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Vorlage - VI-F-03820-AW-01  

 
 
Betreff: Ist der Leipziger Themenstadtplan eigentlich eine Erfolgsgeschichte?
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VI-F-03820
Beratungsfolge:

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Grundsätzliches zum Themenstadtplan der Stadt Leipzig:

Der Themenstadtplan ist ein Bestandteil der Geodateninfrastruktur Leipzig (GDI-L). Diese wird entsprechend den Festlegungen aus der im Jahr 2012 vom Amt für Geoinformation und Bodenordnung (AGB) in der DB des Oberbürgermeisters bestätigten Vorlage (DBV-555/12) sukzessive aufgebaut. Grundlage für den Beschluss bildeten seinerzeit ein Grob- sowie ein darauf aufbauendes Feinkonzept zur Einführung einer GDI-L, die mit externer Unterstützung durch das AGB erstellt wurden. Neben der Einführung von zentralen Hardware- und Softwarekomponenten (Serversystemen) für raumbezogene Daten zählten zu den wichtigsten Aufgaben des Weiteren:

      ein neues internes Auskunftssystem für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Leipzig zur Unterstützung ihrer Aufgaben,

      die Unterstützung der Ämter bei der Erfassung und Pflege von Geodaten inklusive der Integration in Arbeitsprozesse,

      die Erfüllung von gesetzlichen Anforderungen (der EU sowie Anforderungen des Freistaates Sachsen bezüglich der Bereitstellung von Geodaten),

      die Harmonisierung und Standardisierung der historisch gewachsenen, stark heterogenen GIS-Landschaft in der Stadtverwaltung,

      ein (neuer) GIS-Stadtplan im Internet

                        ...

Hierfür wurden die finanziellen Mittel bereitgestellt und eine zusätzliche Stelle für den Aufbau der GDI-L eingerichtet.

Die Fülle der Aufgaben zum Aufbau einer GDI in einer Stadtverwaltung wie Leipzig erfordern einen hohen personellen Aufwand, zumal der Zeitpunkt der Einführung, z.   B. im Vergleich zur Stadt Dresden, relativ spät erfolgte. Durch eine Prioritätenverschiebung der Aufgaben und entsprechende Nachbesetzung von Stellen im AGB standen in den letzten 3 Jahren für den Aufbau der GDI durchschnittlich 2,5 Vollzeitäquivalente (VZÄ) zur Verfügung. Da diese Ressource immer noch zu knapp bemessen ist, wurden externe Aufträge vergeben sowie Prioritäten neu bewertet. Dazu zählte, dass ein Themenstadtplan zwar sehr schnell angeboten wurde (01/2013), jedoch inhaltlich auf reduziertem Niveau. Zwischenzeitlich lag der Schwerpunkt auf der Einführung eines dringend benötigten internen Auskunfts- und Fortführungssystems für die Mitarbeiter/-innen der Stadtverwaltung, um u.   a. auch die technischen Voraussetzungen für den Themenstadtplan im Internet zu schaffen.

Dies wurde mit dem Start des LeipziGIS im Jahr 2015 realisiert. Dieses System wird von den Beschäftigten der Stadtverwaltung intensiv genutzt. Nach der Einführung entstanden vielfältige Anforderungen zu spezifischen Anpassungen von Inhalten, Schnittstellen zu Datenressourcen (z.   B. Adressdaten des Amtes für Statistik) oder auch Funktionalitäten. Diese Anforderungen sowie den zusätzlichen Aufbau einer zentral verfügbaren Geodatenbank für die Ämter banden in den letzten 2 Jahren viele zeitlichen und personellen Ressourcen. Trotzdem erfolgte Anfang 2017 der Relaunch auf einen moderneren Themenstadtplan im Internet. Dieser bietet zukünftig mehr Möglichkeiten der sukzessiven Erweiterung von Themen, Funktionen und Sprachen.

Gleichzeitig ist eine Version des Themenstadtplanes für mobile Endgeräte in Vorbereitung, voraussichtlich erfolgt die Veröffentlichung im II. Quartal.

