Ratsinformationssystem

Vorlage - VI-Ifo-04113  

 
 
Betreff: Zusammenarbeit zwischen Akteuren der freien Kunst und Kultur und den Eigenbetrieben Kultur der Stadt Leipzig
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Informationsvorlage
Einreicher:Dezernat Kultur
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
FA Kultur Information zur Kenntnis
19.01.2018    FA Kultur      
BA Kulturstätten Information zur Kenntnis
25.01.2018 
BA Kulturstätten      
22.02.2018 
BA Kulturstätten      
FA Kultur Information zur Kenntnis
02.02.2018    Fachausschuss Kultur      
Ratsversammlung Information zur Kenntnis
28.02.2018 
Ratsversammlung zur Kenntnis genommen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Evaluationsbogen

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Die Ratsversammlung nimmt die Information zur Kenntnis.

 

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen

 

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

 

nein

 

ja,

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Zusammenfassung:

 

Übergeordnetes Ziel ist eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Freier Kunst und Kultur und den dem Dezernat Kultur zugeordneten Eigenbetrieben und Ämtern. Damit soll die Vielfalt der Leipziger Kulturangebote erhalten und gestärkt sowie die Innovationskraft der Leipziger Kulturlandschaft befördert werden.

 

Die Informationsvorlage wurde unter Beteiligung von Akteuren der Freien Kunst und Kultur und der Eigenbetriebe der Stadt Leipzig im Bereich der Darstellenden Kunst und Musik erarbeitet und zeigt Maßnahmen zur Stärkung der Zusammenarbeit auf. Im weiteren Verfahren werden die Maßnahmen unter Einbezug von Akteuren aller künstlerischen Sparten weiterentwickelt.

 

 

 

Sachverhalt:

 

Inhalt

1Ziel: Vielfalt erhalten, Zusammenarbeit stärken

2Arbeitsprozess im Rahmen der Informationsvorlage

3Einordnung der Begriffe: „Eigenbetriebe Kultur“ / „Freie Kunst und Kultur“

4Bestehende Kooperationen

5Prämissen der Zusammenarbeit zwischen Freier Kunst und Kultur und den Eigenbetrieben Kultur

6Maßnahmen zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen  Freier Kunst und Kultur und den Eigenbetrieben Kultur

6.1. Veröffentlichung von Ansprechpartner/-innen für Akteure der Freien Kunst und Kultur in den Eigenbetrieben Kultur

6.2. Behind the scenes Institutionelles Kennenlernen

6.3. Pitch Präsentation von Projekten und Spielplanvorhaben

6.4. Stammtisch: Leipziger Kunst und Kultur

6.5. Regelmäßige Evaluation der Zusammenarbeit


1                   Ziel: Vielfalt erhalten, Zusammenarbeit stärken

 

Kulturelle Einrichtungen und Angebote in Leipzig finden sich in einer Vielzahl von Trägerschaften privatrechtlicher, öffentlich-rechtlicher sowie unmittelbar kommunaler bzw. staatlicher Art.  Dieser Trägerpluralismus macht die Leipziger Kulturlandschaft aus und spiegelt sich im Fördersystem der Stadt Leipzig wieder.

Unabhängig von ihrer Trägerschaft stehen die Kulturschaffenden unter einem zunehmenden Veränderungsdruck bedingt durch gesamtgesellschaftliche Umbrüche. Um den sich verändernden Herausforderungen gerecht zu werden, empfiehlt die Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ ein kompetentes gemeinsames Handeln: Es gehe nicht um ein Entweder-Oder, es gehe um ein sinnvolles Neben- und vor allem Miteinander[1]. Ein Austausch der Akteure über die eigene Organisationsform hinweg ist von essentieller Bedeutung.

Ziel der Stadt Leipzig ist es daher, die Vielfalt der Leipziger Kulturangebote ist zu erhalten und zu stärken und durch eine Zusammenarbeit der Akteure deren Innovationskraft zu befördern.

In einem ersten Schritt wurden Maßnahmen zur Zusammenarbeit zwischen Akteuren der Freien Kunst und Kultur und den Eigenbetrieben der Stadt Leipzig im Bereich der Darstellenden Kunst und Musik erarbeitet. Im weiteren Verfahren werden die Maßnahmen unter Einbezug von Akteuren aller künstlerischen Sparten fortgeschrieben.

