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Vorlage - VI-A-04099  

 
 
Betreff: Interkulturelle Kompetenzen als verpflichtende Weiterbildung für städtische Bedienstete
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Migrantenbeirat
Ziele:1. nicht relevant
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
17.05.2017 
Ratsversammlung (offen)     
FA Allgemeine Verwaltung 1. Lesung
30.05.2017    Fachausschuss Allgemeine Verwaltung      
Jugendparlament Vorberatung
24.08.2017 
Jugendparlament zurückgestellt     
FA Allgemeine Verwaltung 2. Lesung
19.09.2017    Fachausschuss Allgemeine Verwaltung      
17.10.2017    Fachausschuss Allgemeine Verwaltung      
06.02.2018    Fachausschuss Allgemeine Verwaltung      
20.02.2018    Fachausschuss Allgemeine Verwaltung      
Ratsversammlung Beschlussfassung
20.09.2017 
Ratsversammlung zurückgestellt   
18.10.2017 
Ratsversammlung zurückgestellt   
28.02.2018 
Ratsversammlung zurückgestellt     
Migrantenbeirat Vorberatung
25.01.2018 
Migrantenbeirat (offen)   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

 

 

Beschlussvorschlag:

 

  1. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, zu berichten, welche Maßnahmen zur interkulturellen Öffnung der Stadtverwaltung, der Eigenbetriebe und Beteiligungsunternehmen der Stadt Leipzig in den vergangenen fünf Jahren stattgefunden haben. Zudem wird er beauftragt, zu berichten, welche Maßnahmen in dem Zeitraum durchgeführt wurden, um den Bediensteten interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln bzw. um diese zu erweitern.

 

  1. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, für die Bediensteten der Stadtverwaltung, der Eigenbetriebe und wenn möglich auch der Beteiligungsunternehmen der Stadt eine Weiterbildung zur Erlangung von interkulturellen Kompetenzen und zur interkulturellen Öffnung einmal jährlich und für alle Bediensteten verpflichtend anzubieten. Die einmal im Jahr verpflichtende Teilnahme gilt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für Führungskräfte (Sachgebiets- und Abteilungsleiter/innen sowie Amts- und Referatsleiter/innen). Im ersten Schritt sollen die folgenden Ämter und Behörden modellhaft dazu verpflichtet werden: Ordnungsamt, Bürgerämter, Amt für Jugend, Familie und Bildung, Standesamt und Sozialamt.
     
  2. Um die Maßnahmen auf eine fundierte Grundlage zu stellen, werden sie wissenschaftlich evaluiert. Nach der Evaluierung werden sie bedarfsgerecht angepasst und zunächst auf weitere Ämter mit Publikumsverkehr ausgeweitet.

 

Begründung:

Der Anteil von Migrantinnen und Migranten in der Stadt Leipzig steigt und lag Ende 2016 bei 77.559 Personen (13,4%) und der Anteil von Ausländerinnen und Ausländern bei 51.861 Personen (8,9%). Diese Veränderungen spiegeln sich noch nicht in den Mitarbeiter/innenstrukturen der Behörde wider, geschweige denn, dass sich Behördenmitarbeiter/innen in Hinblick auf Sprach- und interkulturelle Kompetenzen ausreichend auf die heterogene Gruppe der Migrant/innen eingestellt hätten.

 

Im Gesamtkonzept zur Integration der Migrantinnen und Migranten in Leipzig (beschlossen am 12.12.2012, vgl. RB V-1458/12) wird dazu ausgeführt: „Defizite in der interkulturellen Öffnung führen nicht nur dazu, dass Migrantinnen und Migranten das Angebot / die Leistung nicht finden oder annehmen, womit u.a. soziale Ungleichheit unterstützt wird, sondern kann auch zu Missverständnissen und Konflikten führen.“

 

Gleichzeitig wird konstatiert, dass „das Personalamt verschiedene Fortbildungsmaßnahmen zur interkulturellen Öffnung der Stadtverwaltung Leipzig sowie der Verbesserung fremdsprachiger Kompetenzen für Mitarbeiter/innen der Stadtverwaltung organisiert“ hat, „jedoch festgestellt werden [muss], dass die interkulturellen Fortbildungen nur von einer relativ geringen Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besucht wurden und in den letzten Jahren infolge fehlender Nachfrage nicht mehr angeboten wurden.“

 

Aus zahlreichen Erfahrungsberichten lässt sich schließen, dass insbesondere bei Mitarbeiter/innen städtischer Behörden wie z.B. der Ausländerbehörde und dem Sozialamt große Defizite auf der individuellen Ebene des Umgangs mit Menschen mit Migrationshintergrund gibt.

 

Mit diesem Antrag soll vor allem die Erlangung interkultureller Kompetenzen der Mitarbeiter/innen der Stadtverwaltung und - wenn möglich - auch der Eigenbetriebe und Beteiligungsunternehmen der Stadt forciert werden.