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Vorlage - VII-DS-00830-NF-03  

 
 
Betreff: Mitarbeiterbefragung in der Stadtverwaltung 2019 - Ergebnisse und zentrale Maßnahmen
Anlass: Verwaltungshandeln
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Neufassung
Einreicher:Dezernat Allgemeine Verwaltung
Beratungsfolge:
FA Allgemeine Verwaltung Vorberatung
12.05.2020    Videokonferenz FA Allgemeine Verwaltung      
FA Finanzen 2. Lesung
18.05.2020    FA Finanzen      
Ratsversammlung Beschlussfassung
20.05.2020 
Ratsversammlung, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig vertagt     
28.05.2020 
Ratsversammlung - Fortsetzung vom 20.05.2020, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
MehrausgabenPersonalentwicklung
MehrausgabenMitarbeiterdialoge
PraesentationErgebnissederMitarbeiterbefragung

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

  1. Der Stadtrat nimmt die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung in der Stadtverwaltung Leipzig 2019 (Anlage 3) zur Kenntnis.
  2. Der Stadtrat nimmt den Bearbeitungsprozess und das Vorgehen zum Umgang mit den Ergebnissen der Mitarbeiterbefragung zur Kenntnis. Der Oberbürgermeister informiert den Stadtrat Ende 2020 über die Ergebnisse des Auswertungsprozesses und das weitere Vorgehen.
  3. Die überplanmäßigen Aufwendungen für Personalentwicklungsmittel nach § 79 (1) SächsGemO für das Haushaltsjahr 2020 i.H.v. 1.200.000 € im PSP-Element 1.100.11.1.2.02.50 werden bestätigt. Die Deckung erfolgt aus dem PSP-Element „Steuern, allgemeine Zuweisungen, allgemeine Umlagen“ (1.100.61.1.0.01.01) im Sachkonto „allgemeine Schlüsselzuweisungen vom Land“ (31110000).  
  4. Die Bestätigung der außerplanmäßigen Aufwendungen für die zentrale Durchführung von Dialogformaten für Mitarbeiter/-innen nach § 79 (1) SächsGemO für das Haushaltsjahr 2020 i.H.v. 50.000 € im PSP-Element 1.100.11.1.2.02.50 werden zur Kenntnis genommen. Die Deckung erfolgt aus PSP-Element „Steuern, allgemeine Zuweisungen, allgemeine Umlagen“ (1.100.61.1.0.01.01) im Sachkonto „allgemeine Schlüsselzuweisungen vom Land“ (31110000).
  5. Die ausgewiesenen Mehrbedarfe für Personalentwicklung und Mitarbeiterdialoge für die Jahre 2021 ff. sind im Rahmen der Haushaltsplanung zum Doppelhaushalt 2021/2022 durch das Personalamt zu berücksichtigen und anzumelden. Über die Bereitstellung wird im Rahmen des Planungsprozesses entschieden.
  6. Die weiteren zentralen Maßnahmen werden zur Kenntnis genommen. Der Oberbürgermeister informiert den Stadtrat Ende 2020 über den Stand.

 

 

 

 

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Im Jahr 2019 wurde in der Stadtverwaltung Leipzig eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Nach der Auswertung der Mitarbeiterbefragung wurden die Ergebnisse der Befragung durch die Führungskräfte der Fachämter mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgewertet und Maßnahmen im eigenen Verantwortungsbereich abgeleitet, die im Folgenden umgesetzt werden. Im Ergebnis der Befragung wurden in 4 Befragungsbereichen auch wesentliche zentrale Maßnahmen abgeleitet. Diese betreffen die Führungskultur in der Stadtverwaltung, die Personalentwicklung, die Zusammenarbeit in der Stadtverwaltung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und werden in der Vorlage zum Beschluss vorgestellt.

