Ratsinformationssystem

Auszug - Straßenbaumkonzept der Stadt Leipzig  

 
 
SBB Mitte
TOP: Ö 5.1
Gremium: SBB Mitte Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 13.06.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 21:15 Anlass: Sitzung
Raum: Stadtbüro
Ort: Burgplatz 1, 04109 Leipzig
VI-DS-04570 Straßenbaumkonzept der Stadt Leipzig
   
 
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport
 
Wortprotokoll
Abstimmungsergebnis

Herr Dittmar (Leiter des ASG) bedankt sich für die Gelegenheit, die Vorlage im Beirat vorstellen zu können. Herr Fried hält eine Präsentation zum Thema.

 

Straßenbäume werden als gestalterisches, verschönerndes Element verstanden. Bäume müssen aber auch in ihrer Komplexität und in ihrer Bedeutung für unterschiedliche Zwecke verstanden werden. Sie sind ein wichtiges Element für das Stadtklima und gegen die übermäßige Aufheizung der Stadt - ebenso gegen Luftverschmutzung. Straßen ohne Bäume erscheinen unvollständig. Obwohl auch sie Platz benötigen, nutzen sie den Raum effizient aus.

 

Es ist ein Ziel der Stadt Leipzig jährlich circa 1000 neue Straßenbäume zu pflanzen. Ein Ergebnisdiagramm der vergangenen Jahre wird vorgestellt. Bis 2003 wurden viele neue Bäume gepflanzt, dies wurde durch große Straßenbaumaßnahmen ermöglicht. In den letzten Jahren wurden weniger Bäume gepflanzt. Im Jahr 2018 wurden, zum ersten Mal seit längerer Zeit, wieder mehr als 1000 Bäume zusätzlich gepflanzt. Ein Prozent des Bestandes muss jedes Jahr nachgepflanzt werden um abgegangene Bäume zu ersetzen. Das spontane Grün wird durch die Bebauung von Straßenlücken immer weiter zurückgedrängt.

 

In den letzten Jahren gab es auch Bürgerbeteiligungen zum Thema, um zum Beispiel die zukünftigen Baumstandorte zu visualisieren. Der existierende Baumbestand soll gesichert werden, die Neupflanzungen werden nachrangig behandelt. Größere Erstpflanzungsprojekte sollen mit der Öffentlichkeit diskutiert werden. Zusammen mit dem Amt für Tiefbau und Verkehr geht man daran Erstpflanzungen in bestimmten Straßen durchzuführen. Die geschieht teilweise ohne größere Straßenumbaumaßnahmen, nach dem Zwickauer Modell; als Beispiel werden Neupflanzungen in der Gustav-Adolf-Straße und der Kochstraße genannt. Auch im ländlichen Bereich werden Pflanzungen durchgeführt (Beispiel: Kleinpösna).

 

Herr Fehske fragt zur Baumart „Stadtlinde", die präferiert wird, aber durch das Abregnen von Honigtau gewisse negative Aspekte hat. Herr Fried erklärt, dass es sich um eine Unterart der Winter-Linde (Tilia cordata) handelt, die für den Stadtraum gezüchtet wurde. Diese ist geringer durch Honigtau „belastet" als wilde Linden. Linden (Tilia) sind typisch für Leipzig und gut auf den Standort angepasst. In Zukunft möchte man vermehrt auf Silber-Linden (Tilia tomentosa) setzen, da das Problem Honigtau weniger problematisch ist.

 

Herr Pörner fragt zu den Abgängen von Bäumen, was sind die Gründe hierfür? Es werden von Herrn Fried verschiedene Gründe genannt: fehlende Standsicherheit oder Schäden durch Anfahrt oder Tausalze. Herr Dittmar betont, dass es notwendig ist die Verkehrssicherheit zu garantieren; Bäume die von Fäule durch Pilzbefall betroffen sind, können diese gefährden. Die Klimaveränderung der vergangenen Jahre ist für einige Baumarten bestandsbedrohend.

Herr Pörner fragt nach dem Umgang mit den Baumschäden und die Entfernung von umliegendem Wiesengrün. Ebenso möchte er wissen, wie die Baumscheiben durch Anwohner gepflegt werden können. Herr Dittmer verweist darauf, dass das Engagement der Bürger für Baumscheibenpatenschaften durch das ASG gefördert wird. [Anmerkung: Auf der Seite der Stadt gibt es ein Dokument: „Hinweise für die Bepflanzungen von Straßenbaumscheiben".]

 

Frau Weber fragt zur Karte mit den eingezeichneten geplanten Maßnahmen und nach den Leitungen, die eine Bepflanzung verhindern. Herr Dittmar betont, es gibt das Ziel die Straßen „trassenfrei" zu bekommen, um die Bepflanzung zu ermöglichen. Herr Handrick fragt nach häufigsten Gründen warum bestehende Baumscheiben nicht bepflanzt werden. Herr Dittmar sagt, es kann auch an Platz über der Baumscheibe mangeln zum Beispiel durch Straßenbahnleitungen. Zudem muss die Nahrungskonkurrenz von benachbarten Bäumen mit beachtet werden. Es soll sichergestellt werden, dass die Bäume 80-100 Jahre in der jeweiligen Baumscheibe wachsen können. Einige Baumscheiben sind hierfür zu kurz, da man auch bedenken muss, dass in Zukunft Straßenbäume - bedingt durch geringere Niederschlagsvolumina - einen größeren Wurzelraum benötigen.

 

Herr Biederstedt dankt für die Vorstellung der Vorlage. Er fragt, welche Stellschrauben in der Zukunft gedreht werden können, um mehr Neupflanzungen zu ermöglichen. Ebenso möchte er wissen, wie man auf die Prognosen zukünftiger Wasserknappheit für Leipzig reagiert. Herr Dittmar sagt, dass größere Baumscheiben geschaffen werden sollen - womit man auf den höheren Bedarf an Wurzelraum reagiert. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Ämtern wurde ein Straßenbaumkonzept erarbeitet. In Zukunft soll auch mehr Wasser in der Stadt gehalten werden, Regenwasser soll vor Ort versickern. Zusammengefasst wird das Konzept unter dem Begriff „Schwammstadt". [Anmerkung: Das Bundesumweltamt und das BBSR haben hierzu bereits Veröffentlichungen publiziert.]

 


Abstimmungsergebnis: 10/0/0