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Vorlage - VII-A-00433  

 
 
Betreff: Fachkräfteoffensive für soziale Berufe in Leipzig
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Fraktion DIE LINKE
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
30.10.2019 
Ratsversammlung (offen)   
Jugendhilfeausschuss 1. Lesung
18.11.2019 
Jugendhilfeausschuss (offen)   
FA Jugend, Schule und Demokratie 1. Lesung
14.11.2019    FA Jugend und Schule      
FA Soziales, Gesundheit und Vielfalt Vorberatung
25.11.2019    FA Soziales und Gesundheit      
FA Jugend, Schule und Demokratie 2. Lesung
06.02.2020    FA Jugend und Schule      
FA Soziales, Gesundheit und Vielfalt 2. Lesung
Jugendhilfeausschuss 2. Lesung
09.03.2020 
Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis genommen   
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Stadt Leipzig entwickelt auf Basis einer Personalbedarfsprognose für die kommenden zehn Jahre gemeinsam mit den Gremien der Freien Träger und dem städtischen Personalrat ein Konzept zur Fachkräftegewinnung in den sozialen Berufen (Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen für die Bereiche Kindertagesstätten, Horte, Freizeiteinrichtungen, Hilfen zur Erziehung).
  2. Die Stadt Leipzig entwickelt eine Kampagne zur Gewinnung von Fachkräften in den sozialen Berufen.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

 

Der Mangel an Fachkräften der sozialen Arbeit wird angesichts des Aufwuchses in den verschiedenen Bereichen von Kita über Hilfen zur Erziehung bis hin zu Freizeitangeboten ein immer akuteres Problem. Jüngst wurde vor allem über den Mangel an Erzieher*innen sowohl beim kommunalen als auch bei freien Trägern diskutiert.

 

Allein für die Besetzung der für die nächsten 2 Jahre geplanten Kita wären nach eigenen Berechnungen zirka 650 neue Erzieher*innen notwendig. Entsprechend der Teilfachplanung für den Bereich Hilfen zur Erziehung sollen im gleichen Zeitraum 200 stationäre Plätze für Kinder und Jugendliche geschaffen werden, was einem Personalbedarf von weiteren 150 Mitarbeitenden entspricht.   Festzustellen ist auch, dass nur ein geringer Anteil von Erzieher*innen/ Sozialpädagog*innen Vollzeit arbeiten möchte und sich dadurch der Fachkräftebedarf entsprechend erhöht. Arbeitsbereiche wie Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung leiden durch die hohe emotionale Arbeitsbelastung und Arbeitsstruktur (Wechselschicht, Arbeit an Sonn- und Feiertagen, Nachtarbeit usw.) unter einem schlechten Image. Die Bewerberlage ist in diesem Arbeitsfeld bereits jetzt sehr angespannt.

 

Angesichts der limitierten Anzahl an Ausbildungsplätzen und der hohen Quote des Wegzugs von in Sachsen ausgebildetem Fachpersonal sind aus Sicht der LINKEN konzertierte Schritte notwendig.  Wir schlagen daher ein Konzept vor, dass unter anderem folgende Schritte umfasst:

 

-          Den Einsatz für die Erhöhung der notwendigen Ausbildungskapazitäten an den Fachschulen und Fachhochschulen.

-          Die adäquate Ausstattung der Ausbildungsträger für die berufsbegleitende Ausbildung auch in weiteren Bereichen der sozialen Arbeit (zusätzliche Verwaltungsumlagen, Finanzierung Praxisanleitung bei den ausbildenden Trägern nach Vorbild der Regelung in der Fachförderrichtlinie Erzieherausbildung für Kita in freier Trägerschaft).

-          Den Einsatz für die Erleichterung der Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen.

-          Die Verbesserung der Fachberatung für Einrichtungen der sozialen Arbeit z.B. durch die Absenkung des Fachberatungs- und Leitungsschlüssels (z. B. in Kita derzeit 1 Fachberater*in auf 16 Einrichtungen), damit die Einrichtungen mehr Ressourcen für Mitarbeiter*innengewinnung, Personalentwicklung, Personalpflege und die Weiterentwicklung des Arbeitsklimas haben.

-          Die Förderung der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in sozialen Berufen (z.B. durch Refinanzierung eines Jobtickets oder Bereitstellung von Kinderbetreuung/Kitaplätzen für Beschäftigte).

 

Es muss aus Sicht der Antragstellerin Sorge sowohl für die Einrichtungen des kommunalen sowie der Freien Träger getragen werden. Nur durch ein umfassendes Konzept ist ein verantwortungsvolles Handeln für die Zukunft möglich.

 

Anmerkung zu Punkt 2.

Eine Image- bzw. Werbekampagne (z. B. eine Kampagne „Nachwuchs für unseren Nachwuchs“, „Kinderweltbegleiter“) für die soziale Berufe (Erzieher*innen, Heilerziehungspfleger*innen, Heilpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen), kann dazu beitragen, die Bewerberlage auch längerfristig zu sichern (andere Kommunen haben interessante Aktionen/Kampagnen). Es sollten die Attraktivität, Chancen und Möglichkeiten der sozialen Berufe herausgestellt werden, der 2. Bildungsweg, Männer in sozialen Berufen usw. usw.

 

Über die Programme Gils-Day, Boys-Day und das Programm „genial sozial“nnen insbesondere Schüler in der Berufsfindungsphase angesprochen werden.

 

 

Stammbaum:
VII-A-00433   Fachkräfteoffensive für soziale Berufe in Leipzig   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Antrag
VII-A-00433-VSP-01   Fachkräfteoffensive für soziale Berufe in Leipzig   11 Personalamt   Verwaltungsstandpunkt
VII-A-00433-NF-02   Fachkräfteoffensive für soziale Berufe in Leipzig   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Neufassung
VII-A-00433-NF-03   Fachkräfteoffensive für soziale Berufe in Leipzig   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Neufassung