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Vorlage - VI-DS-01881  

 
 
Betreff: "Kirchentag auf dem Weg" 25. - 28. Mai 2017
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Kultur
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
FA Kultur 1. Lesung
20.11.2015    Fachausschuss Kultur      
FA Finanzen 1. Lesung
23.11.2015    Fachausschuss Finanzen      
FA Kultur 2. Lesung
04.12.2015    Fachausschuss Kultur      
FA Finanzen 2. Lesung
07.12.2015    Fachausschuss Finanzen      
Ratsversammlung Beschlussfassung
16.12.2015 
Ratsversammlung ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Beschlussausfertigung
15-08-31-Anhang1-KostenFinanzierungslan-Übersicht
15-08-31-Anhang2-Kalkulation
15-08-31- Anhang3-Personalkosten
15-08-31-Anhang4-Rückfluss
15-08-24-Anhang5-Wirtschaftlichkeitsberechung

 

Beschlussvorschlag:

 

1. Zur Vorbereitung und Durchführung des "Kirchentages auf dem Weg" von 25. bis 28. Mai 2017 stellt die Stadt Leipzig dem "Reformationsjubiläum 2017 e.V." eine Zuwendung i.H.V. 950.000 Euro als Festbetragsfinanzierung im Vorgriff auf die Beschlussfassung des Haushaltes 2017 zur Verfügung. Die Mittel werden mit der Haushaltsplanung für das Jahr 2017 im PSP-Element "Dezernat IV" (1.100.11.1.1.02.24) veranschlagt.


2. Mit Beschlussfassung zur Vorlage durch den Stadtrat wird seitens der Verwaltung gegenüber dem veranstaltenden „Reformationsjubiläum 2017 e.V. zeitnah eine Zusage bezüglich der finanziellen Unterstützung des Kirchentages 2017 in Leipzig abgegeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


 

Finanzielle Auswirkungen

 

 

nein

x

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

x

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

950000

1.100.11.1.1.02.24

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

x

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

x

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

x

nein

 

ja,

 

 

 

 

 

 

 

 

Sachverhalt:
 

1. Deutscher Evangelischer Kirchentag - Geschichte, Struktur

2. Deutscher Evangelischer Kirchentag: Inhalt, Ausstrahlung, Eckdaten
2.1. Inhalt, Ziele
2.2. Programm
2.3. Ausstrahlung / Zahl und Zusammensetzung des Publikums

 

3. Das 500. Reformationsjubiläum 2017


4. Kirchentag auf dem Weg 25. bis 28. Mai 2017

4.1. Organisatorischer Ansatz
4.2. Kirchentag auf dem Weg in Mitteldeutschland 25. bis 28. Mai 2017
4.3. "Leipziger Stadtklang: Musik. Disput. Leben." Das Konzept für Leipzig
4.4. Vorbereitungsstruktur
 

5. Der „Kirchentag auf dem Weg“  und seine Wertschöpfungspotenziale


 

Anhänge

 

Anlage 1: Kosten- und Finanzierungsplan Kirchentag auf dem Weg – Übersicht

Anlage 2: Kosten- und Finanzierungsplan Kirchentag auf dem Weg – Details

Anlage 3: Grundriss Personalplanung
 

Anlage 4: Mittelrückfluss: Verausgabung von Mitteln des Kirchentags für
        städtische Unternehmen, Immobilen etc.

Anlage 5: Wirtschaftlichkeitsberechnung „Kirchentag auf dem Weg“ 2017 :
        Wertschöpfung / Umwegrentabilität

 

 

1. Deutscher Evangelischer Kirchentag - Geschichte, Struktur

Der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) versteht sich als eine freie Bewegung von Menschen, die der christliche Glaube und das Engagement für die Zukunft von Kirche und Welt zusammenführt. Er organisiert in einer gegenüber der „Evangelischen Kirche in Deutschland“ (EKD) unabhängigen Struktureinheit evangelische Laien, Kern seiner Arbeit ist die Durchführung mehrtägiger Großveranstaltungen (Kirchentage) aller zwei Jahre.

Rechtsträger des Deutschen Evangelischen Kirchentages ist der „Verein zur Förderung des Deutschen Evangelischen Kirchentages e.V.“ mit Sitz in Fulda. Er unterhält dort ein zentrales Büro. An der Spitze des Vereins steht für eine Amtszeit von zwei Jahren der Präsident bzw. die Präsidentin. Die Leitung des Kirchentags obliegt dem Präsidium, dem Vorstand des Präsidiums, der Präsidialversammlung, der Konferenz der Landesausschüsse und dem Kollegium. In keinem der Gremien des Kirchentages gibt es institutionelle Vertretungen, sondern nur persönliche Mitglieder. Für alle Gremien gilt: Wenigstens die Hälfte der Mitglieder sollen Menschen sein, die nicht hauptberuflich in der Kirche tätig sind. Zu mindestens einem Drittel sollen Frauen vertreten sein.

