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Vorlage - VI-A-03666  

 
 
Betreff: 100 Jahre Frauenwahlrecht
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Fraktion DIE LINKE
Beratungsfolge:
Ratsversammlung 1. Lesung
18.01.2017 
Ratsversammlung (offen)   
FA Kultur 1. Lesung
03.02.2017    Fachausschuss Kultur      
Jugendparlament 1. Lesung
02.02.2017 
Jugendparlament ungeändert beschlossen   
Beirat für Gleichstellung 1. Lesung
06.02.2017 
Beirat für Gleichstellung (offen)   
FA Allgemeine Verwaltung 1. Lesung
21.02.2017    Fachausschuss Allgemeine Verwaltung      
FA Allgemeine Verwaltung 2. Lesung
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

 

 

 

 

Beschlussvorschlag:

 

Im Rahmen des Schwerpunktjahres Demokratie leben Demokratie lebtin 2018 werden

70.000 für die Ausgestaltung des Jubiläums 100 Jahre Frauenwahlrechtverwendet.

 

Im Rahmen des Jubiläums werden Veranstaltungen und kulturelle Projekte gefördert, die Diskussionen anstoßen und zu einem öffentlichen Diskurs beitragen. Die Ausrichtung obliegt dem Referat für Gleichstellung.

 

 


Sachverhalt:
 

Der Frauenanteil lag 2016 im Deutschen Bundestag bei 37,1 Prozent und somit weit entfernt von der Hälfte der Abgeordneten. Der Anteil der Frauen im Stadtrat zu Leipzig liegt sogar noch darunter bei nur 34,3 Prozent. Grund genug, um über die Teilhabe von Frauen am politischen und gesellschaftlichen Leben öffentlich zu diskutieren, denn trotz der formalen Gleichberechtigung sind Frauen, selbst 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts, in gesellschaftlichen Führungspositionen in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nach wie vor unterrepräsentiert, werden schlechter bezahlt, verrichten selbstverständlich unbezahlte Reproduktionsarbeit, beziehen oft weniger Rente und sind als alleinerziehende Mütter häufiger von Armut betroffen.

 

Das Frauenwahlrecht, das uns heute selbstverständlich erscheint, musste erst gegen viele Vorurteile durchgesetzt werden. In Deutschland kämpften engagierte Frauen um 1900 vehement für das Frauenwahlrecht, da sie - unabhängig von Alter, Einkommen oder Tätigkeit - von dem Recht zu wählen und zu kandidieren, ausgeschlossen waren. Die gemäßigte bürgerliche Frauenbewegung strebte ein eingeschränktes Wahlrecht an. Die radikaleren sozialistischen Frauen um Clara Zetkin forderten dagegen auf dem ersten internationalen sozialistischen Frauenkongress 1907 in Stuttgart das allgemeine Frauenwahlrecht.

 

Erst mit dem Aufruf des Rates der Volksbeauftragten am 12. November 1918 "Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen" wurde Frauen in Deutschland erstmals das Recht zu wählen und somit zur Teilhabe am politischen Leben eingeräumt.

 

Am 30. November 1918 trat dann in Deutschland das Reichswahlgesetz mit dem allgemeinen aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft. Damit konnten Frauen am 19. Januar 1919 zum ersten Mal in Deutschland reichsweit wählen und gewählt werden. Am 19. Januar 1919 fanden allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlen zur verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung statt. 300 Frauen kandidierten. 37 Frauen, insgesamt gibt es 423 Abgeordnete, wurden schließlich gewählt.


 

Stammbaum:
VI-A-03666   100 Jahre Frauenwahlrecht   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Antrag
VI-A-03666-NF-01   100 Jahre Frauenwahlrecht   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Neufassung
VI-A-03666-NF-01-ÄA-01   100 Jahre Frauenwahlrecht   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Änderungsantrag
VI-A-03666-VSP-02   100 Jahre Frauenwahlrecht   17 Referat für Gleichstellung von Frau und Mann   Verwaltungsstandpunkt