 

2                   Arbeitsprozess im Rahmen der Informationsvorlage

 

Als Ausgangspunkt dieser Informationsvorlage diente die Veranstaltung „Leipziger Kultureigenbetriebe und freie Szene im Gespräch“ im Rahmen der Reihe „Impuls Kulturpolitik“ des Dezernats Kultur. Hier diskutierten alle Intendanten und Verwaltungsdirektor/-innen der städtischen Eigenbetriebe Kultur sowie Akteure der Freien Kunst und Kultur über Formen der Zusammenarbeit[2]. Die im Rahmen der öffentlichen Debatte geäußerten Vorschläge wurden durch eine temporäre Arbeitsgruppe, einberufen von der Beigeordneten für Kultur, für diese Informationsvorlage aufbereitet.

 

Die Arbeitsgruppe bestand aus folgenden Mitgliedern:

Falk Elstermann (Sprecher Soziokultur, Leipzig Plus Kultur), Sonja Epping (ehemalige Leiterin Konzertbüro, Gewandhaus zu Leipzig), Dirk Förster (Künstl. Leiter und Geschäftsführer, LOFFT - Das Theater), Thomas Frank (Künstl. Leiter Residenz, Schauspiel Leipzig), Dr. Christian Geltinger (Chefdramaturg, Oper Leipzig), Tina Heuer (Sachbearbeiterin Darstellende Kunst/Literatur, Kulturamt), Dr. Skadi Jennicke (Beigeordnete und Bürgermeisterin für Kultur), Annette Körner (Vorsitzende des Fachausschuss Kultur des Stadtrates), Christian Linke (Referent für Eigenbetriebe, Dezernat Kultur), Karin Rolle (Referentin für Großveranstaltungen, Dezernat Kultur), Hanna Saur (Referentin für Großveranstaltungen, Dezernat Kultur), Prof. Andreas Schulz (Direktor, Gewandhaus zu Leipzig), Sebastian Weber (Sprecher Darstellende Kunst, Leipzig Plus Kultur), Anja-Christin Winkler (Sprecherin Musik, Leipzig Plus Kultur).

 

Die Arbeitsgruppe tagte zwischen Januar und August 2017 und schlägt die in Punkt 6 benannten Maßnahmen vor, um Zusammenarbeit zwischen Akteuren der Freien Kunst und Kultur und den Eigenbetrieben Kultur zu stärken. Die teils sehr detaillierten, anwendungsbezogenen Ausführungen spiegeln die Diskussion wieder.

 

Im September 2017 fand schließlich die Veranstaltung „Impuls Kulturpolitik: Städtische Museen - Museen für die Stadt“ statt. Die Direktoren der kommunalen Museen diskutierten über Formen der Zusammenarbeit mit Akteuren der freien Kunst und Kultur. Wo zielführend, werden die Maßnahmen mittelfristig durch Beiträge der Museen und deren potentiellen Kooperationspartnern ergänzt.

 

3                   Einordnung der Begriffe: „Eigenbetriebe Kultur“ / „Freie Kunst und Kultur“

 

Die Eigenbetriebe der Stadt Leipzig stehen in öffentlicher Trägerschaft. Sie sind nach Vorgaben der Sächsischen Gemeindeordnung und der Sächsischen Eigenbetriebsverordnung Unternehmen der Gemeinde ohne eigene Rechtspersönlichkeit, deren Art und Umfang ihrer Tätigkeit eine selbstständige Wirtschaftsführung rechtfertigen. Diese Informationsvorlage bezieht sich zunächst auf die städtischen Eigenbetriebe im Bereich der Darstellenden Kunst und Musik: Gewandhaus zu Leipzig, Oper Leipzig, Schauspiel Leipzig und Theater der Jungen Welt (Stand: Mai 2017)[3].  Sie werden programmunabhängig von der Kommune gefördert und handeln in deren Auftrag. Die Eigenbetriebe Kultur arbeiten mit einem künstlerischen Ensemble oder Orchester sowie im Repertoirebetrieb. Dieser hält verschiedene künstlerische Handschriften in einem wechselnden Spielplan vor und ist von langfristigen Planungshorizonten bestimmt. Ensemble- und Repertoirebetrieb sind historisch gewachsenen Prinzipien, die durch eine hohe Zahl von Aufführungen eine optimale Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen erlauben.