Die evangelischen Kirchentage sind seit über 60 Jahren ein für die gesamte Zivilgesellschaft des Landes bedeutsames Ereignis. Es gab in der deutschen Kirchengeschichte bereits vor 1949 Zusammenschlüsse und Treffen unter dem Namen Deutscher Evangelischer Kirchentag; sie haben mit der heutigen Struktur keine direkte Verbindung.
Die erste als Kirchentag bezeichnete Veranstaltung fand 1848 als Versammlung „evangelischer Männer“ in Wittenberg statt. Bis 1872 wurden 15 solcher Kirchentage durchgeführt. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand eine zweite Kirchentagsbewegung. In Dresden fand im Jahr 1919 ein Kirchentag statt, zu dem vor allem die einzelnen Landeskirchen, mit dem Ziel der Gründung eines Kirchenbundes, zusammenkamen. daraus erwuchs letztlich die EKD.

 

Die Tradition der heutigen Evangelischen Kirchentage begann 1949 mit einer Kirchenwoche in Hannover. Zunächst fanden diese Treffen jährlich statt, bis dann Mitte der 1950er Jahre ein zweijährlicher Rhythmus eingeführt wurde. Diese Kirchentage waren vor dem Bau der Mauer gesamtdeutsche Ereignisse, der Kirchentag 1951 in Gesamt-Berlin wurde auch von den Ostberliner Behörden unterstützt.

Die mächtigste Kundgebung in der Geschichte der Kirchentage war die Schlussversammlung des Leipziger Kirchentages 1954, als sich im Rosental etwa 600.000 Menschen versammelten.

 

 

2. Deutscher Evangelischer Kirchentag: Inhalt, Ausstrahlung, Eckdaten

 

2.1. Inhalt, Ziele

In der Präambel zur Ordnung des DEKT heißt es: „Der Deutsche Evangelische Kirchentag will Menschen zusammenführen, die nach dem christlichen Glauben fragen. Er will evangelische Christen sammeln und im Glauben stärken. Er will zur Verantwortung in der Kirche ermutigen, zu Zeugnis und Dienst in der Welt befähigen und zur Gemeinschaft der weltweiten Christenheit beitragen.“
 

Der DEKT hat sowohl als Bewegung als auch als Veranstaltung erklärtermaßen folgende Grundinhalte:


■ Einmischung der Christen in die Gesellschaft: Wahrnehmung ihrer Verantwortung
■ Erneuerung der Kirche
■ Annäherung der Gläubigen weltweit: Internationalismus
■ Bewahrung der Schöpfung: Ökologie
■ Inklusion aller in die Gesellschaft, egal, ob gesund, krank oder behindert

Neben der Sammlung lutherischer Christen wird intensiv der Dialog mit anderen Bevölkerungsgruppen, konfessionell organisierten und nichtreligiösen gesucht, um die Probleme der Gegenwart und Zukunft der Gesellschaft zu thematisieren. Die Bewahrung der Schöpfung spielt eine entscheidende Rolle: Kirchentage gehören zu den umweltfreundlichsten Großveranstaltungen in Deutschland, der Klimaschutz ist zentrales Thema.

 

2.2. Programm

 

Ein wichtiges Merkmal der Kirchentage ist, dass ein großer Teil der Besucher (bis zu einem Drittel der Dauerbesucher) gleichzeitig auch das Programm gestaltet. Auf den kulturellen Bühnen stehen vor allem begeisterte Amateure vom Kulturscheunen-Kabarett bis zum Gospelchor. Dieser von unten wachsenden Vielfalt verdanken Kirchentage ihren besonderen Reiz, dank dieser Konstellation dürfen sich nahezu alle Programme hoher Aufmerksamkeit sicher sein.

 

Im Gesamtablauf haben sich in den vergangenen Jahrzehnten eine Reihe inhaltlicher und organisatorischer Konstanten herauskristallisiert, die die Grundstruktur gegenwärtiger Kirchentage prägen und ihr charakteristisches Bild ausmachen.

 

Die Konstanten des Programms sind:
 

Eröffnungsgottesdienst

► Abend der Begegnung
Die Regionen der gastgebenden Landeskirche stellen sich mit vielfältigen kulinarischen und künstlerischen Köstlichkeiten vor; zudem wird ein breites Bühnenprogramm auf zahlreichen Bühnen über die Innenstadt angeboten. Der Abend der Begegnung ist in den letzten Jahren mit etwa 300.000 Besuchern in den vergangenen Jahren eines der größten Straßenfeste Deutschlands.

►Bibelarbeiten
Die einzelnen Tage beginnen mit Bibelarbeiten, wobei von Laien wie Künstlern oder Politikern, aber auch von Theologen vor unterschiedlichem Besuchermengen Bibeltexte interpretiert werden

 

Markt der Möglichkeiten

Hier präsentieren sich Hunderte kirchliche und nichtkirchliche Initiativen in der gastgebenden Stadt. Es gibt Stände zu fast allen streitbaren Themen in Gesellschaft und Religion.