 

 


 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Finanzielle Auswirkungen

 

nein

x

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

2020

Laufend

1.200.000

1.100.11.1.2.02.50

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

x

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

x

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

/

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

/

 

III.  Strategische Ziele

 

Im INSEK wird deutlich herausgestellt, dass die Ziele des INSEK nur dann erreicht werden können, wenn sich die Verwaltung hin entwickelt zu einer modernen, gesamtstädtisch denkenden Verwaltung im Sinne einer flexiblen, lernenden Organisation, die ihr Handeln an strategischen Zielen, aktuellen Handlungserfordernissen und den künftigen finanziellen Ressourcen ausrichtet. Die Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen, die Vorbildfunktion der Führungskräfte und eine funktionierende bereichsübergreifende Zusammenarbeit sind dafür unerlässlich. Darüber hinaus muss die Stadtverwaltung eine attraktivere Arbeitgeberin werden, um in Zeiten des Fachkräftemangels gutes Personal zu binden und geeignetes Personal zu finden und damit die Aufgabenerfüllung der Stadtverwaltung zu gewährleisten.

 

IV. Sachverhalt

1. Anlass

 

Vom 4. März 2019 und bis zum 22. März 2019 fand in der Stadtverwaltung Leipzig eine Mitarbeiterbefragung statt. Ziel der Befragung war es, die nach innen wirkende Arbeitgebermarke und die Umsetzung der Führungsleitlinien zu evaluieren, Einflussfaktoren auf die Arbeitszufriedenheit und Ansatzpunkte zur Erhöhung der Arbeitszufriedenheit zu identifizieren sowie Ansatzpunkte und Bedarfe zur Verbesserung von Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu identifizieren.

 

Im Ergebnis der Befragung zeigt sich, dass die Mitarbeiter/-innen mit ihrer Tätigkeit bei der Stadtverwaltung zufrieden sind und gerne für die Stadtverwaltung arbeiten. Im Bereich der Führungskultur zeigte sich jedoch, dass die Führungsleitlinien noch nicht ausreichend von den Führungskräften gelebt werden. Die Zusammenarbeit innerhalb der Organisationseinheiten wurde als positiv wahrgenommen, die bereichsübergreifende Zusammenarbeit wurde als weniger positiv eingeschätzt. Auch mit den Weiterbildungsmöglichkeiten in der Stadtverwaltung waren die Befragten nicht zufrieden.

 

Die Stadtverwaltung befindet sich derzeit in einem Prozess der Auswertung der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung. Die Führungskräfte spielen in diesem Prozess eine besondere Rolle. Alle Führungskräfte der Stadtverwaltung wurden verpflichtet, in Auswertungsgesprächen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herauszuarbeiten, wo im Team Ressourcen liegen, welche positiven Aspekte gestärkt werden können und wo mitarbeiterorientierte Lösungen für Entwicklungsfelder erarbeitet werden können. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde somit eine Stimme gegeben, mit der sie zur positiven Verbesserung der eigenen Arbeitssituation beitragen können. Um die Führungskräfte in diesem Prozess zu unterstützen, wurden allen Führungskräften im September 2019 Schulungen angeboten und ein Leitfaden zum Führen der Auswertungsgespräche zur Verfügung gestellt. Die zusammengefassten Ergebnisse der Auswertungsgespräche wurden dem Personalamt durch die Dezernate bis zum 20.12.2019 übermittelt.

 

Aus den Ergebnissen der Mitarbeiterbefragung hat das Personalamt nun wesentliche zentrale Maßnahmen abgeleitet, die im Folgenden beschrieben werden.

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung wurden vom Personalamt aufgegriffen, um zentrale Maßnahmen zu entwickeln, die die Arbeitsbedingungen in der Stadtverwaltung verbessern und damit die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter/-innen weiter erhöhen sollen. Das betrifft insbesondere die folgenden Punkte:

 

  1. Eine Führungskultur, in der die Führungskräfte Ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regelmäßige Rückmeldung zu deren Entwicklung geben

83,8 Prozent der befragten Führungskräfte wussten, dass die Stadt Leipzig Führungsleitlinien festgelegt hat, aber nur 78,6 % derjenigen Führungskräfte, die von den Leitlinien wussten, kannten auch die Inhalte der Leitlinien. Lediglich 17,9 Prozent der Befragten stimmten der Aussage, dass die Führungsleitlinien eingehalten werden, voll oder eher zu. Im Ergebnis der Befragung sollen daher folgende Punkte bearbeitet werden:

-          Die Führungsleitlinien sollen verdichtet und in der gesamten Mitarbeiterschaft bekannt gemacht werden.

