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Vorlage - VI-DS-01821  

 
 
Betreff: Bau- und Finanzierungsbeschluss zum Ersatzneubau der Brücke Seumestraße über den Knauthainer Elstermühlgraben in Verbindung mit einer außerplanmäßigen Aufwendung gemäß § 79 SächsGemO in 2016
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und Bau
Beratungsfolge:
FA Stadtentwicklung und Bau Information zur Kenntnis
24.11.2015    Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau      
FA Finanzen Information zur Kenntnis
07.12.2015    Fachausschuss Finanzen      
SBB Südwest Information zur Kenntnis
09.12.2015 
Stadtbezirksbeirat Leipzig-Südwest zur Kenntnis genommen   
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Lageplan
Bauwerksübersichtsplan

Beschluss des Oberbürgermeisters vom 17.11.2015:

 

1. Der Ersatzneubau der Brücke Seumestraße über den Knauthainer Elstermühlgraben wird

    realisiert (Baubeschluss gemäß Hauptsatzung § 6 (3) Ziffer 17 in der zur Zeit gültigen Fassung).
 

2. Im PSP-Element 7.0000577.700 werden 2016 303.400 € und im Innenauftrag 106654100010

   4.800 € bereitgestellt.

 

3. Die Einnahmen aus Landeszuweisungen werden im PSP-Element 7.0000577.705 2016 mit 

     162.200 € geplant.

 

4. Die unter Punkt 4 - Folgekosten ermittelten Kosten entstehen ab dem Jahr der Inbetriebnahme 

    der Verkehrsanlage. Diese Folgekosten werden zunächst zur Kenntnis genommen. Über eine

    zusätzliche Bereitstellung ist im Rahmen der jeweiligen Haushaltsplanung zu entscheiden. Die

    Mittel sind dann entsprechend durch das Fachamt anzumelden.

 

5. In 2016 werden im Innenauftrag 106654100010 – Stadtbeleuchtung investiv außerplanmäßige

    Mittel gem. § 79 SächsGemO in Höhe von 4.800 € bestätigt. Die Deckung erfolgt aus dem PSP-

    Element 1.100.61.1.0.01.01. In gleicher Höhe werden Mittel im PSP-Element 7.0000577.700

    gesperrt.



 


 

 

Finanzielle Auswirkungen

 

 

nein

x

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

x

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

2016

2016

     4.800

106654100010

Finanzhaushalt

Einzahlungen

2016

2016

162.200

7.0000577.705

 

Auszahlungen

2016

2016

303.600

7.0000577.700

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

x

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

ab Ver-kehrs-freigabe

 

107

  73

574

340

1.100.55.1.001

1.100.54.1.0.01.04

1.100.54.1.0.01.07

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

x

nein

 

wenn ja,

Beantragte Stellenerweiterung:

Vorgesehener Stellenabbau:

Beteiligung Personalrat

x

nein

 

ja,

 

 


Sachverhalt:
 

Zusammenfassende Erläuterung zur Wichtigkeit der Maßnahme:

 

Das Brückenbauwerk überführt die Seumestraße über den Knauthainer Elstermühlgraben in Leipzig-Knauthain. Die Brücke ist neben der Heidewegbrücke eine von zwei Erschließungsmöglichkeiten für die Grundstücke der Siedlung östlich des Elstermühlgrabens entlang der Erikenstraße/Seumestraße. Die Heidewegbrücke ist ebenfalls auf 16 t lastbeschränkt, mit Bauzustandsnote 2,8 aber noch besser in der Bausubstanz.

 

Erbaut wurde die Brücke Seumestraße ca. im Jahr 1870 als Gewölbebrücke. 1948 wurde die Brücke von 3,50 m auf 5,30 m verbreitert und 1979 auf die ursprüngliche Breite zurückgebaut. 2001 wurden die Gesimse neu betoniert und die Geländer von Brücken und Flügelwänden erneuert. Die lange Nutzungsdauer und intensive Nutzung haben entsprechende Spuren am Bauwerk hinterlassen. Das normative Nutzungsalter des Bauwerkes ist mit 145 Jahren weit überschritten.

