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Vorlage - VI-A-03547-NF-03  

 
 
Betreff: Prüfung einer innovativen Verkehrslösung für den Ringabschnitt vor dem Hauptbahnhof (Zweite Neufassung)
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Neufassung
Einreicher:CDU-FraktionBezüglich:
VI-A-03547
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Beschlussfassung
12.04.2017 
Ratsversammlung geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

 

Beschlussvorschlag:

 

1.

Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die Machbarkeit einer innovativen Verkehrslösung vor dem Hauptbahnhof mit nachfolgenden Eckpunkten zu prüfen:

-Tieferlegung zumindest der nördlichen Ringfahrbahn in einem Trog

-eine über den Trog auskragende Verbreiterung der LVB-Haltestelle

-ampelfreie Überquerung des Troges für den Fußgängerverkehr in Höhe Osthalle und Westhalle Hbf.

 

2.

Weiterhin wird eine zweite Lösungsvariante mit nachfolgenden Eckpunkten geprüft:

-komplette Tieferlegung beider Ringfahrbahnen als geschlossener Tunnel

-nachfolgende Neugestaltung des so entstandenen Bahnhofsvorplatzes ohne ebenerdigen Autoverkehr.

 

3.

Folgende Zeitschiene wird für die Machbarkeitsstudie vorgeschlagen:

 

Bis zum III. Quartal 2017 wird eine erste technische Einschätzung der Machbarkeit mit grober Kostenschätzung auf Grundlage vorhandener Unterlagen aus dem Bauvorhaben zum City-Tunnel erstellt. Weiter werden vereinfachte prinzipielle verkehrliche Auswirkungen von Änderungen der Verkehrsführung vor dem Hauptbahnhof in Varianten für den Bereich innerhalb des Tangentenvierecks dargestellt und erläutert. Es wird ein Verfahrensvorschlag für weitere mögliche bzw. erforderliche Untersuchungen vorgelegt.

 

Bis zum I. Quartal 2018: Grundlagenermittlung, Erstellung der städtischen Verkehrsprognose 2030

 

Bis zum III. Quartal 2018: Entwurf eines neuen Verkehrskonzeptes für die erweiterte Innenstadt mit Variantendiskussion

 

2019: Beratung und Beschlussfassung des neuen Verkehrskonzeptes für die erweiterte Innenstadt

 


Begründung 2. Neufassung

Die von der Verwaltung vorgeschlagene Zeitschiene und die damit verbundene ganzheitliche Betrachtung der Verkehrsströme wird von uns übernommen und konkretisiert.

Damit wird insbesondere die Diskussion aus dem SBB Mitte aufgenommen.

 

Begründung 1.Neufassung:

 

Mit der Neufassung greifen wir die Anregung aus dem ÄA-01 auf, eine noch konsequentere Neuorganisation des Verkehrs vor dem Hauptbahnhof prüfen zu lassen.

Eine Komplettuntertunnelung würde die Möglichkeit eröffnen, dass der damit entstehende großflächige Bahnhofsvorplatz ohne ebenerdigen Autoverkehr (mögliche Ausnahme: Taxis) vollständig für den Fußgängerverkehr und den ÖPNV, mit deutlich erweiterter Zentralhaltestelle, genutzt werden kann.

 

Begründung Ursprungsfassung:

 

Die Zukunft des Innenstadtringes wird zunehmend zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Die Visionen reichen dabei von einem komplett autofreien Ring bis hin zur Führung des Kfz-Verkehrs in einem Ringtunnel unterhalb der jetzigen Fahrbahn. Um diesen Diskussionen eine sachliche Grundlage zu geben, soll mit diesem Antrag die Machbarkeit einer Lösung an einer von allen Verkehrsarten besonders beanspruchten Stelle vertieft betrachtet werden. Dies soll aber die in jedem Fall erforderliche generelle Überarbeitung der Verkehrsführung zur Entlastung des Rings nicht aufhalten.

 

Fest steht: der Ring ist nicht nur für den ÖPNV, sondern auch für den Kfz-Verkehr unverzichtbar. Dies gilt um so mehr, da die in den frühen 90er Jahren formulierte Strategie eines leistungsfähigen Tangenten-Ring-Systems nur unvollständig umgesetzt wurde.

In den Hauptverkehrszeiten ist der Ring regelmäßig überlastet, Staus und stockender Verkehr prägen die Verkehrssituation. Wachsende Bevölkerungszahlen und damit ein wachsender Kfz-Bestand lassen für die nächsten Jahre keine Entlastung, sondern eher eine Mehrbelastung erwarten.

 

Der problematischste Abschnitt ist dabei der vorm Hauptbahnhof. Hier überlagern sich auf relativ geringem Raum drei große Verkehrsströme: Straßenbahnen und Busse der LVB, der Fußgängerverkehr vom und zum Hauptbahnhof und der Kfz-Verkehr.

 

Die Zentralhaltestelle der LVB mit den Gleisen 1-4 ist das Nadelöhr für fast den gesamten Straßenbahnverkehr und einige Buslinien und der zentrale Umsteigepunkt Leipzigs. Bereits jetzt ist dieser Umsteigepunkt in der Hauptverkehrszeit und zu besonderen Höhepunkten (Konzerte, Fußballspiele, Weihnachtsmarktwochenenden...) bis an die Grenze belastet, was nicht nur Stress verursacht, sondern auch die Sicherheit der Fahrgäste gefährdet. Zusätzliche Flächen für wartende und umsteigende Fahrgäste durch eine entsprechende Verbreiterung der Haltestelle sind angezeigt, aber unter den jetzigen räumlichen Bedingungen nicht machbar.

 

Insofern kann eine Troglösung zumindest für die nördliche Ringfahrbahn eine nachhaltige Lösung mit mehrfachem Nutzen sein. Sie ermöglicht eine ampelfreie Abwicklung des Kfz-Verkehrs, eine über den Trog auskragende Verbreiterung der Haltestelle und eine ampel- und barrierefreie Führung des Fußgängerverkehrs zwischen Hauptbahnhof und Haltestelle.

 

Entscheidend für die tatsächliche Machbarkeit dieser Lösung dürften sein: die vorhandene unterirdische Infrastruktur unterhalb der Fahrbahnen und die technischen Möglichkeiten und Notwendigkeiten für die Trogzu- und -abfahrten.