 

Als Freie Kunst und Kultur werden in dieser Informationsvorlage Einzelkünstler/-innen, Gruppen und Institutionen aller Sparten der Kunst und Kultur sowie mit interdisziplinärer Ausrichtung mit Sitz bzw. Schaffensmittelpunkt in Leipzig bezeichnet, die rechtlich selbstständig und nicht im unmittelbaren Auftrag der öffentlichen Verwaltung agieren. Akteure der freien Kunst und Kultur können eine öffentliche Förderung in Anspruch nehmen. Diese ist in der Regel befristet und wird regelmäßig von Gremien der öffentlichen Verwaltung begutachtet. Viele der Akteure organisieren sich in projektbezogenen Arbeitsstrukturen und können so i.d.R. schneller auf neue Impulse reagieren. In der Freien Kunst und Kultur fand nicht selten Innovation statt, die von den öffentlich getragenen Einrichtungen übernommen wurde.  

 

4                  Bestehende Kooperationen

 

Die Zusammenarbeit zwischen Akteuren der Freien Kunst und Kultur und den Eigenbetrieben Kultur wird bereits vielseitig praktiziert. Die positiven Effekte, die bis dato daraus hervorgegangen sind, sind vielfältig: Die Akteure nahmen sich erfolgreich neuen Themen, Publikumsgruppen sowie Produktionsformen und Veranstaltungsformaten an.  Der Stadtratsbeschluss über die „Strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen der Eigenbetriebe Kultur der Stadt Leipzig für den Zeitraum 2016 bis 2020“ (Beschluss im September 2016, s. VI-DS-01556-NF-02) regelt die Zusammenarbeit schließlich verbindlich: Mit dem Beschluss liegt die verstärkte inhaltliche Zusammenarbeit zwischen den Eigenbetrieben und Akteuren der Freien Kunst und Kultur im Verantwortungsbereich der jeweiligen Häuser und wird entsprechend vorangetrieben.

 

Im Folgenden werden exemplarisch vier Beispiele genannt, die den Rahmen verdeutlichen, in denen Kooperationen möglich sind:

So ging z.B. bereits im Jahr 2013 aus einer Zusammenarbeit des Theaters der Jungen Welt, LOFFT - Das Theater und der tanzLOOPS-Company die Produktion „SCHRÄGE WEGE. Stadt Tanz Parkour“ hervor. Die Kooperationspartner bestätigen, dass sich die gemeinsame Produktionserfahrung positiv auf den stetigen wechselseitigen Austausch auswirkte. Dies lässt sich in der alltäglichen Arbeit ebenso ablesen, wie in der Zusammenarbeit für besondere Veranstaltungen, bspw. der Einbeziehung von Leipziger Akteuren der freien Kunst und Kultur in das 8. Sächsische Theatertreffen (Mai 2014). Die Produktion wurde durch das Theater der jungen Welt dramaturgisch und theaterpädagogisch unterstützt. Daneben stellte der Eigenbetrieb Probenräume zur Verfügung und band die Produktion im Rahmen von Schulvorstellungen in den Spielplan ein. LOFFT – Das Theater übernahm die Gesamtkoordination und betreute die technische Umsetzung sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, während die tanzLOOPS-Company für die künstlerische Realisierung zuständig war.

Ein anderes Beispiel ist die Zusammenarbeit von Gewandhaus zu Leipzig und Schaubühne Lindenfels. Die Kooperation hatte in der Saison 2000/2001 ihre Premiere. Seitdem ist sie fester Bestandteil des Spielplanes und auch für die nächsten Spielzeiten werden Projekte geplant: ab der Spielzeit 2017/18 unter dem Motto „Gewandhaus spielt Kino“. Dabei stellt die Schaubühne Lindenfels die Räumlichkeit und die Veranstaltungstechnik zur Verfügung. Durch das Gewandhaus wird eine Darbietung des Kammermusikensembles des Gewandhausorchesters oder der Gewandhauschöre realisiert, sowie ein Mitarbeiter der Gewandhauskasse für den Kartenverkauf vor Ort eingesetzt. Die hohe Publikumsresonanz bestätigt den Erfolg der Kooperation. Mit der Veranstaltung wird ein Publikum erreicht, welches selten oder gar nicht den Weg in den Konzertsaal findet.

