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Vorlage - VI-A-03232  

 
 
Betreff: Stärkung der Eigenentwicklung der neuen Ortsteile - Leipzig soll gleichmäßig wachsen !
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:CDU-Fraktion
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
21.09.2016 
Ratsversammlung (offen)   
FA Stadtentwicklung und Bau 1. Lesung
11.10.2016    Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau      
FA Stadtentwicklung und Bau 2. Lesung
22.11.2016    Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau      
FA Stadtentwicklung und Bau Vorberatung
06.12.2016    Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau      
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

 

Beschlussvorschlag:

 

Durch Stärkung der Eigenentwicklung der neuen Ortsteile, und darüber hinaus, wirkt die Stadt Leipzig darauf hin, die Folgen und Konsequenzen des Wachstums gleichmäßiger über das gesamte Stadtgebiet zu verteilen und die innere Stadt von übermäßigem Wachstumsdruck zu entlasten.

 

Zu diesem Zweck sind sowohl die Angebote der Nahversorgung und der technischen sowie sozialen Infrastruktur zu verbessern als auch zusätzliche Wohnbauflächen auszuweisen.

 

Die aktuell in Fortschreibung befindlichen wie auch die künftig fortzuschreibenden

Stadtentwicklungsplanungen sind unter dieses Oberziel zu stellen.

 


Begründung:

Leipzig whst- damit ist gegenwtig insbesondere die Verdichtung der inneren Stadt verbunden. Grundstke fdie Deckung des wachsenden Bedarfs an sozialer Infrastruktur werden zunehmend knapp. Schon jetzt ist erkennbar, dass Nutzungskonkurrenzen in der inneren Stadt kaum mehr auflösbar sein werden. Baulandbrachen, die bisher als gewohnheitsmäßiges Grün dienten, werden bebaut, zwischengenutzte Baulücken verschwinden durch Nachverdichtung. Der Nutzungsdruck auf das verbleibende Grün, auf Verkehrsflächen und soziale Einrichtungen steigt immer mehr.

 

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: auch wir als CDU-Fraktion wollen die wachsende Stadt.

Aber: dieses Wachstum soll sich möglichst gleichmäßig über die Gesamtstadt verteilen.

Wir wollen kein Auseinanderdriften zwischen einer hochverdichteten inneren Stadt und einem stagnierenden Stadtrand.

Zumal die Verdichtung der inneren Stadt objektive Grenzen hat, die nicht nur im Grundstücksmarkt begründet sind, sondern z.B. auch in der Leistungsfähigkeit technischer Infrastrukturen und in der Notwendigkeit, den Klimawandel durch unversiegelte Grün- und Freiflächen abzumildern.

 

Nicht die Verdichtung der inneren Stadt zu einem Mega-Zentrum, das alle Funktionen für die Gesamtstadt bündelt, sollte daher der künftige Entwicklungsweg sein.

Vielmehr sollte Leipzig seine polyzentrische Struktur mit vielen kleineren Zentren weiter ausprägen und stärken. Diese kleineren Zentren, i.d.R. die historischen Ortskerne, sind die natürlichen dezentralen Wachstumskerne einer polyzentrischen Stadt.

 

Gegenwärtig können die meisten der neuen Ortsteile diese Rolle nicht erfüllen, da häufig schon die Bedingungen für eine gesunde Eigenentwicklung entsprechend natürlicher Bevölkerungsentwicklung und innerem Bedarf nicht ausreichen. Weder die Verbesserung der Wohn- und Wohnumfeldverhältnisse, die Erweiterung örtlicher Betriebe noch die Weiterentwicklung der technischen und sozialen Infrastruktur sind im Fokus der Verwaltung.

 

Die Stärkung dieser Zentren aber ermöglicht es, den Alltagsverkehr auf kurzen Wegen innerhalb der Ortsteile abzuwickeln und damit die Verkehrswege zur inneren Stadt zu entlasten. Dies gilt insbesondere für die Nahversorgung. Eine Schlüsselstellung hat daher der STEP Zentren, der auch in den neuen Ortsteilen ein kleinmaschiges und wirtschaftlich tragfähiges Netz der Nahversorgung ermöglichen muss.

 

Natürlich ist der Wohnungsbaubedarf einer wachsenden Stadt überwiegend durch mehrgeschossigen Mietswohnungsbau abzudecken. Daneben gibt es aber auch einen deutlichen Bedarf an Eigenheimbau, für den die neuen Ortsteile der natürliche Standort sind. Es gibt genügend Potenziale zur Deckung dieses Bedarfs in Form der baulichen Arrondierung dieser Ortsteile. Diese Potenziale werden gegenwärtig durch die Bauverwaltung viel zu zögerlich erschlossen.

 

Insofern sind alle aktuell in Fortschreibung befindlichen wie auch die künftig fortzuschreibenden Stadtentwicklungsplanungen, insbesondere das INSEK, der Nahverkehrsplan, der Teilplan Wohnbauflächen und der STEP Zentren unter dieses Oberziel zu stellen und durch geeignete planerische Maßnahmen zur Stärkung der Eigenentwicklung der neuen Ortsteile zu untersetzen.

 

Exemplarisch sei auf einige kleinräumige Entwicklungsdaten für die neuen Ortsteile verwiesen:

          Die durchschnittliche Haushaltsgröße liegt zumeist über dem gesamtstädtischen Durchschnitt von 1,8.

          Bis auf Seehausen liegt der Altersdurchschnitt aktuell über dem gesamtstädtischen Wert von 42,8 Jahren. Der älteste der neuen Ortsteile ist Holzhausen.

          Trotz steigender Geburtenzahlen ist das Geburten/Sterbefälle-Saldo negativ (außer Seehausen).

          Die Beschäftigtenquote liegt allgemein deutlich über dem Durchschnitt von Leipzig (57,4%), bis zu 70% in Seehausen (BMW-Effekt).

 

Das wachsende Leipzig soll ein Leipzig der vielfältigen Zentren sein, die in sich die Abwicklung des alltäglichen Lebens ermöglichen und den Bedarfen der gegenwärtigen und auch der künftig möglichen Bevölkerungsstruktur gerecht werden. Letztlich soll hier ein planerischer Vorlauf geschaffen werden, um die Verteilung der demografischen Entwicklung über ganz Leipzig zu harmonisieren, was letztlich zu einer dauerhaft gleichmäßigeren Auslastung der Einrichtungen der Daseinsvorsorge beitragen soll.

 

Stammbaum:
VI-A-03232   Stärkung der Eigenentwicklung der neuen Ortsteile - Leipzig soll gleichmäßig wachsen !   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Antrag
VI-A-03232-VSP-01   Stärkung der Eigenentwicklung der neuen Ortsteile - Leipzig soll gleichmäßig wachsen !   61 Stadtplanungsamt   Verwaltungsstandpunkt
VI-A-03232-NF-02   Stärkung der Eigenentwicklung der neuen Ortsteile - Leipzig soll gleichmäßig wachsen !   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Neufassung