Vorträge und Diskussionsveranstaltungen

Am Vor- und Nachmittag werden die thematischen Schwerpunkte des Kirchentags durch Vorträge und Podiumsdiskussionen vertieft. Daran nehmen auch zahlreiche Prominente aus Politik, Kirche und Gesellschaft teil, unter denen Mitglieder der Bundesregierung genauso zu finden sind wie Schauspieler, Musiker oder Fernsehmoderatoren. Die Zahl der Zuhörer schwankt von mehreren Dutzend bis zu mehr als 10.000, je nach Thema und Besetzung des Podiums.

Abendveranstaltungen

An den Abenden finden kulturell oder gottesdienstlich geprägte Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen statt. So gibt es Konzerte bekannter Popmusiker: Beim Kirchentag in Dresden 2011 traten unter anderem Nina Hagen, die Wise Guys, Laith Al-Deen und Andreas Bourani auf. Zum reichhaltigen Kulturprogramm zählen Aufführungen von Theater- und Kabarettgruppen und Konzerte religiöser Bläsergruppen in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen. In den letzten Jahren wurden auch zunehmend die bildenden Künstler zur Mitarbeit angeregt. Üblich sind große Open-Air Veranstaltungen, zu denen alle Bürger der Stadt bei freiem Eintritt eingeladen sind.

Abschlussgottesdienst

Der Kirchentag endet am Sonntag mit einer zentralen Schlussversammlung mit einem Abschlussgottesdienst, bei den vergangenen Kirchentagen jeweils mit über 100.000 Teilnehmenden.


2.3. Ausstrahlung / Zahl und Zusammensetzung des Publikums

Kirchentage werden seit 1999 von deutlich über 100.000 Dauergästen und einer schwer  überschaubaren Anzahl Tagesgästen besucht. Beim 27. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 18. bis 22. Juni 1997 in Leipzig waren 98.659 Dauerteilnehmende gezählt worden. Dazu kamen täglich über 5000 Tagesgäste. Beim jüngsten Kirchentag im Sachsen, 2011 in Dresden, gab es 119.000 Dauerteilnehmende.
Etwa die gleiche Zahl wurde beim Kirchentag 2013 in Hamburg erzielt. Dieser 34. Kirchentag bot vom 1. bis 5. Mai 2013 unter der Losung „Soviel du brauchst“ fünf Tage lang über 2500 Veranstaltungen. Die dabei erhobenen statistischen Eckdaten vermitteln ein eindrucksvolles Bild von der Zusammensetzung der Kirchentagsbesucherinnen und -besucher: Das Durchschnittsalter liegt bei 36,6 Jahre, also erheblich unter dem Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung (derzeit: 43 Jahre). 60% der befragten BesucherInnen hatten Abitur oder einen Studienabschluss, das Einkommensniveau war vergleichsweise hoch. Nach Hamburg reisten 92% der Teilnehmenden von außerhalb an.

Weder Macher noch Gästen sehen Kirchentage als innerkirchliche Nabelschau mit ausschließlich theologischen Themen. Auf die Frage nach dem, was sie vor allem vom Kirchentag erwarten, antworteten 53% der Befragten in Hamburg mit "Glaube / Spiritualität". 83 % jedoch freuten sich auf das "Gemeinschaftserlebnis", 81% auf "Begegnungen miteinander", 69% auf "Musik und Konzerte".
Die Auswirkungen auf den Tourismus sind nicht nur durch die Übernachtungszahlen während des Ereignisses erheblich, sondern vor allem danach: Selbst eine Millionenstadt wir Hamburg registrierte, dass es für ein Viertel der Besucher unter 35 Jahren der erste Besuch in der Hafenstadt war. Knapp 60% dieser Gruppe gaben an, unbedingt wiederkommen zu wollen.
 

Zum 35. DEKT 2015 in Stuttgart waren 97.000 Dauerteilnehmende und 32.000 Tagesgäste zu Gast, die sich vor allen in der Stuttgarter Innenstadt und im Stadtteil Bad Cannstatt ("Cannstatter Wasen") konzentrierten.

Das Jahr der 500. Wiederkehr der Veröffentlichung der 95 Thesen gegen den Ablasshandel durch Martin Luther wird von der weltweiten evangelischen Kirche mit besonderen Großveranstaltungen begangen.
Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag 2017 wird in Berlin stattfinden.

 

 

 

 

3. Das 500. Reformationsjubiläum 2017

 

Um die Veranstaltungen zum Jubiläum, insbesondere zum Reformationssommer 2017 zu planen, haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) gemeinsam Menschen aus Kirche und Gesellschaft in einen Leitungskreis berufen.

Hier sind außer Vertreterinnen und Vertretern des Rates der EKD und des Präsidiums des DEKT die Landeskirchen Mitteldeutschlands, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, die Europäische protestantische Ökumene (Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa), der Lutherische Weltbund (LWB), die evangelischen Freikirchen in Deutschland und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken vertreten. Den Vorsitz führt Professor Dr. Gerhard Robbers, Justizminister im Bundesland Rheinland-Pfalz.