Insgesamt kann zum derzeitigen Stand konstatiert werden, dass unter Berücksichtigung der    Ressourcen viel erreicht worden ist. Die Bedeutung der GDI als zuverlässige Arbeitsgrundlage für die Stadtverwaltung wird in Zukunft weiter stark zunehmen. Dabei spielt die Prozessintegration in die    Arbeitsabläufe der Fachämter eine wesentliche Rolle. Dem wurde mit einem ab dem Doppelhaushalt 2017/2018 (Besetzung ab 01.10.2017) genehmigten Stellenzuwachs in Höhe von 3,0 VZÄ auch Rechnung getragen. Darüber hinaus erfolgt im AGB zugunsten dieser Aufgaben eine Umstrukturierung, sodass im Ergebnis eine Personaldecke erreicht wird, die sich in die Richtung vergleichbarer Kommunen entwickelt. Die Stadt Dresden verfügt in diesem Bereich weiterhin über mehr Personal und befasst sich mit der Thematik bereits seit über 20 Jahren, sodass der Dresdner Themenstadtplan inhaltlich bereits seit Jahren breiter aufgestellt ist.

  

 

Zu den Fragen im Einzelnen:

  

1.      Zum Ende des letzten Jahres hat auch die Stadt Dresden nach vier Jahren ihren Themenstadtplan neu gestaltet, Etwa 70.000 Besucher im Monat nutzen das städtische Internet-Angebot im Monat, teilte die Dresdner Stadtverwaltung jungst mit.

Wie viele Besucher nutzen monatlich den Leipziger Themenstadtplan seit seinem Start?

  

Der Themenstadtplan der Stadt Leipzig beinhaltet die vier Webseiten:

      www.stadtplan.leipzig.de,

      www.bodenrichtwert.leipzig.de,

      www.verkehrsinformationssystem.leipzig.de,

      www.solardachkataster.leipzig.de

sowie mehrere für Mobilgeräte optimierte Projekte wie den

      mehrsprachigen Willkommensstadtplan,

      den jährlich für vier Wochen erreichbaren Weihnachtsmarkt

      sowie das Verkehrsinformationssystem mit einer auf „Touchbedienung“ optimierten Oberfläche.

Über den gesamten Zeitraum betrachtet nutzen jeden Monat durchschnittlich 18.000 Bürgerinnen und Bürger den Themenstadtplan der Stadt Leipzig.

Betrachtet man die Entwicklung seit der Freischaltung haben sich die Nutzerzahlen bis Mitte 2016 stetig nach oben entwickelt. Seitdem gab es eine Abschwächung in der Nutzungshäufigkeit. Trotzdem nutzen heute 21,9   % mehr Bürgerinnen und Bürger dieses Angebot als noch zu Beginn.

Dabei werden die Seiten durchaus unterschiedlich stark genutzt. Ein Beispiel sind die Bodenrichtwerte (www.bodenrichtwert.leipzig.de):

Über den gesamten Zeitraum betrachtet informieren sich jeden Monat durchschnittlich 3.400 Bürgerinnen und Bürger über die Bodenrichtwerte der Stadt Leipzig.

Betrachtet man die Entwicklung seit der Freischaltung der Website www.bodenrichtwert.leipzig.de hat das aus den Nutzerzahlen erkennbare Interesse an den Bodenrichtwerten um 38   % zugenommen. Auf dieser Website kann nach Adressen und Flurstücken gesucht werden. Die ausgeführten Suchen nahmen über den betrachteten Zeitraum um rd.   30   % zu.

Dagegen wird der Willkommensstadtplan eher weniger stark frequentiert. 0ptimiert für die Touchbedienung von Smartphones und Tablets, wurde er seit seiner Freischaltung Anfang Dezember 2016 ca.   400 mal pro Monat aufgerufen. Die in dieses Projekt integrierte Suchfunktionalität wurde seit Freischaltung mehr als 2.500 mal genutzt (Stand Mitte März 2017).

Seit der Freischaltung des Verkehrsinformationssystems (www.verkehrsinformationssystem.leipzig.de) Ende November 2014 informieren sich jeden Monat durchschnittlich 1.900 Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Baustellen, Parkmöglichkeiten in der Innenstadt sowie die Angebote von Leipzig mobil.

