Diese Vermutung ist durchaus stichhaltig, sie geht aus der wissenschaftlichen Arbeit des Bach-Archivs hervor.
Beide Chöre, die vorher noch nie gemeinsam gesungen hatten, stellten das Werk, eingebettet in ein anspruchsvolles Gesamtprogramm im Rahmen der Reformationsjubiläums 2017 in einem begeistert aufgenommen Konzert in der außerordentlich gut besuchten Thomaskirche vor.
Derzeit laufen Verhandlungen mit Plattenlabels mit dem Ziel, eine professionelle Einspielung des Werkes mit hohen künstlerischen Standards im Jahr 2018 zu realisieren. Dies soll mit einer wissenschaftlichen Aufarbeitung des künstlerischen Ansatzes verbunden werden.
Die Ergebnisse in Form einer repräsentativ ausgestatteten Tonträger-Veröffentlichung sollen im 500. Jahr der Leipziger Disputation vorliegen und das Ereignis so nachhaltig in der Kirchen- und Musikgeschichte verankern. Hierbei wird in enger Abstimmung mit dem Bachfest auch an einer Konzertpräsentation gearbeitet.

4.1.4. Disputationsperformance "Zum Licht"

Die Disputationsperformance "Zum Licht", die im Rahmen des „Kirchentages auf dem Weg“ durch 250 Leipziger Künstler konzipiert, erarbeitet und auf dem Markt unter großer, positiver Resonanz des Publikums aufgeführt wurde, soll zum Disputationsjubiläum weiterentwickelt und modifiziert werden. Es wird intensiv an Überlegungen gearbeitet, die Inszenierung auf mindestens ebenso hohem künstlerischen Niveau in einem angepassten Rahmen erlebbar zu machen

Zum Jubiläum ist ein Antrag auf Herausgabe eines offiziellen Sonderpostwertzeichens beim Bundes-Finanzministerium auf den Weg gebracht.

 

 


4.2. 200. Geburtstag von Clara Schumann

 

Leipzig besitzt als Geburtsort von Clara Schumann, geb. Wieck, der erfolgreichsten deutschen Musikerin des 19. Jahrhunderts und der bekanntesten Pianistin ihrer Zeit, besondere Bedeutung. Darüber hinaus sind die Spuren ihres Wirkens an keinem anderen Ort ihrer schöpferischen Biographie - von Zwickau und Dresden bis nach Bonn - so präsent wie in Leipzig. In der Person Clara Schumann ist nicht nur die bedeutende Musikerin, sondern eine Persönlichkeit angelegt, die im 19.jahrhundert als Virtuosin, später Professorin exemplarisch für den Beginn der Emanzipationsbestrebungen der Frau steht.
Publikumswirksam ist die Tatsache, dass es sich bei der Ehe von Clara und Robert Schumann um die bekannteste Künstlerbeziehung des 19. Jahrhunderts handelte. Vor allem der dramatische und vielfach verfilmte Beginn dieser Beziehung ist vielen (nicht zuletzt dank des Films „Frühlingssinfonie“) bekannt und macht die Persönlichkeit der Clara Schumann zu einer festen und positiv besetzten Größe auch außerhalb des Klassik-Zirkels.
In die angemessene Würdigung des 200. Geburtstages von Clara Schumann bringen verschiedene Leipziger Vereine und Institutionen - vom Robert und Clara Schumann Verein Leipzig e. V., dem Bürgerverein Schönefeld über das Gewandhaus, dem Frauenkultur e. V. , dem Bachmuseum bis zur Hochschule für Musik und Theater und der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft - ihre spezifischen Beiträge und öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungsformate ein. Sie vertiefen unterschiedliche Aspekte des Lebens und Wirkens von Clara Schumann und koordinieren ihre vielfältigen Beiträge und Programmpunkte über das Dezernat Kultur der Stadt Leipzig und den Leipziger Notenspur-Förderverein e. V.