Für die organisatorische Umsetzung und Planung der Events zum Reformationsjubiläum 2017 haben DEKT und EKD den Verein „Reformationsjubiläum 2017 e.V.“ gegründet. Die Geschäftsstelle wird von den Geschäftsführern Hartwig Bodmann und Ulrich Schneider geführt. Sie betreibt derzeit ein Büro in Berlin mit etwa 15 Mitarbeitenden und in Kürze ein Büro in der Lutherstadt Wittenberg. Für Leipzig ist ein Büro für den hiesigen „Kirchentag auf dem Weg“ (KadW) vorgesehen

Der Verein koordiniert vor allem Planung, Organisation und Durchführung von sechs Ereignissen bzw. Ereigniskomplexen, die im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen. Geschäftsführer Ulrich Schneider geht dabei von einem Gesam-Produktionsvolumen von ca. 50 Mio Eu aus.

 

Die zentralen Vorhaben sind:
 

Europäischer Stationenweg zur Geschichte der Reformation

Weltausstellung Reformation: „Tore der Freiheit“ in Wittenberg

36. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Berlin

Kirchentage auf dem Weg in Mitteldeutschland

Festgottesdienst auf den Wiesen an der Elbe vor den Toren der Lutherstadt Wittenberg

Konfirmanden- und Jugendcamps in der Gegend von Lutherstadt Wittenberg

 

Für die Stadt Leipzig ist neben dem „Kirchentag auf dem Weg“ insbesondere die „Weltausstellung Reformation“ relevant:

Sieben „Tore der Freiheit“ und damit verbundene Themenbereiche sollen in den Wallanlagen um die Wittenberger Altstadt den Blick für die Zukunft öffnen: Spiritualität, Jugend, Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung, Globalisierung, eine Welt, Kultur sowie Ökumene und Religion.

Geplant sind Präsentationen von Kirchen aus aller Welt, internationalen Institutionen, Organisationen, Initiativen etc. Ergänzend wird in den Sommerwochen ab dem 20. Mai ein umfangreiches Programm auf großen und kleinen Bühnen in der Stadt geboten, auf Podien und in Veranstaltungszelten wird zu Diskussionen, Debatten, Sessions und vielem anderen eingeladen. Motto: Zukunft heute an dem Ort, an dem vor 500 Jahren die Welt verändert wurde.
Kultureller Mittelpunkt wird ein Panorama von Yadegar Asisi zum Thema „Wittenberg 1517“ sein.
Für Leipzig ist dieser Reformationssommer in zwei Richtungen von großem Interesse:
Zunächst wird zu prüfen sein, inwieweit sich die Kommune im Rahmen der Weltausstellung als Luther-Stätte, also als Reiseziel für spirituelle Reisende anbieten kann.

Zweitens muss die Kommune dafür Sorge tragen, dass sie für die mehreren Hunderttausend erwartete Gäste der Weltausstellung als Ankunftsdestination und Beherbergungsort für einen längeren Besuch interessant wird.

Diese Themenkomplexe werden Gegenstand einer weiteren Vorlage zum Thema „Jubiläum 2017“ sein.



4. Kirchentag auf dem Weg 25. bis 28. Mai 2017


4.1. Organisatorischer Ansatz

Für die Verantwortlichen in den verschiedensten Gremien der deutschen und internationalen evangelischen Kirche(n) ist bereits länger klar, dass das 500. Jubiläum der Reformation in ganz besonderem Maß und in außergewöhnlichen Formen gefeiert werden müsste und würde.
Die Evangelische Kirche in Deutschland rief 2006 die "Reformationsdekade" ins Leben, die mit einzelnen Themenjahren gezielt auf das Jubiläumsjahr hinführt. Mit dem 800. Jahrestag der THOMANA-Trias spielte auch Leipzig bereits eine zentrale Rolle im Dekadenjahr "Reformation und Musik" 2012.

 

Bei der Planung der entscheidenden Feierlichkeit in Wittenberg für das Jahr 2017 war es die inzwischen zur Legende gewordene Schlussversammlung des Leipziger Kirchentages 1954, als sich im Rosental mehr 600.000 Menschen versammelten, die zu der Idee eines großen, festlichen Gottesdienst in Wittenberg führte. Dabei wird mit mindestens 200.000 Menschen gerechnet.
 

Ebenso klar war den Planern, dass schon aus Kapazitätsgründen der Kirchentag 2017 keineswegs in der Lutherstadt, sondern vielmehr in der Hauptstadt Berlin stattfinden müsste.

 

Für den Großgottesdienst in Wittenberg, wäre es schon logistisch nicht zu bewältigen, die Kirchentagsteilnehmer am Sonntag, dem 28.05.2017, nach Wittenberg zu transportieren.

Vielmehr wird hier eine organisierte Anreise aus allen Richtungen (darunter auch Berlin) geplant.