Betrachtet man die Entwicklung seit der Freischaltung der Website www.verkehrsinformationssystem.leipzig.de hat das aus den Nutzerzahlen erkennbare Interesse an Informationen zum fließenden und ruhenden Verkehr um rd.   17   % zugenommen. Auf dieser Website kann nach Baustellen, Vollsperrungen, Parkmöglichkeiten, Mobilitätsstationen (Leipzig mobil), Adressen und Flurstücken gesucht werden. Die ausgeführten Suchen nahmen über den betrachteten Zeitraum im monatlichen Mittel um rd.   51   % zu. Vor allem die Freischaltung der mobilen Anwendung Mitte 2016 hat zur positiven Entwicklung beigetragen. Die Nutzer rufen das Verkehrsinformationssystem zu 83   % mit dem PC/ Desktoparbeitsplatz und zu 17 % mit einem mobilen Endgerät auf.

Insgesamt betrachtet steigen die Nutzerzahlen vor allem dann, wenn neue Themen bereitgestellt werden, welche interessant und relevant für den Bürger bzw. Nutzer ist. Darüber hinaus müssen diese technisch möglichst niederschwellig erreichbar sein, d.h. zunehmend auf mobile Endgeräte ausgerichtet.

Mit der Bereitstellung der mobilen Variante, voraussichtlich noch im April/Mai 2017, wird eine deutliche Zunahme der Aufrufe erwartet.

  

2.      Wie wird der Leipziger Themenstadtplan seitens der Stadtverwaltung beworben? Weshalb gibt es auf der städtischen Webseite keinen detaillierten und leicht auffindbaren Hinweis zu den einzelnen Themen und Datenbeständen des Leipziger Themenstadtplans? Wie soll die Werbung für den Leipziger Themenstadtplan verbessert werden? Wäre auch die Entwicklung von Apps für die verschiedenen Endgeräte und deren Betriebssysteme eine Möglichkeit?

Hierzu folgende Anmerkung vom Referat Kommunikation:

Der Leipziger Stadtplan ist zum einen auf jeder Seite prominent über die Servicenavigation im Kopf der Seite direkt erreichbar und zum anderen gibt es viele Verlinkungen von Einzelseiten auf bestimmte Aspekte des Themenstadtplans. Dabei handelt es sich entweder um bestimmte Punkte (Spielplätze, Parks, P+R Plätze etc.) oder ein Thema des Stadtplanes (z.   B. Bodenrichtwert, Umweltzone). Der Stadtplan erhält so im Monat knapp 4.000 Klicks von leipzig.de.

Eine Übersichtsseite mit den einzelnen Themen und Datenbeständen des Themenstadtplans ist eine sinnvolle Erweiterung, die bereits durch das Amt für Geoinformation und Bodenordnung geplant ist. Um die Reichweite des Themenstadtplanes zu erhöhen, wird eine direkte Einbindung thematischer Karten in leipzig.de angestrebt. Auf diese Art und Weise profitieren die Karten von der Reichweite und der guten Auffindbarkeit über Suchmaschinen der leipzig.de   –   Seiten und für die Nutzer von leipzig.de bedeuten die eingebundenen Karten einen Servicegewinn. Aktuell laufen dazu Tests, um im Frühjahr erste Karten zu veröffentlichen.

Dabei wird bewusst von einer App-Entwicklung abgesehen, da dafür Aufwand und Nutzen oft in keinem Verhältnis stehen. Apps müssen für wenigstens zwei Betriebssysteme entwickelt, häufiger technisch aktualisiert werden und haben es zudem schwer, sich in den jeweiligen App-Stores zu profilieren, um genügend Nutzer zu erreichen. Deshalb wird vor allem auf die Optimierung der mobilen Nutzung des Themenstadtplans und von leipzig.de gesetzt.

  

3.      Gibt es ein verwaltungsinternes Konzept, welches die weitere Veröffentlichung von raumbezogenen Informationen und Daten im Internet-Themenstadtplan der Stadt Leipzig zum Gegenstand hat? Wenn nein, warum nicht?

Es existiert die DA 33/2012 zum Betrieb der GDI, die den Ämtern Standards zur Führung und auch Bereitstellung von Geodaten vorgibt. Darin ist u.   a. festgelegt, dass jedes Amt weiterhin für seine Geodaten die Hoheit besitzt. Somit erfolgt eine Veröffentlichung von Geodaten immer mit Zustimmung oder auf Anforderung des Fachamtes. Gleichzeitig sollen die Fachämter nicht selbstständig Karten im Internet veröffentlichen, um einerseits einheitlichen Qualitätsanforderungen an die Daten und die Beachtung von Datenschutzaspekten zu gewährleisten, andererseits um einen „Wildwuchs" an Kartenveröffentlichungen zu vermeiden. Dafür ist die GDI-Koodinierungsstelle zuständig. Damit ein abgestimmter Internetauftritt der Stadt Leipzig möglich wird, arbeitet das AGB eng und kooperativ mit dem Referat Kommunikation zusammen.