Am 21.6.2017 beschloss der Stadtrat die von Städträtinnen verschiedener Fraktionen eingereichte Antrag „Leipzig fördert Jubiläumsjahr 2019 zum 200. Geburtstag Clara Schumanns“ (VI-A-03928) und verlieh so den Plänen im Dezernat Kultur wichtige Schubkraft. Auf diese Weise erweist sich dieses Jubiläum schon in der Anbahnung und Vorbereitung als kreative Schnittstelle aus Engagement der Bürgerstadt mit den großen Potenzialen der Kultur-Eigenbetriebe, als Verknüpfung des politischen Willens aus dem Stadtrat mit den Zielen der Verwaltungsspitze.
Im Jahr 2019 wird das Clara-Schumann-Jubiläum mit den Aktivitäten zum 200. Geburtstag der Frauen-Rechtlerin Luise-Otto-Peters verbunden.

Eine Arbeitsgemeinschaft „Clara-Schumann-Jubiläum“ bei der Bürgermeisterin für Kultur hat im zweiten Quartal dieses Jahres ihre Arbeit aufgenommen, ihr gehören Vertreterinnen und Vertreter aller genannten gesellschaftlichen Spektren und Institutionen an. Die künstlerische Leitung des Festjahres hat der Geschäftsführer des „Schumann-Verein Leipzig e.V., Gregor Nowak, übernommen.
Es laufen intensive Absprachen zu Kooperationen mit dem Schumann–Netzwerk in Bonn mit dem Ziel einer Vernetzung der Aktivitäten mit den anderen Schumann-Zentren, vor allem in Düsseldorf, Bonn und Zwickau. Hier können Kontakte genutzt werden, die bereits im Rahmen des Robert-Schumann-Jubiläums 2010 geknüpft wurden.

4.2.1. Städtische Aktivitäten im Jahr 2018

Zur langfristigen Vorbereitung des Jubiläums 2019 sind bereits im Jahr 2018 folgende Aktivitäten nötig:
 

►Die wesentlichen Kommunikationstools des Jubiläumsjahres (Signet, Homepage etc.) müssen bereits 2018 entwickelt werden. Speziell: Um das Jubiläum im Kreis anspruchsvoller, kulturaffiner Interessenten touristisch angemessen vermarkten zu können, müssen Reiseveranstalter genügend Vorlauf besitzen, dieses Ereignis in ihre Programmplanungen aufzunehmen. Das Schlüsseldatum für entsprechende Präsentationen und Terminanbahnungen ist erfahrungsgemäß die Internationale Tourismusbörse Berlin mit ihrer Orientierung auf die Ereignisse und Reiseanlässe des kommenden Jahres, hier also die ITB Anfang März 2018 für Programmpakete und Kundenansprachen des Jahres 2019.
Die programmatischen Eckpunkte des Jubiläumsjahres müssen zu diesem Zeitpunkt weitgehend definiert sein. Absprachen für die kommunikative und vermarktungstechnische Begleitung des Clara-Schumann-Jubiläums 2019 laufen mit dem LTM. Die Entwicklung einer Wort-Bild-Marke sowie die Erstellung einer Homepage wird durch das Referat Kommunikation geleistet, die Homepage ist als Micro-Site unter wwww.leipzig.de platziert.

► Insbesondere für die Kreativen der Freien Kunst- und Kulturszene in Leipzig soll die Möglichkeit geschaffen werden, anspruchsvolle Projekte mit einer längeren Planungs- und Realisierungszeit, wie es in der Regelförderung üblich ist, in Angriff zu nehmen. Daher sollen bereits im Jahr 2018 Mittel für eine diesbezügliche Ausschreibung zur Verfügung gestellt werden.
Eine Arbeitsgruppe erarbeitet gegenwärtig einen Ausschreibungstext, um unmittelbar nach dem Stadtratsvotum an die künstlerische Öffentlichkeit der Stadt zu gehen, so dass die in einem Auswahlverfahren bestimmten Projekte so früh wie möglich mit der Umsetzung beginnen können.

4.2.2. Neukonzeption der Ausstellung im Schumann-Haus

In der elterlichen Wohnung von Clara Schumann, geb. Wieck, in der Leipziger Inselstraße nahm die Schaffensgemeinschaft mit Robert Schumann ihren Anfang. Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird deshalb die Eröffnung des Schumann-Hauses am 13. September 2019, dem eigentlichen Jahrestag, nach vollzogener grundlegender Neugestaltung des Gebäudes und seiner dort untergebrachten und präsentierten Sammlungen sein. Im Mittelpunkt wird dann nicht mehr Robert Schumann stehen, sondern die Schaffensgemeinschaft von Clara und Robert Schumann mit all ihren Facetten von der Partnerschaft über den familiären Alltag bis hin zu den außergewöhnlichen Herausforderungen, die im 19. Jahrhundert für eine Ausnahmekünstlerin aus der Doppelbelastung in Beruf und Familie erwuchsen. Die Ausstellung am angemessenen Erinnerungsort soll interaktiv angelegt sein und vor allem jungen Menschen einen Zugang zur Welt der Schumanns und den Bedingungen ihrer künstlerischen Karriere in der aufgeklärten, an Kunst interessierten bürgerlichen Welt verschaffen.