Die Reisenden zum Festgottesdienst sollen sich vorher in bestimmten Zentren Mitteldeutschlands sammeln und sich mit einer Vielzahl von Aktivitäten und Veranstaltungen gemeinsam auf das Großereignis einstimmen. Dies ist der Schlüssel zum Konzept der "Kirchentage auf dem Weg"

Das Konzept erscheint einleuchtend, doch es ist neu. Im Unterschied zu den eingeführten Kirchentagen, von denen sich die „Kirchentage auf dem Weg“ deutlich unterscheiden wollen und müssen, gibt es noch keine Erfahrungen. Die gebündelte Kraft der EKD, die Erfahrenheit der Umsetzer und die vorbehaltlose Unterstützung durch die sächsische Landeskirche sind wichtige Garanten für eine erfolgreiche Umsetzung.
Für die beträchtliche Anziehungskraft eines solchen Ereignisses sprechen folgende statistische Zahlen: Für die Evangelischen Kirchentage in Köln (2007) und Bremen (2009) waren jeweils 1900 Dauerteilnehmende aus Sachsen registriert worden. Für den Kirchentag in Dresden im Jahr 2011 hatten sich dagegen 32.000 Dauergäste aus Sachsen angemeldet. Ein deutlicher Indikator für die Attraktivität des Kirchentags in der ausrichtenden Region.

4.2. Kirchentag auf dem Weg in Mitteldeutschland 25. bis 28. Mai 2017

Sechs Kirchentage auf dem Weg werden in acht mitteldeutschen Städten stattfinden: Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Jena/Weimar, Dessau-Roßlau und Halle/Eisleben: kulturelle, spirituelle und touristische Stationen auf dem Weg zum gemeinsamen Festgottesdienst am 28. Mai 2017 in Wittenberg.

Dessau liegt kirchlich in der anhaltischen Landeskirche und Leipzig in der Evangelischen Landeskirche Sachsen. Die anderen vier Städte sind Teil der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands. In die attraktive Region sollen Menschen auch aus entfernteren Regionen und dem Ausland gezogen werden, die schon immer vorhatten, eine der ältesten und interessantesten Kulturlandschaften Deutschlands kennen zu lernen, die möglicherweise auch einen Pilgerweg gehen wollen.

Menschen aus der Region werden angelockt von populären Open-Air-Veranstaltungen und anderen attraktiven Kultur-Angeboten. Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird ein abwechslungsreiches Musik- und Konzertprogramm geboten. Christinnen und Christen sollen angesteckt werden von der Hochstimmung vor dem Gottesdienst am Sonntag in Wittenberg.

Die einzelnen Städte werden ein Programm bieten, das sich vom Kirchentag unterscheidet und charakteristisch für die Stadt, ihr Profil und ihre Struktur ist. Die Veranstaltungen beginnen in allen Städten der „Kirchentage auf dem Weg“ am Donnerstag, dem 25. Mai 2017 um 09.00 Uhr. Der erste Höhepunkt wird ein ökumenischer Himmelfahrtsgottesdienst am 25. Mai um 18.00 Uhr werden, der in allen Städten des KadW und in Berlin gefeiert wird. Durch Bild-Ton-Übertragungen aus allen in alle Städte soll eine Gemeinschaft über das Netz der Städte hinweg entstehen.

Die Programme der einzelnen Orte werden untereinander abgestimmt, um ungewünschte thematischen Dopplungen auszuschließen. Trotzdem treten die Kommunen durchaus in eine Wettbewerbssituation, denn die Attraktivität des Programms wird eine große Rolle bei der Entscheidung der Besucher für einen Sammelpunkt spielen. Für Leipzig wird es spezielle Abstimmungen mit Halle geben, die den Großraum in besonderer Weise herausheben.
Der "Kirchentag auf dem Weg" endet nicht mit der Abreise der Teilnehmenden nach Wittenberg. Ein großer Teil der Gäste wird in der Stadt bleiben, ein weiterer Teil nach dem Großgottesdienst wieder in die Ausgangsstadt zurückkehren, um von hier am Abend oder am nächsten Morgen die Heimreise anzutreten.
 

 
4.3. "Leipziger Stadtklang: Musik. Disput. Leben." Das Konzept für Leipzig

Der wichtigste Kirchentag auf dem Weg soll in Leipzig stattfinden. Hier wird derzeit mit mindestens 30.000 Dauerteilnehmenden gerechnet, dazu sollen an drei Tagen mehr als 20.000 Tagesgäste kommen. Darüber hinaus werden viele Tausend Interessierte aus der Stadt und aus dem Umland erwartet, die Interesse an den frei zugänglichen Veranstaltungen haben, ohne sich am Sonntag auf Weg nach Wittenberg machen zu wollen.


 

Schwerpunkt 1: Musik- und Bachstadt Leipzig

 

Thematisch wird sich das Programm in Leipzig vor allem auf zwei inhaltliche Schwerpunkte stützen, mit denen die Stadt davon ausgehen darf, für die Mehrheit der nationalen und internationalen Gäste der attraktivste Standort unter den einzelnen KadW zu sein..