  

4.      Welche Grundsätze zu Art und Umfang der Themen, die veröffentlicht wurden bzw. veröffentlicht werden sollen, gelten derzeit?

Der Themenstadtplan soll als eine Komponente der GDI und Öffentlichkeitsarbeit die Geodaten der Stadtverwaltung nach „außen“ präsentieren. Er soll und kann dabei kein Alternativprodukt zu GoogleMaps oder OpenStreetMap sein. Ein solches Ansinnen wäre zum Scheitern verurteilt. Dazu gehört auch die Überlegung, welche Inhalte wichtig und interessant genug sind, um sie mit vertretbarem Aufwand im Themenstadtplan anzubieten. Wie bereits unter 3. ausgeführt, haben die Fachämter die Hoheit der Entscheidung. Inzwischen wird bei jedem neuen Thema im internen LeipziGIS seitens der GDI-Koordinierung gleichzeitig die Möglichkeit der externen Veröffentlichung geprüft.

Darüber hinaus sind technische Rahmenbedingungen zu beachten, die vor allem durch die unterschiedlichsten Endgeräte (Smartphones, Tablets, Laptops, Desktop-PC sowie deren verschiedene Betriebssysteme und Webbrowser) bedingt sind. Beispielsweise ist es nicht sinnvoll, die umfangreiche Werkzeugleiste des Themenstadtplanes für das Handy anzubieten. Auch ist nicht jedes Thema für einen kleinen Bildschirm geeignet (z.   B. Bebauungspläne). Daher gibt es zusätzliche Angebote für mobile Endgeräte, welche speziell aufbereitet werden müssen. Somit muss bei jedem Thema zwischen Aufwand und Nutzen bzw. Interesse entschieden werden, um zu entscheiden, in welchen Bereichen sich eine Veröffentlichung als zielführend und sinnvoll erweist.

  

5.      Wie ist das Amt für Geoinformation und Bodenordnung für diese Aufgabe personell und finanziell ausgestattet? Wie werden die Fachämter oder ggf. auch vertraglich gebundene Partner in Bezug auf Themensetzung und Pflege der Daten einbezogen, damit das Themenangebot nachhaltig wächst?

Mit der o.   g. Einführung einer GDI wurden für den Einführungszeitraum im städtischen Haushalt finanzielle Mittel zur notwendigen Beschaffung von Hard- und Software sowie Leistungen der LECOS GmbH eingeplant und bereitgestellt. Durch den Wegfall alter GIS-Systeme (SICAD) und Neuordnung der Verträge konnten die finanziellen Aufwände weitgehend auf dem bisherigen Niveau gehalten werden.

Die Bearbeitung des Themenstadtplans als „nur“ ein Bestandteil der GDI erfolgt derzeit mit ca.   0,3 bis 0,5 VZÄ und ist damit – für die Menge an Themen und technischen Herausforderungen   –   unterbesetzt. Mit dem DHH 2017/2018 wurden weitere 3 Stellen für den Betrieb der gesamten städtischen GDI genehmigt, u.   a. existiert dann auch die Möglichkeit zur Entwicklung mobiler Anwendungen im Internet.

Dem personellen Engpass sollte in der Aufbauphase der GDI mit Vergaben für Projekt-Erstellungen (wie z.   B. dem Willkommensstadtplan) begegnet werden, jedoch ist der zeitliche Aufwand der inhaltlichen Abstimmung und der Integration des beauftragten Projektes in die GDI so hoch, dass diese Vorgehensweise zukünftig nur im Ausnahmefall sinnvoll erscheint.

Neben der personellen Aufstockung würden auch Veränderungen bei der Erfassung und Pflege von Geodaten in der Stadtverwaltung (in den Fachämtern) dabei unterstützen, möglichst stringent, redundanzfrei und automatisiert Daten für den Themenstadtplan bereitzustellen und das Themenangebot zu erweitern. Dafür wird in Kürze den Ämtern eine zentrale Ämterdatenbank bereitgestellt, in der Daten gepflegt werden können und auf die die GDI für Veröffentlichungen im Themenstadtplan direkt zugreifen kann. Im Ergebnis profitieren davon sowohl die Fachämter, die Datenbereitsteller als auch die Nutzer des LeipziGIS und des Themenstadtplanes.