-          Über ein breiteres Angebot an Führungskräftefortbildungen soll sichergestellt werden, dass die Führungskräfte die nötigen Kompetenzen entwickeln, um den Führungserwartungen der Mitarbeiter/-innen und der Stadtverwaltung besser entsprechen zu können und die Führungsleitlinien im Arbeitsalltag umzusetzen. Es soll nachgehalten werden, dass jede Führungskraft an mindestens einer Führungskräftefortbildung pro Jahr teilnimmt.

-          Personalentwicklung soll stärker zur Führungsaufgabe werden. Der Fokus soll hierbei auf der Rückmeldung zur Entwicklung der Mitarbeiter/-innen liegen. Eine neue Dienstvereinbarung zum Führen von Mitarbeitergesprächen soll gemeinsam mit der Interessenvertretung erarbeitet werden (Zielstellung: 4. Quartal 2020).

 

  1. Die Möglichkeiten der Weiterbildung und Karrieremöglichkeiten

86,3 Prozent der Befragten gaben an, dass Ihnen bei einem Arbeitgeber Möglichkeiten der Weiterbildung wichtig sind, aber nur 45,6 Prozent der Befragten waren zufrieden mit den Möglichkeiten der Weiterbildung bei der Stadtverwaltung Leipzig. Darüber hinaus bewerteten die Befragten die Entwicklungsangebote, die sie für ihre derzeitige Tätigkeit erhalten, nur als mittelmäßig (Durchschnitt 3,03 bei einer Skala von 1 bis 5). Auch mit den beruflichen Perspektiven in der Stadtverwaltung sind immerhin 32,6 Prozent der Befragten nicht zufrieden. 34,3 Prozent bewerten die beruflichen Perspektiven in der Stadtverwaltung als neutral.

 

Mitarbeiter/-innen, die die nötigen Kompetenzen entwickeln, um den steigenden Anforderungen an die Tätigkeiten gerecht zu werden, sind der Schlüssel zu einer Stadtverwaltung, die auch den steigenden Anforderungen der Bürger/-innen gerecht wird. Ausreichend und gute Entwicklungsmöglichkeiten sind dafür unerlässlich. Aus diesem Grund soll die Personalentwicklung der Stadtverwaltung deutlich gestärkt werden. Derzeit sind 3 Personalentwicklerinnen für die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter/-innen in der Stadtverwaltung verantwortlich. Sie organisieren Seminare, ermöglichen berufliche Qualifizierung, Coachings, Supervisionen, Teamentwicklungen, Workshops, Führungskräfteveranstaltungen usw. Dafür steht momentan ein jährliches Budget von 1.110.000 € zur Verfügung. Das entspricht einem Budget von 138,65 € pro Mitarbeiter/-in im Jahr und liegt damit deutlich unter dem durchschnittlichen Budget in der freien Wirtschaft[1].

 

Um auch bei den steigenden Mitarbeiterzahlen in der Stadtverwaltung den Anforderungen an eine moderne Personalentwicklung gerecht zu werden, wird das Personalentwicklungsbudget um 1.200.000 € erhöht und zur Erarbeitung und Umsetzung neuer Personalentwicklungsmaßnahmen (siehe Anlage 1) zusätzlich 2 Stellen (VzÄ) eingerichtet werden.