Der erste Kristallisationspunkt ist die Musikstadt. In der lutherischen Religionsausübung spielt die Kirchenmusik eine zentrale Rolle - und Leipzig spielt mit dem 800 Jahren alten Thomanerchor und insbesondere durch das Kantorat Johann Sebastian Bachs eine herausragende Rolle in der evangelischen Kirchenmusik. Mit Max Reger lebte und starb der bedeutendste Kirchenmusiker des 20. Jahrhunderts ebenfalls in der Messestadt. Darüber hinaus hat die Stadt reichhaltige Traditionen auch in der weltlichen Musik. Mit diesem Pfund wird das Programm wuchern
Neben den musikalischen Highlights von hohem professionellem Anspruch werden Laienmusiker aus den Kantoreien der gesamten sächsischen Landeskirche von der Lausitz bis ins Vogtland regionale Akzente setzen und den Leipziger Kirchentag zur Angelegenheit ganz Kirchen-Sachsens machen. Den SängerInnen einer Kirchgemeinde sollen möglichst auch die anderen Gemeindemitglieder folgen.

 

Eine Besonderheit innerhalb des musikalischen Programms wird die Präsenz der evangelischen Bläser sein. Nicht zum „normalen“ Kirchentag in Berlin wird sich 2017 die Mehrheit der Kirchenmusiker versammeln, ihr Ziel wird nach den Erfahrungen des grandiosen Bläsertreffens von 2008 Leipzig sein: Etwa 10.000 Bläser werden nach Leipzig reisen und in verschiedenen Konstellationen beim „Kirchentag auf dem Weg“ zu erleben sein. Zum Ort ihrer gemeinsamen Probe in Vorbereitung des Wittenberger Auftritts wird die Messehalle 1 auf der Neuen Messe werden. Am Samstag, dem 27. Mai, wird (abgestimmt mit der Motette der Thomaner) auf einem zentralen Platz in der Innenstadt (Augustus- oder Leuschnerplatz) ein Großkonzert stattfinden. Unvergessliche Erlebnisse sind garantiert – bereits dieses Ereignis ist ein Alleinstellungsmerkmal des Leipziger "Kirchentages auf dem Weg", das beachtliche Zugkraft entfalten wird.

 

 

 

Schwerpunkt 2: Vor der Leipziger Disputation zur Friedlichen Revolution

 

Der zweite inhaltliche Schwerpunkt der Veranstaltungen in Leipzig leitet sich vom wichtigsten Ereignis der Reformationsgeschichte ab, das in Leipzig stattfand: Bei der Leipziger Disputation im Jahre 1519 referierten Luther und Melanchthon auf der einen, sowie der katholische Theologe Dr. Eck auf der anderen Seite über einige von Luthers Thesen, insbesondere ging es um die Rechtmäßigkeit des Ablasshandels. Die Disputation brachte die Unvereinbarkeit zentraler Thesen Luthers mit der Lehrmeinung der Papstkirche zutage ("Auch Konzilien können irren!") und gilt als zentrales Ereignis bei der Loslösung des evangelischen Glaubensbekenntnisses vom katholischen. Das Ereignis der Disputation soll weniger als Geschichtsexkurs unter Fokussierung auf ein historisches Ereignis in den Blick genommen werden. Vielmehr soll sich die Stadt als weltoffene, tolerante Bürgerstadt präsentieren, in der verschiedenste Meinungen vorurteilsfrei im Geist von Offenheit und Gewaltfreiheit diskutiert werden können.
Der Bogen soll sich vom Geist der Disputation 1519 bis zu den Ereignissen der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 spannen, wo die Zivilcourage mündiger Leipziger beispielgebend dazu beitrug, Veränderungsprozesse mit mindestens kontinentaler Tragweite zu initiieren.

Die Rolle der evangelischen Kirche in diesem Prozess wird Anknüpfungspunkt zu Diskussionen darüber sein, wie der friedliche Geist von´89 auch in den aktuellen gesellschaftlichen Konfliktfeldern wirksam werden kann.

Die Offenheit, der Stolz mündiger Bürger, die Vielfalt der Kultur und Meinungen prägen neben dem reichhaltigen Erbe als Musik-, Buch- und Messestadt die Kommune bis heute: Das muss die Botschaft aus Leipzig sein.

Über die konkreten Inhaltlichen Eckpfeiler hinaus soll Leipzig mit seinem Ruf als junge, lebendige, gastfreundliche, lebenswerte, architektonisch beeindruckende Metropole punkten – und im Ergebnis des Kirchentags diesen Ruf auch bei den Erstbesuchern dauerhaft manifestieren.

 

Diese Ansätze aufgreifend, soll der „Kirchentag auf dem Weg“ 2017 in Leipzig unter dem Motto: "Leipziger Stadtklang: Musik. Disput. Leben." stehen.