Grundsätzliche Ausführungen zur GDI(s.   oben).

  

6.      Das Thema „Bauen und Wohnen" ist derzeit von besonderem Interesse. Der Leipziger Themenstadtplan informiert in diesem Zusammenhang über Bodenrichtwerte. Auch der Flächennutzungsplan und das Solardachkataster wurden bereits in diesen aufgenommen. Seit neuestem werden auch Informationen zu Bebauungsplänen, Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen im Themenstadtplan bereitgestellt. Des Weiteren ist eine Recherche über Veränderungssperren mittlerweile möglich.

a) Wann wird das Baulandkataster, das nach § 200 BauGB die Förderung der Bebauung von Baulücken und noch nicht genutzter Bauflächen zum Ziel hat, in den Themenstadtplan aufgenommen?

Ein Baulandkataster ist aus folgenden Gründen derzeit aus Sicht der Stadtentwicklungsplanung nicht sinnvoll:

Baulandkataster sind in Zeiten der Stagnation auf dem Immobilienmarkt sinnvoll, um Flächen aktiv anzubieten und den Verkauf auf diese Weise anzukurbeln. In Zeiten des angespannten Bodenmarktes würde hingegen ein Baulandkataster vermutlich zu einer weiteren "Überhitzung = Bodenpreissteigerung“ auf dem Immobilienmarkt führen.

Werden alle Reserveflächen für jedermann offen gelegt, verringert sich auch die Chance der Stadtverwaltung, selber an dringend benötigte Flächen für soziale Infrastruktur, Grünflächen o.   ä. zu gelangen.

Die Laufendhaltung des Baulückenkatasters ist sehr aufwendig (z.   B. Einsprüche Eigentümer – Erfahrung aus Dresden) und entspricht nicht dem Nutzen.

  

b) Wann wird es möglich sein, sich auch über Sanierungsgebiete, Umlegungs- und Flurbereinigungsverfahren zu informieren?

Für die Sanierungsgebiete ist inhaltlich das Amt für Stadtsanierung und Wohnungsbauförderung (ASW) zuständig. Bezüglich dieser Anfrage hat das ASW einer Veröffentlichung der Sanierungsgebiete im Themenstadtplan zugestimmt. Intern werden diese bereits im LeipziGIS geführt. Die Umsetzung für eine Darstellung im Themenstadtplan wird in den Zeitplan der zu ergänzenden Themen aufgenommen.

Die Bodenordnungsverfahren (Baulandumlegung, Flurbereinigung) sind bereits Bestandteil des LeipzGIS. Auf Nachfrage bei der Geschäftsstelle des Umlegungsausschusses bzw. der Flurbereinigungsbehörde wäre es ebenso hilfreich, wenn diese Verfahren auch Teil des Themenstadtplanes würden, da so die Bürger selbständig herausfinden könnten, ob sie Verfahrensbeteiligte sind oder nicht. Dementsprechend werden auch diese Themen in den Zeitplan der zu ergänzenden Themen aufgenommen.

  

c) Wird eine differenzierte Suche nach Wohnbaustandorten analog des Themenstadtplans Dresden ebenfalls bald möglich sein? Wenn ja, wann? Wenn nein, warum nicht?

SPA: Das im Themenstadtplan dargestellte Kataster ist identisch mit dem Baulückenkataster. Insofern greifen hier die bereits unter 6a) genannten Argumente.

d) Soll es zukünftig auch möglich werden, dass planungsrechtliche Auskünfte von Interessierten gezielt zum zuständigen Bearbeiter geleitet werden, damit kurzfristig Auskünfte erteilt werden können?

SPA: Nein, da städtebauliche Auskünfte einer Rechtsverbindlichkeit besitzen und gebührenpflichtig sind, sollen sie auch weiterhin nur schriftlich mit Unterschrift des Abteilungsleiters ausgegeben werden.

  

7.      Am 19. Dezember 2016 informierte die Stadtverwaltung, dass sie ihren “Willkommens-Stadtplan", der sich insbesondere an Neu-Leipziger richtet, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, nun auch als Online-Stadtplan anbietet. Der Dresdner Themenstadtplan informiert unter der Rubrik „Migration" über Asyl-Erstaufnahmeeinrichtungen, Asyl- Übergangswohnheime, Begegnungs- und Bildungsangebote, Beratung und Kontakte, Integrationskurse und Migrationsdienste.

