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Vorlage - VI-F-02779-AW-01  

 
 
Betreff: Druckerzeugnisse der Stadtverwaltung: Kosten, Vertriebsformen und künftige Strategie
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Allgemeine VerwaltungBezüglich:
VI-F-02779
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

Sachverhalt:
 

Im Ergebnis einer Abfrage in den Dezernaten der Stadtverwaltung lassen sich die Fragen wie folgt beantworten:

 

Beantwortung der Fragen:

 

Frage 1

Wie viele mehrseitige Druckerzeugnisse/Broschüren (ohne Faltblätter u.ä.) hat die Stadtverwaltung 2015 herausgegeben, und in welcher Gesamtauflage)

 

Es wurden insgesamt 57 Druckerzeugnisse/Broschüren mit einer Gesamtauflage von 167.720 im Jahr 2015 hergestellt. Die Auflagenhöhe der Publikationen schwankt zwischen

30 Exemplaren und 70.000 Exemplaren.

Produktbeispiele:

         Taxenordnung, Inhalt 40 Seiten, Format A5, Auflage 100 Exemplare

         Grundstücksmarktbericht, Inhalt 76 Seiten, Format A4, Auflage 300 Exemplare

         Leipziger Babykalender, Inhalt 26 Seiten, Format A4, Auflage 10.000 Exemplare

         Schlagzeile-Selbsthilfe, Inhalt 104 Seiten, Format A4, Auflage 800 Exemplare

 

Frage 2

Wie hoch waren die Gesamtkosten dafür? Wie hoch war demgegenüber die Summe der eingenommenen Schutzgebühren?

 

Die Gesamtkosten inkl. teilweise Layout und Satz betrugen 2015 insgesamt ca. 155.600 EURO

Schutzgebühren wurden nur in einigen wenigen Fällen erhoben.

Die Gesamtsumme der eingenommenen Schutzgebühren betrug 7.350 EURO.

Zum Teil wurden die Kosten für die Produktion von Broschüren über Fördermittel fremdfinanziert, ca. 8.000 EURO im Jahr 2015.

 

Frage 3a

Nach welchen Kriterien wird entschieden, ob a) Schutzgebühren erhoben werden oder nicht?

 

Schutzgebühren werden in den meisten Fällen nicht erhoben. Ein Teil der Broschüren deckt sich durch Werbung, welche von den beauftragten Verlagen generiert wird. Weitere Gründe für den Wegfall einer Schutzgebühr sind:

         bestimmte Zielgruppen wie ältere und behinderte Menschen, Eltern, Lehrer, Fachpersonen

         Kleinstauflagen ausschließlich für repräsentative Zwecke

         Informationspflichten gegenüber (Fach-)Gremien

         Auslegung in Arztpraxen und anderen medizinischen Einrichtungen, um bspw. die Selbsthilfebewegung weiter zu stärken

         die Bürgerschaft oder bestimmte Zielgruppen sollen über bestimmte Themen informiert werden, was mit einer kostenpflichtigen Abgabe nicht erreicht wird.

         Einsatz von Fördermittel

         Publizitätspflicht z.B. i.V. mit Stadterneuerungsmaßnahmen national/EU

 

Die derzeit erhobenen Schutzgebühren für einzelne Publikationen sind allgemein akzeptiert.

 

Eine Kostenerhebung entsprechend Gutachterausschusskostensatzung der Stadt Leipzig erfolgt bei der Broschüre zum Grundstücksmarktbericht.

 

Frage 3b

Nach welchen Kriterien wird entschieden, ob b) ein kostenloser Download angeboten wird oder nicht und auf welcher Leitungsebene erfolgt das?

 

Entscheidungen dazu werden in der Regel auf Amtsleiter/innen-Ebene getroffen.

Kriterien für die Entscheidung eines kostenlosen Downloads:

         Grundlage ist immer, dass eine Web-Version der Broschüre vorliegt

         Auflagenhöhe und Adressatenkreis

         großes öffentliches Interesse und Beteiligung einer breiten Öffentlichkeit (Runde Tische, Bürgerwettbewerb, Fachgutachten)

 

Frage 4

Nach welchen Kriterien wird bei Druckerzeugnissen über die Auflagenhöhe entschieden und auf welcher Leitungsebene erfolgt das?