 

Personalentwicklungsbudget pro Mitarbeiter/-in im Jahr

 

Stadtverwaltung 2019

Durchschnitt bei Unternehmen mit mehr als 250 MA[1]

Stadtverwaltung künftig

138,65 €

512 €

288,56€

 

  1. Die bereichsübergreifende Zusammenarbeit und die Möglichkeit, sich einbringen und etwas bewegen zu können

Während die Aussage „Die Zusammenarbeit in meiner Organisationseinheit ist gut“ von 72,2 Prozent der Befragten positiv eingeschätzt wurde, wurde die Aussage „Ich erlebe die bereichsübergreifende Zusammenarbeit als gut“ nur von 43,5 Prozent der Befragten als positiv eingeschätzt. 18,2 Prozent bewerteten diese Aussage sogar als negativ. Innerhalb der Stadtverwaltung gibt es viele Aufgaben, die bereichsübergreifend gedacht und umgesetzt werden müssen. Für eine effiziente und konstruktive Aufgabenerledigung ist eine gute bereichsübergreifende Zusammenarbeit unerlässlich.

 

Im Bereich Arbeitgebermarke wurden die Beschäftigten darüber hinaus gefragt, wie wichtig ihnen verschiedene Aspekte bei einem Arbeitgeber sind und wie zufrieden Sie mit diesem Aspekt bei der Stadtverwaltung sind. Die Möglichkeit, sich einbringen und etwas bewegen zu können zeigte dabei die größte Diskrepanz zwischen Wichtigkeit und Zufriedenheit auf. 88,0 Prozent der Befragten war die Möglichkeit, sich einbringen und etwas bewegen zu können, wichtig. Aber nur 35,7 Prozent der Befragten sind mit diesem Aspekt bei der Stadtverwaltung zufrieden.

 

An beiden Punkten setzt die Einführung neuer Dialogformate für Mitarbeiter/-innen aller Dezernate an.

 

Die Verwaltungsspitze soll künftig regelmäßig mit den Mitarbeiter/-innen der Stadtverwaltung ins Gespräch zu aktuellen Projekten, Themen, Herausforderungen, Aufgaben der Stadtverwaltung, aber auch zu Fragen der Zusammenarbeit und Mitarbeiterführung kommen. Hierzu soll es, beginnend ab dem ersten Halbjahr 2020, unterschiedliche durch das Personalamt organisierte Kommunikationsformate geben, in denen die Mitarbeiter/-innen ins Gespräch mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, aber auch Amts-, Geschäftsbereich- und Referatsleitern gehen können. Folgende Formate sind zunächst angedacht:

 

„Sprich d. Bürgermeister/-in“

In diesem Format sollen per Zufallsprinzip Mitarbeiter/-innen des jeweiligen Dezernates ausgewählt und zu einem Termin mit dem jeweiligen Bürgermeister/der jeweiligen Bürgermeisterin eingeladen werden. Hier soll zu zentralen Themen des Dezernates informiert und diskutiert werden und zur Zusammenarbeit gesprochen werden.

 

„Bleib informiert und beteilige dich“

Ähnlich wie zur Personalversammlung, hier jedoch in der Verantwortung der Dienststelle, soll es halbjährlich eine Großveranstaltung geben, zu der alle Mitarbeiter/-innen eingeladen werden. Es soll eine Tagesordnung mit Schwerpunktthemen und eine offene „Fragerunde“, analog zur Personalversammlung aus 2019 geplant werden.

 

„Frag das Personalamt“

Das Personalamt bietet mehrmals im Jahr „Fragestunden“ für Beschäftigte an, in denen die Mitarbeiter/-innen der Stadtverwaltung an alle Fachbereiche (Personalgewinnung, Personalbetreuung, Personalentwicklung und Personalabrechnung/-controlling) ihre Fragen stellen können und diese sofort beantwortet werden.

 

Um die Mitarbeiterdialoge durchführen zu können, wurden finanzielle Mittel in Höhe von 50.000 € pro Jahr bereitgestellt. Die Aufteilung der Mittel sind der Tabelle in der Anlage zu entnehmen.

