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Vorlage - VI-A-03182-NF-03  

 
 
Betreff: Rechtssichere und anliegerverträgliche Lösungen für Wagenplätze
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Neufassung
Einreicher:CDU-FraktionBezüglich:
VI-A-03182
Beratungsfolge:
Grundstücksverkehrsausschuss Vorberatung
12.12.2016 
Grundstücksverkehrsausschuss      
13.02.2017 
Grundstücksverkehrsausschuss      
FA Umwelt und Ordnung Vorberatung
24.01.2017    Fachausschuss Umwelt und Ordnung      
07.02.2017    Fachausschuss Umwelt und Ordnung      
FA Stadtentwicklung und Bau Vorberatung
14.02.2017    Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau      
Jugendparlament Anhörung
28.02.2017 
Jugendparlament ungeändert beschlossen   
Jugendbeirat Anhörung
02.03.2017 
Jugendbeirat ungeändert beschlossen   
FA Allgemeine Verwaltung Vorberatung
07.03.2017    Fachausschuss Allgemeine Verwaltung      
Ratsversammlung Beschlussfassung
08.03.2017 
Ratsversammlung geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

 

Beschlussvorschlag:

 

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, für diejenigen Wagenplätze auf städtischen Grundstücken,

-die noch nicht über Mietverträge verfügen,

-deren Fläche nicht zur Erfüllung städtischer Aufgaben benötigt wird,

-und auf denen diese Nutzungsform städtebaulich vertretbar ist,

Mietverträge nach dem Muster des Vertrags mit Wildwuchs e.V. (DS-02399) abzuschließen.

 

Diese Verträge beinhalten insbesondere

-ein angemessenes Nutzungsentgelt;

-Auflagen

  *zur ordnungsgemäßen Versorgung mit Energie und Wasser,

  *zur ordnungsgemäßen Entsorgung von Abwasser und Abfall,

  *zu umwelt- und anliegerverträglichen Heizungsformen,

  *zum Brandschutz,

  *zur Erfüllung der Meldepflicht durch alle Bewohner;

-ein Sonderkündigungsrecht der Stadt u.a. bei nachweislich ruhestörendem Lärm, bei nicht

  ordnungsgemäßer Entsorgung von Abfall und Abwasser und bei ungenehmigten baulichen Veränderungen.

 

Gleiches gilt auch für künftig neu entstehende Wagenplätze.

 

Der Oberbürgermeister benennt eine für Wagenplätze zuständige Ansprechperson. Deren Aufgaben sind insbesondere Vertragsabschluss, Vertragskontrolle/Auflagenkontrolle, Ansprechfunktion für Anlieger und Konfliktmanagement.

 

 


Begründung:

Begründung zur Neufassung

 

Mit der Neufassung wird der 2. Teil des ÄA-02 in präzisierter Form übernommen.

In der Tat ist eine klare Zuständigkeitsregelung sinnvoll und sollte zweckmäßigerweise wie bisher im Ordnungsdezernat verortet werden.

Ein gesondertes Bekenntnis zur Vielfalt der Wohnformen ist hingegen entbehrlich, da es dieses bereits im Wohnungspolitischen Konzept gibt.

 

Begründung zur Ursprungsfassung

 

In der Antwort auf die Anfrage F-01456 zur Ratsversammlung am 17.06.2015 informierte die Stadtverwaltung darüber, dass bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Nutzungsverträge für Wagenplätze auf städtischen Grundstücken abgeschlossen wurden. Als Gründe dafür wurden neben städtebaulichen Problemen auch benannt: „uneinheitliche und sich verändernde Anprechpartner auf den Wagenplätzen“ sowie „bisher keine dauerhaften, juristischen Strukturen der Wagenleute“.

 

Mit der DS-02399 wurde nunmehr der erste Mietvertrag dieser Art vorgelegt. Diese wurde mit einem eingetragenen Verein, der durch eine namentlich benannte natürliche Person vertreten wird, abgeschlossen.

Der Vertrag beinhaltet u.a. die Zahlung eines monatlichen Mietzinses, Auflagen zur Ver- und Entsorgung, zur Art und Weise des Heizens, zum Brandschutz und zur Erfüllung der Meldepflicht durch alle Bewohner.

Desweiteren kann die Stadt den Vertrag aus wichtigem Grund fristlos kündigen (z.B. bei nachweislich ruhestörendem Lärm, bei nicht ordnungsgemäßer Entsorgung von Abfall und Abwasser sowie bei ungenehmigten baulichen Veränderungen).

 

Natürlich kommt es nun darauf an, dass die Erfüllung aller Auflagen und Vertragspflichten auch kontrolliert wird und dass die Stadt bei schwerwiegenden Verstößen auch tatsächlich von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch macht.

Unter dieser Maßgabe ist einzuschätzen, dass der rechtsfreie Raum Wagenplatz Jahrtausendfeld der Vergangenheit angehört und dass die Zeit diffuser Duldungszustände zu Ende geht, zugunsten rechtssicherer Lösungen.

In diesem Sinne sind nunmehr für alle andern Wagenplätze, derzeitige wie auch künftig entstehende, die städtebaulich vertretbar sind und deren Fläche nicht zur Erfüllung kommunaler Aufgaben benötigt wird, vergleichbare Mietverträge abzuschließen.