 

Es wurde bereits 1993 eine Einstufung auf 16 t Lastbeschränkung veranlasst, da das Gewölbe eine zu geringe Deckung aufweist und auf Grund der nicht funktionsfähigen Dichtung eine extreme Durchfeuchtung sowie Sprödrisse im Ziegelmauerwerk auftraten. Außerdem sandet der Fugenmörtel aus, ist brüchig und mehrere Zentimeter tief ausgebrochen.

 

Die Standsicherheit und Dauerhaftigkeit des Bauwerkes sind beeinträchtigt. Die Verkehrssicherheit ist beeinträchtigt, aber noch eingeschränkt gegeben.

 

Gegenwärtig ist der Bauwerkszustand als ungenügend zu beschreiben. Der Bauwerksverfall ist mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand nicht mehr instand zu setzen, ein Neubau ist erforderlich.

 

Für die Maßnahme ergibt sich folgender Finanzbedarf für das Jahr 2016:

 

Auszahlungen:                                                        308.400

Einzahlungen:                                                                      162.200

Stadtanteil:                                                                      146.200

 

 

Begründung zum Bau- und Finanzierungsbeschluss Ersatzneubau der Brücke Seumestraße über den Knauthainer Elstermühlgraben

 

 

1. Grundlagen

 

         Mittelfristiges Investitionsprogramm im Straßen- und Brückenbau 2013 - 2020 (RBV-1774/13 vom 18.09.2013

         Sächsisches Straßengesetz (SächsStrG) vom 21.01.1993

 

Die technischen Grundlagen für das Bauvorhaben bilden der Bauwerksentwurf zum Ersatzneubau vom 04.12.2014 mit der Kostenberechnung vom 04.12.2014, aufgestellt nach der Richtlinie für das Aufstellen von Bauwerksentwürfen für Ingenieurbauten sowie der Landschaftspflegerische Fachbeitrag vom 05.05.2015, der Artenschutzrechtliche Fachbeitrag vom 20.08.2014 und die FFH-Vorprüfung vom 25.04.2015.

 

 

2. Veranlassung und Zielstellung

 

Derzeitige Situation

 

Das Brückenbauwerk Seumestraße dient der Überführung der Anlieger der Siedlung östlich der Eriken-/Seumestraße über den Knauthainer Elstermühlgraben und ist eine einbahnige Straße, die keine Randeinfassung und keine separaten Gehbahnen besitzt. Der Verkehrsraum wird von Fußgängern, Radfahrern und vom Fahrverkehr ohne bauliche Trennung genutzt. Die nutzbare Fahrbahnbreite ist mit ca. 2,62 m zu gering und die Brücke ist auf Grund ihres baulichen Zustandes seit der statischen Nachrechnung 1993 auf 16 t lastbeschränkt. Das Bauwerk ist eine im Kreisbogen gemauerte Ziegelgewölbebrücke.

 

Die aktuelle Bauwerksprüfung ergab eine fortschreitende starke Durchfeuchtung des Gewölbemauerwerks mit Aussinterungen und Stalaktiten sowie Risse und Abplatzungen im Ziegelgewölbebogen, eine unwirksame Dichtung und verschlissenen, teilweise rissigen und abgesackten Belag und nicht gedichtete Fugen. Außerdem sind die Flügel des Bauwerkes mangelhaft ausgebildet, die Gesimsunterseiten weisen großflächig Kiesnester mit freiliegender korrodierter Bewehrung auf und die Leitungen bzw. Kabel werden nicht vorschriftsmäßig überführt, Aufhängungen und Dämmungen sind verschlissen.

 

Die Schäden haben auf Grund des Materialverschleißes in den letzten Jahren stetig zugenommen und haben nunmehr ein Ausmaß erreicht, das einen Ersatzneubau erforderlich macht, da eine grundhafte Instandsetzung die Schäden nicht mehr vollständig beheben kann und wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist.