Neben der Spielstätte „Residenz“ des Schauspiel Leipzig, die ausschließlich frei produzierten Projekten (i.d.R. von Künstler*innen außerhalb Leipzigs) zur Verfügung steht, beteiligte sich das Schauspiel Leipzig u.a. an dem Leipziger Projekt „OPTOPHOBIA“ - ein Gemeinschaftsprojekt mit der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, der freien Leipziger Regisseurin Heike Hennig und anderen Partnern. Das Projekt feierte seine Premiere am 19. September 2015 in der Galerie für Zeitgenössische Kunst. Im Rahmen der Kooperation ermöglichte das Schauspiel Leipzig dem Ensemblemitglied Julia Berke durch entsprechende Besetzungs- und Probenplangestaltung die Mitwirkung am und die konzeptionelle Vorbereitung des Projektes.

Schließlich kooperierte die Oper Leipzig, federführend das Leipziger Ballett, 2013 mit dem Mehrgenerationenhaus und soziokulturellem Zentrum Haus Steinstraße und dem Gewandhaus zu Leipzig im Rahmen des Projektes „Grenzenlos“. Das Projekt war ein einwöchiges Austauschprojekt von Leipziger Schüler*innen der Albert-Schweitzer-Förderschule und der Petri-Oberschule mit Gleichaltrigen der Leipziger Partnerstadt Travnik in Bosnien, die unter Anleitung von freischaffenden Künstler*innen aus Leipzig und Bosnien ein gemeinsames szenisches Projekt erarbeiteten. Im Vorfeld des auf zwei Jahre angelegten Projekts fanden Workshops von Leipziger Künstler*innen in Bosnien statt. Im zweiten Jahr kam eine Gruppe bosnischer Jugendlicher nach Leipzig, um in einer einwöchigen Probenphase mit der Choreografin Silvana Schröder die Ergebnisse zusammenzuführen. Die Projektplanung und -administration wurde durch die Oper Leipzig und das Haus Steinstraße gemeinschaftlich realisiert. Die beiden Institutionen, ebenso wie das Gewandhaus zu Leipzig, brachten pädagogisches, künstlerisches und technisches Personal ein.  Die Oper Leipzig stellte darüber hinaus ihre technische Infrastruktur zur Verfügung und verwirklichte die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

 

Nicht zuletzt ist die Vermietung ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit: Die Eigenbetriebe Kultur stellen den Akteuren der Freien Kunst und Kultur regelmäßig ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, im Rahmen von einzelnen Veranstaltungen oder Festivals.

 

5                  Prämissen der Zusammenarbeit zwischen Freier Kunst und Kultur und den Eigenbetrieben Kultur

 

Ziel der Zusammenarbeit ist es, einen künstlerischen und kulturellen Mehrwert zu generieren, von dem alle beteiligten Akteure und nicht zuletzt die Stadtgesellschaft profitieren.  Die Basis ist ein konstruktiver Austausch zwischen den Eigenbetrieben Kultur und Akteuren der Freien Kunst und Kultur. Gegenseitige Anerkennung der Professionalität ist dabei eine Grundvoraussetzung.

 

Die Zusammenarbeit ist gemeinwohlorientiert und dient der gegenseitigen Inspiration: Im Erproben neuer Formen der Zusammenarbeit kann künstlerische Praxis produktiv verbunden und weiterentwickelt werden. 

 

Die Zusammenarbeit zielt nicht auf eine Auflösung der verschiedenen Strukturen: Die Stadt Leipzig stuft den Beitrag der Freien Kunst und Kultur zur kulturellen Vielfalt Leipzigs als essentiell ein und strebt an, die Freie Kunst und Kultur fortlaufend zu stärken. Ebenso bekennt sich die Stadt Leipzig zum Ensemble- und Repertoirebetrieb der kommunalen Häuser, dem sich die Eigenbetriebe im Bereich der Darstellenden Kunst und Musik auch zukünftig verpflichtet sehen, um ihren kulturpolitischen Auftrag zu erfüllen.