 

Darüber hinaus werden drei Stellen (3,0 VzÄ) eingerichtet werden für:

  1. die Organisation der jährlich insgesamt 34 Dialogformate. Dazu gehören das Sammeln von Themen, die Absprache mit den Verantwortlichen Führungskräften, die Bewerbung der Veranstaltungen, die organisatorische Vorbereitung, die Einladung und Auswahl der Teilnehmer/-innen, die Durchführung, das Nachhalten von Themen usw.
  2. die Organisation der jährlich stattfindenden großangelegten Führungskräfteformate. Dazu gehören die Führungskräfteklausur und die Führungskräfteforen des Oberbürgermeisters (Teilnehmerkreis sind die Dezernats-, Amts-, Referats- und Eigenbetriebsleiter/-innen) sowie das Sommerforum (Teilnehmerkreis sind alle Führungskräfte der Stadtverwaltung).
  3. die Vorbereitung, Umsetzung und Nachverfolgung der Auswertungsprozesse der Mitarbeiterbefragungen: Bereits jetzt deutet sich an, dass der Auswertungsprozess der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung in allen Fachbereichen Veränderungsprozesse auslöst. Es ist davon auszugehen, dass diese Veränderungsprozesse sich auf die Motivation, Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Mitarbeiter/-innen der Stadtverwaltung positiv auswirken werden, wenn sie entsprechend begleitet werden. Dazu ist unter anderem ein Monitoring der Veränderungen und eine langfristige Steuerung im Rahmen regelmäßiger stattfindender Mitarbeiterbefragungen zur Zufriedenheit und weiteren arbeitsbezogenen Aspekten notwendig. Die Stadtverwaltung strebt an, Mitarbeiterbefragungen in einem Abstand von zwei Jahren durchzuführen.

 

  1. Die Möglichkeit, zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie zeitweise Arbeit von zu Hause aus erledigen zu können.

 

Einer der am häufigsten genannten Aspekte der Befragung zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie war die Möglichkeit, zeitweise Arbeit von zu Hause aus erledigen zu können. 201 Beschäftigte gaben explizit in einem Freitextfeld am Ende der Befragung an, sich dies zu wünschen. Auf die Frage, ob es den Befragten helfen würde, wenn sie zeitweise Arbeit von zu Hause aus erledigen können, gaben 38,7 Prozent an, dass dies voll zutrifft und 19,2 Prozent der Befragten gaben außerdem an, dass dies eher zutrifft. Auch aus den Rückmeldungen der Dezernate zu den Auswertungsgesprächen zeigt sich, dass die Mitarbeiter/-innen sich explizit die Möglichkeit wünschen, auch von zu Hause aus Arbeit erledigen zu können.

 

Entsprechend soll eine Dienstvereinbarung zum mobilen Arbeiten bis zum 2. Quartal 2020 mit dem Personalrat verhandelt werden, die es den Mitarbeiter/-innen ermöglicht, in besonderen Fällen anlassbezogen Arbeit zeitweise von zu Hause aus erledigen zu können. Dabei soll es explizit nicht um die Einrichtung von dauerhaften „Home-Office“- Arbeitsplätzen gehen.

 

Darüber hinaus wurden in den Fachämtern im Ergebnis der Auswertungsgespräche weitere Maßnahmen abgeleitet, welche in der Verantwortlichkeit der Fachämter, Führungskräfte und Mitarbeiter/-innen dezentral umgesetzt werden, um die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten entsprechend zu verbessern. Die Maßnahmen werden laufend umgesetzt. Weitere zentrale Maßnahmen werden bei der vertieften Auswertung der Ergebnisse der Auswertungsgespräche in den Fachämtern abgeleitet. Über den Stand der Umsetzung der Maßnahmen berichtet der Oberbürgermeister dem Stadtrat Ende des 4. Quartals.

 

Für die Kommunikation der zentral aus der Mitarbeiterbefragung abgeleiteten Maßnahmen soll eine Wortbildmarke „gefragt – verstanden – gemacht“ entwickelt werden.