 

Nordöstlich unmittelbar an die Brücke grenzen das Landschaftsschutzgebiet Leipziger Auwaldsowie ein Vogelschutzgebiet, südöstlich auf dem angrenzenden Flurstück 121/6 (Seumestraße 169a) und 121/3 (Seumestraße 171) befinden sich zwei Biotope.

 

Während des Ersatzneubaus wird temporär in die Flächen des Landschaftsschutzgebietes sowie des Vogelschutzgebietes eingegriffen. Die erforderlichen Unterlagen wurden mit der Entwurfsplanung erarbeitet.

 

Zielstellung

 

Mit dem Ersatzneubau der Brücke wird die Erschließung der Siedlung östlich des Elstermühlgrabens dauerhaft sichergestellt und eine Erhöhung der Verkehrssicherheit in diesem Bereich erreicht.

 

Die Brücke Seumestraße wird durch einen kompletten Neubau ersetzt. Eine Weiterverwendung von alten Bauteilen beim Neubau ist auf Grund des großen Verschleißes nicht möglich. Errichtet wird ein einfeldriges Spannbetonrahmenbauwerk bestehend aus Fahrbahnplatte und beidseitigen Widerlagerwänden auf aufgelösten Bohrpfahlwänden. Von den technisch möglichen Bauvarianten ist der geplante einfeldrige Spannbetonrahmen die wirtschaftlichste und kostengünstigste Variante.

 

Die Bohrpfähle werden vor den vorhandenen Widerlagern eingebracht, um diese nicht vollständig abbrechen zu müssen.

 

 

2.1 Alternative bei Nichtrealisierung der geplanten Maßnahme

 

Es gibt keine Alternative zum Neubau. Es droht die Unterbrechung dieser Verkehrsverbindung und damit der Erschließung der Siedlung östlich des Elstermühlgrabens, da auch die Heidewegbrücke in den nächsten Jahren durch einen Neubau ersetzt werden muss. Deren Bau ist erst möglich, wenn die Brücke Seumestraße fertiggestellt wurde.

 

 

3. Beschreibung der Maßnahme und der Gestaltung

 

Die Baumaßnahme besteht aus folgenden Teilbereichen:

 

         Teilweiser Rückbau des Bestandsbauwerkes und Ersatzneubau der Brücke

         Anpassung der angrenzenden Straßenabschnitte beidseitig des Brückenbauwerkes

         Berücksichtigung der erforderlichen Maßnahmen am vorhandenen Leitungsbestand

         Grünmaßnahmen

         Verkehrsführung/Umleitung

 

 

 

 

 

3.1 Abbruch und Neubau Brücke

 

Die vorhandene Brücke wird nicht vollständig abgebrochen. Es erfolgt der Abbruch des Bogentragwerkes im Bereich zwischen den neuen geplanten Kopfbalken auf eine Höhe von 116,75 m NHN. Die Gründung des alten Brückenbauwerkes muss nicht zurückgebaut werden, da die neue Brücke auf Bohrpfählen gegründet wird, die vor den bestehenden Widerlagern angeordnet sind.

 

Der Ersatzneubau orientiert sich hinsichtlich der lichten Längen und Ausbildung des Bachbettes an der vorhandenen Situation.

 

Der geplante Überbau besteht aus einem Stahlbetonrahmen. Die Konstruktionshöhe beträgt 0,45 m.

 

Durch die Konstruktion der Brücke und die neue Entwässerungsplanung ist eine neue Lage der Flügelwände notwendig. Die Flügelwände verlaufen dadurch parallel zur Straßenführung der Anliegerstraße Seumestraße.

 

Der Ersatzneubau erhält eine neue Querschnittaufteilung.

 

Nördliche Kappe              1,00 m

Fahrbahnbreite               3,50 m

südliche Kappe              1,00 m

Gesamtbreite                            5,50 m

 

Die nutzbare Breite zwischen den Geländern beträgt 5,12 m, der Kreuzungswinkel zum Elstermühlgraben wie im Bestand 100 gon, die Stützweite 6,03 m, die lichte Weite zwischen den Widerlagern 4,78 m, die kleinste lichte Höhe 2,42 m.

