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Vorlage - VI-F-02342-AW-01  

 
 
Betreff: Zukunft des Sportmuseums
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat KulturBezüglich:
VI-F-02342
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

Frage 1: Wird das Vorhaben, das Sportmuseum in der Nordtribüne des vormaligen Schwimmstadions unterzubringen, seitens der Verwaltung weiter verfolgt?

 

Antwort: Bevor auf die Frage geantwortet wird, wird auf die Antwort auf die Anfrage der CDU-Fraktion zum Sportmuseum an die Ratsversammlung vom Oktober 2015 erinnert, die schriftlich erfolgte und im ALLRIS nachgelesen werden kann. Bereits dort wurde geantwortet, dass am Objekt Nordtribüne nicht zwingend festgehalten werden muss, zumal die Sicherung des Objektes jährlich Aufwendungen fordert. Der Standort Sportforum für ein neues Ausstellungsforum Sportmuseum wird jedoch – mangels Alternative - nach wie vor favorisiert.

 

Frage 2: Gibt oder gab es Gespräche seitens der Verwaltung mit der Universität Leipzig zur Unterbringung des Sportmuseums auf dem Sportcampus der Universität und wenn ja, mit welchem Ergebnis?

 

Antwort: Ja, der Bürgermeister für Kultur hat Gespräche sowohl mit der Liegenschaftsverwaltung des Freistaates Sachsen als auch mit den Dekanen der entsprechenden Fakultäten der Universität Leipzig geführt. Die Pläne der Universität für den Sportcampus sind im Prinzip abgeschlossen, so dass es keine verbindliche Zusage geben konnte. Die Bedarfe der Stadt Leipzig sind bekannt und es wird davon ausgegangen, dass man mit der Kulturverwaltung in Kontakt tritt, falls sich etwas ergeben könnte. 

 

Frage 3: Welche konkreten Maßnahmen wurden seitens der Verwaltung getroffen, um die o.a. Objekte des Museums vor weiterem Verfall zu schützen?

 

Antwort: Wie der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums übermittelte,  ist es nicht zutreffend, dass Objekte am jetzigen Standort in einem schlechten Erhaltungszustand sind. Durch die fachgerechte Arbeit der Mitarbeiter vor Ort entspricht die Aufbewahrung trotz der problematischen Raumsituation den Grundstandards für Museen (Art der Lagerung und Verpackung, Temperatur in den Magazinräumen, technische Sicherung des Objektes).

Es ist zutreffend, dass Objekte gefährdet sind, vor allem durch die sich verschlechternde Bausubstanz des Gebäudes sowie die fast ausgeschöpfte Lagerkapazität. Die genutzten Räume eignen sich nicht für eine dauerhafte Aufbewahrung von Musealien, weshalb bereits seit mehreren Jahren nach Alternativen gesucht wird.

 

Frage 4: Wie gestalten sich Ausstellungs- und Forschungstätigkeit unter den genannten Bedingungen?

 

Antwort: Forschungstätigkeit findet laufend zur weiteren Erschließung der Sammlungen sowie zu ausgewählten Schwerpunktthemen der Sportgeschichte entsprechend dem Museumskonzept statt. Darüber hinaus gibt es projektbezogene Forschung z. B. für Sonderausstellungen und Publikationen sowie bei sport- und kulturhistorischen Jubiläen.

Die Einrichtung firmiert am Standort als „Sammlungs- und Dokumentationszentrum Sportmuseum Leipzig“. Ausstellungen mit Besucherverkehr sind dort nicht möglich. Die Ausstellungstätigkeit beschränkt sich deshalb auf Sonderausstellungen und Präsentationen an anderen Orten.

Eine öffentliche Nutzung der Sammlungen wird dennoch gewährleistet, so durch

einen Servicetag pro Woche für Nutzer von Bibliothek und Sammlungen (Schüler und Studierende, Wissenschaftler, Hobbyforscher, Vereinschronisten u.a.) und

durch die über Internet recherchierbaren Objekte aus den Sammlungen (zurzeit ca. 32.000).

 

Frage 5: Wie viele Ausstellungen und Veranstaltungen des Sportmuseums fanden in den letzten 5 Jahren statt? Gibt es dazu Publikationen?

 

Antwort: Folgende Ausstellungen fanden seit 2011 statt:

Zwei Sonderausstellungen sowie 4 Ereignis begleitende Präsentationen an unterschiedlichen Orten (Neues Rathaus, Neue Messe, Foyer LVZ, Sportwissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig).

 

Zu Veranstaltungen und Publikationen:

Das Thema Sportgeschichte ist durch die Einbeziehung der beiden Mitarbeiter des Sportmuseums in die Veranstaltungen und Publikationen des Stadtgeschichtlichen Museums präsent (Museumsgespräche, Museumsnacht, Spezialführungen im Ausstellungsteil „Sportstadt“ der Dauerausstellung „Moderne Zeiten“ u.a.).

In enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Sportmuseums unterstützt(e) der Förderverein Sächsisches Sportmuseum Leipzig e.V. die Öffentlichkeitsarbeit für das Sportmuseum durch eigene Veranstaltungen und Publikationen:

- Projekte „Sporthistorische Modenschau“ und „Alte Spiele – wieder entdeckt“

- die Zeitschrift „SPORTMUSEUM LEIPZIG“ (im betreffenden Zeitraum acht Ausgaben),
- das Ausstellungsbegleitheft „SPORTSCHATZ LEIPZIG“

- eine eigene Webseite http://foerderverein.sportmuseum-leipzig.de.

Darüber hinaus wird Sportgeschichte durch Vorträge und fachwissenschaftliche Artikel der Mitarbeiter in Veröffentlichungen Dritter publiziert und diskutiert.

 

Frage 6: Gibt es Kooperationen mit anderen wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen bzw. sind solche zukünftig vorgesehen?

 

Antwort: Wichtigster Partner ist der Förderverein Sächsisches Sportmuseum Leipzig e.V. Das Sportmuseum ist vernetzt:

- als Einrichtung des Stadtgeschichtlichem Museums im Deutschen und im Sächsischen Museumsbund;

- über die Deutsche Arbeitsgemeinschaft der Sportmuseen, Sportarchive und Sportsammlungen (DAGS) mit entsprechenden Einrichtungen in Deutschland, der Schweiz und Österreich;

- mit Sporthistorikern und Sportwissenschaftlern von Hochschulen und Universitäten in Deutschland;

- mit kulturellen Einrichtungen in Leipzig.

Eine enge Zusammenarbeit gibt es darüber hinaus mit dem Stadtsportbund Leipzig e.V., dem Landessportbund Sachsen e.V., dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaft sowie dem Olympiastützpunkt Leipzig.

Stammbaum:
VI-F-02342   Zukunft des Sportmuseums   Geschäftsstelle der AfD-Fraktion   Anfrage
VI-F-02342-AW-01   Zukunft des Sportmuseums   41 Kulturamt   schriftliche Antwort zur Anfrage