 

Die im folgenden benannten Maßnahmen sind als Ausgangspunkt für Kooperationen zu verstehen. Die Ausgestaltung zukünftiger Kooperationen liegt in der Verantwortlichkeit der beteiligten Akteure.

 

6                    Maßnahmen zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Freier Kunst und Kultur und den Eigenbetrieben Kultur

6.1. Veröffentlichung von Ansprechpartner/-innen für Akteure der Freien Kunst und Kultur in den Eigenbetrieben Kultur

 

Die Ansprechpartner/-innen der Eigenbetriebe Kultur agieren als erster Kontakt für Anfragen zur Zusammenarbeit von Akteuren der Freien Kunst und Kultur, die in direktem Zusammenhang mit dem Eigenbetrieb stehen und auf den oben genannten Prämissen beruhen. Die Ansprechpartner/-innen sind für die Bedarfe der Freien Kunst und Kultur sensibilisiert und der Leitungsebene zugeordnet.

Die Eigenbetriebe Kultur sind angehalten, die Ansprechpartner/-innen auf ihrer Website entsprechend zu kennzeichnen.

 

Als Ansprechpartner/-innen der Eigenbetriebe Kultur für Akteure der Freien Kunst und Kultur werden bis zur Evaluation der Informationsvorlage (s. Punkt 6.5) die folgenden Personen benannt:

                     Oper Leipzig

Dr. Christian Geltinger - Chefdramaturg und Leiter Education

Telefon 03 41 / 12 61 3 07

Email geltinger@oper-leipzig.de

                     Gewandhaus zu Leipzig

Tobias Niederschlag – Leiter Konzertbüro

Telefon 03 41 / 12 70 3 21

Email tobias.niederschlag@gewandhaus.de

                     Schauspiel Leipzig

Thomas Frank - Künstlerischer Leiter Residenz

Telefon 03 41 / 42 06 1 19

Email thomas.frank@schauspiel-leipzig.de

                     Theater der Jungen Welt

Jörn Kalbitz – Geschäftsführender Dramaturg

Telefon 03 41 / 48 60 0 12

Emailj.kalbitz@tdjw.de

 

6.2. Behind the scenes – Institutionelles Kennenlernen

 

Elementare Voraussetzung für das Gelingen der Interaktion von Akteuren der Freien Kunst und Kultur und den Eigenbetrieben Kultur ist die Kenntnis der wesentlichen Rahmenbedingungen künstlerischer Produktion bei den potentiellen Partnern, wie z.B. Planungsabläufe und -zeiträume, Art und Umfang von Ressourcen, rechtlicher Rahmen, Finanzierung etc. Ziel des Formates „Behind the scenes“ ist es, für die Produktionsbedingungen der jeweiligen Akteure zu sensibilisieren und Impulse für eine mögliche Zusammenarbeit zu setzen.

 

In regelmäßigen Rundgängen stellen wechselnde gastgebende Akteure der Freien Kunst und Kultur sowie der Eigenbetriebe Kultur ihre Strukturen und Arbeitsweisen vor. Besonders wünschenswert ist der Einblick in bestehende Kooperationen zwischen Freier Kunst und Kultur und den Eigenbetrieben Kultur. Alle Akteure aus Freier Kunst und Kultur sowie die Eigenbetriebe Kultur sind eingeladen, die Rolle des/der Gastgeber/-in zu übernehmen. Der/die Gastgeber/-in ist frei in der Ausgestaltung der Veranstaltung. Die Dauer der Veranstaltung sollte eineinhalb Stunden nicht überschreiten.

 

Die Veranstaltungen werden durch das Dezernat Kultur koordiniert und richten sich an alle Kulturschaffenden in Leipzig.

 

6.3. Pitch – Präsentation von Projekten und Spielplanvorhaben

 

Der Pitch versteht sich als Austauschplattform für Ideen und Projekte zwischen den beteiligten Akteuren. Ziel ist es, langfristige Kooperationen zwischen den Akteuren der Freien Kunst und Kultur und den Eigenbetrieben Kultur zu inspirieren.