Das Schumann-Haus mit seiner historischen Raumsituation und seinen reichen Sammlungen besitzt als authentischer historischer Ort und Kulturdenkmal von nationalem Rang ein Alleinstellungsmerkmal und erfüllt deshalb die Anforderungen an Nachhaltigkeit für den erforderlichen Mitteleinsatz am wirkungsvollsten. Auf dieser Grundlage bestehen berechtigte Aussichten, dass sich an den einzustellenden Gesamtkosten neben der Stadt Leipzig auch der Freistaat Sachsen (u.a. mit Kulturraummitteln, die für bedeutsame Vorhaben bis 2018 zur Verfügung stehen) sowie der Bund anteilig beteiligen werden.

Die neu konzipierte Ausstellung wird sinnbildlich für die Nachhaltigkeit der Jubiläumsaktivitäten viele Jahre Bestand haben und noch mehr als bisher ein Aushängeschild der Musikstadt Leipzig sein.

Zum Jubiläum ist ein Antrag auf Herausgabe eines offiziellen Sonderpostwertzeichens beim Bundes-Finanzministerium auf den Weg gebracht.


1.3.         Lichtfest zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution

4.3.1. Status

Das Lichtfest zur Würdigung insbesondere des 9. Oktober, des "Tages der Entscheidung", im Verlauf der Friedlichen Revolution des Herbstes 1989 hat sich seit dem Jahr 2009, dem 20. Jahrestag des welthistorischen Geschehens in Leipzig, fest im Veranstaltungskalender der Stadt etabliert. In seiner Kombination aus lebendiger Erinnerungskultur und Eventcharakter genießt das Lichtfest unter allen wiederkehrenden Veranstaltungsformaten in Erinnerung an den Herbst 1989 den größten Widerhall und den höchsten Bekanntheitsgrad im Kreis der Leipzigerinnen und Leipziger. In fachlicher Hinsicht wurde das Leipziger Lichtfest bereits mehrfach als Projekt lebendiger Erinnerungskultur mit angesehenen Auszeichnungen und Preisen bedacht.

Die Einbeziehung einheimischer und aus städtepartnerschaftlichen Beziehungen vermittelten Künstlern in die publikumswirksame Umsetzung des Erinnerns und des Brücken-Schlagens in die europäische Gegenwart hat sich bewährt und soll gerade im Umfeld des nahenden 30. Jahrestages der Friedlichen Revolution beibehalten werden. In diesem Zusammenhang dient das Jahr 2018 den vorbereitenden konzeptionellen Arbeiten zur künstlerischen Umsetzung/Begleitung der Lichtfest-Idee, der Ansprache und der Gewinnung teilnehmender Künstler sowie der Gewinnung von Unterstützern und dem Einwerben von Drittmitteln.

4.3.2. Vorbereitungsschwerpunkte 2018

Angestrebt wird ein Wettbewerb innerhalb der Freien Kunst- und Kulturszene in Leipzig  zum Lichtfest 2019. Um einen ausreichenden Zeitraum für die Auseinandersetzung mit dem Thema, seine künstlerische Interpretation, die Entscheidung für die letztlich zu beauftragenden Künstler sowie alle erforderlichen Arbeitsschritte zur Verfügung zu haben, müssen die Vorbereitungsarbeiten und Entscheidungsprozesse im 1. Halbjahr 2018 abgeschlossen werden.

