Ratsinformationssystem

Vorlage - VI-F-02394-AW-01  

 
 
Betreff: Auffindbarkeit des Leipziger Amtsblattes im Internet
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:OberbürgermeisterBezüglich:
VI-F-02394
Beratungsfolge:

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

 

Bereits vor Jahren wurde durch den Stadtrat die leichte Auffindbarkeit des Leipziger Amtsblattes über die Domain www.leipziger-amtsblatt.de beschlossen. Laut Zeitungsberichten befindet sich diese Adresse in der Hoheit des Madsack-Verlages. Eine Alternativdomain www.leipzigeramtsblatt.de wurde laut Presse nicht durch die Stadt Leipzig gesichert, sondern durch eine Bürgerin.

 

 

Fragen:

 

1. Befinden sich ich die Domains www.leipziger-amtsblatt.de bzw. www.leipzigeramtsblatt.de aktuell im Eigentum der Stadt Leipzig?

Nein.

Falls nein: warum nicht?

Mit dem Beschluss der Ratsversammlung Nr. RBV-359/10 vom 19.05.2010 zum Antrag Nr. V/A 22/10 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Thema „Leipziger Amtsblatt online stellen“ wurde der Oberbürgermeister beauftragt, das Leipziger Amtsblatt, zusätzlich zur Printausgabe, auf www.leipziger-amtsblatt.de digital zu veröffentlichen. Im damaligen Beschlusstext heißt es dazu: „Die digitale Veröffentlichung erfolgt nicht nur auf den Seiten der Leipziger Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG und auf www.leipziger-amtsblatt.de, sondern zusätzlich auch auf dem Internetportal der Stadt Leipzig, www.leipzig.de.“ Letzteres ist seit Jahren der Fall.

Eine Übertragung der Domain leipziger-amtsblatt.de, welche derzeit von der Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG, August-Madsack-Str. 1, 30559 Hannover, gehalten wird, ist im Ratsbeschluss so weder vorgesehen noch gefordert. Vielmehr wurde mit der Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG vereinbart, dass auf der Domain eine Weiterleitung auf die entsprechenden Inhalte unter leipzig.de (http://www.leipzig.de/buergerservice-und-verwaltung/stadtverwaltung/amtsblatt/) eingerichtet wird.

Es ist heutzutage – anders als noch vor einigen Jahren – auch nicht mehr erforderlich, sich sämtliche denkbare Domains (.de, .com, net, .tv. eu, .info etc.) zu einem Internetauftritt bzw. einem Vorhaben zu sichern. Dies gilt insbesondere, da sich leipzig.de mit durchschnittlich knapp 1,8 Mio. Seitenzugriffen (Page Impressions) pro Monat zu einer starken Marke und damit zum zentralen Anlaufpunkt für die Bürgerinnen und Bürger in allen Fragen zur Stadtverwaltung entwickelt hat.

Hinzu kommt, dass inzwischen mehr als 70% der Zugriffe auf leipzig.de und das Leipziger Amtsblatt über Suchmaschinenabfragen erfolgen und das Leipziger Amtsblatt online aufgrund der Suchmaschinenoptimierung des Referats Kommunikation auf Platz eins der Suchergebnisse zu finden ist. Die im damaligen Antrag geforderte leichte Auffindbarkeit ist also vollständig gegeben.

Falls nein: hat die Verwaltung Kenntnis, in wessen Eigentum sie sich stattdessen befinden?

Ja, siehe Frage 1.

 

2. Falls nein: welche Anstrengungen hat die Verwaltung bisher unternommen, sich o.g. Domains zu sichern?

Die Seite ist der Stadt angeboten worden, aufgrund des Beschlusstextes wie auch der Änderungen im Nutzerverhaltens bei der Internetrecherche sowie der sehr guten Auffindbarkeit unter leipzig.de wurde darauf verzichtet, die Domain zu kaufen.  

 

3. In welchem Zeithorizont ist damit zu rechnen, daß sich o.g. Domains in der Hoheit der Stadt Leipzig befinden und damit o.g. Stadtratsbeschluß umgesetzt wird?

Es ist nicht geplant, diese Domains in die Hoheit der Stadt zu überführen. Dies fordert auch nicht der besagte Ratsbeschluss (siehe 1).

 

4. Welche Vorkehrungen unternimmt die Stadt laufend, um zu verhindern, daß sich Privatpersonen und Unternehmen Domains sichern, welche von Bürgern als "hoheitlich" und damit von der Stadt betrieben wahrgenommen werden könnten?

Als hoheitlich wahrgenommen werden aus Sicht der Verwaltung in erster Linie diejenigen Internetseiten, die aufgrund ihrer Gestaltung den Eindruck erwecken könnten, es handele sich um ein von der Stadtverwaltung Leipzig erstelltes Angebot. Besteht eine solche Verwechslungsgefahr, wird zuerst mit dem jeweiligen Domaininhaber über geeignete Maßnahmen verhandelt, wie diese z. B. durch entsprechende Umgestaltung entgegen gewirkt werden kann. Die Verwendung des Stadtwappens – des primären Erkennungszeichens der Stadtverwaltung – ist generell untersagt. Bis dato hat diese Vorgehensweise zu den gewünschten Erfolgen geführt.

Die Frage, welche Domains von Bürgern als "hoheitlich" und damit von der Stadt betrieben wahrgenommen werden könnten, ist schwer zu beantworten. Es gibt über die genannten hinaus eine Vielzahl von möglichen Domainkombinationen, die durchaus so interpretiert werden könnten, wie z. B. Amtsblatt-leipzig, amtsblattleipzig, Amtsblatt-aus-leipzig, verwaltungleipzig, leipzigerverwaltung etc, jeweils kombiniert mit den Endungen .de, .com, .net, .info usw.

Da sich das Surfverhalten in den letzten 15 Jahren aber deutlich verändert (siehe 1) und sich leipzig.de zu einer starken, eigenständigen Marke entwickelt hat, stellt die Domain an und für sich nicht mehr das entscheidende Kriterium dar. Deshalb ist es aus Sicht der Stadtverwaltung auch nicht erforderlich, sich sämtliche Domains zu sichern, welche als „hoheitlich“ wahrgenommen werden könnten.



 


Anlagen:
 

 

Stammbaum:
VI-F-02394   Auffindbarkeit des Leipziger Amtsblattes im Internet   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Anfrage
VI-F-02394-AW-01   Auffindbarkeit des Leipziger Amtsblattes im Internet   01.12 Referat Kommunikation   schriftliche Antwort zur Anfrage