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Folgende Zeitschiene ist für die Umsetzung der zentralen Maßnahmen vorgesehen:

 

-          Die Evaluation und Verdichtung der Führungsleitlinien erfolgt bis zum 2. Quartal 2021. Im 1. Quartal 2021 wird evaluiert, wie viele Führungskräfte in 2020 an Führungskräftefortbildungen teilgenommen haben.

-          Die Mitarbeiterdialoge werden in 2020 eingeführt. Eine Evaluation erfolgt im ersten Quartal 2021.

-          Die Erweiterung der Personalentwicklungsmaßnahmen erfolgt laufend in 2020 und wird im Rahmen der Personalentwicklungsplanung für 2021 fortgeführt.

-          Die Mitarbeiter/-innen und Mitarbeiter werden über die zentral abgeleiteten Maßnahmen im 2. Quartal 2020 informiert.

-          Eine Dienstvereinbarung zum mobilen Arbeiten wird bis zum 2. Quartal 2020 mit dem Personalrat verhandelt.

-          Eine Evaluation der in den Auswertungsgesprächen abgeleiteten dezentralen Maßnahmen innerhalb der Fachbereiche erfolgt im 3. Quartal 2020.

-          Der Oberbürgermeister informiert den Stadtrat über den Stand der Umsetzung der zentralen Maßnahmen Ende 2020.

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Die im Haushaltsjahr 2020 entsprechend Anlage 1 und Anlage 2 anfallenden Folgekosten sind innerhalb des gesamtstädtischen Haushaltes gedeckt. Über eine Aufstockung des vorhandenen Budgets des Personalamts für die Haushaltsjahre 2021 ff. ist im Rahmen der Haushaltsplanung 2020 zu entscheiden. Ohne eine entsprechende Aufstockung sind die damit verbundenen Maßnahmen nicht umsetzbar.

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

/

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

7. Besonderheiten

 

/

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Sollten die Maßnahmen nicht beschlossen werden, sendet dies ein Signal der Geringschätzung an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Die Befragungsergebnisse müssen zentral Gehör finden und Maßnahmen entsprechend umgesetzt werden. Andernfalls werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich künftig nicht weiter beteiligen, um Verbesserungen der Rahmenbedingungen in der Stadtverwaltung zu erzielen. Vielmehr ist mit einer Beteiligungsmüdigkeit auch auf andere, fachliche Themenbezogen, Resignation und Frust zu rechnen, was sich wiederum in einer geringeren Motivation und damit einhergehend geringerer Leistungsleistungsfähigkeit wiederspiegeln wird. Ohne regelmäßig stattfindende Mitarbeiterbefragungen kann darüber hinaus nicht nachvollzogen werden, inwieweit sich arbeitsbezogene Aspekte in der Wahrnehmung von Mitarbeiter/-innen durch zentrale und dezentrale Maßnahmen verbessern.

 

Anlagen:

 

Mehrausgaben Personalentwicklung

Mehrausgaben Mitarbeiterdialoge

Präsentation Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung 2019 (nur im Allris einsehbar)

 

 

 


[1] Die neunte IW-Weiterbildungserhebung, Vierteljahresschrift zur empirischen Wirtschaftsforschung, Jg. 44, 2017.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 MehrausgabenPersonalentwicklung (215 KB)    
Anlage 2 2 MehrausgabenMitarbeiterdialoge (59 KB)    
Anlage 3 3 PraesentationErgebnissederMitarbeiterbefragung (966 KB)    
Stammbaum:
VII-DS-00830-NF-03   Mitarbeiterbefragung in der Stadtverwaltung 2019 - Ergebnisse und zentrale Maßnahmen   02.1 Dezernat Allgemeine Verwaltung   Neufassung
VII-DS-00830-NF-03-ÄA-01   Mitarbeiterbefragung in der Stadtverwaltung 2019 - Ergebnisse und zentrale Maßnahmen   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Änderungsantrag
VII-DS-00830-NF-03-ÄA-02   Mitarbeiterbefragung in der Stadtverwaltung 2019 - Ergebnisse und zentrale Maßnahmen   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Änderungsantrag