 

Entscheidungen dazu werden in der Regel auf Amtsleiter/innen-Ebene getroffen.

 

Kriterien sind:

         der vermutete Absatz

         Ergebnis einer Bedarfsermittlung, zu erreichender Personenkreis, Fallzahlenbetrachtung

         Erfahrungswerte der Nachfrage aus vergangenen Jahren (+ Faktor wachsende Stadt)

 

Frage 5

Welcher Kostendeckungsgrad wird bei Schutzgebühren angestrebt?

 

Der Kostendeckungsgrad liegt für einen Beispielfall (Druck der Rathausbroschüre) bei 65%.

 

Frage 6

Welche strategischen Überlegungen und Konzepte gibt es hierzu in der Stadtverwaltung? Wer ist dabei federführend?

 

Die Federführung bei der strategischen Verantwortung liegt beim Referat Kommunikation.

Für den überwiegenden Teil der Publikationen soll auch der Download zum Regelfall werden. Allerdings bedarf dies noch erheblicher Mehrarbeit der Internetredakteure, da nicht zu allen Themen bereits Internetseiten angelegt sind und die Downloads themenspezifisch zuordenbar sein sollen.

Es wird empfohlen, in den kommenden Jahren bspw. Standortwerbung als Druckerzeugnis mehrsprachig zu produzieren. Broschüren in gedruckter Form sind ein hilfreiches Instrument zur persönlichen Ansprache und werden meist z.B. bei Messen, Veranstaltungen, Kongressen oder bei Auslandspräsentationen übergeben. Digitale Varianten sind unverzichtbar und werden unterstützt, weil sie einen sehr großen Teilnehmerkreis erreichen.

Insgesamt wird ein ausgewogenes Verhältnis zwischen digitaler und analoger (Papier) Veröffentlichung befürwortet (CROSS-Medial).

 

Frage 7a

Ist es vorstellbar, dass a) ausgewählte Veröffentlichungen gebührenpflichtig (als Download oder CD) gestellt werden? Wenn ja: In welchem Zeitraum würde sich eine solche Entwicklung vollziehen?

 

Prinzipiell ist dies denkbar z.B. als Shopsystem, aber dafür müssen die technischen und auch die personellen Voraussetzungen geschaffen werden. Das Tempo der Entwicklung hängt vom Umfang der Mittel ab, die dafür zur Verfügung stehen.

Weiterhin bedarf es strategischer bzw. rechtlicher Entscheidungen (Open Data Entwicklung zur Zeit, Beginn 2. Phase; Änderung der Kostensatzung).

In vielen Fällen wird schon jetzt die Möglichkeit der Veröffentlichung als Download der Vorrang eingeräumt. Sofern Druckexemplare notwendig sind, wird deren Auflage auf das unbedingt erforderliche bzw. aus der Erfahrung notwendige Maß beschränkt.

 

Frage 7b

Ist es vorstellbar, dass b)  Veröffentlichungen in Papierform auf individuelle Anforderungen des Interessenten erstellt werden? Wenn ja: In welchem Zeitraum würde sich eine solche Entwicklung vollziehen?

 

Dies wird bereits heute in Teilen der Verwaltung umgesetzt. (Beispiel Mietspiegel, Betriebskostenbroschüre, Statistische Berichte)

Voraussetzung für ein flächendeckendes Angebot ist z.B. die technische Umsetzung im Internetauftritt der Stadt Leipzig sowie die Klärung der organisatorischen Infrastruktur und rechtlichen Rahmenbedingungen.

So könnte beispielsweise ein Publikationsshop, wie im Freistaat Bayern (www.bestellen.bayern.de), auf www.leipzig.de entwickelt werden. Auf dieser Plattform könnten Druckerzeugnisse bestellt werden. Entsprechend der jeweiligen Regelungen, würde die Broschüre in gedruckter Form kostenfrei, gegen Schutzgebühr oder nach privatrechtlicher Entgeltordnung herausgegeben.
 

Stammbaum:
VI-F-02779   Druckerzeugnisse der Stadtverwaltung: Kosten, Vertriebsformen und künftige Strategie   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Anfrage
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