 

Der Ersatzneubau erfolgt unter Vollsperrung. Für Fußgänger und Radfahrer wird nördlich des Baubereiches eine Behelfsbrücke errichtet, die auch für erforderliche Leitungsumverlegungen während der Bauzeit genutzt wird.

 

 

3.2 Straßenanpassung

 

Der Umfang der Straßenbauarbeiten ist in folgenden Punkten zusammengefasst:

 

         grundhafter Ausbau beidseitig des Brückenbauwerkes über die gesamte Straßenbreite (Länge auf der Westseite ca. 5 m im Einmündungsbereich Erikenstraße/Seumestraße und auf der Ostseite ca. 15 m)

         Anpassung des Straßenneubaus an die vorhandene Straße in den beidseitigen Anschlussbereichen des grundhaften Ausbaus Hoch- und Tiefborde herstellen

         Bankette herstellen, Breite und Neigung im Anschlussbereich an die vorhandene Situation anpassen

 

Eine Anordnung von einer einseitigen Gehbahn im Bereich des Abzweiges der Seumestraße ist aufgrund des geringen Fußgängeraufkommens und der nicht vorhandenen weiterführenden Gehwege im Bereich der Siedlung nicht erforderlich. Vor der Wohnbebauung wird entlang des Abzweiges Seumestraße eine Befestigung mittels Schotterdecke und Splittgemisch vorgesehen. In den übrigen Bereichen wird ein Bankett mit einer Breite von 1 m ausgeführt, das nordöstlich der Brücke auf 0,50 m Breite reduziert wird, um den Eingriff zu vermindern. Diese werden mit einem Kies-Schotter-Gemisch und einem Splittgemisch hergestellt.

 

Während der Bauzeit wird ober- und unterstromig, im Abstand von der Achse des Brückenbauwerkes ca. 8,00 m ein Fangedamm hergestellt, um den Zutritt des Bachwassers in die Baugrube zu verhindern. Das anfallende Wasser wird mittels Bachverrohrung DN 800 durch die Baugrube geleitet.

 

 

3.3 Maßnahmen am vorhandenen Leitungsbestand

 

Mit dem Brückenüberbau werden folgende Versorgungsleitungen überführt:

 

Nordseite:              - Elt-Kabel der Netz Leipzig GmbH                                          1 DN 100

                            - Stadtbeleuchtung                                                                      1 DN 100

                            - Leerrohr                                                                                    1 DN 80

 

Südseite:               - Deutsche Telekom AG                                                        3 DN 50

                            - Leerrohr                                                                                    1 DN 80 

 

Unter der Brücke mit Führung durch die Widerlagerwand: Trinkwasserleitung zur Versorgung Elsterstausee 1 DN 80 WKG-Rohr (180 mm Außendurchmesser)

 

Alle Medien müssen während der Baumaßnahme mit Provisorien weiter in Betrieb bleiben und werden vor der Baumaßnahme aus dem Baufeld heraus auf die Behelfsbrücke umverlegt.

 

 

3.4 Belange des Artenschutzes/Grünmaßnahmen/Schutzgebiete

 

Im Zuge der Baumaßnahme müssen Gehölze (eine Eiche, ein Apfelbaum und junge Robinien) sowie Strauchwerk und krautige Vegetation entfernt werden. Im Baubereich des südöstlichen Flügels müssen 2 Eichen mit einem Stammdurchmesser von jeweils 50 cm geschützt werden. In den weiteren Baumbestand wird nicht eingegriffen, die Bäume sollen hier weitgehend erhalten werden.

 

Die erforderlichen Baumfällungen sowie die Entnahme von Gehölzen erfolgen im Herbst/Winter 2015/2016. Es wird vor Ausführung der Bauabschnitte und Einzelmaßnahmen auf geschützte Arten kontrolliert und diese werden ggf. abgefangen und umgesiedelt.

 

Die erforderlichen Unterlagen für den Landschaftspflegerischen Fachbeitrag, den artenschutz-rechtlichen Fachbeitrag und die FFH-Vorprüfung wurden erstellt.

 

Es wird eine ökologische Bauüberwachung beauftragt, die die Maßnahmen überwacht.