 

Dabei stellen Akteure der Freien Kunst und Kultur langfristige Pläne und Projektvorschläge vor, die Anknüpfungspunkte zu den Eigenbetrieben Kultur bieten. Die Eigenbetriebe Kultur präsentieren auszugsweise ihre Spielplanvorhaben, zukünftige Programmschwerpunkte sowie programmatische Grundlinien und stellen mögliche Anknüpfungspunkte für Akteure der Freien Kunst und Kultur heraus. Im Anschluss an die Präsentationen werden die Projektideen und Vorhaben in einer moderierten Diskussion vertieft sowie die Möglichkeit zum bilateralen Austausch gegeben.

 

Der Pitch soll einmal jährlich zu Beginn des zweiten Quartals stattfinden, um Kooperationsmöglichkeiten für die nachfolgenden Jahre zu identifizieren. Somit können mögliche Kooperationen in die Spielplanung der Eigenbetriebe Kultur einfließen und es besteht ein zeitlicher Vorlauf für eventuelle Drittmittelakquise für Kooperationsprojekte. Langfristig ist der Turnus und das Auswahl – und Präsentationsverfahren zu evaluieren (s. Punkt 6.5.).

 

Der Pitch wird durch das Dezernat Kultur koordiniert. Alle Akteure sind eingeladen im Voraus Vorschläge für Kurzpräsentationen zu schicken.  Im Sinne eines Austausches von vertraulichen Ideen richtet sich das Treffen ausschließlich an Akteure der Freien Kunst und Kultur sowie der Eigenbetriebe Kultur.

 

6.4. Stammtisch: Leipziger Kunst und Kultur

 

Der Fokus des Stammtisches liegt auf der offenen Diskussion aktueller, künstlerischer Diskurse, abseits von festgelegten Veranstaltungsformaten und -abläufen. Der Stammtisch bietet Möglichkeiten zum informellen Erfahrungs- und Informationsaustausch ohne Tagesordnung sowie der Kontakt- und Netzwerkpflege.

 

LOFFT - Das Theater organisiert zusammen mit jeweils einem der Eigenbetriebe Kultur regelmäßig einen Stammtisch an wechselnden Veranstaltungsorten. Eingeladen sind Akteure der Freien Kunst und Kultur, der Eigenbetriebe Kultur sowie die interessierte Öffentlichkeit.

 

6.5. Regelmäßige Evaluation der Zusammenarbeit

 

Mit einem Evaluationsbogen (s. Anlage) werden zukünftige Kooperationsprojekte erfasst und somit die Zusammenarbeit zwischen Eigenbetrieben Kultur und den Akteuren der Freien Kunst und Kultur dokumentiert. Auf dieser Grundlage evaluiert der Leipziger Kulturrat die Zusammenarbeit im Abstand von zwei Jahren und veranlasst eventuelle Anpassungen der Informationsvorlage. Dabei ist das Ziel, Erfahrungen auszuwerten sowie die Chancen und Herausforderungen zu identifizieren, die sich im Verlauf der weiteren Zusammenarbeit ergeben.  Maßnahmenvorschläge, die nach Diskussion der Arbeitsgruppe gegenwärtig nicht in die Informationsvorlage einflossen, sind erneut zu prüfen (z.B. Produktionspatenschaften, Job-Rotation). Es gilt Akteure aus allen künstlerischen Sparten in die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit einzubeziehen.

 


[1] Deutscher Bundestag: Schlussbericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“, S.107, Stand: 2007 http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/070/1607000.pdf (abgerufen am 28. April 2017).

[2]Veranstaltung vom 27. September 2016, „Impuls Kulturpolitik Leipziger Kultureigenbetriebe und freie Szene im Gespräch“ in der Residenz des Schauspiel Leipzig.

[3] Die Musikschule Leipzig „Johann Sebastian Bach“ ist ebenfalls ein städtischer Eigenbetrieb, der dem Dezernat Kultur zugeordnet ist. Dieser wird in dieser Informationsvorlage aber nachrangig betrachtet. Im Gegensatz zu den o.g. Eigenbetrieben ist ihr Unternehmenszweck und öffentlicher Auftrag in der musikalischen Bildung anzusiedeln. Demnach ist die künstlerische Präsentation nicht vorrangiges Ziel ihrer Arbeit. Die im Folgenden benannten Maßnahmen lassen sich daher nur bedingt umsetzen.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Evaluationsbogen (54 KB)