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Auszug - Teilfachplan Offene Seniorenarbeit 2019  

 
 
SBB Mitte
TOP: Ö 5.3
Gremium: SBB Mitte Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 13.06.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 21:15 Anlass: Sitzung
Raum: Stadtbüro
Ort: Burgplatz 1, 04109 Leipzig
VI-DS-06949 Teilfachplan Offene Seniorenarbeit 2019
   
 
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis

Frau Brodowski vom Sozialamt stellt die Vorlage vor. Begegnung und Beratung für Senioren sind Hauptthema der Vorlage. Es gibt viele Personen in Leipzig, die im Alter allein leben und auf Sozialhilfe angewiesen sind. Die Seniorenarbeit wird in Leipzig ausschließlich über freie Träger geleistet. Zur Erstellung des Teilfachplans wurden ein Förderprogramm von 2012 und das INSEK berücksichtigt, ebenso wie eine Umfrage und ein Beteiligungskonzept mit dem Seniorenbeirat und den freien Trägern.

 

Die offenen Seniorenarbeit soll die soziale Teilhabe der Senioren ermöglichen, Angebote unterbreiten, das Engagement stärken und Altersarmut entgegenwirken. Es soll mehr kostenlose Angebote geben - offen und niedrigschwellig. Man möchte sich klar von Angeboten des betreuten Wohnens unterscheiden. Auch Personen mit körperlichen Einschränkungen sollen die Angebote nutzen können. Generationsübergreifende Angebote sollen entwickelt werden, die Betreuungsqualität soll gehoben werden. Weitere Angeboten für Senioren sollen in neun weiteren Ortsteilen gemacht werden, besonders im Randbereich der Stadt. In den Ortsteilen mit vielen älteren und armen Alleinstehenden soll mehr Arbeit geleistet werden. Fachkräfte müssen gewonnen werden, um diese Arbeit auszuführen. Zur Verbesserung der Fachkräfteverfügbarkeit sollen auch Weiterbildungen angeboten werden.

 

Um die genannten Ziele zu erreichen wird mehr Geld in die Hand genommen - ab 2019 von 300.000 bis 600.000 Euro mehr pro Jahr. In Leipzig Mitte ist die Situation weniger problematisch, da der Altersdurchschnitt gering ist und bereits heute relativ viele Angebote unterbreitet werden. Im Zentrum möchte man sich verstärkt auf das Zentrum Südost und Zentrum Süd konzentrieren. Die Angebote in der Wintergartenstraße und Gerberstraße sollen in den nächsten Jahren nicht länger gefördert werden, da diese nicht niedrigschwellig genug sind.

 

Herr Fehske fragt, ob es sich ausschließlich um freie Träger handelt, die die Seniorenarbeit leisten. Frau Brodowski bestätigt dies; die Stadt selbst macht keine Angebote. Herr Biederstedt fragt, ob in Zukunft mehr Zeit für die Evaluierung aufgewendet werden muss. Er befürchtet organisatorischen Mehraufwand und fragt, ob diese Sorge entkräftet werden kann. Frau Brodowski betont, dass eine gewisse Dokumentation geleistet werden muss. Sie möchte jedoch, dass dies so wenig Aufwand wie nötig bedeutet und trotzdem nützliche Information generiert werden können.

 

Frau Gründel sagt, wie die Situation für Rollstuhlfahrern ist - die Probleme mit der Straßenbahn haben. Frau Borowski sagt, dass von der Stadt selbst keine Mittel zur Barrierefreiheit zur Verfügung gestellt werden. Sie bittet Frau Gründel sich zu diesem Fall direkt an die LVB zu wenden.

Herr Fehske fragt, warum die Stadt in diesem Bereich nicht selbst als Anbieter auftritt und wie man sich eine Qualitätsverbesserung trotz der angespannten Personalsituation vorstellt. Frau Borowski antwortet, dass auch in diesem Fall das Prinzip der Subsidiarität gilt. [Anmerkung - Zitat aus Wikipedia zu Subsidiarität: „Die jeweils größere gesellschaftliche oder staatliche Einheit soll nur dann, wenn die kleinere Einheit dazu nicht in der Lage ist, aktiv werden und regulierend, kontrollierend oder helfend eingreifen.“]

 

Herr Fehske sagt, dass ja bereits Probleme festgestellt wurden, er befürchtet, dass die freien Träger allein den anstehenden Aufgaben nicht ausreichend gewachsen sind. Frau Borowski sagt, dass bestimmte neue Instrumente zur Verfügung stehen, die zuvor nicht vorhanden waren. Zum Fachkräftemangel findet sich eine Bemerkung in Anlage 4. Es wird Flexibilität gezeigt - die Definition von Fachkräften mit pädagogischem Schwerpunkt wurde breiter aufgestellt. Die Konkurrenzsituation auf dem Arbeitsmarkt ist ihr bewusst.

 

Herr Biederstedt fragt nach dem Feedback aus dem Seniorenbeirat, der am gleichen Tag tagte. Sie betont, dass einstimmig für die Vorlage votiert wurde. Man will noch präzisiere Informationen zu verschiedenen Themen haben (Versorgungsgebiete, Komm- und Geh-Struktur, Lenkung von Mitarbeitern, Fortbildung etc.).

 


Abstimmungsergebnis: 10/0/0