 

 

3.5 Verkehrsführung/Umleitung

 

Eine großräumige Umleitung ist nicht erforderlich, da der Abzweig der Seumestraße nur als Anbindung des Wohngebietes dient. Dieses ist während der Bauzeit über die Heidewegbrücke, den Heideweg und die Straße Am Elsterbogen erschlossen. Auf Grund der benötigten Arbeitsflächen ist die Erikenstraße/Seumestraße im Baubereich halbseitig zu sperren und der Verkehr ist wechselseitig an der Baustelle vorbeizuführen.

 

Für Fußgänger und Radfahrer wird ca. 6 m nördlich der Brücke eine Behelfsbrücke zur Querung des Baubereiches errichtet.

 

 

4. Finanzierung

 

Grundlagen

 

Grundlage ist die Kostenberechnung nach der Anweisung zur Kostenberechnung für Straßenbaumaßnahmen(AKS) vom 04.12.2014.

 

Baukosten

 

Die Gesamtkosten betragen inklusive 19 % Mehrwertsteuer und notwendiger Planungsleistungen 308.400 .

 

Straßenausbaubeiträge

 

Eine Refinanzierung der Kosten über Straßenausbaubeiträge ist nicht möglich, da in Bezug zur Länge kein abrechnungsfähiger Abschnitt entsteht.

 

Fördermittel/Finanzierung

 

Auf der Grundlage der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit für die Förderung von Straßen- und Brückenbauvorhaben kommunaler Baulastträger vom 24.08.2010 kann diese Maßnahme gefördert werden.

 

Die Förderquote beträgt 75 % der förderfähigen Kosten. Seitens der Landesdirektion Sachsen werden vorerst 5 % der Fördermittel einbehalten und erst nach der Übergabe des Verwendungsnachweises durch die Stadt Leipzig und dessen Prüfung ausgereicht. Somit ergibt sich eine Förderquote von 75 %/95 %.

 

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr ermittelt erst in der Phase der Verwendungsnachweis-prüfung, ob auch die Einzelpositionen anerkannt werden, bei denen eine 10%ige Überschreitung der Mengen eingetreten ist. Dazu kommt, dass nach den geltenden Nebenbestimmungen Nachträge bis zu einer Höhe von 10.000 nicht als zuwendungsfähig anerkannt werden.

 

Bis zu einer Höhe von 10 % der zuwendungsfähigen Baukosten der Brückenbaumaßnahme sind die dafür anfallenden Planungskosten förderfähig.

 

Deshalb wird der Fördermittelantrag auf die ermittelte Einzahlung von 178.400 gestellt.

 

Für die Einordnung in den Haushalt wird von einer Einzahlung von 162.200 ausgegangen.

 

Bei den Einzahlungen von Fördermitteln kann es zu geringen Änderungen kommen, wenn die zuwendungsfähigen Kosten durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr nicht in der beantragten Höhe festgestellt werden sollten. In diesem Fall würde sich der Stadtanteil erhöhen.

 

Die im Haushaltsplan 2016 eingestellten Zahlen für die mittelfristige Finanzplanung wurden durch die Kostenberechnung vom 04.12.2014 untersetzt. Es ergibt sich derzeit folgender Finanzbedarf:

 

Brücke Seumestraße

gesamt

2016

7.0000577.700 (Auszahlung)

106654100010 (Aufwand)

303.600 EUR

 

    4.800 EUR

303.600 EUR

 

    4.800 EUR

Einnahmen 7.0000577.705 (Einzahlung)

162.200 EUR

162.200 EUR

Stadtanteil

146.200 EUR

146.200 EUR

 

Beteiligung Dritter/Kostenteilung

 

Eine Kostenteilung mit den Versorgungsunternehmen ist vorgesehen und erfolgt gemäß den abgeschlossenen Koordinierungsverträgen.

 

In den oben abgebildeten Jahresscheiben sind die anteilig von den Versorgungsunternehmen zu tragenden Kosten nicht enthalten, da diese Kosten direkt vom Versorger an den Auftragnehmer der Bauleistung gezahlt werden.

