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Vorlage - VI-P-03192-DS-02  

 
 
Betreff: Permanente Lärm- und Feinstaubbelastung durch Reise- und Stadtrundfahrtbusse in der Menckestrasse - Höhe Schillerhaus
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:PetitionsausschussBezüglich:
VI-P-03192
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Information zur Kenntnis
Petitionsausschuss Vorberatung
Ratsversammlung Beschlussfassung
14.12.2016 
Ratsversammlung ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

 

Beschlussvorschlag:

 

Der Oberbürgermeister wird gebeten, durch Aufnahme eines Mediationsverfahrens mit den betreffenden Touristikunternehmen eine Lösung zu finden, die Lärm-, Feinstaub- und Stickoxidbelastung in der Menckestraße durch Reise- und Stadtrundfahrtsbusse einzudämmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Sachverhalt:
 

Der Petent fordert die Ordnungsbehörden auf, mit einer Reihe repressiver Maßnahmen gegen die im Titel genannten Belastungen vorzugehen. Dies wurde durch die Behörden zum wiederholten Male geprüft. Ein Durchfahrtsverbot für Reisebusse kann aufgrund einer fehlenden gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage nicht angeordnet werden. Auf eine schrittweise Umrüstung der Stadtrundfahrtbusse auf moderne Elektro- oder Hybridantriebe hat die Stadtverwaltung mit ihrem ordnungsrechtlichen Instrumentarien keinen Einfluss. Anzeigen zu Verstößen wegen Lärm- und Geruchsbelästigung (z. B. laute Live-Ansagen) werden zwar vom Ordnungsamt weiterverfolgt, aufgrund der Vielzahl der Busse versagen diese Ordnungswidrigkeitenverfahren jedoch als Mittel der Problemlösung. Für ein Verbot von gewerblich genutzten Oldtimerbussen mit H-Kennzeichen fehlt die gesetzliche Ermächtigungsgrundlage. Der Versuch, im Dialog mit Touristikunternehmen eine Lösung zu finden, ist hingegen nicht Gegenstand der Petition. Der Verwaltung ist bekannt, dass gerade dasjenige Unternehmen, über das in diesem Zusammenhang am häufigsten Beschwerde geführt wird, einen solchen Dialog (auch Mediationsverfahren u.ä.) grundsätzlich ablehnt.

 

Nach Kenntnis der Stadtverwaltung verteilen sich die touristischen Fahrten durch die Menckestraße etwa gleichmäßig auf Reisebusse und Stadtrundfahrtbusse, die mit einer grünen Plakette gekennzeichnet sind und die entsprechenden Emissionsvorgaben der Umweltzone einhalten. Bei den für Stadtrundfahrten eingesetzten Bussen sind gegenwärtig 10 Busse als Oldtimer mit H-Kennzeichen zugelassen. Diese Oldtimerbusse verfügen über kein Partikelminderungssystem. Gemäß 35. BlmSchV § 2 (3) i. V. m. Anhang 3 Nr. 10 sind diese Busse vom Fahrverbot innerhalb der Umweltzone ausgenommen.

 

Der Beitrag zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes ist ein Kriterium zur Anerkennung eines Fahrzeugs als Oldtimer. Es gibt keine Regelung, die die Erhaltung des kraftfahrzeug-technischen Kulturgutes als Rahmen für eine gewerbliche Nutzung vorschreibt. Nutzungsbeschränkungen, die sich ggf. aus Verfahren der Straßenverkehrszulassungsordnung ergeben, entfalten keine Wirkung für Genehmigungsverfahren nach dem Personenbeförderungs-gesetz.

 

Das Amt für Umweltschutz wird im Rahmen der Petition aufgefordert, Maßnahmen zur Reduzierung der gesundheitsschädlichen Belastung durch Lärm und Abgase zu ergreifen.

 

Gemäß den Berechnungen des Amtes für Umweltschutz vom 07.09.2015 werden die gemäß 39. BlmSchV maßgeblichen Grenzwerte für das Jahresmittel an Feinstaub (PM10 und PM2,5) und an NO2 nicht überschritten. Es wurden auch keine Überschreitungen des Tagesmittels PM10 an mehr als an den gesetzlich zulässigen Tagen festgestellt. Ebenso ist eine Überschreitung des Grenzwertes an NO2 für das Stundenmittel über die gesetzlich zulässige Überschreitungszahl hinaus wenig wahrscheinlich. Bezüglich der Maßnahme M1.11 des bestehenden Luftreinhalteplanes (gebietsbezogene Verkehrsbeschränkungen) und seiner Fortschreibung ergibt sich somit kein Handlungsbedarf.

 

Auch ist eine Überschreitung der Auslösewerte für den Kfz-Verkehrslärm, die im bestehenden Lärmaktionsplan für einen sofortigen Handlungsbedarf festgelegt wurden bzw. im Rahmen der Fortschreibung festgelegt werden, nicht gegeben.

 

Die ermittelten Werte der Lärmbelastung liegen ebenfalls weit unter den Richtwerten für allgemeine Wohngebiete, der für die Entscheidung maßgeblichen Richtlinien für straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm (Lärmschutz-Richtlinien-StV).

 

Aufgrund der ermittelten Werte der Feinstaub- und NO2-Belastung sowie der Lärmbelastung lässt sich kein Erfordernis für verkehrsregelnde Maßnahmen im Sinne des § 45 (1) Nr. 3 StVO ableiten. Verkehrsbeschränkungen (Durchfahrtsverbot für Reisebusse) können somit nicht angeordnet werden, da hierfür keinerlei Ermächtigungsgrundlage gegeben ist.

 

Auf eine schrittweise Umrüstung der Stadtrundfahrtbusse auf moderne Elektro- oder Hybridantriebe hat die Stadtverwaltung keinen Einfluss.

 

Anzeigen zu Verstößen wegen Lärm- und Geruchsbelästigung im konkret benannten und den Verursacher zuordenbaren Fällen werden seitens des Ordnungsamtes auch verfolgt. Da bei den Live-Ansagen und laufenden Motoren die Belästigung weniger im Passieren der einzelnen Busse, sondern in der Vielzahl der Busse besteht, versagen Ordnungswidrigkeitenverfahren als Mittel der Problemlösung.

 

Mit dem Petenten Herrn Maik Anders gab es bereits in den letzten Jahren umfangreichen Schriftverkehr sowohl mit dem Amt für Umweltschutz, als auch mit dem Ordnungsamt und dem Verkehrs- und Tiefbauamt, in dem ihm der Sachverhalt und die Gründe für die Ablehnung mehrmals ausführlich erläutert wurden. Zur Information ist im Anhang das letzte Antwortschreiben vom Verkehrs- und Tiefbauamt beigefügt.


 


Finanzielle Auswirkungen

 

 

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

 

nein

 

ja,

 


 

Stammbaum:
VI-P-03192   Permanente Lärm- und Feinstaubbelastung durch Reise- und Stadtrundfahrtbusse in der Menckestrasse - Höhe Schillerhaus   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Petition
VI-P-03192-VSP-01   Permanente Lärm- und Feinstaubbelastung durch Reise- und Stadtrundfahrtbusse in der Menckestrasse - Höhe Schillerhaus   66 Verkehrs- und Tiefbauamt   Verwaltungsstandpunkt
VI-P-03192-DS-02   Permanente Lärm- und Feinstaubbelastung durch Reise- und Stadtrundfahrtbusse in der Menckestrasse - Höhe Schillerhaus   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Beschlussvorlage