 

 

4.4. Vorbereitungsstruktur

Mit dem Kirchentag auf dem Weg betritt der Kirchentag Neuland. Es bedarf gründlicher und guter Vorarbeit, genügend Zeit und einer realistische Einschätzung und Einteilung vorhandener Mittel. Deshalb wurden bereits im Oktober 2013 durch den zentralen Leitungskreis Lenkungsausschüsse für die einzelnen Kommunen berufen
 

Lenkungssausschuss Leipzig (Sachsen)

 

Dietrich Bauer, Oberlandeskirchenrat, Evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsens

Hartwig Bodmann, Reformationsjubiläum 2017 e.V., Geschäftsführer

Hedwig Deipenwisch-Ruscher, Sächsisches Staatsministerium für Kultur
Jörg-Michael Schlegel, Landesposaunenwart Sachsen

Elena Krauße, Leiterin Themenmarketing und Kooperation , LTM GmbH

Dr. Ingolf Huhn, Intendant Theater Vorsitzender Landesausschuss Sachsen des DEKT

David Timm, Universitätsmusikdirektor, Universität Leipzig

Jan Witza, Referent für Jugendbildungsarbeit, Evangelisch- lutherische Kirche Sachsens

Christoph Seele, Oberkirchenrat, Beauftragter der evangelischen Landeskirche beim Freistaat

Barbara Likus, Reformationsjubiläum 2017 e.V.

Mario Zeißig, Abteilung Studienleitung, Deutscher Evangelischer Kirchentag

Tabea Köbsch, Stabsstelle Kommunikation und Koordination, Evangelisch- lutherische Landeskirche Sachsens

Gregor Giele, Propst, St. Trinitatis

Martin Henker, Superintendent, Kirchenkreis Leipzig

Frank Schmidt, Referent des Superintendenten, Kirchenkreis Leipzig

Caroline Schneider, Pers. Referentin des Synodalpräsidenten, Evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsens

Peter Matzke, Referent für Großveranstaltungen, Stadt Leipzig, Dezernat Kultur

 

Der Lenkungsausschuss berief im 2. Quartal 2015 verschiedene Projektgruppen zu Detailthemen.

Die "Projektgruppe Programm" besteht derzeit aus folgenden Mitgliedern:

 

Markus Leidenberger, Ev.-luth. Landeskirche Sachsens, Landeskirchenmusikdirektor

Prof. Dr. Dr. h.c. Christfried Brödel, ehem. Rektor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden

Prof. Dr. Alexander Deeg,  Universität Leipzig, Institut für Praktische Theologie

Franziska Severin, Operndirektion, Oper Leipzig

Dr. Ingolf Huhn, Erzgebirgische Theater- und Orchester GmbH

David Timm, Universität Leipzig,  Universitätsmusikdirektor

Andreas Mitschke, Ev.-Luth. Tabor-Kirchgemeinde in Leipzig-Kleinzschocher, Kirchenmusiker

Dr. Olaf Thormann, GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig, Direktor

Falk Elstermann, Soziokulturelles Zentrum naTo, Geschäftsführer

Jens Staude, Kirchenmusikdirektor Leipziger Land

Dr. Jeannette Stoschek, Museum der bildenden Künste Leipzig, Leiterin Graphische Sammlung

Prof. Hanns-Martin Schreiber, Prorektor für Künstlerische Praxis, Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig

Jörg-Michael Schlegel, Sächsische Posaunenmission e.V., Landesposaunenwart

Peter Matzke, Referent für Großveranstaltungen, Stadt Leipzig, Dezernat Kultur

 

 

Der Projektgruppe "Touristisches Programm" gehören an:

 

Elena Krauße, Leipziger Tourismus und Marketing GmbH (LTM), Leiterin Themenmarketing und Kooperationen Sales Manager Deutschland, Russland

Christa Schwarz, Leipzig Erleben GmbH, Gästeführerin, Leiterin der Luther-Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Werner Schneider, Notenspur Förderverein e. V., Leiter Leipziger Notenspur-Initiative

Kerstin Krumbholz, Amt für Gemeindedienst/Öffentlichkeitsarbeit beim Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Günther Grünewald, Reise Mission GmbH, Geschäftsführer

 

 

Weitere Projektgruppen sind in Aufbau:

Projektgruppe: „Arbeitstitel: Kneipentour“

Projektgruppe: „Arbeitstitel: Spirituelle Wasserwege“

Projektgruppe: „Arbeitstitel: Leipziger Kaffeetafel“

Projektgruppe: Diakonie

Projektgruppe: Jugend

Projektgruppe: Familienzentrum

 

Im Frühjahr 2016 und in Abhängigkeit von der Entscheidung des Stadtrates wird der Kirchentag auf dem Weg Leipzig 2017 ein Büro in der Stadt eröffnen, das sukzessive bis auf 20 Mitarbeiter anwachsen wird.

Die Zusage zur Unterstützung durch die Stadt ist für den „Reformationsjubiläum 20178 e.V.“ zur Vorbereitung der Veranstaltung unentbehrlich. Damit muss auch schon zum jetzigen Zeitpunkt gesichert sein, dass die Mittel entsprechend Beschlusspunkt 1 im Haushaltsplan 2017 veranschlagt werden.

 

5. Der „Kirchentag auf dem Weg“ 2017 und seine Wertschöpfungspotenziale
 

Die Wertschöpfungspotenziale einer Veranstaltung mit einem hohen Publikumsdurchsatz liegen auf verschiedenen Ebenen.