Folgekosten

 

Die üblichen Aufwendungen für Wartung und Instandhaltung werden planmäßig im Ergebnishaushalt (PSP 1.100.54.1.0.01.07) eingestellt.

 

Die durch die Stadt zu betreuende Verkehrsfläche verringert sich geringfügig durch die Ausrundung im Kurvenbereich gegenüber dem Bestand. 

 

Für gegenüber dem Bestand zusätzliche bzw. neu hinzukommende Straßenbäume und Beleuchtungen entstehen diese Folgekosten:

 

Folgekosten pro Jahr

 

 

Bezeichnung

PSP-Element

Aufwand/Einheit und Jahr

Straßenbäume

Gehölzfläche

Rasenfläche

1.100.55.1.0.01

1.100.54.1.0.01.04

 

53,32 /Stück x 2

   2,71 /m² x 24 m²

   0,52 /m² x 16 m²

Brückenbauwerk

1.100.54.1.0.01.07

0,5% von ((35 m² -19,7 m²) x 7.500 = 114.750)

Beleuchtung

 

170 /Lichtpunkt

 

Die ab der Inbetriebnahme der Verkehrsanlage entstehenden Folgekosten sind zusätzlich im Ergebnishaushalt aufzunehmen.                                                                              

 

 

5. Grunderwerb

 

Es ist kein Grunderwerb erforderlich. Es müssen nur 9 m² Fläche eines angrenzenden privaten Eigentümers vorübergehend in Anspruch genommen werden. Dies wird über die Maßnahme finanziert.

 

 

6. Kinderfreundlichkeit

 

Mit der Herstellung einer Regelfahrspur werden die bisherigen beengten Verhältnisse im Bereich der Brücke und damit Übersichtlichkeit und Verkehrssicherheit verbessert. 

 

Es besteht die Möglichkeit, die Kappen zu begehen. Die daran anschließenden Bankette laufen auf Fahrbahnniveau aus.

 

Die Absturzsicherung auf der Brücke entspricht den Empfehlungen des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

 

 

7. Barrierefreiheit

 

Die Entwurfsplanung der Brücke wurde mit der Beauftragten für Senioren und Menschen mit Behinderungen abgestimmt.

 

 

8. Bauzeit

 

Folgender Grobablauf ist geplant:

 

Dienstberatung OBM:                                                                                                  10.11.2015

Fördermittel-Antrag:                                                                                                  15.10.2015

Fördermittel-Bescheid:                                                                                    15.01.2016

Haushaltfreigabe:                                                                                                  15.01.2016

Beginn des Ausschreibungsverfahrens:                                                        30.01.2016

Vergabegremium:                                                                                                  24.03.2016

Baubeginn:                                                                                                                09.05.2016

 

Die Bauzeit wird ca. 6 Monate betragen bis Anfang November 2016.

 

 

9. Sonstiges

 

Altlasten

 

Die Abbruchmaterialien der Brücke und der auszuhebende Boden im Baubereich wurden auf Altlasten untersucht und Entsorgungswege festgelegt. Die Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf Altlasten. Die betroffenen Flächen sind auch nicht als Altlastenverdachtsflächen bei der Bodenschutzbehörde des Amtes für Umweltschutz erfasst.

 

Archäologie

 

Mit archäologischen Funden ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht zu rechnen. Sollten während der Abbruch- und Aushubarbeiten archäologische Funde auftreten, werden alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet.

 

Kampfmittel

 

Laut Abfrage beim Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen liegen keine Verdachtsmomente auf Kampfmittel vor. Vor dem Einbringen der Bohrpfahlgründung und dem Bodenaushub erfolgen Kampfmitteluntersuchungen. Sollten während der Abbruch- und Aushubarbeiten Kampfmittelfunde auftreten, werden alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet.

 

Anliegerinformation (Öffentlichkeitsarbeit)

 

Anliegerinformationen erfolgen zeitnah zur beginnenden Maßnahme durch das Verkehrs- und Tiefbauamt sowie die betroffenen Versorgungsunternehmen sowie bei technologischen Erfordernissen für die jeweiligen eigenen Anlagen.