Eine spezielle Ausstellung - wahrscheinlich im Tapetenwerk - soll die interessierte Öffentlichkeit mit allen eingereichten künstlerischen Vorhaben für das Lichtfest 2019/ Auseinandersetzung mit dem Thema Friedliche Revolution vertraut machen.
Gegenstand des Themenkomplexes „Friedliche Revolution“ ist ebenfalls die inhaltliche Neuausrichtung der „Internationalen Konferenz und Festival für Demokratie und Menschenrechte“ (bisher: Demokratiekonferenz), die sich im Jubiläumsjahr 2019 erstmals in einer neuen Struktur mit erheblich verstärktem inhaltlichen Gewicht präsentieren soll. Dazu soll es im Jahr 2018 unter Federführung der „Initiativgruppe zur Neuausrichtung der IDK“ den „2. Internationalen Runden Tisch“ zur Vorbereitung geben. Die konkreten Rahmendaten und Inhalte der Konferenz werden ebenso wie die Details der Lichtfestplanung Gegenstand einer Vorlage für den Stadtrat im Jahr 2018.
 

Zum Jubiläum ist ein Antrag auf Herausgabe eines offiziellen Sonderpostwertzeichens beim Bundes-Finanzministerium auf den Weg gebracht.


 


5. Finanzielle Aspekte / Mehrbedarfe

Die finanziellen Auswirkungen zu den einzelnen inhaltlichen Schwerpunkten sind in den tabellarischen Anhängen detailliert dargestellt.
Von den veranschlagten Gesamtmitteln i.H.v. 700.000 Euro sind Mittel i.H.v. 450.000 Euro im PSP-Element 1.100.11.1.1.02.04 „Jubiläen“ im Haushaltsplan 2018 abgebildet.
Es ergibt sich ein Mehrbedarf i.H.v. 250.000 Euro.


Dieser resultiert aus zwei Gründen:

1. Es sind im Jahr 2018 mit dem 275. Gewandhausgeburtstag und dem Jubiläum der  Städtepartnerschaft mit Houston zwei bedeutsame Jubiläen mit nationaler und internationaler Strahlkraft zu begehen, bei deren Ausgestaltung eine solide Mitteluntersetzung verlangt.

2. Im Sinne der Qualitätssteigerung und Nachhaltigkeit ist es dringend geraten, die einzelnen kulturellen Höhepunkte wieder längerfristig vorzubereiten. In diesem Sinne müssen für die Jubiläen des Jahres 2019 „200. Geburtstag Clara Schumann“, “500 Jahre Leipziger Disputation“ und „30. Jahrestag der Friedlichen Revolution“ bzw. „Neukonzeption der „internationalen Demokratiekonferenz“ bereits im Jahr 2018 Mittel bereitgestellt werden.

Nur so kann es gelingen, einerseits diese Höhepunkte effizient und rechtzeitig im Vorfeld breit zu kommunizieren und andererseits künstlerische Projekte mit einem inhaltlichen Anspruch zu realisieren, der zur Umsetzung genügend Zeit braucht.

In diesem Sinne soll wieder zur langfristigen Planung zurückgekehrt werden, wie sie sich etwa bei Jubiläen 800 Jahre THOMANA (2012), 200 Jahre Völkerschlacht (2013) oder 200. Geburtstag von Richard Wagner (2013) bewährt hatte. Es wird dabei ebenfalls auf die Summe von 700.000 Euro zurückgegangen werden, wie sie der Stadtrat ursprünglich für die Begehung der Jubiläen als angemessen erachtete.

 


 

Finanzielle Auswirkungen

 

 

nein

X

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

x

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

X

Aufwendungen

 

 

450.000

250.000

1.100.11.1.1.02.24Kostenstelle 1098600000

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

x

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

x

nein

 

ja,

 

Stammbaum:
VI-DS-04773   Leipziger Jubiläen 2018   02.4 Dezernat Kultur   Beschlussvorlage
VI-DS-04773-ÄA-01   Leipziger Jubiläen 2018   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Änderungsantrag
VI-DS-04773-DS-02   Clara19 - Städtischer Jubiläumsschwerpunkt 2019   02.4 Dezernat Kultur   Beschlussvorlage
VI-DS-04773-DS-02-NF-01   Clara19 - Städtischer Jubiläumsschwerpunkt 2019   02.4 Dezernat Kultur   Neufassung
VI-DS-04773-DS-02-NF-02   Clara19 - Städtischer Jubiläumsschwerpunkt 2019   02.4 Dezernat Kultur   Neufassung
VI-DS-04773-Ifo-03   Auswertung "Leipziger Jubiläen 2018"   02.4 Dezernat Kultur   Informationsvorlage