 

Der direkte Zugriff setzt sich aus zwei Faktoren zusammen:

1. Das Steueraufkommen, vor allem der Tourismuswirtschaft. Dieses wird mit etwa 2-3-% des durch die Gäste generierten Nettoumsatzes angegeben. Richtwerte sind dabei anerkannte 48,50 Euro als durchschnittliche Ausgabe eines Tagesbesuchers, 183,50 Euro als Tageskonsum für einen Übernachtungsgast. Hier muss einschränkend ergänzt werden, dass die Übernachtungsgäste eines Kirchentages im Wesentlichen in preisgünstigen Massenunterkünften übernachten, der Multiplikator also geringer ist)

2. Die Wertschöpfung aus den Ausgaben der Veranstalter in der Kommune. Etwa 1 Million Euro plant der Veranstalter direkt für Dienstleistungen der Stadt, Immobilien der Stadt und städtische Unternehmen auszugeben (vgl. Anhang). Darüber hinaus fließt eine erhebliche Summe über Aufträge ebenfalls in hier ansässige, arbeitgebende und steuerzahlende Unternehmen.

 

Die wirtschaftlichen Effekte aus dem Tourismus lassen sich in  tangible und intangible Effekte (Umwegrentabiliät) unterscheiden.

Die monetären (tangiblen) Effekte aus direkten Gästeausgaben sind bei (eher vorsichtig angesetzten) 30.000 Dauerbesuchern, das sind deutlich weniger als sächsische Dauerbesucher beim Kirchentag in Dresden, enorm. Über die Direktausgaben der Gäste hinaus gibt es indirekte Effekte wie Gewinne bei Lieferanten, Vor- und Dienstleistungserbringern u.a. sowie nicht unerhebliche induzierte Geldflüsse, die aus der höheren Kaufkraft der Beschäftigten des Tourismusgewerbes entstehen.

Von großer Wichtigkeit, obwohl (bzw. gerade weil) nicht oder nur bedingt monetär bezifferbar sind die intangiblen Effekte (Umwegrentabilität).
 

 

Die wichtigsten Faktoren beim „Kirchentag auf dem Weg“:

 

Image / Werbung / Mediawert
Kirchentage sind während ihrer Dauer Thema in allen wichtigen Nachrichtensendungen in Funk und Fernsehen, die Berichterstattung lässt sich kaum überschauen. Das wird erst recht zum 500. Jubiläum der Reformation so sein, auch wenn sie mehrere Ausrichter der KadW diese Aufmerksamkeit teilen müssen und es darüber hinaus noch einen regulären Kirchentag gibt. Leipzig wird es mit seiner Bedeutung als Stadt, seiner Geschichte und seinem Programm schaffen, hier eine herausragende Rolle zu spielen.

Die Botschaft einer besonders gastfreundlich und toleranten Kommune wird sich schon unmittelbar im Anschluss auszahlen, wenn Wittenberg in den Monaten der Weltausstellung Reformation Hunderttausende anziehen wird, die Beherbergung nachfragen.
Die Imagewerte, die zu erzielen sind, sind nachhaltig.

 

Mehrfachbesucher-Effekt
Wenn 60% der Erstbesucher des DEKT in Hamburg angeben, sich bei diesem Besuch die Anregungen für einen weiteren geholt zu haben, ist davon auszugehen, dass auch Leipzig einen solchen Wert erreichen kann. Schon jetzt gehen die Tourismusexperten davon aus, dass die Zahl der "Wiederholungstäter" unter den Leipzig-Besuchern signifikant hoch ist. Viele der Kirchentags-BesucherInnen werden mit Freunden oder Verwandten wiederkommen.
 

Infrastruktur / Kompetenzen
Mit jeder Großveranstaltung dieser Kategorie wird nicht nur nach außen die Fähigkeit der Kommune dokumentiert, solche Anforderungen zu bewältigen. Auch nach innen werden Infrastruktur-Schnittstellen optimiert, das Angebot der Gastgewerbes besser justiert, MitarbeiterInnen geschult etc. Mit jedem Großereignis wächst die Kompetenz in der Stadt zur Abwicklung des nächsten – ein wichtiger Punkt bei der Akquise nationaler und internationaler Großveranstaltungen.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 6 1 Beschlussausfertigung (129 KB)    
Anlage 5 2 15-08-31-Anhang1-KostenFinanzierungslan-Übersicht (65 KB)    
Anlage 1 3 15-08-31-Anhang2-Kalkulation (68 KB)    
Anlage 2 4 15-08-31- Anhang3-Personalkosten (54 KB)    
Anlage 3 5 15-08-31-Anhang4-Rückfluss (62 KB)    
Anlage 4 6 15-08-24-Anhang5-Wirtschaftlichkeitsberechung (123 KB)    
Stammbaum:
VI-DS-01881   "Kirchentag auf dem Weg" 25. - 28. Mai 2017   02.4 Dezernat Kultur   Beschlussvorlage
VI-DS-01881-ÄA-01   "Kirchentag auf dem Weg" 25. - 28. Mai 2017   Geschäftsstelle der SPD-Fraktion   Änderungsantrag