             Weshalb wurde der interaktive und mehrsprachige „Willkommens-Stadtplan" nicht in den Leipziger Themenstadtplan eingepflegt, um weitere nützliche Synergien zu schaffen? Weshalb kann beim Leipziger Themenstadtplan nicht auf andere Sprachen gewechselt werden?

  

Der deutschsprachige Teil des Willkommensstadtplans wird zeitnah in den Themenstadtplan aufgenommen. Die Vorbereitungen hierzu laufen bereits.

Eine alternative Sprache für den Themenstadtplan (Englisch) ist bereits angedacht. Die Umsetzung gestaltet sich allerdings sehr aufwändig, da neben der Übersetzung der Benutzeroberfläche (dies ist bereits durch die eingesetzte Software möglich) die Inhalte (der angezeigten Informationen) aller Themen übersetzt und vor allem laufend gehalten werden müssen. Deshalb wird diese Umstellung nur mittel- bis langfristig möglich sein.

  

 

8.      Zum Leipziger Weihnachtsmarkt 2016 informierte ebenfalls ein interaktiver Stadtplan, der mit der städtischen Internetseite verlinkt war, Interessierte und Besucher über das vielfältige Angebot der rund 300 Händler. Eine Händlerliste wurde zusammengestellt. In dieser Liste befanden sich die Angebote der einzelnen Händler, ihre Kontaktdaten und Stände, auf welchen Marktteil sich diese befinden und die Standnummer. Alle Stände besaßen eine Nummer die fortlaufend vergeben wurde, so dass der gewünschte Stand leicht vor Ort wiedergefunden werden kannte.

             Weshalb war es auch hier nicht möglich diesen „themenbezogenen Stadtplan" in den Leipziger Themenstadtplan, zumindest temporär, zu integrieren? Auch wenn der Leipziger Weihnachtsmarkt nicht von der Stadt Leipzig selbst veranstaltet wird, wäre es nicht sinnvoll in Bezug auf den Leipziger Weihnachtsmarkt 2017 diese Händlerliste künftig in den Leipziger Themenstadtplan - zum Beispiel unter eine neu zu schaffenden Rubrik „Aktuelles" - zu integrieren, so dass die Reichweite dadurch nochmals erhöht werden könnte?

  

Der Leipziger Weihnachtsmarkt als interaktiver Stadtplan wurde vom AGB gemeinsam mit dem fachlich zuständigen Marktamt erstellt. Um die Erreichbarkeit und Funktionalität des Planes zu maximieren, wurde das Projekt, für mobile Endgeräte optimiert, zur Verfügung gestellt. Da zu diesem Zeitpunkt (Ende 2016) der Themenstadtplan noch nicht den Relaunch absolviert hatte, war es technisch nicht ohne großen zusätzlichen Aufwand möglich, den Weihnachtsmarkt als eigenes Thema in den Themenstadtplan zu integrieren. Das wird zukünftig einfacher möglich sein. Jedoch ist auch hier zu beachten, dass durch die unterschiedlichen Endgeräte und Zielgruppen zwischen Aufwand und Nutzen abgewogen werden muss, inwieweit sich die Veröffentlichung in allen Varianten als zielführend und sinnvoll erweist.

Siehe auch Ausführungen unter Punkt 2 Referat Kommunikation.

  

9.      Welche weiteren Themen sollen in 2017 und 2018 voraussichtlich in den Leipziger Themenstadtplan aufgenommen werden?

Weitere Themen sind als zusätzliche Ebenen im Themenstadtplan und integrierte Karten auf den Seiten unter Leipzig.de geplant. Zu den Fachthemen gehören der ÖPNV, die Patenbäume und Umweltthemen wie LSG, NSG und FFH- Gebiete.

Darüber hinaus ist auch eine engere technische Verzahnung mit dem OpenData Portal der Stadt Leipzig geplant. Damit sollen auch hier manuelle Doppelarbeiten und unterschiedliche Datenveröffentlichungen vermieden werden.


Anlagen:
 

 

Stammbaum:
VI-F-03820   Ist der Leipziger Themenstadtplan eigentlich eine Erfolgsgeschichte?   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Anfrage
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